Obwohl wir alle einmal Kinder waren, können wir uns oft nur schwer in die Gedanken und Gefühle unseres Nachwuchses hineinversetzen - gerade in den ersten Lebensjahren entwickeln sich die Wahrnehmung und Fähigkeiten von Kindern rasant und grundlegend. Die psychologische Forschung hat maßgeblich dazu beigetragen, dass wir Kinder immer besser verstehen, doch die wenigsten Eltern sind studierte Entwicklungspsychologen - und wundern sich schnell über scheinbar grundlose Wutanfälle oder ihr vermeintlich unsoziales Kind, das partout seine Spielsachen nicht teilen will. Die promovierte Psychologin Elisabeth Rose stellt die 20 wichtigsten Experimente vor, die unser Verständnis vom kindlichen Denken revolutionierten. So können Eltern einen guten Rahmen für Entwicklung schaffen und ihr Kind gelassener durch den trubeligen Familienalltag begleiten.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Bewertung
aus Attenhofen
5/5
11.06.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Verstehen wie Kinder die Welt verstehen
Manchmal erscheint die Reaktion eines Kindes einfach rätselhaft. Umso schwerer ist es richtig damit umzugehen. Dieses Buch erklärt anhand von zwanzig wichtigen Experimenten, wie das Denken von Kindern in den verschiedenen Entwicklungsphasen funktioniert.
Jedes Kapitel beleuchtet ein Experiment oder eine wegweisende Studie der Vergangenheit. Dabei wird erklärt, welche Frage untersucht werden sollte, und wie die Forscher vorgegangen sind. Ein QR-Code führt zu einer Seite im Internet mit weiteren Informationen zum Experiment. Nach der Beschreibung des Versuchs und der Erläuterung von wichtigen Begriffen, erklärt die Autorin was das alles mit dem Familienalltag zu tun hat. Dabei gibt sie ganz praktische Tipps für schwierige Situationen und erklärt, warum sich Kinder auf eine für Erwachsene schwer verständliche Weise verhalten können.
Die zwanzig Kapitel sind grob nach dem Alter der untersuchten Kinder geordnet. Dabei geht es beim ersten Versuch darum, wie viel ein Kind im Mutterleib mitbekommt, und im letzten Versuch darum, was Erwartungen an Schulkindern bei ihnen auslösen können.
Manche Experimente liegen schon lange zurück und würden in einer solchen Weise nicht mehr durchgeführt werden, zum Beispiel die Monster-Studie über die Macht der Worte. Ein paar der Versuche können Eltern leicht zuhause ausprobieren, zum Beispiel das Smartie-Experiment.
Immer wieder geht es um wichtige Themen, wie Erziehungsstile, Bindungen oder Konsequenzen. Dabei macht der vorgeschlagene Erziehungsstil einen ausgewogenen, vernünftigen Eindruck. So erfahren Eltern, zum Beispiel, dass es manchmal besser sein kann dem Kind bei einem unerwünschten Verhalten nicht allzu viel Aufmerksamkeit zu geben, da das als eine Verstärkung dienen könnte. Auf der anderen Seite zeigt sie, wie wichtig es ist kleinen Kindern ungeteilte Aufmerksamkeit zu geben, anstatt sich zum Beispiel beim Füttern mit dem Handy zu beschäftigen.
Fazit: Wer nicht nur Erziehungstipps haben will, sondern auch das Denken seines Kindes verstehen will, wird sicher viel Freude an diesem Buch haben. Sehr empfehlenswert!
Bewertung
5/5
19.03.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Empfehlenswertes Buch
Jedes Kapitel startet mit einem Experiment, welches einfach und nicht zu theoretisch erklärt wird.
Am Anfang werden Experimente mit Babys vorgestellt, danach folgen Kleinkinder bzw. ältere Kinder. Damit ist für jeden etwas dabei, ob Eltern von Säuglingen oder Eltern mit Kleinkindern.
Die Fragestellungen "Worum geht es" und "Was heißt das für die Eltern" sind verständlich erklärt und helfen bei der Einordnung der Experimente. Die "Take Home Message" ist ein gelungener Abschluss eines Kapitels.
In Summe sehr schöne Themen, die inhaltlich sehr gut zusammen passen. Sehr zu empfehlen.
Lia48
4/5
16.04.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Kindliche Perspektive besser verstehen...
Es gibt Momente, in denen wir staunen und schmunzeln müssen, wie anders der Blick von Kindern auf unsere Welt manchmal ist.
Kinder denken anders, als wir. Sie nehmen vieles noch wörtlich, hinterfragen Dinge und nehmen sie anders wahr. Manche Fähigkeiten müssen sie erst noch entwickeln.
Für sie gibt es den Osterhasen wirklich und es regnet, weil die Wolken weinen.
Dr. Elisabeth Rose hat Psychologie in Regensburg und Melbourne studiert, arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Entwicklungspsychologie, hat eine Ausbildung zur Kinder- und Jugendpsychotherapeutin gemacht, praktische Erfahrungen gesammelt und hält Lehrveranstaltungen für Studierende der Sozialen Arbeit & der Kindheitspädagogik.
Wissen über das kindliche Denken sieht Dr. Elisabeth Rose als Schlüssel, der Eltern Sicherheit im Umgang mit ihren Kindern gibt, sie die Perspektive der Kinder besser verstehen und Bedürfnisse erkennen lässt.
In diesem Buch präsentiert sie daher zwanzig Forschungsarbeiten von namhaften Entwicklungspsychologen, welche einem Einblicke in die wichtigsten Entwicklungsaufgaben von Kindern (Säuglinge bis Anfang/ Mitte Grundschulalter) geben und einem Verständnis vermitteln, warum Kinder wie denken, fühlen und handeln und was sie für ihre Entwicklung benötigen.
Jedes Kapitel stellt eine Studie vor, beleuchtet einen Entwicklungsbereich genauer und leitet daraus Impulse und Inspirationen für den praktischen Alltag ab.
Zu Beginn des Buches macht Dr. Elisabeth Rose deutlich, dass man Studien immer kritisch gegenüberstehen sollte, dass diese zwar Rückschlüsse zulassen, dass Kinder im Durchschnitt diese oder jene Fähigkeit in einem gewissen Alter erwerben, aber nichts beweisen. Denn jedes Kind ist einzigartig und geht im eigenen Tempo seinen Weg…
Da bin ich ganz bei ihr!
Doch nachdem man zwanzig Kapitel der Autorin zu zwanzig Studien gelesen hat, und was die jeweiligen Erkenntnisse für den Alltag und für Eltern bedeuten, finde ich es nicht einfach, wie sie im Nachwort dazu rät, sich von den Forschungsergebnissen nicht zu sehr beeinflussen zu lassen. Das wirkte auf mich etwas zu widersprüchlich, als hätte die Inhalte zwischen Vor- und Nachwort jemand anderes geschrieben. Denn das Buch hat mir zuvor so viel Input gegeben, wo man wie mit Kindern umgehen kann, wie wichtig die Vorbildrolle ist und was alles in der Erziehung vermieden werden sollte. Da macht man sich automatisch seine Gedanken, reflektiert die Beziehung zum Kind, die eigene Wortwahl und das eigene Handeln.
Ich finde nicht, dass das Buch zu einem „entspannteren Umgang“ mit dem Kind führt, wie von der Autorin geplant.
Wahrscheinlich stört mich hier aber nur die Wortwahl.
Denn das Buch kann viel an Sachwissen für einen bereithalten und zu mehr Verständnis für das Kind und dessen Entwicklung beitragen. Und das ist doch die Hauptsache!
Vom Titel her hätte ich mehr Fokus auf dem kindlichen Denken erwartet. Tatsächlich liegt die Konzentration des Buches auf der Entwicklungspsychologie allgemein bei Kindern. Bei vielen der vorgestellten Experimente lässt sich jedoch ein Bogen zum kindlichen Denken schlagen. Aber es wird eben auch die sprachliche, emotionale, soziale und moralische Entwicklung von Kindern angeschaut!
Obwohl mir als gelernte Erzieherin die meisten Experimente und Forschungsergebnisse in etwa bekannt waren, konnte ich doch einiges für mich an Informationen mitnehmen und anderes für mich wiederholen.
Am eindrücklichsten und gleichzeitig am grausamsten fand ich die mir bis dahin unbekannte „Monster-Studie“ aus den 30ern, die ihren Namen dank ihrer weitreichenden Folgen trägt. Waisenkinder zw. 5-15 Jahre, die nichts von ihrer Studienteilnahme wussten, wurden bei jedem kleinsten sprachlichen Fehler kritisiert, korrigiert und beschimpft und dadurch massiv verunsichert. Damit konnte man zeigen, dass durch negative Rückmeldung und Verunsicherung, Stottern entstehen oder begünstigt werden kann. Manche Kinder entwickelten auch Verhaltensauffälligkeiten (mieden Kontakte, Angst vor Fehlern, depressiv,…).
FAZIT: Ein interessantes Buch, für alle, die sich für Entwicklungspsychologie bei Kindern interessieren! Regt zum Reflektieren des eigenen Handelns an und kann helfen, die kindliche Perspektive besser zu verstehen.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.