Bonn, 1961: Agent Dan Vanuzzi wird vom französischen Auslandsnachrichtendienst angeheuert, zwei in der BRD untergetauchte Mitglieder der algerischen Befreiungsarmee aufzuspüren. Der Algerienkrieg tobt mittlerweile
seit sieben Jahren, und den beiden werden Kriegsverbrechen an französischen Soldaten zur Last gelegt. Um sie zu fangen, muss Vanuzzi
seine ganze Kraft und Erfahrung aus zwanzig Jahren Geheimdienst aufbieten. Doch schon nach kurzer Zeit wird klar, dass niemand der ist, der er zu
sein scheint. Vanuzzi kontaktiert seinen alten Gefährten Rosenberg, der als Mossad-Agent in der BRD den ehemaligen KZ-Kommandanten Arthur
Florstedt aufspüren und nach Israel entführen soll. Rosenberg wird dabei mit seinem eigenen Trauma konfrontiert, der Ermordung seiner Familie im KZ und seinem eigenen Überleben. Vanuzzi und Rosenberg versuchen sich gegenseitig zu helfen und begeben sich in die Abgründe der Geschichte...
Ein explosiver Spionageroman um die Traumata Frankreichs und Deutschlands: die koloniale Vergangenheit und der Holocaust.
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
ech
aus Bochum
5/5
16.02.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Packender Polit-Thriller vor der Kulisse des Krieges um die Unabhängigkeit Algeriens
Mit dieser gelungenen Mischung aus Thriller und historischem Roman konnte mich der Autor Martin von Arndt erneut auf ganzer Linie überzeugen. Die Geschichte ist diesmal im Jahr 1961 angesiedelt und spielt vor dem Hintergrund des Krieges um die Unabhängigkeit Algeriens, der von 1954 bis 1962 tobte.
Man kann das Buch auch ohne Vorkenntnisse aus den ersten drei Büchern der Reihe, in denen noch der ehemalige Polizist Andreas Eckart als Handlungsträger fungiert, problemlos lesen und nachvollziehen, obwohl hier einige Akteure mitmischen, die auch in diesen Büchern bereits mit dabei waren. Alle erforderlichen Informationen zu diesen Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören.
Fünf Jahre sind seit dem Tod von Andreas Eckart vergangen. Sein ehemaliger Mitstreiter Daniele „Dan“ Vanuzzi versucht, sich mit kleineren Aufträgen und als Boxer über Wasser zu halten, als sich ihm doch noch eine neue Chance bietet. Im Auftrag des französischen Auslandsgeheimdienstes soll er zwei Mitglieder der algerischen Befreiungsarmee aufspüren, die als Kriegsverbrecher gesucht werden und in Deutschland untergetaucht sind. Zeitgleich ist der Mossad-Agent Ephraim Rosenberg, ebenfalls ein alter Bekannter von Andreas Eckart, auf der Suche nach dem ehemaligen KZ-Kommandanten Arthur Florstedt, der auch für den Tod von Rosenbergs Familie verantwortlich ist. Als sich die Fährten der beiden Jäger kreuzen, beschließen sie, sich gegenseitig zu unterstützen, ahnen aber nicht, in welches Wespennest sie dabei stechen.
Auch in diesem Buch gelingt es dem Autoren, nicht nur eine spannende und gut aufgebaute Geschichte zu erzählen, mit seinem packenden Schreibstil fängt er zudem die Atmosphäre der damaligen Zeit auch sehr gut ein. Mit einer bildhaften Sprache, die das Kopfkino beim Lesen mächtig ankurbelt, und der äußerst gelungenen Charakterisierung der Protagonisten, die durchgehend ausgesprochen vielschichtig angelegt sind, entwickelt sich eine komplexe Geschichte, die mit jeder Seite eine immer größere Sogwirkung entwickelt. Der Wechsel der Hauptfigur funktioniert dabei völlig reibungslos, das hohe Niveau der vorherigen Bücher wird mühelos gehalten.
Definitiv kein Buch für zwischendurch, hier muss man schon aufmerksam lesen, um den Überblick über das Geschehen mit seinen zahlreichen politischen Verwicklungen und Ränkelspielen im Hintergrund nicht zu verlieren.
Der algerische Befreiungskrieg war mir vor der Lektüre nur wenig bekannt, so dass mir das Buch neben spannender Unterhaltung auch noch einige interessante Informationen und Einblicke in dieses eher dunkle Kapitel der europäischen Kolonialgeschichte bieten konnte, dessen Auswirkungen bis in die heutige Zeit spürbar sind.
Wer auf spannende und atmosphärisch dichte historische Romane aus der Welt der Geheimdienste steht, wird hier bestens bedient und unterhalten.
ech
aus Bochum
5/5
16.02.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Packender Polit-Thriller vor…
Packender Polit-Thriller vor der Kulisse des Krieges um die Unabhängigkeit Algeriens Mit dieser gelungenen Mischung aus Thriller und historischem Roman konnte mich der Autor Martin von Arndt erneut auf ganzer Linie überzeugen. Die Geschichte ist diesmal im Jahr 1961 angesiedelt und spielt vor dem Hintergrund des Krieges um die Unabhängigkeit Algeriens, der von 1954 bis 1962 tobte. Man kann das Buch auch ohne Vorkenntnisse aus den ersten drei Büchern der Reihe, in denen noch der ehemalige Polizist Andreas Eckart als Handlungsträger fungiert, problemlos lesen und nachvollziehen, obwohl hier einige Akteure mitmischen, die auch in diesen Büchern bereits mit dabei waren. Alle erforderlichen Informationen zu diesen Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Fünf Jahre sind seit dem Tod von Andreas Eckart vergangen. Sein ehemaliger Mitstreiter Daniele „Dan“ Vanuzzi versucht, sich mit kleineren Aufträgen und als Boxer über Wasser zu halten, als sich ihm doch noch eine neue Chance bietet. Im Auftrag des französischen Auslandsgeheimdienstes soll er zwei Mitglieder der algerischen Befreiungsarmee aufspüren, die als Kriegsverbrecher gesucht werden und in Deutschland untergetaucht sind. Zeitgleich ist der Mossad-Agent Ephraim Rosenberg, ebenfalls ein alter Bekannter von Andreas Eckart, auf der Suche nach dem ehemaligen KZ-Kommandanten Arthur Florstedt, der auch für den Tod von Rosenbergs Familie verantwortlich ist. Als sich die Fährten der beiden Jäger kreuzen, beschließen sie, sich gegenseitig zu unterstützen, ahnen aber nicht, in welches Wespennest sie dabei stechen. Auch in diesem Buch gelingt es dem Autoren, nicht nur eine spannende und gut aufgebaute Geschichte zu erzählen, mit seinem packenden Schreibstil fängt er zudem die Atmosphäre der damaligen Zeit auch sehr gut ein. Mit einer bildhaften Sprache, die das Kopfkino beim Lesen mächtig ankurbelt, und der äußerst gelungenen Charakterisierung der Protagonisten, die durchgehend ausgesprochen vielschichtig angelegt sind, entwickelt sich eine komplexe Geschichte, die mit jeder Seite eine immer größere Sogwirkung entwickelt. Der Wechsel der Hauptfigur funktioniert dabei völlig reibungslos, das hohe Niveau der vorherigen Bücher wird mühelos gehalten. Definitiv kein Buch für zwischendurch, hier muss man schon aufmerksam lesen, um den Überblick über das Geschehen mit seinen zahlreichen politischen Verwicklungen und Ränkelspielen im Hintergrund nicht zu verlieren. Der algerische Befreiungskrieg war mir vor der Lektüre nur wenig bekannt, so dass mir das Buch neben spannender Unterhaltung auch noch einige interessante Informationen und Einblicke in dieses eher dunkle Kapitel der europäischen Kolonialgeschichte bieten konnte, dessen Auswirkungen bis in die heutige Zeit spürbar sind. Wer auf spannende und atmosphärisch dichte historische Romane aus der Welt der Geheimdienste steht, wird hier bestens bedient und unterhalten.
Martin Schult
aus Borken
5/5
28.01.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Packender Polit-Thriller
Der etwas runtergekommene Dan Vanuzzi schlägt sich im Jahre 1961 mit abgekarteten Box-Kämpfen durchs Leben und erhält eines Tages vom französischen Auslandsnachrichtendienst einen brisanten Auftrag. Er soll zwei Algerier ausfindig machen, die sich in Deutschland verschanzt haben und für Kriegsverbrechen an französische Soldaten verantwortlich gemacht werden. Er macht sich auf die nicht ganz einfache Suche und stößt auf erste Spuren, die ihn in ein gefährliches und verworrenes Konstrukt politischer und geheimdienstlicher Geheimnisse führen...
"Wie wir töten, wie wir sterben" ist mittlerweile der vierte Band um den Agenten Ephraim Rosenberg aus der Feder des Autoren Martin von Arndt. Die ersten drei Bände konnten mich bereits begeistern, so dass ich mit viel Vorfreude und einer hohen Erwartungshaltung in das neue Abenteuer gestartet bin. Martin von Arndt erzählt die Geschichte wieder in einem bildreichen und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil, der dem Leser die damalige Zeit lebendig vor Augen führt. Wieder einmal kann man eintauchen in die bewegende politische Welt der Nachkriegszeit, in der die Gräueltaten der Vergangenheit vertuscht und verarbeitet werden. Der Spannungsbogen wird mit der ereignisreichen Jagd auf den vermeintlichen Kriegsverbrecher Ben Kemali hervorragend aufgebaut und über die gesamten Länge des Romans auf einem hohen Niveau gehalten. Die historischen Hintergründe der Zeit wirken sehr gut recherchiert, werden aus meiner Sicht hervorragend in die Geschichte integriert und verleihen dem Buch somit Authentizität und Tiefgang. Es entwickelt sich eine komplexe Geschichte, die schon meine volle Aufmerksamkeit verlangte und mich bis zum Ende in den Bann ziehen konnte. Das beigefügte Glossar hilft hier sicherlich auch ein wenig weiter, die Übersicht zu behalten.
Insgesamt ist "Wie wir töten, wie wir sterben" für mich ein in allen Bereichen mehr als überzeugender Polit-Thriller, der von der politischen und historischen Brisanz, so wie dem Erzähltalent des Autors lebt. Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.
Havers
5/5
25.12.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
1961: Zwei Agenten mit…
1961: Zwei Agenten mit unterschiedlichem Hintergrund, die bereits in von Arndts Romanen „Rattenlinien“ und „Sojus“ zusammengearbeitet haben. Zwei Handlungsstränge, die auf den ersten Blick nicht miteinander zu tun haben: Dan Vanuzzi, amerikanischer „Freiberufler“ in Wartestellung, mittlerweile im Ruhrgebiet als Show-Boxer in gekauften Kämpfen unterwegs, wird von zwei dubiosen Franzosen engagiert. Er soll in der BRD untergetauchte Mitglieder der algerischen Befreiungsfront FLN aufspüren, denen Kriegsverbrechen zur Last gelegt werden. Zeitgleich sucht Ephraim Rosenberg für den Mossad nach dem mittlerweile entnazifizierten Arthur Florstedt, ehemals KZ-Kommandant von Buchenwald und Majdanek, sowie dessen Helfer Hermod Kaiser, um die beiden in Israel ihrer gerechten Bestrafung zuzuführen. Die Beweggründe der beiden Protagonisten könnten nicht unterschiedlicher sein. Auf der einen Seite Rosenberg, der seine gesamte Familie und Freunde im Holocaust verloren hat und mit der Scham des Überlebenden kämpft, auf der anderen Seite Vanuzzi, ein Söldner, ein käuflicher Agent, der seine Dienste jedem zur Verfügung stellt, der genug bezahlt. Aber wenn es darauf ankommt, unterstützen sie einander, arbeiten Hand in Hand. Aber was ist mit der persönlichen Moral? Bleibt sie auf der Strecke? Es ist ein interessantes und weitgehend unbekanntes Kapitel der europäischen Vergangenheit und der deutsch-französischen Beziehungen, das in „Wie wir töten, wie wir sterben“ thematisiert wird. Dass die Algerier sich von dem Joch der Kolonialmacht Frankreich befreien wollten, ist bekannt. Weniger geläufig ist die Tatsache, dass im Zuge des Unabhängigkeitskriegs auch auf deutschem Boden Sympathisanten und Angehörige sowohl der linken Front de libération nationale als auch der rechtsextremen OAS, einer Untergrundorganisation, gegründet von französischen Siedlern in Algerien, aktiv waren, um Unterstützer zu akquirieren und Gelder für die jeweilige Gruppierung auf- und einzutreiben. Ein informativer und spannender Politthriller über Algerier, Deutsche und Franzosen mit überraschenden Wendungen, die mich an den Seiten kleben ließen. Lesen!
Elke
aus Vaihingen an der Enz
5/5
25.12.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Über Algerier, Deutsche und Franzosen
1961: Zwei Agenten mit unterschiedlichem Hintergrund, die bereits in von Arndts Romanen „Rattenlinien“ und „Sojus“ zusammengearbeitet haben. Zwei Handlungsstränge, die auf den ersten Blick nicht miteinander zu tun haben: Dan Vanuzzi, amerikanischer „Freiberufler“ in Wartestellung, mittlerweile im Ruhrgebiet als Show-Boxer in gekauften Kämpfen unterwegs, wird von zwei dubiosen Franzosen engagiert. Er soll in der BRD untergetauchte Mitglieder der algerischen Befreiungsfront FLN aufspüren, denen Kriegsverbrechen zur Last gelegt werden. Zeitgleich sucht Ephraim Rosenberg für den Mossad nach dem mittlerweile entnazifizierten Arthur Florstedt, ehemals KZ-Kommandant von Buchenwald und Majdanek, sowie dessen Helfer Hermod Kaiser, um die beiden in Israel ihrer gerechten Bestrafung zuzuführen.
Die Beweggründe der beiden Protagonisten könnten nicht unterschiedlicher sein. Auf der einen Seite Rosenberg, der seine gesamte Familie und Freunde im Holocaust verloren hat und mit der Scham des Überlebenden kämpft, auf der anderen Seite Vanuzzi, ein Söldner, ein käuflicher Agent, der seine Dienste jedem zur Verfügung stellt, der genug bezahlt. Aber wenn es darauf ankommt, unterstützen sie einander, arbeiten Hand in Hand. Aber was ist mit der persönlichen Moral? Bleibt sie auf der Strecke?
Es ist ein interessantes und weitgehend unbekanntes Kapitel der europäischen Vergangenheit und der deutsch-französischen Beziehungen, das in „Wie wir töten, wie wir sterben“ thematisiert wird. Dass die Algerier sich von dem Joch der Kolonialmacht Frankreich befreien wollten, ist bekannt. Weniger geläufig ist die Tatsache, dass im Zuge des Unabhängigkeitskriegs auch auf deutschem Boden Sympathisanten und Angehörige sowohl der linken Front de libération nationale als auch der rechtsextremen OAS, einer Untergrundorganisation, gegründet von französischen Siedlern in Algerien, aktiv waren, um Unterstützer zu akquirieren und Gelder für die jeweilige Gruppierung auf- und einzutreiben.
Ein informativer und spannender Politthriller über Algerier, Deutsche und Franzosen mit überraschenden Wendungen, die mich an den Seiten kleben ließen. Lesen!
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