Der große neue Roman der preisgekrönten Autorin Nino Haratischwili Das letzte Jahrhundert neigt sich dem Ende entgegen und in Georgien werden die Stimmen, die eine Ablösung vom ehemals allmächtigen Riesen fordern, lauter. In dieser Zeit wachsen vier unterschiedliche Mädchen – Dina, Ira, Nene und Qeto – in Tiblisi auf. Sie erleben die erste große Liebe, die mit der Unabhängigkeit des Landes aufbrandende Gewalt und Knappheit – und die Gespaltenheit einer jungen Demokratie in Aufruhr, die einen Keil in ihre Familien treibt. Allem zum Trotz scheint ihre Freundschaft unzerbrechlich, bis ein unverzeihlicher Verrat und ein tragischer Tod sie schließlich doch auseinandersprengt. Erst eine Ausstellung 2019 in Brüssel bringt die Freundinnen wieder zusammen und Vergebung scheint möglich.»Das mangelnde Licht« ist die Geschichte eines verlorenen Landes und einer verlorenen Generation, einer Revolution, die ihre Kinder frisst, die Geschichte einer Freundschaft, die dem Tod trotzt, eines Phantomschmerzes, eines Kampfes mit sich und der Welt, eines Ringens mit dem Schicksal. Und es ist eine Hommage an Georgien, an die Stadt Tbilissi und ihre Menschen, eine Liebeserklärung durch die Zeiten hindurch.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Bewertung
aus Riehen
5/5
23.02.2026
eBook (ePUB 3)
Aufarbeitung
Dicht und packend geschrieben. Sehr differenzierter Rückblick auf eine menschlich und politisch schwierige Zeit. Auch wenn viel Tragisches beschrieben wird, ist viel Lebenswille und eine grosse Kraft spürbar.
Bewertung
5/5
22.02.2025
eBook (ePUB 3)
Ein weitere großartiges Buch rund um Georgien
Nino Haratischwili ist eine Meisterin darin, Geschichte und persönliche Schicksale miteinander zu verweben – und Das mangelnde Licht ist dafür ein beeindruckendes Beispiel. Dieses Buch hat mich tief berührt und mir die Abgründe sowie die gesellschaftlichen Zustände in Georgien nach dem Zerfall der UdSSR auf eindringliche Weise nähergebracht.
Haratischwili erzählt die Geschichte von vier Freundinnen, die in Tiflis aufwachsen und dabei mit den politischen und sozialen Umbrüchen der 1990er-Jahre konfrontiert werden. Mit großer erzählerischer Kraft schildert sie, wie Gewalt, Perspektivlosigkeit und zerplatzte Hoffnungen ihre Jugend prägen. Besonders beeindruckend ist, wie authentisch die Figuren gezeichnet sind – sie sind komplex, voller Widersprüche und dabei zutiefst menschlich.
Der Roman entfaltet sich über verschiedene Zeitebenen und springt zwischen Vergangenheit und Gegenwart, was der Geschichte eine besondere Dynamik verleiht. Dabei besticht Haratischwilis Sprache durch eine poetische Kraft, die das düstere Setting durchdringt und immer wieder Momente von Schönheit und Hoffnung aufblitzen lässt.
Das mangelnde Licht ist ein intensives, klug komponiertes und bewegendes Werk, das einen noch lange nach der letzten Seite begleitet. Es ist ein Roman über Freundschaft, Verlust, Liebe und die Narben der Geschichte – und eine klare Leseempfehlung für alle, die sich von tiefgehender Literatur berühren lassen möchten.
Bewertung
5/5
07.09.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Tolles Buch über Patriarchale Strukturen und Umbruchzeiten in Georgien in den 90ern.
Ich hab das achte Leben von der Autorin gelesen und habe es verschlungen.
Bei dem Buch das mangelnde Licht hat mich die Perspektive der vier Frauen, die so ganz unterschiedlich sind, fasziniert.
Auch die Auseinandersetzung mit den Geschlechterrollen in der georgischen Gesellschaft wird reflektiert und die schwierige Umbruchsphase in den 90ern mit all seinen Konsequenzen. Der Schreibstil der Autorin ist eigenwillige dadurch aber unverwechselbar und man hat das Gefühl als Leser*in in Tiflis zu stehen und selbst durch die Straßen zu gehen.
Ich kann das Buch nur weiterempfehlen weil ich die Perspektiven in dem Roman ganz neu und interessant empfinde. Mir gefällt es, dass in den letzten Jahren mehr Roman zum Zusammenbruch der Sowjetunion erscheinen (Lea Ypi, Frei) und sich mit dieser harten und schwierigen Zeit auseinandersetzen.
Bewertung
5/5
17.03.2024
Buch (Taschenbuch)
Unbedingt lesen!
Kurzkommentar: Was für eine grossartige Erzählerin! Nino Haratischwili erzählt einfühlsam und ohne jeglichen Kitsch eine tiefgründige Freundschaftsgeschichte. Sie zeichnet charakterstarke Protagonisten und lässt diese in einer Zeit voller tragischer Ereignisse auftreten. Absolute Lese-Empfehlung!
Kristall86
aus an der Nordseeküste
5/5
29.01.2024
Buch (Taschenbuch)
Absolute Leseempfehlung!
Klappentext:
„Zwischen den feuchten Wänden und verwunschenen Holzbalkonen der Tbilisser Altstadt finden Ende der Achtzigerjahre vier Mädchen zusammen, auf den ersten Blick so unterschiedlich wie irgend denkbar und doch aufs Innigste miteinander verbunden. Die erste große Liebe, die nur im Verborgenen blühen darf, die aufbrandende Gewalt in den Straßen, die Stromausfälle, das ins Land gespülte Heroin und die Gespaltenheit einer jungen Demokratie im Bürgerkrieg – allem trotzt ihre Freundschaft, bis ein unverzeihlicher Verrat und ein tragischer Tod sie schließlich doch auseinandersprengen. Erst 2019 in Brüssel, anlässlich einer großen Retrospektive mit Fotografien ihrer toten Freundin, kommt es zu einer Begegnung, die vielleicht Vergebung möglich macht.“
Ich muss gestehen, ich hatte immer so meine Schwierigkeiten mit den Büchern von Nino Haratischwili aber dieses Mal scheint der Knoten geplatzt zu sein. Die Geschichte „Das mangelnde Licht“ war trotz seiner über 800 Seiten kurzweilig und ja, riss mich mit. Die politische Umstrukturierung Georgiens bringt viel, zu viel dunkles Licht an die Landesoberfläche. Banden tun sich auf, der Bürgerkrieg ist in einer Schnelligkeit zur Stelle, das man kaum Luft holen kann. Die vier Mädchen Nene, Keto, Dina und Irene nehmen uns an die Hand und berichten nicht nur von ihrem seelischen Leid sondern auch wie das Land, welches eigentlich mit der Demokratie neue Wege bestreiten könnte, zerbricht ehe es aufgebaut wurde. Allein zu lesen was hier mit diesem Land geschieht, war mehr als einnehmend! Alle vier Mädchen tragen ihren Seelenrucksack mit sich herum. Man sieht die Zeit damals und heute und beobachtet anders als die anderen und somit bleibt die Geschichte unheimlich vielseitig und auch anschaulich. Durch Haratischwilis wortreichen Schreibstil bin ich dieses Mal regelrecht durch die Seiten geflogen und ja, war tief in der Geschichte drin. Wir pendeln in der Geschichte ein wenig zwischen den Welten, erfahren das was wir erfahren müssen um uns an den passenden Stellen den richtigen Teil dazu zu denken. Kurzum: die Geschichte ist anspruchsvoll, weil sie den Leser wahrlich fordert. Haratischwili wirft uns zwar keine bloßen Brocken hin aber ihr Schreibstil, mir mittlerweile bekannt, ist so konzipiert, dass man mitdenken muss und nicht einfach nur stumpf lesen sollte. Durch die bildhaften und ja, bildgewaltigen Beschreibungen jeglicher Situationen sind wir Leser mittendrin und können uns in jede der Vier bestens hineinversetzen. Das Wiedersehen in Brüssel wird zur Zerreißprobe für alle und der Spannungsbogen ist gerade dann enorm! Was will uns Haratischwili denn mit ihrer Geschichte nun sagen? Freundschaften sind äußerst zerbrechlich, gerade wenn diese nicht auf Ehrlichkeit aufgebaut sind. Man begleitet die Damen und fiebert mit allem, wirklich allem mit und somit kann ich erstmal klar sagen, ja, dieser Roman von Nino Haratischwili hat mich komplett eingenommen und begeistert! Die Geschichte hat viele Parts zwischen den Zeilen zu bieten und erfordert Aufmerksamkeit. Großes Kino dieses Mal und genau dafür gibt es 5 Sterne!
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