Produktbild: Der Feuerturm

Der Feuerturm Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

17.02.2022

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

358

Maße (L/B/H)

21,6/14,6/3,5 cm

Gewicht

599 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-78148-3

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

17.02.2022

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

358

Maße (L/B/H)

21,6/14,6/3,5 cm

Gewicht

599 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-78148-3

Herstelleradresse

C.H. Beck
Wilhelmstrasse 9
80801 München
DE

Email: produktsicherheit@beck.de

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  • Bewertung

    5/5

    24.07.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Familienepos in Rumänien über 5 Generationen

    Wenn es gebrannt hat, rückte die Feuerwehr vom Feuerturm aus, wo sie die Übersicht über die Stadt hatte, um ein möglichst schnell zu entdecken, wo sich die befürchtete Rauchwolke entwickeln könnte. Wir begenen der Familie Stoica, deren Männer bei der Feuerwehr arbeiten. Ururgrossvater Grigorie, der selbst ernannte Held, der im Kampf gegen die osmanischen Besatzer das Pferd des Paschas erschoss. 1877 schlossen sich die Rumänen dem Zaren und seinen Truppen an, und auch Grigories Feuerwehrzug wurde dorthin aufgeboten. Er verlor dann 1877 im Feldzug gegen die Osmanen beide Beine, als eine Wagenladung samt Pferden von einer verirrten Kanonenkugel getroffen, auf ihn stürzte. Regelmäßig holten sich die Stoicas ihre Meriten im Kampf mit dem Feuer. Zugleich war die Feuerwehr verlängerter Arm der Sicherheitskräfte und dank ihrer schmucken Uniform gern gesehene Kulisse bei Staatsempfängen. Es sind viele Bezugspunkte in der wechselvollen Geschichte Rumäniens die Catalin Dorian Florescu Stoff für unzählige Schlenker liefern. Doch immer drehen sie sich um die Familie Stoica und den Feuerturm. Als ein neuer Feuerturm gebaut wird, zieht zum Beispiel Urgrossvater Vasile mit der Kutsche in die Nähe des Feuerturms. Der angeheuerte Kutscher muss aber eine von Vasiles Frau sorgfältig ausgesonnene Route einschlagen, wo die Kirchen der zahlreichen Schutzpatrone angesteuert werden, deren Segen sich die fromme Ecaterina mit einem Gebet sichern will. Während sie in einer Kirche betet, sieht sich der deutlich wenige fromme Vasile genötigt, seinen Feuerwehrkameraden bei der Bewältigung eines Aufstandes schlagkräftig zur Hand zu gehen. Solcherart sind die Geschichen rund um den Feuerwehr-Clan. Es sind die Frommen, die Betenden und die Barmherzigen, die dieses Buch prägen. Wir folgen der Familie über alle Epochen. Die Männer sind vor allem pflichtbewusst. Letzter des stolzen Clans ist Victor. Er ist der Erzähler dieses Familienclans, gezeichneter traumatisierter Entlassener der berüchtigten Gefängnisse des kommunistischen Regimes. Durch Denunzianten den Häschern der Securitate in die Hände gefallen, landet der Geschichtstudent im Gefängnis. Dort herrschen Willkür, Misshandlung der Gefangenen, Krankheit, Mangelernährung und Tod prägen den Gefängnisalltag. Das Buch endet in den letzten Tagen des Ceaucescu-Regimes, Viktor mag noch nicht glauben, dass das kleptokratische Regime stürzen wird. Es ist ein opulentes Buch voll von Geschichten und Randnotizen der Geschichte, und es gibt nicht viele, die diesen Stoff souverän und süffig schreiben können, Florescu gelingt es meisterhaft.

  • Bewertung

    5/5

    06.06.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Unbedingte Leseempfehlung!

    Catalin Dorian Florescu gehört ja schon lange zu den herausragenden deutschsprachigen Autoren, für «Jacob beschliesst zu lieben» durfte er 2011 den Schweizer Buchpreis entgegennehmen. Auch sein neustes Werk – «Der Feuerturm» – ist ganz wunderbar, vordergründig eine Familiensaga, im Kern aber der Roman einer Stadt: Bukarest. Wie Florescu im letzten Drittel seines Buchs beschreibt, wie in Rumänien nach dem Zweiten Weltkrieg die Kommunisten an die Macht kommen, «wie die Angst in einer Ecke sitzt, vielleicht neben dem Kamin, vielleicht im Schaukelstuhl, schläfrig um sich schaut und zufrieden ist, ihr Werk verrichtet zu haben» – das ist wirklich sehr, sehr eindrücklich. Unbedingte Leseempfehlung!

  • Sikal

    4/5

    10.04.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Familienroman

    Seit vielen Jahren folge ich dem Autor Catalin Dorian Florescu, dessen Bücher mich immer wieder faszinieren (z.B. Jacob beschließt zu lieben, Zaira, …). Darum war es selbstverständlich, dass ich auch das neueste Werk von ihm lesen musste. „Der Feuerturm“ verspricht eine Geschichte über fünf Generationen der Familie Stoica, die alle irgendwie mit dem Feuerturm verbunden scheinen. Ein Gebäude, das über hundert Jahre Zeuge über die Ereignisse in Bukarest wurde. Die Stoicas – Urgroßvater, Großvater und Vater – sind seit Generationen Feuerwehrmänner und leben beim und mit dem Turm. Erst Victor bricht mit dieser Tradition und fungiert hier als Erzähler über die Geschichte seiner Familie. Florescu baut mehrere Erzählstränge auf, springt zwischen Victors Erzählungen aus der Gegenwart immer wieder weit zurück in die Vergangenheit. Leider wird hier eine enorme Vielzahl an Personen eingeflochten, dass ich oft nicht wusste, in welcher Zeit ich mich gerade befinde und wer nun gerade zum Protagonisten wird. Der Schreibstil und die Sprache des Autors sind poetisch, bildhaft und fangen detailliert die Atmosphäre Bukarests in der jeweiligen Zeit ein. Das Buch berührt durch diese wunderbare Sprache und die historischen Fakten. Wie immer bewundernswert finde ich die gute Recherchearbeit, die der Autor auf sich genommen hat. Meiner Meinung nach ist dieses Buch schwächer als die anderen Bücher des Autors. Erst gegen Ende kommt Schwung in die Geschichte und so kann ich mit gutem Gewissen noch 4 Sterne vergeben.

  • mimitatis_buecherkiste

    aus Krefeld

    3/5

    17.02.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine Generation folgt der nächsten

    Dieses Buch hat mich gelockt, gerufen und mir eine tolle Geschichte versprochen. Historisch und gefühlvoll sollte die sein, im Mittelpunkt eine Familie und ein Turm; genauer gesagt ein Feuerturm. Das hörte sich gut an. Ich habe es erhört, das Buch, ich habe mich auf die Story eingelassen und darauf verlassen, bestens unterhalten zu werden. Das Buch hat es mir nicht leicht gemacht. Der Anfang schwankte zwischen interessanten Passagen und nichtssagenden Seiten, der Funke aber wollte einfach nicht überspringen. Ich wollte so gerne in die Erzählung eintauchen, mich darin verlieren, aber verloren habe ich bald leider nicht nur den Überblick, um was es überhaupt geht, sondern auch den Durchblick, wo das Ganze wohl hinführt. Ich brach ab, legte es weg, schlief drüber, nahm es wieder in die Hand und beendete es. Man stelle sich an dieser Stelle einen tiefen Seufzer vor. Der Urgroßvater, der Großvater und der Vater, alle haben sie bei der Feuerwehr gedient. Der Erzähler selbst wohl nicht, aber sicher war ich mir lange nicht. Die Geschichte springt zwischen den Jahren und Personen, sodass ich oft nicht wusste, in welcher Zeit ich bin und um wen oder was es geht. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass der Autor es selbst nicht wusste, wenn er mittendrin gewechselt hat. Da half es nicht, dass zudem einige Wörter und so manche Sätze nicht übersetzt wurden. Intuitiv konnte ich die meisten erraten, aber hinderlich war es trotzdem. Es gibt zwar ein Glossar am Ende, das aber nicht alphabetisch und unvollständig ist. Ich bin ein Fan von Büchern, die mich fordern, zuletzt waren dies Zum Paradies und das wunderbare Wolkenkuckucksland. Dieses Buch aber hat mich einfach nur überfordert. Auf den letzten hundertfünfzig Seiten gab es endlich einen roten Faden, dem ich folgen konnte, aber da war ich bereits abwesend, wollte nur noch wissen, wie es ausgeht, endlich zum Ende kommen. Das ist schade, denn ich hätte gerne mehr über die Geschichte Rumäniens erfahren, aber diese Erzählung gab mir leider keine Möglichkeit dazu. Dennoch sind es gerade diese letzten hundertfünfzig Seiten, die mich so berühren und aufwühlen, dass meine Bewertung nicht ins bodenlose abrutscht, sondern sich in der Mitte einpendelt.

  • Bories vom Berg

    aus München

    2/5

    18.05.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Turm schützt uns Um den…

    Der Turm schützt uns Um den neuesten Roman des rumänisch-stämmigen Schriftstellers Catalina Dorian Florescu mit dem Titel «Der Feuerturm» ist es merkwürdig still. Das deutsche Feuilleton hat sich vornehm zurück gehalten, während andere Bücher oft ja eilfertig schon unmittelbar nach ihrem Erscheinen besprochen werden. Erzählt wird hier die Geschichte einer rumänischen Familie über fünf Generationen hinweg, in der die Männer traditionell bei der Feuerwehr sind. Es ist auch ein Gesellschafts-Roman, und ein typischer Stadt-Roman obendrein, eine Hommage an Bukarest. Der Roman wird eingeleitet mit der Legende von Iane, einem Unglücksboten, der aus dem Wald gelaufen kam und die Stadt vor einem nahenden Unheil warnen wollte. Auch der titelgebende Feuerturm hat eine solche Alarmfunktion, er wurde 1892 fertig gestellt und bietet mit 42 Meter Höhe eine weite Aussicht über Bukarest. Der dort oben diensthabende Feuerwehrmann alarmiert im Brandfall seine Kollegen und gibt ihnen Hinweise auf den genauen Ort des Brandes. «Dieser Turm ist eine Metapher für die Widerstandskraft der Menschen» hat der Autor erklärt. Im Roman fungiert er als Leitmotiv, um ihn rankt sich ein dichtes Geflecht von zeitlich vor und zurück springenden Geschichten und Episoden. Ich-Erzähler ist der 1932 geborenen Victor Stoica, der froh ist, dass sein älterer Bruder Alex, der unumstößlichen Tradition folgend, Feuerwehrmann wird, er selbst hatte wenig Lust dazu. Lieber studiert er Geschichte. Im Laufe der Zeit wechseln sich, begleitet von heftigen Unruhen, die verschiedenen Regime ab. Als die Kommunisten zunehmend angefeindet werden, finden die Freiheitlichen auch auf der Uni Anhänger, zu denen auch Victor gehört. Prompt wird er als Klassenfeind denunziert, - er ahnt, wer dahinter steckt. Man holt ihn zu Verhör, er durchleidet eine unmenschliche Untersuchungshaft. Beim Prozess stellt sich sein stärkster Belastungs-Zeuge als jemand aus seinem unmittelbaren Umfeld heraus. Homo homini lupus! Denunziant und Zeuge stehen beide natürlich ebenfalls unter dem Druck der Securitate. Als er acht Jahre später entlassen wird, gibt er seine düsteren Rachepläne auf, er sucht nur noch ein ruhiges Plätzchen. Das findet sich bei einem jüdischen Schneider, der ihn einstellt, obwohl er gar nicht schneidern kann, er sucht eigentlich nur einen Gesprächspartner. Erst als der alte Schneider sein Ende nahen spürt, bringt er Victor, im Crashkurs sozusagen, das Schneidern bei, Victor soll das kleine Geschäft fortführen. Dort lernt er dann auch seine spätere Frau kennen, mit der er schließlich ein Kind hat und in einen Plattenbau zieht. Man hilft sich gegenseitig in diesem Unterschichten-Milieu, da werden auch schon mal verhungernde Kinder von der Straße in die Familie aufgenommen. Das geschilderte Elend ist unsäglich und wird über die Zeiten hinweg im Kommunismus vom geradezu absurden Mangel als neuer Drangsal abgelöst. Bei alldem wirkt die Feuerwehr-Dynastie der Stoicas wie ein Fels in der Brandung, mit dem Turm als Symbol. Wobei die Frauen die dominante Rolle einnehmen, immer gestützt auf eine bedingungslos gläubige Religiosität, man läuft oft mehrmals am Tag in die Kirche und spricht für jeden Wunsch direkt den dafür zuständigen Schutzpatron an. Florescu bildet sehr überzeugend das Leiden unter der ständigen Fremdherrschaft Rumäniens ab, schildert detailreich das bunte Leben in den Gassen, das Gewusel auf den Märkten der Stadt. Was dann aber, durch allzu häufige Wiederholungen überstrapaziert, irgendwann langweilig wird. Neben den wilden Zeitsprüngen erschwert auch eine Überfülle von oft schwer einzuordnenden Figuren das Lesen. Die rumänischen Begriffe und Sätze tun ein Übriges, das schmalbrüstige Glossar hilft da meistens nicht. Was die Spannung anbelangt, nimmt der Roman erst im letzten Drittel etwas an Fahrt auf und lässt einen roten Faden erkennen. «Der Turm schützt uns» heißt es ganz am Ende, als Victor nach seiner aufmüpfigen Tochter sucht in den Wirren des Umbruchs von 1989.

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