Als Tochter der Pferdelande kennt Kelihn die Geschichten der alten Welt, die an ihrer eigenen Gier zugrunde gegangen ist. Nur wenige Menschen haben den Untergang der damaligen Zivilisation überstanden und eine neue Gesellschaft geschaffen, in der Menschen im Einklang mit der Natur leben. Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau gibt es in dieser neuen Ordnung nicht. Während Mädchen schon früh im Qua’man unterrichtet werden, einer geheimnisvollen Macht von Mutter Erde, müssen Jungen mit Beginn der Pubertät die Gemeinschaft verlassen. So wird auch Kelihn von ihrem besten Freund Eolo getrennt. Erst ihre Ausbildung bei den Tu-a-teh, den hohen Meisterinnen des Qua’man, lässt sie ihren Kummer vergessen. Doch als Kelihn nach Jahren im Orden wieder mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird, beginnt das Vertrauen zu ihrer Schwesternschaft zu bröckeln. Und bald muss sie sich entscheiden, wofür sie kämpfen will: Für alles, was sie je kennen und lieben gelernt hat, oder für eine bessere Zukunft?
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Bewertung
5/5
06.11.2022
Buch (Taschenbuch)
Werden die Frauen von morgen die Fehler der Männer von heute wiederholen?
Die Welt, wie wir sie kennen, gibt es nicht mehr. Nur ein paar wenige Menschen, überwiegend Frauen, haben den Untergang überlebt. Während Mutter Natur sich alles zurückholt, was der Mensch ihr genommen hat, übernehmen die Frauen das Regiment. Aus einer patriarchalischen wird eine matriarchalische Gesellschaft. Nur wird diese neue Welt dadurch wirklich zu einer besseren?
Eine mögliche Antwort auf diese Frage gibt uns die Autorin P. P. Hasler in dem Auftakt zu ihrer dystopischen Trilogie „Die Töchter der ersten Mutter“. Der Untertitel „Aufstand der Trumbahdore“ lässt bereits erahnen, dass auch Frauen nur Menschen sind, die Fehler machen.
Kelihn und Eolo wachsen in einer nomadisierenden Gemeinschaft auf, in der Mütter das Sagen haben. Lediglich ein paar auserwählte Männer, die umherziehenden Trumbahdore, werden als Erzeuger gebraucht. Sie haben aber weder in der Gemeinschaft noch als Väter ein Mitspracherecht. Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau gibt es in dieser neuen Ordnung nicht. Während die Mädchen im Qua’man unterrichtet werden, der alles beeinflussenden Macht von Mutter Natur, werden die Jungen zu Beginn der Pubertät aus der Gemeinschaft verstoßen.
Auch Eolo und Kelihn müssen sich diesen ungeschriebenen Gesetzen beugen. Während Kelihn von den Tu-a-teh (Priesterinnen) zu einer Meisterin des Qua’man ausgebildet wird, muss Eolo fortan mit den Trümmerknaben durchs Land ziehen und Schwerstarbeit in den zerstörten Ruinen der alten Welt leisten.
Als die beiden sich nach vielen Jahren zufällig wiederbegegnen, lernt Kelihn die zweite, die dunkle Seite ihrer angeblich perfekten Welt kennen und muss sich für eine Seite entscheiden.
Da ich ein sehr positiv eingestellter Mensch bin, habe ich Dystopien bisher generell gemieden. Die Lektüre des Romans „Die Töchter der ersten Mutter“ hat mich meine Meinung revidieren lassen. Wie überall gibt es auch im Genre Dystopie Unterschiede.
Was ist aber eine Dystopie überhaupt? Eine allgemeine Erklärung lautet u. a.: eine neue Herrschaft, meist diktatorisch, nach einer Katastrophe von apokalyptischem Ausmaß verbunden mit streng voneinander getrennten sozialen Kasten.
Dies wurde durch die Autorin P. P. Hasler perfekt umgesetzt. Auch die dazugehörige Aufgabe, ein Stück erkennbarer Gegenwart in die Geschichte einzubauen, ist ihr sehr gut gelungen.
Der Schreibstil der Autorin ist leicht verständlich, das Worldbuilding auf angenehme Weise im Text verwoben, ohne dass man mit seitenweise Infodump überschüttet wird. Durch die Idee, jedes Kapitel mit einem Zitat oder einer Weisheit aus alten Überlieferungen zu beginnen, erhält man einen zusätzlichen Einblick in die geltende Ordnung.
Der langsame Spannungsaufbau hat mich in die Geschichte „hineingesogen“. Ebenso die aufeinander abgestimmte Einführung der Figuren. Ich mag es, wenn ich erst etwas über die einzelnen Charaktere erfahre, bevor die Abenteuer, Konflikte, Dramen etc. losgehen. Ich kann dann immer viel besser mitleiden oder mitfiebern.
Von mir eine klare Leseempfehlung für alle, die eine dystopische Welt kennenlernen möchten, die nicht in Gewalt und Brutalität versinkt. Eine Welt, die durchaus zur Realität werden könnte, wenn wir nicht endlich bereit sind, aus unseren Fehlern zu lernen.
Bewertung
5/5
02.11.2022
Buch (Taschenbuch)
Gedankenexperimente rund um eine Vision des Matriarchats
Selten hat mich ein Roman so in den Bann gezogen, wie der Auftakt zur Trilogie von Petra Priska Hasler.
Ein absolut empfehlenswerter, leicht zugänglicher und doch poetischer Schreibstil. Zugegeben, die Namen waren eine kleine, aber leicht zu meisternde Herausforderung.
Die Geschichte, mystisch und realistisch gleichermaßen. Mitreißend und verstörend aktuell. Wahrheiten, die ins Herz treffen und herausfordern, eigene Handlungen zu überdenken.
Kurzum: Wenn man sich morgens vor der Arbeit um 5 Uhr den Wecker stellt, um noch ein wenig Lesezeit für sich zu haben, dann sollte klar sein, wie wunderbar dieser Roman ist. Ich freue mich auf die Fortsetzung!
Staffik
aus Emsdetten
5/5
01.11.2022
Buch (Taschenbuch)
Ich bin begeistert! Eine unglaublich, fantastische Dystopie!
Kelihn kennt die Geschichten der alten Welt , diese ist an ihrer Gier zugrunde gegangen.
Nur wenige Menschen haben diesen Untergang überlebt und eine neue Gesellschaft geschaffen.
Diese lebt im Einklang mit der Natur und nur den Frauen ist es vorbehalten, in die Geheimnisse der Macht der Mutter Erde unterwiesen zu werden.
Mit der Pubertät müssen die Jungen die Gemeinschaft verlassen, so auch Eolo , Kelihns Freund
Kelihn beginnt eine Ausbildung bei den Tu-a-teh , den Meisterinnen ,verbunden mit Mutter Erde.
Doch Kelihn wird mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, Eolo erschüttert ihr Vertrauen zu der Schwesternschaft.
Wofür soll Kelihn sich entscheiden?
Was ist richtig und was falsch?
Angefangen mit dem wunderschönen Cover, es zog mich direkt in den Bann, ich musste das Buch einfach lesen!
Die Geschichte liest sich flüssig, diese Welt und ihre Gemeinschaft waren so wunderbar beschrieben.
Die Protagonisten sind starke Charaktere und absolut sympathisch.
Am beeindruckendsten fand ich die Entwicklung von Eolo!
Die alte Welt ist unsere jetzige Welt, genauso könnte ihr Untergang aussehen, für mich war alles sehr real.
Die Geschichte von Kelihn und Eolo war wirklich fesselnd bis zum Schluss und es gab so einige Überraschungen.
Kelihns Zweifel an der Richtigkeit des Handelns , Eolos Wut war spürbar.
Jede Emotion war in den Handlungen authentisch.
„Richtig und falsch bestehen nicht aus sich selbst heraus, hat mir einmal eine sehr weise Frau gesagt. Sie können nur im menschlichen Auge erkannt werden. Und Augen sind verschieden. Was dir richtig erscheint, kann für mich das Falsche sein.“
Die Wortwahl und diese schönen Textstellen haben mich sehr berührt.
Das Streben nach Macht macht blind, neue Strukturen Angst.
Ich konnte mit dem Buch gedanklich und emotional sehr gut mitgehen, für mich passte alles perfekt.
Ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung und von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!
5für diesen Lesegenuss!
Staffik
aus Emsdetten
5/5
01.11.2022
Buch (Taschenbuch)
Ich bin absolut begeistert!…
Ich bin absolut begeistert! Eine unglaublich fantastische Dystopie! Kelihn kennt die Geschichten der alten Welt , diese ist an ihrer Gier zugrunde gegangen. Nur wenige Menschen haben diesen Untergang überlebt und eine neue Gesellschaft geschaffen. Diese lebt im Einklang mit der Natur und nur den Frauen ist es vorbehalten, in die Geheimnisse der Macht der Mutter Erde unterwiesen zu werden. Mit der Pubertät müssen die Jungen die Gemeinschaft verlassen, so auch Eolo , Kelihns Freund Kelihn beginnt eine Ausbildung bei den Tu-a-teh , den Meisterinnen ,verbunden mit Mutter Erde. Doch Kelihn wird mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, Eolo erschüttert ihr Vertrauen zu der Schwesternschaft. Wofür soll Kelihn sich entscheiden? Was ist richtig und was falsch? Angefangen mit dem wunderschönen Cover, es zog mich direkt in den Bann, ich musste das Buch einfach lesen! Die Geschichte liest sich flüssig, diese Welt und ihre Gemeinschaft waren so wunderbar beschrieben. Die Protagonisten sind starke Charaktere und absolut sympathisch. Am beeindruckendsten fand ich die Entwicklung von Eolo! Die alte Welt ist unsere jetzige Welt, genauso könnte ihr Untergang aussehen, für mich war alles sehr real. Die Geschichte von Kelihn und Eolo war wirklich fesselnd bis zum Schluss und es gab so einige Überraschungen. Kelihns Zweifel an der Richtigkeit des Handelns , Eolos Wut war spürbar. Jede Emotion war in den Handlungen authentisch. „Richtig und falsch bestehen nicht aus sich selbst heraus, hat mir einmal eine sehr weise Frau gesagt. Sie können nur im menschlichen Auge erkannt werden. Und Augen sind verschieden. Was dir richtig erscheint, kann für mich das Falsche sein.“ Die Wortwahl und diese schönen Textstellen haben mich sehr berührt. Das Streben nach Macht macht blind, neue Strukturen Angst. Ich konnte mit dem Buch gedanklich und emotional sehr gut mitgehen, für mich passte alles perfekt. Ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung und von mir gibt es eine klare Leseempfehlung! 5für diesen Lesegenuss!
Nicole Thöne
aus Castrop-Rauxel
5/5
25.10.2022
Buch (Taschenbuch)
Schön
"Die Töchter der ersten Mutter" von Petra Priska Hasler
Was sage ich zu dem Cover? Mir gefällt an dem Cover eigentlich alles. Dieses Frsuengesicht, dass aus den Blättern schaut, die detaillierten gezeichneten Blätter.
Das wir nur das Gesicht der Frau sehen, könnte darauf hinweisen, das nur eine Seite von ihr zu sehen ist, der Rest liegt im Verborgenen.
Die Schrift ist sehr schön gestaltet. Erst verschnörkelt und dann ganz schlicht. Sehr schön.
Als Tochter der Pferdelande kennt Kelihn die Geschichten der alten Welt, die an ihrer eigenen Gier zugrunde gegangen ist. Nur wenige Menschen haben den Untergang der damaligen Zivilisation überstanden und eine neue Gesellschaft geschaffen, in der Menschen im Einklang mit der Natur leben. Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau gibt es in dieser neuen Ordnung nicht. Während Mädchen schon früh im Qua’man unterrichtet werden, einer geheimnisvollen Macht von Mutter Erde, müssen Jungen mit Beginn der Pubertät die Gemeinschaft verlassen. So wird auch Kelihn von ihrem besten Freund Eolo getrennt. Erst ihre Ausbildung bei den Tu-a-teh, den hohen Meisterinnen des Qua’man, lässt sie ihren Kummer vergessen. Doch als Kelihn nach Jahren im Orden wieder mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird, beginnt das Vertrauen zu ihrer Schwesternschaft zu bröckeln. Und bald muss sie sich entscheiden, wofür sie kämpfen will: Für alles, was sie je kennen und lieben gelernt hat, oder für eine bessere Zukunft?
Der Einstieg ist mir sehr gut gelungen. Der Schreibstil ist flüssig und lädt zum Lesen ein. Die Kapitel haben eine angenehme Länge.
Die Charaktere sind schön beschrieben und ausgebaut worden. Auch ein weiterer Pluspunkt für das Buch. Man kann alles sehr gut nachvollziehen. Der eine oder andere würde vielleicht sagen, von einer Frau hätte sie das nicht erwartet, aber wenn Frauen an der Macht sind, müssen auch sie Stärke zeigen. Gegner würden sonst denken, dass man alles mit ihnen machen kann.
Weyden und Kelihn, so schön zu lesen. Wie so kleine Rehe, die zum ersten Mal einen Schritt auf Gras machen.
„Richtig und falsch bestehen nicht aus sich selbst heraus, hat mir einmal eine sehr weise Frau gesagt. Sie können nur im menschlichen Auge erkannt werden. Und Augen sind verschieden. Was dir richtig erscheint, kann für mich das Falsche sein.“
Ich mag ja Zitate, aber das sind ja eigentlich keine Zitate. Für mich sind das eher Weisheiten. Sie sind so schön geschrieben und dann stimmt es ja auch noch.
Der Storyaufbau ist gut strukturiert und der Spannungsbogen gefällt mir persönlich sehr gut.
Es ist eine schöne Geschichte die einen auch zum Nachdenken anregt. Das Glosar am Ende gefällt mir sehr gut, dort wird nochmal alles erklärt.
Von mir eine klare Weiterempfehlung.
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