Der wild-romantische Liebesroman der preisgekrönten Antje Babendererde - wie Urlaub für Herz und Seele!
Dieses Jahr ist für Lia auf dem Landsitz ihrer Familie nichts mehr, wie es einmal war - wegen Finn, dem Neffen des Wildhüters. Lia kann sich seiner geheimnisvollen Art nicht entziehen. Obwohl er sie mit seinen spöttischen Sprüchen herausfordert, verliebt sie sich Hals über Kopf in ihn.
Als Finn ihre Gefühle erwidert, scheint Lias Sommer perfekt. Doch wer ist dieser Junge wirklich, der mit einem wilden Fuchs Ball spielt und ihm Gedichte vorliest?
Bald erreichen die Schatten der Vergangenheit die Wildnis von Badfearna. Sie bringen Dinge über Finn ans Licht, die keinen Zweifel lassen: Ein Mädchen wie Lia hat in seinem Leben keinen Platz. Kann man vor der Liebe weglaufen - oder vor sich selbst?
Wild und rau wie Schottland : Die privilegierte Lia und Finn aus der Arbeiterklasse verlieben sich gegen alle Widerstände.
Eine Geschichte über verletzte Gefühle - und die Kraft der Natur , sie zu heilen. Zum Dahinschmelzen schön und voller kribbelnder Sehnsuchtsmomente!
Gedruckt auf Recycling- Umweltschutzpapier , zertifiziert mit dem Blauen Engel.
Ausgezeichnet mit dem DELIA-Literaturpreis Junge Liebe 2023
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Bewertung
aus Harxheim
5/5
16.12.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein weiteres Abenteuer in den Highlands
Seit ich das erste Mal einen Roman von Antje Babendererde in der Hand gehalten habe, es war damals „Der Schneetänzer“, bin ich völlig begeistert von deren Schreibstil, Setting, Handlung und Figuren. Man klappt die erste Seite auf, und das Abenteuer beginnt…
So erging es mir auch mit ihrem neuen Buch „Im Schatten des Fuchsmondes“, deren Schauplatz dieses Mal die Wildnis von Badfearna in Schottland ist. Die Liebe zu diesem Land spürt man in jedem Kapitel: Ob Land, Leute, Kultur – man erfährt auf träumerische Art so viel, dass man sofort seine Koffer packen und direkt zu den Highlands fliegen möchte. Und vielleicht begegnet man dort auch Mooch, diesem treuen Fuchs oder Macbeth, dem weißen Hirschen und kommt irgendwann am mächtigen Landsitz von Lias Vater vorbei. Lia ist nämlich die Tochter des Lairds, einem Landbesitzer in Schottland. Lia ist absolut naturverbunden und liebt es, in der Wildnis zu sein, den Slioch zu besteigen…und an Finn zu denken, dem geheimnisvollen Neffen des Wildhüters Duncan. Obwohl sie sich immer wieder seinen spöttischen Sprüchen über ihre reiche Herkunft stellen muss, verliebt sie sich in ihn. Als sich beide Küssen, scheint es perfekt, doch Finn geht immer wieder auf Rückzug, denn die Schatten seiner Vergangenheit haben ihn eingeholt und bringen Dinge über Finn ans Licht, die keinen Zweifel lassen: Ein Mädchen wie Lia hat in seinem Leben keinen Platz. Kann man vor der Liebe weglaufen - oder vor sich selbst?
Meine Meinung: Das Buch hat mich wirklich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Das lag nicht nur an dem atemberaubenden Setting von abenteuerlicher Wildnis, den hohen Bergen, tiefen Wälder, dem Loch Maree – die Autorin hat die wahren Schauplätze der schottischen Highlands mit all ihren Sagen so wundervoll in die Geschichte integriert, dass man sich beim Lesen einfach nur wohlgefühlt hat. Selbst wenn Nebelwände plötzlich heraufzogen, wusste man, dass eine Schutzhütte in der Nähe wartet, mit wärmenden Kaminfeuer und einem teuren Wein vom Laird. Auch die Protagonisten hat die Autorin gut gewählt: Lia ist ein 16-jähriger Teenager. Nach außen hin tritt sie selbstbewusst auf, doch innerlich nagen sie manchmal Selbstzweifel. Schließlich fühlst sie sich alles andere als perfekt – im Vergleich zu ihrer jüngeren Schwester Kelsi, die ausschaut wie ein Model. Zudem sehnt sie sich nach einem Freund, möchte ihr erstes Mal noch vor dem 17. Geburtstag erleben - mit dem perfekten Partner, versteht sich. Und den sieht sie in Finn. Er sieht einfach unglaublich attraktiv aus, zudem umgibt ihn diese geheimnisvolle Aura. Leider muss sie sich für ihren Wohlstand immer wieder rechtfertigen, gilt sie doch oft als wohlstandsverwöhnt, und muss sich so seinen Sprüchen aussetzen. Vor allem, da er mit dem Jagen von Tieren so gar nichts am Hut hat. Doch Lia ist nicht so, sie liebt die Wildnis, die Tiere … und Finn. Auch Finn ist ein gelungener Charakter, mit dem als Leser absolut mitfühlt. Vor kurzem hat er seine Mutter verloren, seinen Vater kennt er nicht und dann ist da noch seine Vergangenheit, vor der er wegläuft. Was sich dahinter verbirgt, erfährt der Leser erst nach und nach.
Lia tat mir teilweise unglaublich leid, zwar werden die Schicksalsschläge von Finn sehr deutlich, doch muss auch Lia immer wieder mit Widerständen – selbst innerhalb der Familie - kämpfen. Ich konnte mich jedenfalls gut in sie hineinversetzen und somit war sie mir gleichermaßen ans Herz gewachsen. Auch die Nebenrollen, vor allem die von Wildhüter Duncan, finde ich so herzallerliebst. Ich habe ihn direkt ins Herz geschlossen. Natürlich ist da auch noch Mooch, der kleine Fuchs, der Finn immer treu zur Seite ist. Hach, wer hätte so einen kleinen zahmen Kumpel nicht gerne als Freund?
Generell befasst sich der Roman nebenbei noch mit vielen aktuellen Themen von Naturschutz, Sicherung und Erhaltung bedrohter Tierarten, Wilderei und vieles mehr. Der Schreibstil ist Antje Babendererde: gefühlvoll, detailverliebt, mitreißend, emotional. Sie bringt ihre Gefühle sensationell rüber und erreicht damit den Leser, wo sie es sich erhofft: Im Herzen. Das ist ihr auf jeden Fall mit diesem Roman wieder einmal erneut gelungen. So gerne hätte ich noch weitergelesen, wie es weitergeht mit Lia und Finn, sie – zusammen mit Mooch - durch ihre Abenteuer in den Highlands begleitet. Es wurde nie langweilig, immer wieder passierten unerwartete Wendungen. Selbst das deutsche Paar, welches sie in den letzten Kapiteln nochmal mit einfließen lässt, kam so sympathisch rüber, dass man ihnen fast eine eigene Geschichte widmen könnte.
Da die Geschichte von Finn den ein oder anderen Menschen triggern könnte, wird hier ein Hinweis zu Beginn des Buches gegeben, und an dieser Stelle muss ich nochmal die Autorin wirklich loben, wie einfühlsam und sensibel sie dieses Thema – welches ich an dieser Stelle nicht verraten kann – umsetzt. Gerade, wenn man hierzu keinerlei Erfahrung hat, bedarf die wirklich Fingerspitzengefühl. Und meiner Meinung nach ist ihr das hier rundum gelungen. Chapeau!
Auch wenn das Buch eher ein Jugendbuch ist, finden sich Erwachsene mit diesem Buch ebenso aufgehoben. Für mich eine Leseempfehlung von 14 bis unendlich.
Das Cover darf natürlich nicht unerwähnt bleiben: Es passt hervorragend zur Geschichte. Vielleicht bin ich nicht so der Freund von Blau / Orange Mischungen, weil ich das oft mit Firmenlogos verbinde, aber natürlich soll Orange die Farbe des Fuches wiederspiegeln. Ich hätte es mir eher dezenter gewünscht, mit einem schönen graubeige / orange, aber das ist nun wirklich Geschmackssache.
Erschienen ist das Buch beim Arenaverlag, der bei der Herstellung natürlich auf umweltfreundliche Herstellung geachtet hat. Das Papier ist leicht gräulich und dennoch hochwertig. Ich finde es absolut genial und es roch auch herrlich, wie ein Buch eben riechen sollte: Nach Abenteuer!
Fazit: Es gibt kein gut und schlecht bei Büchern von Antje Babenerder, es gibt nur ein GENIAL – und dieses Mal trifft es wieder absolut zu. Das Buch hat mir wundervolle Lesestunden in den Highlands geschenkt. Ganz großes Kino, liebe Antje. Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen.
CorniHolmes
5/5
27.11.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine wunderschöne Liebesgeschichte mit Tiefgang und traumhaftem Setting
Antje Babendererde gehört für mich schon seit langem zu den Autor*innen, von denen ich mir jedes neue Werk blind zulege. Ich liebe ihre Bücher einfach, mich hat es bisher noch kein Buch aus ihrer Feder enttäuschen können. Auf ihren neuen Jugendschmöker „Im Schatten des Fuchsmondes“ habe ich mich daher tierisch gefreut!
Die 16-jährige Lia und ihre jüngere Schwester Kelsie verbringen ihre Ferien auf Badfearna, dem Landsitz ihrer Familie, welches inmitten der schottischen Highlands liegt. Während sich die Begeisterung von Kelsie ziemlich in Grenzen hält, freut sich Lia riesig auf den Sommer in Schottland. Sie liebt die raue Landschaft dieses Landes und die Tiere, die dort leben und verbringt immer so viel Zeit wie möglich draußen in der Natur. Auch auf ihr Wiedersehen mit Struan, dem Sohn des Verwalters und ihr langjähriger Schwarm, freut sie sich sehr. Doch dann begegnet sie dem mysteriösen Finn, der in der Nähe des Landguts herumstreift und einen zahmen Fuchs zum Freund hat. Wer ist dieser Junge? Und wieso fühlt sie sich nur so zu ihm hingezogen, obwohl er sich ihr gegenüber so unverschämt verhält? Ehe Lia es sich versieht, hat sie sich Hals über Kopf in Finn verliebt. Dieser trägt jedoch ein dunkles Geheimnis mit sich herum und es dauert nicht lange und die Schatten seiner Vergangenheit beginnen ihn einzuholen...
Nachdem uns Antje Babendererde bereits in „Der Sommer der blauen Wünsche“ nach Schottland entführt hat, lässt uns die preisgekrönte deutsche Autorin in „Im Schatten des Fuchsmondes“ nun also erneut in die schottischen Highlands eintauchen und beschert uns einen vielschichtigen Jugendroman mit atemberaubender Kulisse und einer gelungenen Mischung aus unterhaltsam, tiefgründig, lehrreich und romantisch. Mit ihrem ersten (unabhängig lesbaren) Schottland-Schmöker hat mir Antje Babendererde im vergangenen Jahr einen meiner schönsten buchigen Schottland-Aufenthalte geschenkt und wie ich es mir schon gedacht habe, hat sie es auch dieses Mal geschafft mir dieses Land so richtig schmackhaft zu machen und mich von der ersten bis zur letzten Seite zu verzaubern.
Ich hatte einen mühelosen Einstieg in die Geschichte. Bereits der geheimnisvolle Prolog hat mich völlig in seinen Bann ziehen können und da sich Antje Babenerderdes wundervoller Schreibstil wie sonst auch locker-leicht für mich hat lesen lassen, kam für mich von Anfang an ein angenehmer und fesselnder Lesefluss zustande.
Auch mit der Erzählweise hat das Buch bei mir punkten können. Der größte Teil wird aus der Sicht von Lia in der Ich-Perspektive geschildert, es gibt aber auch einige Passagen, in denen Finn als personaler Erzähler zu Wort kommt. In meinen Augen sind die Perspektivwechsel hier ideal gewählt, da sie eine tolle Abwechslung miteinbringen und wir von beiden Hauptfiguren ein gutes Bild erhalten.
Ich mochte sowohl Lia als auch Finn unheimlich gerne. Lia war mir mit ihrer freundlichen und naturverbundenen Art auf Anhieb sympathisch. Ihr Denken und Handeln habe ich zwar nicht immer so ganz nachvollziehen können, aber ich habe mich trotz allem gut in sie hineinversetzen können und im Verlauf des Buches fest in mein Herz geschlossen. Auch der Zugang zu Finn ist mir ohne Probleme geglückt. Tatsächlich habe ich mich ihm beim Lesen sogar etwas näher gefühlt als Lia, obwohl seine Erzählungen nicht in der Ich-Form geschrieben sind und er ein recht verschlossener Typ ist und sich zunächst ziemlich mysteriös gibt.
Die Liebesgeschichte der beiden hat mir ebenfalls überaus gut gefallen. Sie ist gefühlvoll und zart und entwickelt sich vollkommen glaubhaft, mich hat sie sehr berührt.
Was das Setting anbelangt, könnte ich hier nun endlos ins Schwärmen geraten. Antje Babendererde verwöhnt uns auch diesmal gleich zu Beginn mit herrlich atmosphärischen Beschreibungen von Schottlands malerischer Natur und Landschaft, sodass man alles bildlich vor Augen hat und sich spielend leicht in dieses faszinierende Land träumen kann. Also ich finde, man merkt wieder sehr, dass die Autorin selbst vor Ort war um eigene Erfahrungen und Eindrücke zu sammeln. Wie ich es von ihr gewohnt bin, hat sie auch für diesen Roman umfangreich recherchiert und versorgt uns mit einer Menge Wissenswertem über geschichtliche Ereignisse, Sagen, Bräuche, Naturschutz und die Wildhüterei. Auch auf die aktuelle Lage geht Antje Babendererde ein wie auf die wirtschaftlichen Auswirkungen von Corona und dem Brexit. Ich könnte mir vorstellen, dass einige vielleicht nicht so begeistert davon sein werden, dass die Pandemie eine Rolle spielt. Wir haben schließlich schon im Alltag so viel damit zu tun, da brauchen manche vermutlich einfach Bücher, mit denen sie dem allen für eine Weile entfliehen können. Ich jedenfalls habe es als überhaupt nicht belastend empfunden.
Was mir dafür aber sehr nahegegangen ist, ist Finns Vergangenheit, die erst Richtung Schluss vollständig ans Licht kommt. Aus Spoilergründen werde ich nun nicht näher ins Detail gehen, nur so viel noch: Die Geschichte befasst sich mit einem ziemlich schwierigen und wichtigen Thema. Wer auf bestimmte Themen sensibel reagiert, sollte sich vielleicht besser die Triggerwarnung hinten im Buch durchlesen. Ich habe sie mir nicht vorher angeschaut und obwohl ich mir irgendwann meinen Teil gedacht habe, hat mich die ernste Wende zum Ende hin doch etwas unerwartet und heftig getroffen. Trotz allem war „Im Schatten des Fuchsmondes“ aber eine echte Wohlfühllektüre für mich. Antje Babendererde behandelt das Ganze mit viel Feingefühl, sodass die Stimmung an keiner Stelle zu bedrückend und schwer wird.
Auch sonst hat mich das Buch handlungstechnisch überzeugen können. Im Mittelteil hat es mir teilweise zwar ein klein wenig an Spannung gefehlt, aber gestört hat mich das nicht. Mich haben die Geschehnisse dennoch durchweg packen und fesseln können, sodass ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen konnte und es innerhalb kurzer Zeit verschlungen habe.
Fazit: Auf das neue Jugendbuch von Antje Babendererde habe ich eindeutig zurecht so sehr gefreut: Für mich war auch ihr zweiter Schottland-Roman ein richtiges Lesehighlight. „Im Schatten des Fuchsmondes“ ist eine wunderschöne emotionale Liebesgeschichte mit traumhaften Setting, authentischen Charakteren und Tiefgang, großartig erzählt und gewürzt mit vielen interessanten Informationen über die schottische Kultur, Wirtschaft, Tiere und Natur. Ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen, sowohl Jugendlichen ab 14 Jahren als auch erwachsenen Leser*innen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!
Lisa
5/5
19.11.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Tiefgründiges Jugendbuch, welches durchaus fordert, aber schlussendlich überzeugt
Autorin Antje Babendererde ist wirklich ein Garant für besondere Geschichten und genau eine solche ist auch in ihrem neuen Roman „Im Schatten des Fuchsmondes“ zu finden. Das Setting entführt uns nach Schottland und besonders die Natur- und Umgebungsbeschreibungen sind unglaublich gut gelungen und wirklich sehr einprägsam. Gleich zu Beginn musste ich allerdings feststellen, das es mir Hauptprotagonistin Lia nicht leicht machen würde. Denn neben ihrer engen Naturverbundenheit, zeigt sie immer wieder auch ihre privilegierte und herablassende Seite. Ihr Umgang mit anderen Menschen wird zwar zum Glück im Lauf der Handlung etwas erträglicher, so richtig kann sie ihre Art, aber bis zuletzt nicht ablegen. Zum Glück muss man um ein Buch toll zu finden, nicht jede Figur mögen. Auch ein Hauptcharakter darf anecken und provozieren und dies war bei Lia definitiv der Fall. Zum Ausgleich dafür war mir Finn, der zweite Hauptcharakter, auf Anhieb sympathisch. Obwohl seine Erzählweise auktorial war, kam er mir gefühlsmäßig näher, als Lia welche aus der Ich-Perspektive schilderte.
Trotz allem finde ich die Geschichte im Gesamten sehr berührend, vielschichtig und auch durch so manche überraschende Wendung, war sie durchgängig fesselnd. Wie bereits von der Autorin gewohnt will der Roman aber auch keine reine Wohlfühlgeschichte sein. Thematisch kommt er gerade zum Ende hin ziemlich wuchtig daher. Wer sich durch bestimmte Themen getriggert fühlt, sollte unbedingt die Triggerwarnung lesen, gleichzeitig spoilert sie aber einen Teil der Handlung, weswegen ich sie hier nicht wiedergeben mag. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und machte es mir durch die unterschiedlichen Erzählstile auch leicht die Charaktere zu unterscheiden. Highlights waren für mich darüber hinaus immer wieder die ausführlichen Beschreibungen der schottischen Fauna und Flora, aber auch die interessant eingestreuten Infos rund um Naturschutz und die Wildhüterei. Und auch wenn mich das Buch an mancher Stelle herausforderte kann ich nicht anders als 5 Sterne zu vergeben. Gerne vergebe ich außerdem eine Leseempfehlung für jegliche Altersgruppen, da es hier Themen vorkommen, welche wirklich alle angehen!
Lisa
5/5
19.11.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Tiefgründiges Jugendbuch,…
Tiefgründiges Jugendbuch, welches durchaus fordert, aber schlussendlich überzeugt Autorin Antje Babendererde ist wirklich ein Garant für besondere Geschichten und genau eine solche ist auch in ihrem neuen Roman „Im Schatten des Fuchsmondes“ zu finden. Das Setting entführt uns nach Schottland und besonders die Natur- und Umgebungsbeschreibungen sind unglaublich gut gelungen und wirklich sehr einprägsam. Gleich zu Beginn musste ich allerdings feststellen, das es mir Hauptprotagonistin Lia nicht leicht machen würde. Denn neben ihrer engen Naturverbundenheit, zeigt sie immer wieder auch ihre privilegierte und herablassende Seite. Ihr Umgang mit anderen Menschen wird zwar zum Glück im Lauf der Handlung etwas erträglicher, so richtig kann sie ihre Art, aber bis zuletzt nicht ablegen. Zum Glück muss man um ein Buch toll zu finden, nicht jede Figur mögen. Auch ein Hauptcharakter darf anecken und provozieren und dies war bei Lia definitiv der Fall. Zum Ausgleich dafür war mir Finn, der zweite Hauptcharakter, auf Anhieb sympathisch. Obwohl seine Erzählweise auktorial war, kam er mir gefühlsmäßig näher, als Lia welche aus der Ich-Perspektive schilderte. Trotz allem finde ich die Geschichte im Gesamten sehr berührend, vielschichtig und auch durch so manche überraschende Wendung, war sie durchgängig fesselnd. Wie bereits von der Autorin gewohnt will der Roman aber auch keine reine Wohlfühlgeschichte sein. Thematisch kommt er gerade zum Ende hin ziemlich wuchtig daher. Wer sich durch bestimmte Themen getriggert fühlt, sollte unbedingt die Triggerwarnung lesen, gleichzeitig spoilert sie aber einen Teil der Handlung, weswegen ich sie hier nicht wiedergeben mag. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und machte es mir durch die unterschiedlichen Erzählstile auch leicht die Charaktere zu unterscheiden. Highlights waren für mich darüber hinaus immer wieder die ausführlichen Beschreibungen der schottischen Fauna und Flora, aber auch die interessant eingestreuten Infos rund um Naturschutz und die Wildhüterei. Und auch wenn mich das Buch an mancher Stelle herausforderte kann ich nicht anders als 5 Sterne zu vergeben. Gerne vergebe ich außerdem eine Leseempfehlung für jegliche Altersgruppen, da es hier Themen vorkommen, welche wirklich alle angehen!
Sago
aus Falkensee
5/5
18.11.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Glamourie
"Der Mond bringt die Wahrheit." Dieses Zitat hat Antje Babendererde ihrem berührenden Schottland-Roman vorangestellt. Doch vor der Wahrheit stehen die Geheimnisse.
Lia ist Tochter eines Großgrundbesitzers. In der schottischen Wildnis fühlt sie sich auf dem Jagdgut ihres Vaters ganz zu Hause. Auch die Abwesenheit ihrer Mutter und ihre manchmal etwas anstrengende kleine Schwester können ihre Ferien nur wenig beeinträchtigen. Sie freut sich auf die Landschaft, Tiere und auf ein Wiedersehen mit ihrem langjährigen Schwarm Struan. Doch da trifft sie den geheimnisvollen Finn mitten in der Natur. Finn, der sehr viel Belastendes mit sich herumzutragen scheint, Arbeit auf dem Gut annimmt und Lia auf unerwartete Weise anzieht. An seiner Identität scheint noch wesentlich mehr mysteriös zu sein als die wundersame Tatsache, dass ihn immer wieder ein halbzahmer Fuchs begleitet...
Genau wie Finn habe ich mich manches Mal auf wohltuende Weise beinahe in die keltische Anderswelt mit ihrer Glamourie versetzt gefühlt. So schön sind die Beschreibungen des Gutes Badfearna, eines weißen Hirsches, der Highlandponies und des Lokalkolorits. Lia und Finn sind faszinierende Protagonisten, die mir ebenso wie Fuchs Mooch gleich ans Herz gewachsen sind und bei denen sonst gängige Erzählklischees gekonnt vermieden werden. Selten fand ich es so schade, dass es sich nicht um einen Mehrteiler handelt!
Die Geschichte hat vor allem durch Finns Vergangenheit wirklich Tiefgang. Auch wenn ich als Vielleserin manches erahnen konnte, wurde ich immer wieder von Entwicklungen überrascht. Der differenzierte Umgang mit dem Thema Jagd, dem ich selbst sehr ablehnend gegenüberstehe, hat mich ebenfalls beeindruckt.
Nun bleibt mir nur, von Schottland zu träumen und zu hoffen, dass ich zumindest in Gedanken bald mit einer neuen Story der Autorin dorthin zurückreisen kann.
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