»Steinfest ist pure Verführung. Zu allen Unarten, die man sich denken kann« DIE ZEIT Das Auffälligste an der ausgesprochen schlanken und eleganten Lilli Steinbeck ist ihre Nase. Als international anerkannte Spezialistin für Entführungsfragen wird sie von der Polizei in einen brisanten Fall eingeschaltet – in ein Spiel mit zehn lebenden Figuren, um die ein weltweit operierendes Verbrecherteam kämpft. Auf allerhöchstem Niveau und zum Zeitvertreib. Es gewinnt, wer alle zehn Spieler getötet hat … Der preisgekrönte Kriminalroman von Erfolgsautor Heinrich Steinfest – ein Feuerwerk der Sprache, voller Humor und philosophischen Hintersinn. Unnachahmlich gelesen von Dietmar Mues.
Kundinnen und Kunden meinen
2.8/5.0
Dorothee Jaschke
aus Reutlingen
5/5
07.02.2011
Buch (Taschenbuch)
Philosophisches Feuerwerk
Heinrich Steinfest streut in seinen Roman, den ich ungern als Krimi bezeichen würde, sehr gekonnt immer wieder philosophische Gedanken, die so humorvoll und treffend sind, dass ich sie gerne unterstreichen würde. Die Lektüre ist ein Genuss und man sollte sich Zeit nehmen diese Geschichte zu genießen. Humorvolle Unterhaltung auf hohem Niveau!
Helga
aus Worms
3/5
13.01.2012
Buch (Taschenbuch)
Zweifelsfrei ein bemerkenswert…
Zweifelsfrei ein bemerkenswerter Roman, mit zahlreichen Merkmalen, die man so nicht von einem Kriminalroman kennt oder erwartet. Wie soll man dieses Buch kurz und prägnant beschreiben? Am besten passt wohl das Attribut skurril - oder auch bizarr. Gestört haben mich die vielen Fehler im Buch. . „Mein Deutsch habe ich aus der Schule.“ sagt Stavros Stirling. So weit, so gut, aber woher hat Heinrich Steinbeck seines? Bei Formulierungen wie z.B. „...bei der Tür hereingekommen...“ oder „vergaß...nun auf seine Deckung und begann zu tänzeln.“ rollen sich mir schon mal die Fußnägel hoch. Druckfehler? Dann aber ein bisschen zu viele für meinen Geschmack! Auch Dinge wie verbeulte Holzplatten und Kerzen aus Gurkengläsern bereichern die Geschichte ungemein. Aber wie kommen Beulen in Holz und mit welch erstaunlichen Dochtmaterialien schafft er es, Gurkengläser in Kerzen zu verwandeln? Alchemie? Und was um alles in der Welt ist „gefinkelt“? Dann tauchen Informanten ganz plötzlich auf, irgendwo auf der Welt. Woher? Wohin? Von den Göttern gesandt? Unwahrscheinlich, da die Götter ja die Gegenseite stellen. ;-) Heinrich Steinfest ist wohl kein Freund einfacher Erzählungen. Er liebt offenbar Weitschweifigkeit, bizarr konstruierte Geschichten und pseudo-philosophische Exkurse und Gedankenspiele, die öfters mal die Grenze des Genialen überschreiten und in reines Gelaber abdriften. Oft genug scheint auch Steinfest selbst nicht mehr recht zu wissen, wie er die Brücke vom abschweifenden Geschwafel zurück zur eigentlichen Geschichte schlägt und so hilft er sich gerne mal mit einer abrupten Überleitung: „Wie auch immer...“ „Steinbeck... lächelte wie nach einer Darmspiegelung....“. „...es musste ein Mann sein, Lilli spürte das, wie man ein eitriges Nagelbett spürt....“. Darauf muss man erst mal kommen! Auf fast jeder Seite wird der geneigte Leser teilweise mehrfach mit solchen Beschreibungen konfrontiert. Witzig und genial erscheinen zu Beginn diese Vergleiche. Mit der Zeit aber nutzt sich der anfängliche Schmunzeleffekt ab und ich dachte nur noch „Jaja, ist gut. Weiter...!“ Gleiches gilt auch für die Absurdität des ganzen Geschehens. Beginnt es mit einem Apfel, der durch ein Fenster fliegt und einem merkwürdigen nächtlichen Telefonat - bizarr, grotesk, aber die Neugier weckend. Worum geht es? Als aber dann die ausgestorbenen fetten Vögel in einer von den Franzosen zum Zweck der Vortäuschung einer Marsmission geschaffenen künstlichen und unterirdischen Marslandschaft und die Sprengung des Greenpeace-Schiffes Rainbow-Warrior wegen auf selbigem befindlicher Fotografien jener Scheinwelt (oder so ähnlich!) ins Spiel kommen, als die griechischen Götter dann plötzlich die Drahtzieher des Ganzen werden und der Restaurator eines Deckengemäldes im Bahnhof, das sich eben dieser Restaurierung bis just zu dem Zeitpunkt als Stransky das Zeitliche gesegnet hat, renitent widersetzt, der Restaurator überdies gleichzeitig und zufällig auch noch der Lover von Stranskys Frau ist und ebenfalls über die Wupper springt, habe ich mich doch ernsthaft gefragt, was für ein Kraut dieser Steinfest wohl beim Schreiben dieses Buches geraucht hat! Meine Begeisterung für die bizarre Idee des Buches verhielt sich umgekehrt proportional zur steigenden Absurdität der Geschichte. Fand ich die Story zu Beginn doch noch auf eine sympathische Weise abgefahren, skurril und witzig, wurde mir das Ganze aber irgendwann dann doch etwas zu weit hergeholt und absurd. Gewonnen hat das Buch bei mir durch seine sprachlichen Qualitäten. Steinfest ist in der Lage endlose Bandwurmsätze zu bilden, die man dennoch beim ersten Lesen sofort versteht. Dann wieder schießt er seine Aussagen wie Gewehrsalven ab. Stakkatosätze vom Feinsten. Und er hat ein unglaubliches Gespür dafür, wann er welche Art von Satzbau verwendet. Genial. Ein Schreibstil, der mir uneingeschränkt gefällt und das ist es letztendlich auch, was mein Urteil unterm Strich zum Positiven wendet.
Alexia
2/5
04.03.2013
Buch (Taschenbuch)
Vergaloppiert
Ein Spiel findet statt. Ein Spiel mit menschlichen Spielfiguren. Menschlichen Spielfiguren, die keine Ahnung davon haben, dass sie in einem Spiel mitspielen. Und dass es für sie tödlich enden kann. Georg Stransky ist eine dieser menschlichen Spielfiguren und völlig fassungslos, als sein Spiel beginnt. Denn es reißt ihn mitten aus seinem Leben. Einem Leben, mit dem der Universitätsprofessor mehr als zufrieden ist. Und an dem Tag, an dem Stransky sich genau diesen angenehmen Gedanken hingibt, Bilanz zieht - an diesem Tag ändert sich alles für ihn. Der Genuss eines Apfels, der durch die Fensterscheibe seines Hauses fliegt (Schneewittchen lässt grüßen), versetzt ihn in eine tiefe Ohnmacht. Als er wieder erwacht, befindet er sich im Jemen und das Spiel kann beginnen
Die Idee zu diesem Buch hat mich fasziniert. Ein Spiel mit menschlichen Spielfiguren, die über die Kontinente verteilt werden, eine Spielfigur zwischen zwei konkurrierenden Parteien. Die eine, die versucht die Figur zu retten, die andere, die die Figur töten will. Und auch der Auftakt des Buches war fesselnd. Leider ist das ganze dann sehr schnell sehr unglaubwürdig geworden. Im Steilflug abgeflacht. Das streng geheime Weltraumprogramm der Franzosen, Fledermausmänner, die ihre sexuellen Phantasien ausleben, der wiederentdeckte Dodo, der griechische Privatdetektiv, der so dick ist, dass er sich kaum bewegen kann und bei dem keine Munition einschlägt usw. usf. Alles extrem übertrieben und der Handlung nicht förderlich.
Zsadista
1/5
26.12.2020
Buch (Taschenbuch)
Rezension zu "Die feine Nase der Lilli Steinbeck"
„Die feine Nase der Lilli Steinbeck“ ist ein Kriminalroman aus der Feder des Autors Heinrich Steinbeck.
Eigentlich fange ich meine Rezensionen mit einer kleinen Zusammenfassung des Inhaltes an. Hier kann ich das nicht, da ich das Buch auf Seite 25 bereits beendet habe.
Der Schreibstil ist absolut nicht mein Ding. Und wenn ich dann noch den Epilog hinten lese, bin ich froh, keine weitere Sekunde mit dem Buch verschwendet zu haben.
Der Inhalt scheint kompletter Schrott zu sein. Zum Glück sieht es nach dem Epilog so aus, als würden keine weiteren Krimis über die Steinbeck geschrieben werden. Außer, man schreibt jetzt griechische Krimis mit einer veralteten Steinbeck. Ich hoffe es zumindest einmal nicht, dass dies so ist.
Ich schreibe jetzt auch nicht mehr, da ich den größten Teil des Inhaltes nicht beurteilen kann. Mir haben die paar Seiten allerdings vollkommen gereicht. Kann auch sein, dass ich solche literarischen Ergüsse einfach nicht verstehe. Macht aber nichts, ich habe noch genug andere Bücher, die ich lesen mag und daher hier meine Zeit nicht weiter verschwenden möchte.
Obwohl als Kriminalroman tituliert, verlässt Heinrich Steinfest schon nach wenigen Seiten das gewohnte Feld des Krimis und führt den Leser in eine sehr eigene, zum Teil völlig abstruse Welt. Der Plot, eine österreichische Polizistin in Diensten der Stuttgarter Polizei sucht gemeinsam mit einem außergewöhnlich dicken griechischen Detektiv nach einem entführten Industriellen, bildet nur der Gerüst, auf dem der Autor eine phantastische Erzählung entfaltet. Literarische Fiktion und Realität werden gekonnt vermischt, gepaart mit diversen Verschwörungstheorien und großem Zynismus ergibt dies einen sehr unterhaltsamen und fesselnden Roman, der sich selbst jedoch nicht immer völlig ernst nimmt.
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