Produktbild: Nullerjahre

Nullerjahre Jugend in blühenden Landschaften

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

10.02.2022

Verlag

KiWi eBooks

Seitenzahl

336 (Printausgabe)

Dateigröße

2738 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783462302585

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Produktdetails

Format

ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

Kopierschutz

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  • hoher Kontrast zwischen Text und Hintergrund
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  • entspricht der Vorgabe WCAG v2.1
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Erscheinungsdatum

10.02.2022

Verlag

KiWi eBooks

Seitenzahl

336 (Printausgabe)

Dateigröße

2738 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783462302585

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  • Bewertung

    5/5

    28.03.2025

    eBook (ePUB 3)

    Wut, Leere, Sehnsucht – Hendrik Bolz’ Nullerjahre ist eine literarische Tiefenbohrung in die Nachwendejugend

    Was bleibt von einer Kindheit, wenn man sie jahrelang verdrängt hat? Hendrik Bolz, Rapper (Testo) und eine Hälfte von Zugezogen Maskulin, stellt sich dieser Frage – und findet in seinem autobiografischen Buch Nullerjahre eine Sprache für das Schweigen. Für das, was im Osten der Republik nach der Wende nicht mitgewachsen ist. In eindringlichen Bildern erzählt Bolz von seiner Jugend in Stralsund, genauer: im Plattenbauviertel Knieper West. Eine Gegend, in der der Wind ständig durch die Zwischenräume pfeift – zwischen Menschen, zwischen Worten, zwischen den Resten einer untergegangenen Ordnung. Die Wende ist vorbei, die Gesellschaft neu sortiert, doch für viele beginnt erst jetzt der Absturz. Gewalt ist Alltag, Drogen gehören dazu, Orientierung gibt es höchstens im Rudel. Und doch: Bolz schreibt nie voyeuristisch, nie von außen. Er bleibt Teil der Geschichte, seiner Geschichte – und setzt ihr gerade dadurch ein literarisches Denkmal von seltener Wucht. Die Sprache ist roh, manchmal schneidend, oft fast lakonisch. Kein Stilmittel steht sich selbst im Weg, nichts will beeindrucken. Genau darin liegt die Kraft des Buches: Bolz vertraut seiner Erfahrung, seinem Rhythmus, seinem Zögern. Es entsteht ein Sog aus Erinnerungsfragmenten, Reflexion und dem verzweifelten Versuch, etwas Unformuliertes fassbar zu machen. Wie fühlt es sich an, wenn man keine Worte für das hat, was einem geschieht? Nullerjahre antwortet: Vielleicht so. Dieses Buch ist mehr als eine Coming-of-Age-Geschichte. Es ist ein dokumentarischer Text über eine verlorene Generation im Schatten der Transformation. Über das, was übrig bleibt, wenn ganze Landstriche „blühende Landschaften“ genannt werden, aber emotional veröden. Bolz liefert keine soziologische Analyse, keine politische Anklage – und genau dadurch gelingt ihm ein präzises, schmerzlich persönliches Zeitdokument. Fazit: Nullerjahre ist ein wuchtiges, stilles Buch über das Aufwachsen in der Leerstelle. Ein Text, der sich seiner Herkunft stellt, ohne sich zu rechtfertigen. Roh, poetisch, klar. Und bitter notwendig.

  • Marina

    aus Rügen

    5/5

    26.08.2024

    Buch (Taschenbuch)

    Nullerjahre - der im Stich gelassene Osten

    Das Buch wurde mir empfohlen, ich denke, ansonsten hätte ich es nicht gelesen. Trotzdem bereue ich es nicht, finde es ist ein sehr wichtiger Beitrag für die deutsche Gesellschaft, Geschichte und Politik. Hendrik Bolz schreibt in einem Schreibstil der einem Rap ähnelt, oft kommen obszöne Ausdrücke vor, doch es ist meiner Meinung nach passend für dieses Buch. Nur dadurch kann man das Leben wie es inStralsund früher nach der Wende war, richtig nachvollziehen. Es ist schrecklich, was so viele Menschen dort erleben mussten und immer noch müssen. Man kam sehr leicht durchs Buch, dabei hatte ich gar keine Probleme, es gibt keinen richtigen roten Faden, trotzdem bekommt man Hendriks Entwicklung mit. Die vielen Rapper, Liedtexte, Zitate und Erklärungen haben sehr gut in den Roman gepasst. Hendrik Bolz spricht hiermit ein Tabuthema an, welches viel zu selten thematisiert wird. Falls man sich dafür interessiert, was mit dem Osten nach der Wende wirklich passiert ist, sollte man dieses Buch lesen.

  • Bewertung

    5/5

    09.03.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Authentischer Einblick

    Hendrick Bolz erzählt, mal mit Humor, mal mit der nötigen Ernsthaftigkeit, vom Aufwachsen eines ostdeutschen Jugendlichen im Stralsund der 2000er, das viele wohl nur als Urlaubsziel kennen. Er springt dabei zwischen seiner Vergangenheit und einer Einordnung eben dieser aus heutiger Sicht. Eine augenöffnende Lektüre die viel Stoff zum Nachdenken aber eben auch zum Lachen bietet.

  • leniisbooks

    4/5

    27.01.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Roh, ehrlich und unbequem

    Mit Nullerjahre legt Hendrik Bolz ein eindringliches, unbequemes Buch vor, das sich zwischen autobiografischem Roman und gesellschaftlicher Milieustudie bewegt. Schonungslos und ohne nostalgische Verklärung erzählt er vom Aufwachsen in den ostdeutschen Plattenbausiedlungen der Nachwendezeit – einer Welt, in der Orientierungslosigkeit, soziale Härte und Gewalt zum Alltag gehören. Im Zentrum steht der junge Hendrik, der gemeinsam mit seinen Freunden versucht, einen Platz in einer Realität zu finden, die ihnen kaum Perspektiven bietet. Während viele Erwachsene an der Umstellung auf das neue System scheitern oder resignieren, suchen die Jugendlichen ihre Vorbilder anderswo: im Kraftsport, in Drogen, in Rapmusik. Die Frontlinien der sogenannten Baseballschlägerjahre beginnen zwar zu bröckeln, doch die zugrunde liegenden Strukturen bleiben bestehen. Gewalt, Dominanz und das Prinzip „fressen oder gefressen werden“ bestimmen weiterhin das soziale Miteinander. Besonders überzeugend ist die Perspektive, aus der Bolz erzählt. Der Roman verzichtet auf rückblickende Moralisierung oder erklärende Kommentare. Stattdessen wird die Geschichte aus der unmittelbaren Wahrnehmung eines Heranwachsenden geschildert. Gerade diese Nähe macht den Text so eindringlich: Die Leser*innen erleben eine Welt, in der Härte nicht aus Grausamkeit entsteht, sondern als erlernte Überlebensstrategie. Gewalt wird nicht glorifiziert, sondern als logische Konsequenz sozialer Prägung gezeigt. Der Schreibstil ist roh, direkt und schnörkellos. Bolz nutzt eine klare, teilweise beinahe dokumentarische Sprache, die den Alltag in Schule, Kindergarten und Fußballverein ungeschönt abbildet. Gleichzeitig entsteht aus dieser Nüchternheit eine große literarische Kraft. Emotionen werden nicht ausformuliert, sondern ergeben sich aus Situationen, Dialogen und Handlungen. Das erzeugt Distanz – und zugleich eine tiefe Beklemmung. Zentral ist das Thema der Identitätssuche. Musik, insbesondere Rap, wird zum Ausdrucksmittel, zur Projektionsfläche und zum Ausweg aus der empfundenen Bedeutungslosigkeit. Sie bietet Halt und Struktur, wo familiäre oder gesellschaftliche Orientierung fehlt. Bolz zeigt dabei eindrücklich, wie begrenzt die Handlungsspielräume seiner Figuren sind – und wie sehr soziale Herkunft Lebenswege vorzeichnet. Nullerjahre ist kein Buch, das Nähe über Sympathie erzeugt. Vielmehr konfrontiert es mit einer Realität, die oft unangenehm ist und sich einfachen Erklärungen verweigert. Gerade darin liegt seine Stärke. Der Roman fordert dazu auf, die Entstehungsbedingungen heutiger gesellschaftlicher Spannungen ernst zu nehmen, ohne sie zu entschuldigen oder zu vereinfachen. Fazit: Nullerjahre ist ein kraftvoller, kompromissloser Roman über das Aufwachsen in einer orientierungslosen Zeit. Hendrik Bolz gelingt es, persönliche Erfahrungen mit gesellschaftlicher Analyse zu verbinden und ein eindringliches Bild der ostdeutschen Nullerjahre zu zeichnen. Ein wichtiges Buch für Leser*innen, die sich für deutsche Gegenwartsliteratur, soziale Prägung und die Nachwirkungen der Wende interessieren – unbequem, ehrlich und lange nachhallend.

  • Bewertung

    4/5

    19.09.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Rapper haben was zu erzählen!

    "Es ist 12 Uhr, du kaufst dir Supreme Soll noch einer sagen, Rapper haben nichts zu erzählen" Bevor Hendrik Bolz, Jahrgang 1988, nach Berlin zieht und musikalische Erfolge mit seiner Crew "Zugezogen Maskulin" erfährt, erlebt er eine ostdeutsche Jugend in Stralsund. Von blühenden Landschaften ist hier keine Rede. Eher von einer gefühlt rückwärtslaufenden Zeit. Zwischen rechtem Gedankengut, Klebstoff schnüffeln, Onkelz und Genie in a bottle kann man eben auch aufwachsen und muss nicht versumpfen. Im Sound eines 16ers auf Boom-Bap erzählt Bolz poppig und kritisch, mit wachem Auge und klarer Erinnerung. Zeitgeist und jüngere Geschichte. Lesenswert!

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