Das Elsass während der Weinernte: In einer Kapelle wird unter den Trümmern eines Freskos die Leiche eines Mannes entdeckt. Das Gebetshaus liegt unweit des Wohnorts einer religiösen Gemeinschaft, deren Bewohner ein Leben wie vor 300 Jahren führen und sich durch den Weinbau finanzieren. Kommissar Pierre Niémans ahnt schon bald, dass der mysteriöse Todesfall nicht das einzige finstere Geheimnis der Täufergemeinde ist. Um mehr zu erfahren, beschließt er, seine Assistentin Ivana undercover als Erntehelferin einzuschleusen. Als ein weiterer Mord geschieht, gerät auch Ivana in große Gefahr ...
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Ermittlungen mit französischem Flair
Sonjalein1985 am 02.05.2022
Bewertungsnummer: 1705472
Bewertet: eBook (ePUB)
Inhalt: Als im Elsass eine Leiche in einer Kapelle gefunden wird, nimmt Kommissar Pierre Niémans sich des Falles an. Doch da das Gebetshaus auf dem Land, einer religiösen und sehr zurückgezogen lebenden Gemeinschaft, steht, muss er seine Assistentin Ivana undercover als Erntehelferin bei der Gemeinde einschleusen, um an Informationen zu kommen. Doch dadurch bringt er sie in große Gefahr.
Meinung: „Tag der Asche“ ist ein gelungenes Buch, mit französischem Flair, das bis zum Schluss unterhalten kann.
Im Mittelpunkt stehen Kommissar Pierre Niémans und seine Assistentin Ivana, aus deren Blickwinkeln die Geschichte erzählt wird. Dadurch lernt man beide kennen und kann sich noch besser in das Buch und die Ermittlungen hineinversetzen.
Ivana ist eine sympathische junge Polizistin, mit dunkler Vergangenheit, die sich leicht in neue Umgebungen einfügen und durch ihre Art schnell Freunde finden kann.
Sie ist klug und neugierig. Außerdem sehr offen und freundlich.
Kommissar Pierre Niémans ist mürrisch und ein alter Hase. Er liebt es Leute vor den Kopf zu stoßen und kniet sich regelrecht in seine Arbeit hinein. Man merkt aber auch, dass ihm Ivana etwas bedeutet und er sich ständig um sie sorgt. Obendrein ist er gut in seinem Job und verbeißt sich regelrecht in seinen Fällen.
Die Geschichte spielt im Elsass, während der Weinernte. Das Flair und die Umgebung haben mir sehr gut gefallen, ebenso wie die Täufergemeinde, auf deren Land sich alles abspielt.
Gerade die Lebensweise dieser Gemeinschaft empfand ich als sehr gelungen. Dabei lernt man sogar einige Gläubige kennen. Zum Beispiel den Verwalter Jakob, der die Polizei im Auge behält, oder die junge Rachel, mit der sich Ivana schnell anfreundet.
Unter den Erntehelfern fällt Marcel am ehesten auf. Der junge Mann wird schnell zu Ivanas Vertrautem, hört ihr zu und ist nett und hilfsbereit.
Die Geschichte ist gelungen und die Auflösung hat mir ebenfalls gefallen. Der Schreibstil ist flüssig und die Figuren speziell und gut gemacht.
Fazit: Gelungenes Buch mit interessanten Ermittlungen und französischem Flair. Sehr zu empfehlen.
Mörderische Ernte im Elsass
Dauerleserin am 29.04.2022
Bewertungsnummer: 1703781
Bewertet: eBook (ePUB)
Der Thriller „Tag der Asche“ (Originaltitel: „Le jour des cendres“) spielt während der Weinernte im beschaulichen Elsass. Gleich zu Beginn des Buches wird eine männliche Leiche entdeckt. Kommissar Pierre Niemáns und seine Assistentin Ivana Bogdanovic ermitteln. Was haben die Gesandten, eine religiöse Gemeinschaft, deren Hauptquartier ganz in der Nähe des Tatortes liegt, damit zu tun? Fest steht: Die Menschen in der Umgebung haben Respekt vor den Gesandten, und das gute Gelingen der Weinernte steht über allem.
Ivana bewirbt sich als Erntehelferin und kann so undercover in den Reihen der Gesandten ermitteln. Es bleibt nicht bei der einen Leiche, und es wird nach und nach immer brenzliger für Ivana, denn die Ermittlungen bringen Erschreckendes zu Tage, und nicht allen ist dies recht.
Cover und Schreibstil:
Das Cover von „Tag der Asche“ ist interessant und wäre mir im Buchladen aufgefallen. Aber leider finde ich es nicht sehr ansprechend, vor allem von der Farbgebung her. Wenn man nach dem Lesen des Buches versteht, warum alles in Rot getaucht ist, macht die Farbgebung mehr Sinn.
Der Autor Jean-Christophe Grangé schreibt flüssig und spannend. Er bedient sich einer ausgesprochen bildhaften Sprache, zum Beispiel:
„Kupferfarbene Trauben, Lesehelfer in Schwarz und Weiß, Gendarmen in Blau – Möge der Bessere gewinnen …“
Die Kapitel sind relativ kurz und damit lesefreundlich. „Tag der Asche“ ist nicht der erste Fall für das ungewöhnliche Ermittlerduo, aber auch ohne, dass ich diese beiden Ermittelnden kannte, kam ich gut in den Fall hinein.
Fazit und Leseempfehlung:
Für mich ist „Tag der Asche“ ein Paradebeispiel dafür, dass hinter einem nichtansprechenden Cover ein grandioses Buch stecken kann. Dieser Thriller hat mich von der ersten Seite an fasziniert. Der Autor Jean-Christophe Grangé hat mich sowohl inhaltlich als auch mit seiner Fähigkeit, die besondere Atmosphäre in dieser abgeschiedenen Gegend im Elsass zu vermitteln, überzeugt.
Der Fall bzw. die Fälle sind von vorne bis hinten spannend, und das Ende hat mich persönlich ehrlich gesagt ziemlich entsetzt zurückgelassen. Es ist einfach nur unfassbar, was in manchen Menschen vorgeht. Abgesehen von der Haupthandlung des Buches erfährt man auch noch ganz viel über das Leben in dieser religiösen Gemeinschaft (die mich sehr an die Amish People erinnert hat), über Kirchenrestaurierungen und über die Weinernte.
Für mich war es darüber hinaus auch sehr interessant, zu sehen, wie Ivana ihr Dasein als Undercover-Ermittlerin verarbeiten muss:
„Sie war also nicht nur Polizistin, sondern auch eine Verräterin. Eine verdammte Spionin, deren Mission auf Täuschung und Lügen beruhte.“
Ivanas Bedenken und ihre Gefühle werden immer wieder geschickt in die Handlung eingeflochten, was eine interessante Perspektive ermöglicht. Einzig auf das ständige Herummeckern Niemáns über die bemitleidenswerte Gendarmerie in der Provinz hätte ich auch gut verzichten können. Niemáns verhält sich teilweise wirklich unmöglich.
Nur durch seine Genialität und seine tiefe Besorgnis um Ivana konnte er bei mir überhaupt punkten.
Gerne vergebe ich für „Tag der Asche fünf Sterne, insbesondere für die herausragend gute Dramaturgie, und das Leseerlebnis.
Ich empfehle diesen Thriller allen Fans französischer Thriller und allen, die etwas skurile ErmittlerInnen mögen.
„Eine halbe Lüge ist auch eine halbe Wahrheit.“
Die Dauerleserin
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