"Die schwarze Rose" fängt dort an, wo Umberto Ecos "Der Name der Rose" aufhört. "Dirk Schümer ist ein großartiger Geschichtenerzähler." Donna Leon
Als Ketzer denunziert, muss sich im Jahr 1328 der berühmte deutsche Prediger Eckhart von Hochheim am Hof des Papstes in Avignon der Inquisition stellen.
In Begleitung seines Novizen Wittekind wird Meister Eckhart Zeuge eines blutigen Raubüberfalls. Als Wittekind selbst angegriffen wird, ahnen die beiden, dass sie in einen Finanzbetrug von europäischem Ausmaß hineingezogen werden. Im Schatten des Papstpalasts ist auch der geheimnisvolle Franziskaner William von Baskerville den Tätern auf der Spur.
Dort, wo Umberto Ecos "Der Name der Rose" aufhört, setzt Dirk Schümers packender historischer Roman an. Wir erleben eine finstere Metropole der Religion, in der nur ein Credo gilt: Gold.
Kundinnen und Kunden meinen
3.8/5.0
Bewertung
3/5
11.11.2022
eBook (ePUB)
Lesenswert, aber mit Einschränkungen
Das Buch schließt zwar zeitlich an "Der Name der Rose" an, auch taucht William von Baskerville wieder auf, aber es kann sich mit Umberto Eco nicht ansatzweise messen. Der Klappentext verspricht insoweit mehr als das Buch hält. Reklame. Daher zwei Sterne Abzug. Aber: man erhält einen profunden und historisch weitgehend korrekten Einblick in die mittelalterliche Kirchenwelt voller (aus heutiger Sicht) Exzesse und Irrwege. Allerdings finde ich stark irritierend, daß die Hauptfigur, der Novize Wittekind, von der Freiheit seiner Gedanken eindeutig ein Kind des 21. Jahrhunderts ist - ich bezweifle stark, daß im frühen 14. Jahrhundert auch der freidenkendste Mensch in der Lage war, derartige Gedanken auch nur zu haben bzw. denn so zu formulieren.
Bewertung
1/5
19.02.2023
eBook (ePUB)
so mittelalterlich wie ein Mittelalterfest
Die schwarze Rose wird als kongeniale Fortsetzung von Ecos Name der Rose bezeichnet. Natürlich ist das nur Klappentextpoesie. Trotzdem muss gesagt werden, dass keine Beschreibung unzutreffender sein könnte! Ich kenne keinen anderen Fall, in dem der Unterschied zwischen einem Wissenschaftler und einen Reporter als Autor deutlicher sichtbar wäre.
Ecos Figuren vertreten Standpunkte, die sie mit seitenlagen Originalzitaten begründen und die man teilen oder ablehnen kann. Bei Schümer gibt es die Guten und Bösen, wie man sie aus der Presse kennt. Gut und böse sind die, die es sein müssen und immer schon waren. Alles ist, wie im Märchen, schwarz oder weiß.
Eco kontextualisiert Standpunkte und macht sie dadurch verständlich. Schümer verurteilt und spricht frei, moralisiert penetrant und suhlt sich in der Niedertracht der Niederträchtigen, der Grausamkeit der Grausamen und der Bosheit der Bösen. Kein Kirchen- und Mittelalterklischee, das er nicht bedienen würde.
Im Gegensatz zu Schümer ist Eco nie sentimental, nirgends trivial, und er hat keine Fehler gemacht. (Dass Aristoteles gesagt haben soll, man könne nur wissen was man sieht, glaube ich erst, wenn ich es sehe!)
Eco kannte das Mittelalter. Daher vertreten seine Figuren mittelalterliche Standpunkte. Schümers Protagonisten denken wie Menschen des 21. Jahrhunderts und sprechen den abgenutzten und verwilderten Slang der Berufsschreiberlinge unserer Zeit. Ihre Sicht der Dinge trägt die Züge der political correctness ebenso sichtbar wie die der antiklerikalen Polemik des borussischen Kulturkampfs. Sie bewegen sich wie zeitreisende Beobachter in einer Welt, die sie genauso wenig durchschauen wie der Autor, und obwohl das Buch mit Anekdoten überfrachtet ist, beschreibt er damit nicht eigentlich das Avignonesische Papsttum, sondern nur sich selbst.
Bewertung
aus Oberursel
5/5
12.02.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
spannend, authentisch, mitreissend!
Der Klappentext klang schon vielversprechend: „Als Ketzer denunziert, muss sich im Jahr 1328 der berühmte deutsche Prediger Eckhart von Hochheim am Hof des Papstes in Avignon der Inquisition stellen. In Begleitung seines Novizen Wittekind wird Meister Eckhart Zeuge eines blutigen Raubüberfalls. Als Wittekind selbst angegriffen wird, ahnen die beiden, dass sie in einen Finanzbetrug von europäischem Ausmaß hineingezogen werden. Im Schatten des Papstpalasts ist auch der geheimnisvolle Franziskaner William von Baskerville den Tätern auf der Spur. Dort, wo Umberto Ecos „Der Name der Rose“ aufhört, setzt Dirk Schümers packender historischer Roman an. Wir erleben eine finstere Metropole der Religion, in der nur ein Credo gilt: Gold.“
Die historische Gestalt des Meister Eckharts finde ich hochinteressant, und wenn dann noch William von Baskerville auftritt, dann muss ich den Roman lesen . Und um es gleich zu sagen: das war ein brillanter historischer Roman, der mich auf jeder der knapp 600 Seiten abgeholt hat. Wirklich, wirklich gut. Historisch detailliert recherchiert, und spannend geschrieben. Der Roman ist aus der Ich-Perspektive des jungen deutschen Dominikaner-Novizen Wittekind geschrieben, und ich gestehe, ich hatte stilistisch ein paar Eingewöhnungsprobleme, denn wenn Wittekind erzählt und Dialoge wiedergibt, dann fehlt fast immer das Anführungszeichen, und da bin ich die ersten Seiten drüber gestolpert. Aber man gewöhnt sich dran, und irgendwann fällt es kaum mehr auf.
So. Wittekind ist Schüler vom Meister Eckhart, dem Theologen und Philosoph, dem „Erfinder der Achtsamkeit und Gelassenheit“, dem Prediger, der den Zorn des Papstes Joan aus Avignon auf sich zog und dorthin1328 beordert wurde, auf dass man ihm hier seinen Prozess als Häretiker machen konnte.
Meister Eckhart zieht nun in Begleitung seines Schülers auch nach Avignon, und in der Woche, in der die beiden dort auf den Prozess warten, geschehen merkwürdige kriminelle Dinge, von denen uns Wittekind erzählt. Alles beginnt damit, dass die beiden Mönche in der Nähe ihrer Unterkunft Zeuge eines blutigen Raubüberfalls werden. Das Opfer stirbt wenig später, nicht ohne vorher noch ein paar kryptische Worte zu murmeln – und Wittekind, der ja gerade eh nichts zu tun hat, geht dem nach. Auf der Suche nach dem Mörder beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen, und Wittekind findet sich bald in der Mitte von Verschwörungen unfassbaren Ausmaßes, bei denen der Papst und sein Gegenspieler Napoleone Orsini eine große Rolle spielen….. und ganz nebenbei bereitet sich nicht nur Meister Eckhart als auch der englische Philosoph Wilhelm von Occam auf ihren Inquisitor vor….
Ich kürze ab, wir haben hier einen spannenden Krimi, ein Gemälde der damaligen Zeit, und eine coole Abenteuergeschichte. Ich hatte immer einen Film in meinem Kopf . Was auch an William von Baskerville lag; als der aufgetreten ist so in der Mitte des Romans, hatte ich Jean Connery in Mönchskluft vor meinen Augen. Also; wer den „Namen der Rose“ als Film gefeiert hat, hat jetzt so ungefähr eine Idee vom Setting. Nur nicht auf dem Lande, sondern in der damaligen Papsthauptstadt, in Avignon.
Der Roman hat aber auch seine nachdenklichen Seiten; ich persönlich fand es immer sehr interessant, wenn Meister Eckhart sein Weltbild erklärt hat, und über die Gesellschaft nachdachte. Es geht immer nur ums Geld und um die Macht. Die Menschen werden durch Angst regiert. Irgendwie haben wir uns als Menschheit die letzten 700 Jahre nicht wirklich weiterentwickelt. Mein „favourite“, als Eckhart die Wissenschaft betrachtet: „Mein lieber Wittekind, damals habe ich als studierter Mann gelernt, dass man sich vor der Wissenschaft in Acht nehmen muss, weil ihre Knechte ihre Fahne immer in den Wind der Macht halten.“. Mit den Ansichten wäre der Gute heute auch ein Außenseiter.
Ach ja, ganz am Ende wird’s noch mal witzig, bzw. spannend: Der Autor hat sich ein cooles Nachwort überlegt: Die Geschichte ist natürlich nicht erfunden, sondern die Übersetzung eines frühmittelalterlichen Tagebuches, dass man ihm zur Übersetzung gab …. von niemand anderem verfasst als Wittekind!
Ich glaube, den Autor muss ich mir merken – ich werde bestimmt noch mehr von ihm lesen!
Bewertung
5/5
23.02.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein echter Pageturner
Wer gute, geistreiche Unterhaltung sucht und dabei etwas übers Mittelalter erfahren will, sollte diesen spannenden Roman lesen. Der Bezug zu Umerto Eco ist nicht vordergründig, sondern schwingt als tiefe Verbeugung vorm Autor von „Der Name der Rose“ mit.
Lisa
5/5
25.04.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Geniale Mischung aus Krimi, Geschichte und Liebe
Dieser Roman knüpft augenzwinkernd an Umberto Ecos „Name der Rose“ an, so dass alle Fans von Eco auf ihre Kosten kommen. Aber anders als Ecos Roman spielt er nicht in einem abgelegenen Kloster, sondern in der mittelalterlichen, aufregenden Großstadt Avignon, wo sich eine super spannende Geschichte um Macht, Geld und Liebe entwickelt. Ein Roman wie ein Film Noir sagte der renommierte Literaturkritiker Denis Scheck dazu.Dem kann ich nur zustimmen.
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4/5
13.05.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
1328, Avignon ist das neue Domizil...
1328, Avignon ist das neue Domizil des Papst. Der Franziskaner William von Baskerville, bekannt aus der Name der Rose, sucht in der Stadt nach Antworten und trifft dabei auf Auftragsmörder, böse Kardinäle und einen machtbesessenen Papst. Gelungene "Fortsetzung" eines Klassikers.
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