Produktbild: Die Kunst der Freude

Die Kunst der Freude Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

13475

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

11.04.2022

Verlag

Aufbau

Seitenzahl

735

Maße (L/B/H)

22,2/13,9/5 cm

Gewicht

690 g

Farbe

Lichtgrau / Kaffee

Auflage

2. Auflage

Originaltitel

L’arte della gioia

Übersetzt von

Esther Hansen + weitere

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-351-03932-5

Beschreibung

Rezension

»Eine Entdeckung!« ("Kurier (A)")
»Ein grandioses, vielschichtiges Epos, sinnlich, stürmisch, subversiv, kriminell. Eine zeitgemäße menschliche Komödie mit einer starken Frau im Zentrum, die spät aber doch ihren Platz in der Weltliteratur eroberte.« ("Kleine Zeitung")

Produktdetails

Verkaufsrang

13475

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

11.04.2022

Verlag

Aufbau

Seitenzahl

735

Maße (L/B/H)

22,2/13,9/5 cm

Gewicht

690 g

Farbe

Lichtgrau / Kaffee

Auflage

2. Auflage

Originaltitel

L’arte della gioia

Übersetzt von

  • Esther Hansen
  • Constanze Neumann

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-351-03932-5

Herstelleradresse

Aufbau Verlage GmbH
Prinzenstraße 85
10969 Berlin
DE

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  • Sikal

    4/5

    17.08.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine starke Persönlichkeit

    Die Autorin Goliarda Sapienza hat mit Modesta eine ungewöhnliche Frauenfigur geschaffen. In ärmlichen Verhältnissen in Sizilien aufgewachsen, wird sie in ein Kloster gebracht nachdem ihre Mutter und Schwester tot sind. Doch Modesta selbst hat die beiden umgebracht. Ohne Rücksicht auf Verluste geht sie ihren Weg, ist zielstrebig und hat auch die Entschlossenheit über Leichen zu gehen, wenn es denn sein muss. Modesta ist ehrgeizig und drängt nach Freiheit und einer gewissen gesellschaftlichen Stellung. Diese erlangt sie, als sie in eine adelige Familie einheiratet und somit als Fürstin ihr Leben bestreitet. Wir begleiten Modeste durch die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts und erleben den Aufstieg der Faschisten und Mussolinis Erfolge. Doch diese politische Richtung befürwortet Modestas modernen Lebenswandel nicht und so muss sie letztendlich ins Gefängnis. Dies hat sie mit der Autorin gemein, denn auch Goliarda Sapienza musste während der Arbeit an diesem Roman ins Gefängnis. Sie gibt ihren Job auf, um Schreiben zu können und findet jahrelang keinen Verlag. Verzweifelt bestiehlt sie eine Freundin und kommt für einige Monate nach Rebibbia. Ihre Erlebnisse hat sie in „Tage in Rebibbia“ verarbeitet. Der Hauptcharakter Modesta ist nicht unbedingt ein Sympathieträger, so muss man während des Lesens mehrmals die Seiten wechseln. Einerseits hat sie eine soziale Ader, andererseits ist sie bei der Partnerwahl nicht besonders wählerisch und geht dabei rücksichtslos ihren Weg. Eine ungewöhnliche, moderne Frau, die mit Durchsetzungskraft und einer gehörigen Portion Egozentrik ihren Weg geht. 4 Sterne.

  • Gertie G.

    aus Wien

    4/5

    10.07.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine Frau bricht alle Regeln

    Dieser Roman erzählt die Geschichte von Modesta, einer Frau, die 1900 in ärmlichsten Verhältnissen in Catania, Sizilien, geboren wurde. Als kleines Mädchen missbraucht, wird sie nach dem Tod von Mutter und Schwester, in einem Kloster untergebracht. Was niemand weiß: Sie hat Mutter und Schwester ermordet. Modesta ist ehrgeizig und zielstrebig. Sie scheut sich auch nicht, ihren Körper für ihre Ziele einzusetzen. Nach dem Tod der Oberin des Klosters wird sie, als deren Vermächtnis, an eine adelige Familie vermittelt. Hier gelingt es ihr, durch die Heirat mit dem Sohn der Fürstin, der im allgemeinen Sprachgebrauch nur das „Ding“ genannt wird, weil er schwerst behindert ist, ihrem geringen gesellschaftlichen Status zu entfliehen und als Fürstin ihrem Drang nach Unabhängigkeit auszuleben. Als die Faschisten die Macht übernehmen, kommt Modesta durch ihre unkonventionelle Lebensart in Konflikt mit dem Regime und muss ins Gefängnis. Meine Meinung: Dieser mehr als 730 Seiten starke Roman von Goliarda Sapienza hat eine ungewöhnliche Entstehungsgeschichte hinter sich: Um an diesem Roman (im Original „L’arte della gioia“) weiter schreiben zu können, gibt die Schauspielerin Goliarda Sapienza (1924-1996) ihren Job auf. Sie wird letztlich 9 Jahre dafür brauchen und keinen Verlag für ihr Werk finden. Völlig mittellos bestiehlt sie 1980 eine Freundin. Es kommt zur Anzeige, Gerichtsverhandlung, Urteil und Goliarda wird für drei Monate in Rebibbia, im berüchtigten Gefängnis von Rom, inhaftiert (Siehe „Tage in Rebibbia“). Doch zurück zu „Die Kunst der Freude“. Dieser Roman ist nicht ganz einfach zu lesen. Das liegt vor allem an der Hauptfigur Modesta, die ein ambivalenter Charakter ist. Immer wieder kommt eine deutliche sexuelle Komponente zum Tragen. Da ist zunächst das zarte Entdecken ihres eigenen Körpers der kleinen Modesta, die dann missbraucht und nach dem Mord an Mutter und Schwester in einem Kloster untergebracht wird. Auch hier, wenn auch verstohlen und unter der sprichwörtlichen Bettdecke, kommt es zu sexuellen Übergriffen - diesmal von Nonnen. Diese Jahre prägen die junge Modesta, die in der Zukunft mit Männern und Frauen kürzere oder längere Beziehungen eingeht. Dabei ist sie nicht selten rücksichtslos und wenig zimperlich, um ihre Ziele zu erreichen. Andererseits zieht sie auf ihrem Schloss nicht nur das eigene, sondern auch fremde Kinder auf und gewährt zahlreichen Gegner der Faschisten Unterschlupf, was sie selbst ins Gefängnis bringt. Fazit: Die Autorin hat mit Modesta eine Frau geschaffen, die so ziemlich jede Regel bricht, um ihren Willen durchzusetzen und dabei auch über Leichen geht. Gerne gebe ich diesem Roman 4 Sterne.

  • Bewertung

    aus Villach

    4/5

    23.06.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Genialer Roman, mit Längen gegen Ende

    Modesta (die Bescheidene) wurde 1900 in Sizilien in ärmlichen Verhältnissen geboren Sie verbringt ihre Kindheit in einem Kloster, denn sie hat ihre Mutter und Schwester umgebracht. Keiner ist ihr jedoch draufgekommen. Durch Bildung, Fleiß, Ehrgeiz und einen weiteren Mord schafft sie es zur Fürstin zu werden, getrieben durch einen Drang nach Freiheit und Unabhängigkeit. Ein umfangreiches Werk, über eine selbstbewusste Frau, die sich nimmt was sie möchte und darauf pfeift, was ihre Umgebung davon hält. Modesta ist eine liebende, ehrgeizige, starke und mutige Frau, die wir im Roman durch die erste Hälfte des vorigen Jahrhunderts begleiten. Wir erleben mit ihr das Aufkommen der Faschisten unter Mussolini und ihre Liebesbeziehungen zu Frauen und Männern. Sie lebt unabhängig in ihrem Schloss, zieht dort das eigene und fremde Kinder auf und gibt Freundinnen und Freunde für kürzere oder längere Zeit Unterkunft, um mit ihr zu leben. Wichtig erscheint mir auch die Entstehung des Romans: Goliarda Sapienza war in den 1960er Jahren Schauspielerin, bevor sie zum Schreiben kam. Neun Jahre hat sie an diesem Roman gearbeitet, ihren Beruf aufgegeben, sich sozial zurückgezogen. Sie landete aufgrund ihrer Armut und infolge eines kleinen Diebstahls im Gefängnis – diesen Aufenthalt hat sie im Tagebuch-Roman „Tage in Rebibbia“ niedergeschrieben. Die Veröffentlichung ihres Werkes konnte sie nicht erleben. Die Kunst der Freude ist eine Geschichte, die ich sehr mochte, auch wenn sie gegen Ende hin Längen hatte – die erste Hälfte des Romans ist hingegen genial geschrieben.

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