Winter 1963. An einem frostigen Dezembertag verschwindet ein dreizehnjähriges Mädchen spurlos aus dem abgeschiedenen Dorf Scardale in Derbyshire: Ahson Carter, die Stieftochter des Gutsherrn. Der junge Inspector George Bennett erhofft sich den ersten spektakulären Ermittlungserfolg seiner Laufbahn. Doch im Dorf Scardale, wo die Zeit stehengeblieben zu sein scheint, herrscht Mißtrauen - und tiefes Schweigen.Von Stunde zu Stunde, von Woche zu Woche mehren sich die Zeichen, daß Alison brutal ermordet wurde. Doch erst nach Monaten hartnäckigen Suchens und einem aufwühlenden Prozeß wird George Bennett den Fall zu den Akten legen - mit mehr offenen Fragen auf der Seele, als ihm lieb ist.Jahrzehnte später, im Jahre 1998, entschließt sich die junge Journalistin Catherine Heathcote, die Geschichte des berühmten "Mordfalls ohne Leiche" in einem Buch aufzuzeichnen. Kaum aber hat sie ihr Manuskript abgeschlossen, geschieht etwas völlig Unerwartetes: George Bennett verbietet die Veröffentlichung. Catherine wird von jetzt an selbst ermitteln und auf eine Wahrheit stoßen, die zerstörerisch ist - eine Wahrheit, die Leben vernichten oder aber retten kann. Die Entscheidung hegt bei ihr ...-
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Eine Dorfgemeinschaft hält…
NicoleK am 11.05.2021
Bewertungsnummer: 2743957
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Eine Dorfgemeinschaft hält zusammen. Im Dezember 1963 verschwand die 13-jährige Schülerin Alison Carter in Scardale. Kriminaloberkommissar George D. Bennett in Derbyshire fährt mit den Dorfpolizisten zur Mutter des Mädchens. Es ist der dritte vermisste Teenager innerhalb des letzten halben Jahres im Umkreis von 30 Meilen. Bisher gibt es keine Spur, alle sind wie vom Erdboden verschluckt Das Buch ist unterteilt in 2 Bücher und jedes in 3 Teile. Buch 1 beginnt im Dezember 1963, Teil 1 beschreibt das Verschwinden des Mädchen, die Suche nach ihr und das Verhalten der Bewohner. Mit einer schwerwiegenden Entdeckung endete Teil 1 und ging in Teil 2 über, in dem Indizien auftauchten, die auf eine unglaubliche Tat hindeuteten. In Teil 3 findet der Prozess statt. Buch 2 beginnt mit Teil 2 im August 1998 und darauf folgt Teil 1 im Februar 1998. George war inzwischen im Ruhestand und bereit, den Fall Alison Carter mit einer Journalistin in einem Buch herauszubringen. In Teil 3 kam dann eine unerwartete Wendung ins Spiel. Der Schreibstil ist angenehm und spannend. Ich konnte mir alles sehr gut vorstellen und hatte sofort Sympathien und Antipathien gegenüber den einzelnen Charakteren. Die Dorfgemeinschaft war extrem und alles wurde gut beschrieben - auch die Eigenarten. Die Presse hätte ich erwürgen können, durch deren reißerische Artikel kam es zu Selbstjustiz, die einen unschuldigen Mann das Leben kostete. George Bennet war mir, ebenso wie Tommy Clough, sympathisch und sie haben alles versucht, um Alison zu finden, sind aber an Sturheit, Inkompetenz und Arroganz gescheitert. Der Fall entwickelte sich zu einem tragischen Ende, das aber ohne Leiche nur auf Indizien beruht. Und der skrupellose Täter wurde von einen erfolgreichen Anwalt vertreten. Kein Fall für schwache Nerven, mir erging es wie den ermittelnden Beamten: die heftigen Beweise gehen unter die Haut und mir drehte sich ebenfalls der Magen um. 35 Jahre später lässt George es endlich zu, dass die Schatten der Vergangenheit endlich verblassen. Mithilfe seiner Familie und der Journalistin Catherine lässt er die Erinnerungen zu und versucht seinen Frieden finden. Aber dann kam etwas ans Licht, dass seine Weltanschauung ins Wanken brachte. Das Ende war heftig, aber ich fand es schlüssig und gut. Ein Thriller der Extraklasse!
Dieses Buch lässt einen nicht kalt
Igelmanu66 aus Mülheim am 30.01.2021
Bewertungsnummer: 1433978
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
»George zog an seiner Zigarette und dachte einen Moment darüber nach. Er hatte von solchen Orten gehört, nur noch nie einen besucht. Er konnte sich das Leben in einem so abgelegenen, eingegrenzten Winkel der Welt kaum vorstellen, wo alles über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eines Menschen ein Wissen sein musste, das der ganzen Gemeinde bekannt war.«
Scardale, ein winzig kleiner Ort in der Grafschaft Derbyshire. Die gerade einmal 30 Einwohner führen ein isoliertes Leben, genügen einander und fühlen sich in ihrer Abgeschiedenheit völlig sicher. Hier, anders als in den großen Städten, können sich Kinder noch frei und ohne Gefahr bewegen. Dachte man.
An einem kalten Dezembertag 1963 kehrt die 13jährige Alison von einem Spaziergang mit ihrem Hund nicht zurück. Die alarmierte Polizei startet sofort eine großangelegte Suchaktion, doch ohne Erfolg, das Mädchen wird nicht gefunden. Stattdessen aber Spuren, die auf ein Verbrechen hindeuten…
Bücher über verschwundene Kinder und potentielle Sexualmörder gibt es reichlich, ich rechnete mit keinen großen Überraschungen, als ich die Lektüre begann, stellte dann aber hochzufrieden fest, dass ich mich geirrt hatte. Das Buch entwickelte seinen ganz eigenen Sog, fesselte mich bis zum Ende und sorgte dafür, dass ich nach dem Zuklappen weitergrübeln musste. Die berüchtigte „Was-hätte-ich-getan“-Frage tauchte ebenso auf wie die nach Schuld, Mitschuld und Gerechtigkeit.
Für den jungen Detective Inspector George Bennett ist es der erste große Fall, den er leitet. Er kniet sich richtig rein, will sich zum einen beweisen und verfügt zudem nicht über die Fähigkeit anderer Ermittler, nach Feierabend abzuschalten. Wie es ihm ergeht, in welchem Maße ihn Zweifel und Versagensängste quälen und wie sich der Fall auf sein ganzes Leben auswirkt, ist ein weiteres zentrales Thema des Buchs. Letzteres wird besonders deutlich im 2. Teil, der im Jahr 1998, also fünfunddreißig Jahre nach Alisons Verschwinden, spielt.
Er hat es aber auch nicht leicht bei seiner Arbeit. Scardale und seine Einwohner sind ein ganz spezieller Fall. Viele sind miteinander verwandt, die Dorfgemeinschaft schottet sich gegen jeden Fremden ab und präsentiert sich verschlossen. Probleme löst man normalerweise selbst und schaltet die Polizei nur dann ein, wenn es gar nicht mehr anders geht. George muss sich mächtig anstrengen, um ihr Vertrauen zu erlangen und sie kennenzulernen. Das fiktive Dorf nahe der tatsächlich existenten Stadt Buxton wird samt seiner umgebenden Landschaft so intensiv beschrieben, dass ich alles deutlich vor Augen hatte und mit den Protagonisten unter der fiesen Witterung litt.
Ich möchte ansonsten über die Handlung nichts erzählen. Ich hatte mich zum Glück auch nicht weiter informiert und konnte so wunderbar mitermitteln, zweifeln, grübeln und mich so richtig packen lassen. Ein großartiges Buch!
Fazit: Dieses Buch lässt einen nicht kalt. Ein ruhiger Krimi, aber sehr spannend und mit einer ganz eigenen, dichten Atmosphäre.
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