Ein aufrüttelnder Coming-of-Age-Roman, hervorragend geeignet für den Einsatz im Unterricht:Eine tödliche Deadline, ein Wettlauf der Emotionen und eine riesige Liebeserklärung an das Leben.
„Wenn ich es jemals tue, geb ich dir die Kette zurück“, hatte Marilu geschworen.
Zwei Jahre später freut sich Elli auf ihren Schulabschluss und hat sowohl Marilu als auch den Schwur vergessen. Doch dann findet sie die Kette in der Post. Der beiliegende Brief ist ein Hilferuf und gleichzeitig der Startschuss für einen Wettlauf gegen die Zeit. Die Spur, die Marilu gelegt hat, bringt Elli und Marilus Bruder Lasse an ihre Grenzen - und darüber hinaus. Während des fiebrigen Roadtrips wird Elli klar: Marilu testet das Leben und sie müssen dafür sorgen, dass alle den Test bestehen.
Tania Witte beschreibt in ihrem emotionalsten Roman über die Kunst das Leben zu lieben, wenn es am schwierigsten ist. Ein Roadtrip, der alle atemlos zurücklässt.
Tania Witte ist ausgezeichnet mit dem Mannheimer Feuergriffel und u.a. einem Literaturstipendium des Deutschen Literaturfonds.
Weitere Bücher von Tania Witte bei Arena:
Einfach nur Paul
Die Stille zwischen den Sekunden
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
siraelia
aus Hamburg
5/5
10.09.2021
Buch (Taschenbuch)
sich dem Leben stellen - emotional, ehrlich, mutig
Mit „Marilu“ ist Tania Witte ein ganz außergewöhnliches Buch gelungen, welches sich wichtigen Themen widmet, dass es von allen Altersklassen gelesen werden sollte, nicht nur von der originären Zielgruppe.
Elli erhält einen Brief, der sie gedanklich in die Vergangenheit katapultiert. Eigentlich hatte sie mit diesem Kapitel ihrer Vergangenheit abgeschlossen, denn alles lief gerade so gut, Elli hat ihr Leben im Griff, weiß welche Ziele sie als nächstes ansteuert und möchte eigentlich nichts mehr mit diesem Abschnitt ihres Lebens zu tun haben. Aber sie hat auch ein Versprechen abgegeben und dazu steht sie und macht sich daher auf eine Reise ins Ungewisse…
Schon auf der ersten Seite ist man gefangen von der Intensität des Schreibstils, der bildhaft und greifbar ist! Tania Witte schafft es gekonnt, die Gefühle der einzelnen Personen darzustellen. So hat mich Elli mit ihrer inneren Zerrissenheit und dem Grat, auf dem sie sich täglich bewegt, die Taktiken, die sie anwendet, um in der Gesellschaft zu bestehen, zu funktionieren, sehr beeindruckt. Auch, dass die Figuren so vielschichtig sind und keinem schwarz/weiß Muster folgen, sondern direkt auch zeigen, dass man etwas Lieben und dabei gleichzeitig Hassen kann, welches ein ehrliches, menschliches Gefühl ist, trägt dazu bei.
Im Verlauf der Geschichte wird das Gelesene immer intensiver, sodass sich das Buch kaum noch aus der Hand legen lässt. Dabei fand ich es besonders schön, dass die Autorin mich immer wieder mit Entwicklungen von Situationen oder Figuren überraschen konnte und es viele A-HA Momente gibt, mit denen sich die Leserschaft sicher identifizieren können, auch wenn sie selbst dieses Spektrum an Gefühlen, diese Extreme nicht unbedingt persönlich erlebt haben.
„Marilu“ ist ein ganz besonderes Buch, weil es sich dem Thema mentaler Gesundheit, psychischer Erkrankungen, Suizidgedanken und Selbstverletzung beschäftigt und dabei an der Leserschaft dranbleibt. Es zeigt auf, dass der Unterschied zwischen „Krankheit“ und „Gesundheit“ teilweise nur ein ganz kleiner ist und dass es in unserer Gesellschaft ein Bild gibt, von dem viele denken, dass man diesem zu entsprechen hat. Doch wer entscheidet, was Richtig und was falsch bzw. was „Gesund“ oder „Krank“ ist? Und das ist nicht die einzige Frage, die beim Lesen entsteht. Dieses Buch ist so reich an Ansatzpunkte, die zur Selbstreflexion anregen, die Gespräche initiieren, die einen dazu bringen, sich mit Themen zu beschäftigen, die nicht unbedingt alltäglich sind. Es spricht Emotionen an und ist dabei eine Liebeserklärung an das Leben, die einen zum Nachdenken, Reflektieren und Mitfühlen bringt!
Ebenfalls sehr besonders ist, dass es zu dem Buch, vom Verlag zur Verfügung gestellte Unterrichtsmaterialien gibt, die hoffentlich dazu anregen, dass es auch im Unterricht gelesen wird. So eine Geschichte hätte ich sehr gerne zu meiner Schulzeit gelesen!
Lesekaiser
aus Steiermark
5/5
16.06.2021
Buch (Taschenbuch)
Eine emotionale Geschichte,…
Eine emotionale Geschichte, welche Leben, Tod und Freundschaft beinhaltet. Authentisch und spannend umgesetzt. Inhalt: In dem Buch geht es um die siebzehnjährige Elli, welche endlich wieder ihr Leben in den Griff bekommen hat. Doch ein Brief von einem Mädchen, das sie vor einigen Jahren in einer Klinik kennengelernt hat, verändert alles. In dem Brief befindet sich nämlich eine Uhr, welche das Zeichen dafür war, dass Marilu (das Mädchen aus der Klinik) vorhat, sich umzubringen. Ein emotionales und spannendes Rennen um die Zeit beginnt! Fazit: Das Cover des Buches ist zwar schlicht und einfach, passt jedoch perfekt zu der Geschichte. Der Schreibstil ist wahrlich gelungen! Jedes Wort passt perfekt, was dazu beiträgt, dass man das Buch kaum aus den Händen legen möchte. Die Geschichte behandelt ein sehr emotionales Thema. Man merkt direkt, dass sich die Autorin sehr detailliert damit auseinandergesetzt hat. Ich bin mir sicher, dass das Buch ideal für den Schulunterricht wäre! Vielen Dank liebe @lesehexemimi, für die Empfehlung von diesem tollen Buch! Ich würde das Buch ab einem Alter von dreizehn Jahren empfehlen.
Skyline Of Books
5/5
12.06.2021
Buch (Taschenbuch)
Genial erzählt: ein eng verstricktes Geflecht aus Fragen, Antworten und neuen Fragen
Klappentext
„Eine tödliche Deadline, ein Wettlauf der Emotionen und eine riesige Liebeserklärung an das Leben.
„Wenn ich ES jemals tue, geb ich dir die Kette zurück, Elli“, hatte Marilu geschworen.
Zwei Jahre später freut sich Elli auf ihren Schulabschluss und hat sowohl Marilu als auch den Schwur vergessen. Doch dann findet sie die Kette in der Post. Der beiliegende Brief ist ein Hilferuf - und der Startschuss zu einem fiebrigen Roadtrip. Die Spur, die Marilu gelegt hat, bringt Elli und Marilus Bruder Lasse an ihre Grenzen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt und allen wird klar: Marilu testet das Leben. Und Elli muss dafür sorgen, dass das Leben diesen Test besteht.“
Gestaltung
Passend dazu, dass es sich bei dem Buch um einen Roadtrip handelt, ziert das Cover eine Straße, die eine Rechtskurve macht. Die Umgebung auf Höhe der Straße verwischt sich dabei zu bunten Farben und verschwommenen Flecken, sodass nicht klar erkennbar ist, wo man sich befindet. Nur der hellblaue Himmel mit der dicken, düsteren Wolke ist klar erkennbar. Vor allem den Kontrast aus hellem Himmel und hellgrüner Wiese mit der dunklen Wolke finde ich gelungen und spannend, da es das emotionale Auf und Ab des Buches visualisiert.
Meine Meinung
Nachdem mich „Die Stille zwischen den Sekunden“ von Tania Witte (erzähltechnisch und generell) so begeistern konnte, war ich ungemein gespannt auf ihr neustes Werk. In „Marilu“ geht es um Elli, die sich auf ihren Schulabschluss freut, als sie von Marilu einen Brief mit einer Kette bekommt. Elli erinnert sich an die Bedeutung dieser Kette, denn Marilu wollte sie ihr zurückgeben, wenn sie es tut. So folgt Elli gemeinsam mit Marilus Bruder Lasse der Spur, die Marilu gelegt hat. Wenn sie Marilu rechtzeitig findet, kann sie sie vielleicht aufhalten und dafür sorgen, dass sie am Leben bleibt…ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt…
Der Klappentext deutet es schon an, aber trotzdem möchte ich es als Triggerwarnung nochmal deutlich erwähnen: es geht in diesem Buch um Selbstmord(gedanken) und psychische Erkrankungen. Das ist nicht für jeden etwas und darum sollten nur diejenigen, die sich dafür bereit fühlen, sich auch damit auseinandersetzen. In „Marilu“ hat Tania Witte diese Themen jedenfalls sehr aufwühlend und authentisch aufgegriffen. Besonders gut gefallen hat mir, dass die Autorin den Blick auch auf das Umfeld von psychisch Betroffenen lenkt, indem sie Marilus Bruder eine Stimme gibt. Da Elli Marilu aus einer Klink kannte, erhalten aber auch die Betroffenen selber eine Stimme. Mir persönlich hat der Umgang er Autorin mit dieser ernsten Thematik gut gefallen, da sie mir als Leser viele Anknüpfungspunkte geboten hat, an denen ich in das emotionale Gefühlsleben der Charaktere blicken konnte.
Sehr gut gefallen hat mir, dass der Leser auch bei „Marilu“ – ähnlich wie auch schon bei „Die Stille zwischen den Sekunden“ – die Handlung Stück für Stück entschlüsseln muss. Man wird mitten in das Geschehen geworfen und reimt sich schrittweise die Zusammenhänge und Hintergründe zusammen. Die Vergangenheit von Elli beispielsweise wird nur nach und nach aufgedeckt, sodass auch ihre Verbindung zu Marilu deutlich wird. Dies wiederum führt zu Marilu und ihrem Vorhaben und so weiter. All die Geschehnisse hängen zusammen und eröffnen sich erst nach und nach, was ich einfach genial erzählt finde. Das muss man erstmal schaffen, ein so eng verbundenes Geflecht an Handlungssträngen zu schaffen, die sich so klug erst nach und nach offenbaren.
Auf diese Weise wollte ich auch unbedingt immer mehr und mehr wissen, denn die Antwort auf eine Frage führt zu einer neuen Frage, wodurch ich das Buch nur ungern aus den Händen gelegt habe. Obwohl ich durch den Klappentext ahnte, was Marilu vor hatte, merkte ich doch beim Lesen, dass ich eigentlich gar nichts wusste und das fand ich genial, denn so hat mich die Geschichte immer wieder überrascht und einfach mit sich gerissen. Die Handlung ist geheimnisvoll und gleichzeitig klar strukturiert, was eine faszinierende Mischung ist.
Ein besonderes Highlight waren auch die Charaktere: Elli wirkte auf mich sehr stark und gleichzeitig zerbrechlich. Lasse, Marilus Bruder, konnte mich auch total überzeugen und sich in mein Herz stehlen. Aber auch Ellis Freund Tom und die augenscheinlich taffe Jule haben mich überzeugt. Dieses Quartett hat sich gut ergänzt und gleichzeitig hatte jede Figur eine ganze eigene Tiefe, die bei mir das Gefühl auslöste, dass ich jeden von ihnen sehr gut kennen würde.
Fazit
„Marilu“ ist ein feinfühlig erzähltes Buch, das sich mit psychischen Erkrankungen und Suizid auseinandersetzt. Besonders die Erzählart hat mir sehr gut gefallen, denn die Zusammenhänge zwischen den Figuren und Handlungssträngen ergeben sich erst nach und nach. So entfaltet die Geschichte eine Sogwirkung, die den Leser nicht mehr loslässt. Antworten auf Fragen führen zu neuen Fragen, was wiederum dafür sorgte, dass ich neugierig an den Seiten klebte. Auch die Charaktere fand ich überzeugend, denn jeder von ihnen hatte so viel Tiefe, dass ich das Gefühl hatte, als würde ich sie kennen.
5 von 5 Sternen!
Reihen-Infos
Einzelband
fromme Helene
5/5
12.06.2021
Buch (Taschenbuch)
Schrei nach Liebe
Elli scheint ihre psychische Erkrankung im Griff zu haben und ist endlich wieder im normalen Leben angekommen. Doch dann findet sie die Kette in der Post – ihr Abschiedsgeschenk an Marilu, das Elli an einen Schwur bindet. Und es ist klar: Sie muss sich aufmachen und Marilus Spur folgen. Marilus Bruder Lasse gehört mit zum Rettungsteam. Ein Jagd gegen die Zeit beginnt.
Eine Geschichte, die mich mit den ersten Seiten schon gebannt hat. Mit so viel Sensibilität und Druck erzählt, dass es mir manches Mal Gänsehaut bereitet und doch bleibt Platz für Humor und Herzklopfen.
Elli ist eine wunderbare Protagonistin - mit sich sehr ehrlich und doch nicht mutig genug, sich den Menschen in ihrem Leben in Gänze zuzumuten. Sie leidet unter der Angst, alles richtig machen zu müssen, trägt tief in sich ein Trauma vergraben … Die damit verbundene Panik macht ihren Alltag oft zum Spießrutenlauf. Doch sie lässt sich nicht unterkriegen, stellt sich ihrer Angst und wächst über sie hinaus. Ihr Denken und Tun wird mit so viel Tiefe versehen, dass man gar keine Chance hat, als sie ins Herz zu schließen.
Auch Lasse ist mir ans Herz gewachsen - mit all seiner Wut, seinem Humor und seinem Optimismus. Einen besseren Bruder kann man sich nicht wünschen. Zusammen mit Elli bildet er ein tolles Rettungsteam.
Ach, und dann ist da ja noch Tom - the master of control! Dem bin ich am Anfang mit sehr viel Skepsis begegnet und er muss sich ordentlich in Zeug legen, um mich vom Gegenteil zu überzeugen.
Tja, und was ist mit Marilu? Sie ist das große Rätsel dieser Geschichte und peitscht mich durch die Seiten. Das Mädchen, das mit 200 km/h durch ihr Leben rast und alles mit sich reißt, was ihr am Wegesrand begegnet. Das Mädchen, dass mit so viel Charisma alle Herzen erobert und in sich ein tiefes schwarzes Loch trägt, welches sie vollständig zu verschlingen droht. Marilu, ich mochte Dich schon, als Du nur eine Erzählung warst und doch machst Du mir Angst. Von Dir geliebt zu werden ist Segen und Fluch zu gleich, Marilu. Und bis zum Ende bete ich, dass Du Dich vor Dir selbst retten kannst.
Fazit: Marilu geht unter die Haut. Rasant, spannend und mit ganz viel Tiefe. Eine Geschichte, die einen liebevollen Blick auf Menschen mit psychischen Erkrankungen wirft und gleichzeitig ganz viel Respekt vermittelt.
CorniHolmes
5/5
28.03.2021
Buch (Taschenbuch)
Packend, einfühlsam, berührend und einzigartig!
Dass „Marilu“ keine leichte Kost ist, habe ich mir natürlich vor dem Lesen schon gedacht. Der Klappentext macht schließlich mehr als deutlich, dass zwischen diesen etwas unscheinbar wirkenden Buchdeckeln eine sehr emotionale und eindringliche Geschichte schlummert. Ich bin dann auch nicht mit den falschen Erwartungen an das Buch herangegangen – mir hat Tania Witte mit ihrem neuen Werk ein ausgesprochen intensives Leseerlebnis beschert, welches ich ganz bestimmt so schnell nicht wieder vergessen werde. Die deutsche Autorin hat mit „Marilu“ einen ungemein fesselnden und berührenden Jugendroman geschrieben, in welchem sie sich auf eine authentische und sehr einfühlsame Weise mit psychischen Erkrankungen und Suizid auseinandersetzt. Darüber sollte man sich im Klaren sein, ehe man zu diesem Buch greift. Tania Witte ist es zwar mit Bravour geglückt, diese überaus schweren Themen so zu behandeln, dass die Handlung niemals zu heftig oder bedrückend wird, aber jedermanns Sache wird „Marilu“ dennoch nicht sein. Wer sich aber für diese ernsthafte Thematik interessiert und meint, mit ihr umgehen zu können, sollte den neuen Jugendroman von Tania Witte unbedingt lesen.
Mich konnte Tania Witte mit „Marilu“ auf ganzer Linie überzeugen. Die Story, die Charaktere, der Schreibstil – ich bin einfach von allem hellauf begeistert. Da mich die Handlung von den ersten Zeilen an in ihren Bann ziehen und durchgehend an die Seiten fesseln konnte, habe ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen können und innerhalb eines Tages durchgesuchtet.
Für mich hat sich „Marilu“ fantastisch lesen lassen. Ich mag die Art und Weise wie Tania Witte schreibt unglaublich gerne. Ihr Erzählstil ist so herrlich leicht und jugendlich und ihre Sprache, die ihren ganz eigenen Sound hat, besitzt so etwas wunderschön Bildhaftes.
Auch mit dem Aufbau der Handlung konnte das Buch bei mir punkten. Als Leser wird man gleich zu Beginn ohne viel Vorwissen mitten ins Geschehen geworfen und erhält erst so nach und nach mehr Informationen, die man wie die Teile eines Puzzles zu einem Gesamtbild zusammensetzen muss. Was genau ist damals mit unserer Hauptprotagonistin Elli passiert, warum musste sie in eine Klinik eingewiesen werden, was hat sie dort erlebt, wie sah ihr Leben danach aus und welche Rolle spielt Marilu bei dem Ganzen?
Wie alles miteinander zusammenhängt, erschließt sich einem erst so nach und nach, was für einen enormen Lesesog führt, den man sich nicht mehr entziehen kann. Bei mir zumindest war es so. Ich wollte schnellstmöglich Antworten auf die vielen Fragen haben, um Ellis Leben, ihre Probleme und ihre Beziehung zu dieser geheimnisvollen Marilu besser verstehen zu können.
In gelegentlichen kurzen Rückblenden erfahren wir wie es Elli und Marilu in der Klinik „Sonnenblick“ vor zwei Jahren ergangen ist. Während diese Abschnitte in der Ich-Perspektive von Elli geschrieben sind, erfahren wir die eigentliche Handlung aus der personalen Sicht unserer Hauptprotagonistin.
Mir haben diese Wechsel extrem gut gefallen und auch Elli fand ich klasse. Mir war sie auf Anhieb sympathisch und da ihre Gefühls- und Gedankenwelt sehr feinfühlig, anschaulich und vollkommen glaubhaft dargestellt wird, ist es mir jederzeit spielend leicht gelungen, mich in sie hineinzuversetzen.
Mit den weiteren Charakteren konnte mich Tania Witte ebenfalls vollends überzeugen. Besonders fest in mein Herz geschlossen habe ich Tom, Ellis wundervollen Freund. Lasse, Marilus Bruder, mochte ich aber auch vom ersten Moment an wahnsinnig gerne. Mit ihm bringt die Autorin sogar noch etwas Queerness in die Story mit ein, was mir total gut gefallen hat.
Gemeinsam mit Lasse und Elli treten wir die Suche nach der verschwundenen Marilu an und begeben uns mit dieser Reise auf den reinsten emotionalen Roadtrip der Gefühle. Tom wird im Verlauf ebenfalls noch dazustoßen und zum Ende hin wird aus dem Trio dank der jungen Frau Jule sogar noch ein Quartett werden.
Ob, und falls ja wann, Marilu auf der Bildfläche erscheinen wird, werde ich hier nicht erzählen. Lebt sie eigentlich noch? Und wenn dem so ist: Wo ist sie? Und warum verlangt sie ihrer Freundin und ihrem Bruder so viel ab, treibt sie so sehr an ihre Grenzen? Ich muss sagen, dass ich beim Lesen eine ziemliche Wut auf Marilu entwickelt habe, fand es zugleich aber großartig zu sehen, wie sich Elli und Lasse diesen schwierigen Herausforderungen und ihren Ängsten stellen.
Tania Witte zeigt in ihrem Buch hervorragend auf, was psychische Erkrankungen mit Menschen machen. Mit ganz viel Empathie, Authentizität und der genau richtigen Dosis an Leichtigkeit und Humor führt uns die Autorin vor Augen, wie das Leben von einer Person aussehen kann, die an einer bipolaren Störung leidet - und wie sich das auf ihre Mitmenschen auswirkt. Die Geschichte handelt aber noch von vielem mehr, wie in meiner Rezension, so hoffe ich doch, bereits deutlich geworden ist.
„Marilu“ handelt unter anderem auch von Freundschaft und Liebe. Dem Stellen von Ängsten, Mut, Ehrlichkeit und Vertrauen. Das Buch feiert das Leben und ist einfach nur rundum gelungen.
Fazit: Packend, realistisch, ehrlich und berührend - ein außergewöhnliches Buch, das einen atemlos zurücklässt und noch lange in einem nachklingt.
Tania Witte hat mit „Marilu“ einen beeindruckenden Jugendroman aufs Papier gebracht, mit welchem sie mich auf die reinste emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle mitgenommen hat. „Marilu“ erzählt eine ganz besondere Roadtrip-Story und behandelt mit viel Einfühlsamkeit zahlreiche wichtige Themen wie psychische Erkrankungen, Freundschaft, Liebe und Vertrauen. Ich habe unvergessliche Lesestunden mit dem Buch verbracht und kann es jedem nur ans Herz legen.
Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!
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