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Gabriele Tergit

1. Effingers

Effingers Lesung

Gesprochen von
7

31,99 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Gesprochen von

Johann von Bülow

Spieldauer

30 Stunden und 57 Minuten

Erscheinungsdatum

17.10.2022

Hörtyp

Lesung

Medium

CD

Verlag

Speak Low

Sprache

Deutsch

EAN

9783948674083

Beschreibung

Produktdetails

Gesprochen von

Johann von Bülow

Spieldauer

30 Stunden und 57 Minuten

Erscheinungsdatum

17.10.2022

Hörtyp

Lesung

Medium

CD

Verlag

Speak Low

Sprache

Deutsch

EAN

9783948674083

Herstelleradresse

speak low
Sentastraße 4
12159 Berlin
DE

Email: info@speaklow.de

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  • Bories vom Berg

    aus München

    5/5

    08.05.2022

    Buch (Taschenbuch)

    Literatur-Skandal Das Opus…

    Literatur-Skandal Das Opus magnum «Effingers», der zweite Roman von Gabriele Tergit, wurde seit der Erstausgabe 1951 mehrfach neu aufgelegt, zuletzt 2019. Der Publikums-Erfolg jedoch blieb trotz euphorischer Besprechungen im Feuilleton weitgehend aus. Hatte Thea Dorn Recht, als sie erklärte: «Dass dieses Buch nicht längst fester Bestandteil des deutschen literarischen Kanons ist, halte ich für einen Skandal». 50 Jahre davor erschien mit «Die Buddenbrooks» der erste «Gesellschaftsroman in deutscher Sprache von Weltgeltung». Ohne Zweifel ist «Effingers» in diesem Genre inzwischen ebenfalls ein Klassiker, nach Heinz Schlaffers Definition also «gleichermaßen vergangen, erinnert und gegenwärtig», diese Neuauflage beweist es! Über vier Generationen hinweg, von 1878 bis 1948, wird in diesem opulenten Roman eine breit aufgefächerte Familien-Chronik aus der großbürgerlichen, jüdischen Berliner Gesellschaft erzählt. Als Klammer um das Geschehen dient anfangs und zum Schluss je ein Brief eines der markantesten Protagonisten, des Sohnes Paul aus der Uhrmacher-Familie Effinger im Städtchen Kragsheim. Anfangs ist er als 17Jähriger noch ein Lehrling voller Tatendrang, am Ende wartet er als 81jähriger, einst erfolgreicher Industrieller auf seine Deportation ins Vernichtungslager. Er habe «an das Gute im Menschen geglaubt», schreibt er resigniert, «Das war der tiefste Irrtum meines verfehlten Lebens». Der im Buch abgedruckte Stammbaum führt als zweiten Zweig den Bankier Markus Goldschmidt aus Berlin als Stammvater der Familie auf. Anders als bei Thomas Mann geht hier aber eine ganze Welt unter als Folge des politischen Wahnsinns eines verbrecherischen Diktators, nicht nur eine zunehmend degenerierte Kaufmanns-Familie. Über weite Strecken liest sich dieser Roman als detaillierte deutsche Gesellschafts-Studie über mehrere politische Epochen hinweg, deren markanteste die wilhelminische Ära mit Erstem Weltkrieg, Weimarer Republik und Inflationszeit, Machtübernahme der Nazis und Zweiter Weltkrieg sind. Diese politischen und gesellschaftlichen Umbrüche spiegeln sich im Leben der Effingers wieder, wobei die ökonomische Bandbreite vom einfachen Uhrmacher oder Krämerladenbesitzer bis zum Bankier und Großindustriellen reicht. Die Religion betreffend geht die Spanne vom strenggläubigen bis zum nicht praktizierenden Juden, wobei allerdings anzumerken ist, dass die Religion, ganz anders als vielfach behauptet, nur eine völlig nebensächliche Rolle spielt in dieser Familiensaga. Nur an wenigen Stellen, zunehmend natürlich gegen Ende, hat sie überhaupt mal Einfluss auf das Geschehen. Stattdessen sind es die üblichen Fährnisse des Lebens, die im Blickpunkt stehen, allem voran die Ehe als sinnstiftend für die Frauen früherer Zeiten. Überhaupt erstarkt die weibliche Emanzipation im chronologischen Ablauf von geradezu unglaublicher Spießigkeit, mit Anstandsdame beim Spaziergang des künftigen Paares, bis hin zur selbstbewussten Entscheidung, was den Ehepartner und vor allem Studium oder Berufswahl anbetrifft. Nicht verheiratet zu sein oder Liebhaber zu haben ist dann irgendwann kein Makel mehr für die selbstbewusst gewordene Frau. Man merkt sprachlich den journalistischen Hintergrund der Autorin, der dialogreiche Roman wird präzise und ohne Ausschmückungen in kurzen Kapiteln, aber mit scharfem Blick für Details erzählt. Neben dem abgedruckten Stammbaum sei ergänzend das äußerst hilfreiche ‹Literaturlexikon› empfohlen, auf dessen diesem Werk gewidmeter Internet-Seite nicht weniger als 131 Roman-Figuren detailliert beschrieben werden. Als lebensnahe Informations-Quelle über die damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse ist «Effingers» durchaus mit entsprechenden Werken Fontanes vergleichbar, und erfreulicher Weise auch ähnlich genüsslich und den Horizont erweiternd zu lesen. Dazu tragen besonders die klugen philosophischen und kulturellen Erörterungen bei, die viele Lebensbereiche und Geisteshaltungen abdecken. Thea Dorn hat völlig Recht, ein Skandal!

  • Bewertung

    5/5

    25.01.2021

    Buch (Taschenbuch)

    Ein beeindruckender Epochenroman

    Die Gerichtsreporterin Gabriele Tergit erzählt in ihrem erstmals 1951 erschienenen Roman "Effingers" die Geschichte einer jüdischen Familie über vier Generationen hinweg. Es ist nicht nur eine Familiengeschichte, sondern auch ein Gesellschaftsroman, der zugleich deutsche Geschichte von 1878 bis 1948 vermittelt, ohne belehrend zu sein. Sehr beeindruckend beschreibt die Autorin, wie sich das Leben der Familie Effinger durch die politischen und sozialen Umbrüche nach und nach drastisch verändert. Ein sehr lesenswerter Roman, für den man sich aufgrund seiner Komplexität Zeit nehmen sollte.

  • Bewertung

    aus Bergisch Gladbach

    5/5

    25.10.2020

    eBook (ePUB)

    Großartig

    Dieser kaum bekannte Roman ist eine große Entdeckung. Geschrieben von der jüdischen Autorin Gabriele Tergit ist das Buch mit den Buddenbrooks verglichen worden. Das stimmt teilweise. Effingers handelt vom Schicksal des jüdischen Bürgertums zwischen 1878 und 1945 anhand einer Familiensaga und wie bei den Buddenbrooks liegt der Fokus auf der ökonomischen Entwicklung Das Werk erinnert auch an Fontane, liest sich aber viel leichter und nicht so schwerfällig. Die 150 Kapitel erzählen eine Fülle von Geschichten und so entsteht ein Opus Magnum Deutsch jüdischen Lebens, wunderbar erzählt und troz der Länge nie langweilig. Unbedingt lesenswert.

  • Bewertung

    5/5

    27.09.2020

    eBook (ePUB)

    Großartig

    Die "Buddenbrooks" kennt jeder, oder hat zumindest davon gehört. Diesen Stellenwert in der Literatur hat auch "Effingers" mehr als verdient! Ja, es ist eine Familiengeschichte, und ja, es ist eine jüdische Familiengeschichte. Und es ist soviel mehr. Vom Kaiserreich über die beginnende Industrialisierung, dem ersten Weltkrieg, der Weimarer Republik, der Nazizeit einschließlich des Zweiten Weltkriegs bis ins Jahr 1948 spannt sich das Panorama dieses Romans. Gerade in den heutigen Zeiten läuft einem beim Lesen der ein oder andere Schauer über den Rücken. Sind wir schon wieder soweit? Haben denn so wenige aus der Geschichte gelernt? Nein, die Autorin klagt nicht an. Sie erzählt. Erzählt wie es war. "Effingers" ist einfach ein großartiger Roman.

  • Bewertung

    5/5

    09.06.2020

    Buch (Taschenbuch)

    " Auf die lange Bank geschoben "

    Ich war mir nicht sicher, ob es mir gefällt und habe dieses Buch " auf die lange Bank " geschoben. Anfangs hatte ich tatsächlich mit den vielen Personen, Orten und Verflechtungen meine Schwierigkeiten. Dabei mag ich diese Familiengeschichten sehr gerne lesen. Und dann hatte ich mich zurecht gefunden und mochte nicht mehr aufhören : es ist die Geschichte der jüdischen Fabrikantenfamilie Effinger, die im Berlin der Gründerzeit ihren Anfang nimmt. Mit preußischer Genauigkeit und ganz viel Fleiß kommt man zu Wohlstand, aber immer misstrauisch beäugt von der Konkurrenz bleibt man lieber unter sich. Die nächste Generation ist da schon offener und mit dem Ersten Weltkrieg ändert sich das Leben von Grund auf, denn die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, verbunden mit der politischen Entwicklung stellen die Effingers vor ganz neue Herausforderungen .... Ein Buch, das im Vergleich mit den " Buddenbrooks " von Thomas Mann durchaus bestehen kann.

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