Der Wille der Götter Mythos, Priester und Macht, Legitimationsfragen
-
- Einzelkauf Download ausgewählt
-
Sprache:Deutsch
-
eBook Format:PDF
- PDF ausgewählt
- ePUB 3,99 €
3,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Ja
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
31.01.2022
Verlag
Edition DigitalSeitenzahl
44 (Printausgabe)
Dateigröße
871 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783965216112
Aber vorher wieder einen großen Schritt zurück, gewissermaßen an den Anfang von Religion und Macht:
Denken Sie sich zwei Menschen in vorgeschichtlicher Zeit, voll des Erstaunens über das Wirken der Natur und den gestirnten Himmel. Dieses Erstaunen nennt schon Aristoteles den Ursprung religiösen Empfindens. Der eine staunt und empfindet, der andere, intellektuell überlegen, staunt und empfindet auch, beobachtet aber seinen Nachbarn und erkennt, dass mit solchen Anwandlungen etwas anzufangen ist. Er kann ihn - zunächst gewaltlos - zu einem nützlichen Glauben führen, der dem Gemeinwohl zugutekommt.
Es gibt aber auch einen Häuptling oder Stammesfürsten, Inhaber des Gewaltmonopols wie heute der Staat, der die notwendige Disziplin unter Umständen mit Gewalt durchsetzt. Keiner erleidet gern Gewalt. Jede Ausübung von Gewalt bedarf einer Legitimation. Derjenige der beiden Erstaunten, der seine Ergriffenheit reflektieren und instrumentieren kann, erkennt die Chance, das Handeln des Mächtigen durch Erklärungen, aus denen Vorschriften werden, als Willen der Götter zu interpretieren. Er hat auch ein Interesse daran: Sein Angebot, das Gewaltmonopol des Herrschenden zu legitimieren, verschafft ihm selber Schutz vor Gewalt und andere Privilegien.
Und spätestens hier wird es richtig spannend und nicht zuletzt auch für die Gegenwart bedeutsam. Denn hier wird der Mechanismus beschrieben, wie Macht entsteht, in dem die Mächtigen selber nicht mehr daran glauben, was sie den anderen predigen. Mit der Institutionalisierung beginnt die Möglichkeit zur Instrumentalisierung, so Ebersbach. Priester glauben oder geben vor, den Willen der Götter zu kennen.
Weitere Überlegungen gelten dem durchaus widersprüchlichen Verhältnis von geistlicher und weltlicher Macht, dem Verständnis von Reformen, Revolutionen, Bürgerkriegen und Weltgeschichte überhaupt sowie der grundsätzlichen Frage, ob es Gott eigentlich gibt.
Voltaire scheint die Frage mit seinem berühmten Satz erledigt zu haben, wenn es keinen Gott gäbe, dann müsste man ihn erfinden. Das aber stimmt nur scheinbar.
Noch keine Bewertungen vorhanden
Verfassen Sie die erste Bewertung zu diesem Artikel
Helfen Sie anderen Kundinnen und Kunden durch Ihre Meinung.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.
zum Kundenservice