Erstmals in ungekürzter Form: Der wiederentdeckte Roman von einem der bedeutendsten afroamerikanischen Autoren der USA. Es scheint ein Samstagabend wie jeder andere zu sein: Der schwarze Arbeiter Fred Daniels ist auf dem Weg nach Hause zu seiner hochschwangeren Frau, den Wochenlohn in der Hosentasche. Völlig unvermittelt halten ihn drei Polizisten an und verhaften ihn. Fred geht anfänglich noch von einem Missverständnis aus, aber als man ihn des Doppelmordes beschuldigt, ahnt er, in was für einen Albtraum er geraten ist. Schläge, Kreuzverhör, psychische Manipulation entfremden ihn von der Welt und der Realität: Er unterschreibt ein Geständnis, das ihm in einem schwachen Moment und unter falschen Versprechungen vorgelegt wird. So bleibt ihm nur die Flucht in den Untergrund - in das dunkle, nasse Labyrinth der Kanalisation.
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Kurzroman + Essay
yellowdog am 25.05.2022
Bewertungsnummer: 1718296
Bewertet: Hörbuch (Audio)
Richard Wright, der schon 1960 starb, gilt zu Recht als bedeutender Autor, auch wenn er heute vielleicht nicht mehr so bekannt sit wie James Baldwin.
Das Buch ist in den vierziger Jahren geschrieben, aber thematisch auch heute noch leider sehr aktuell. Es geht um Polizeigewalt in den USA gegen schwarze Menschen.
Hier ist der 29jährige Fred Daniels Opfer der Polizeigewalt. Er wird ohne begründeten Verdacht nur aufgrund seiner Hautfarbe festgenommen und des Mordes beschuldigt. Die Polizisten misshandeln ihn und er unterschreibt ein Geständnis.Später kann er entkommen und es folgen einige absurde Passagen mit surrealen Kontext.
Der Text wird so vorgetragen, dass man Freds Schicksal gut nachvollziehen kann. Ich denke, das Buch funktioniert gerade als Hörbuch gut.
Nach dem titelgebenden Text folgt noch ein sehr interessanter Essay mit dem Titel „Erinnerungen an meine Großmutter“, der Bezüge zu Der Mann im Untergrund enthält. Ein starkes Essay.
Das Hörbuch wird mit einem Nachwort und einer Anmerkung abgeschlossen.
Packender Beginn, danach leider Flaute...!
chuckipop aus Bünde am 23.12.2022
Bewertungsnummer: 1847453
Bewertet: Hörbuch-Download
"Der Mann im Untergrund" von Richard Wright ist als ungekürztes Hörbuch mit einer Laufzeit von 6 Stunden, 48 Minuten beim Argon Verlag erschienen und wird gesprochen von Patrick Abozen und Timo Weisschnur.
Zum Inhalt: Fred Daniels, ein Schwarzer, ist auf dem Weg von der Arbeit nach Hause. Plötzlich wird er von drei Polizisten verhaftet und auf die Wache gebracht, wo sie ihn verhören und unbedingt dazu bringen wollen, einen bestialischen Doppelmord zu gestehen, der im Nachbarhaus seiner Arbeitgeber passierte.
Die methoden sind brutal und Daniels unterliegt übelster Polizeiwillkür. Er wird psychisch und physisch gezielt geschwächt und dann dazu gebracht, ein Geständnis zu unterschreiben...!
Dann gelingt ihm die Flucht, und anstatt heim zu seiner schwangeren Frauzu können, taucht er in das Dunkel der Kanalisation unter...
Meine Meinung:
Ich muss sagen, der Beginn hat mich sehr erschüttert und bewegt, tatsächlich hatte ich ordentlich Tränen in den Augen, vor Wut, Mitleid und Trauer. Die Situation fand ich beklemmend und von Richard Wright so lebendig geschildert, dass alles authentisch und höchst nachvollziehbar herüberkam.
Allerdings änderte sich das für mein persönliches Empfinden nach Daniels´Abtauchen in den Untergrund schlagartig. Warum? Weil der Mann durch das Verhör so fertig, so kaputt und verwirrt war, dass er überhaupt nichts mehr hinbekommen hat, nicht mal mehr, zusammenhängende Sätze von sich zu geben. Dann seine Flucht, und zack, als wäre ein Schalter umgelegt worden, war er im Untergrund klar und dachte rational handelte und beherrscht und stets überlegt. Das war in meinen Augen unrealistisch und nicht glaubwürdig.
Die weiteren Geschehnisse und Freds Erfahrungen, der heimliche Blick aus der Kanalisation in viele unterschiedliche Bereiche, war interessant, hat mich aber nicht wirklich mehr gepackt.
Das Ende war unbefriedigend und die zweite im Hörbuch enthaltene Geschichte habe ich dann nach wenigen Minuten abgeschaltet, das wurde mir zu religiös.
Drei Sterne für den großartigen Einstige, die Leistung der Sprecher und das Grundthema der Erzählung.
Die beiden Sprecher haben ihren Job sehr gut gemacht und haben mir gut gefallen.
Erschreckend, wie seinerzeit die Polizei mit Schwarzen umsprang in den USA, das ist ja sogar heutzutage noch nicht ganz vom Tisch. Auch kamen die Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit des Schwarzen sowie die völlige Gleichgültigkeit der Weißen gegenüber seines Schicksals sehr gut heraus.
#DerMannimUntergrund #NetGalleyDE! #DankeNetGalleyDE!
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