Produktbild: Populärer Realismus

Populärer Realismus Vom International Style gegenwärtigen Erzählens

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

15.09.2022

Abbildungen

mit 8 Abbildungen

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

408

Maße (L/B/H)

21,5/13,8/2,9 cm

Gewicht

574 g

Farbe

Weiß / Schwarz

Auflage

2

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-78336-4

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

15.09.2022

Abbildungen

mit 8 Abbildungen

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

408

Maße (L/B/H)

21,5/13,8/2,9 cm

Gewicht

574 g

Farbe

Weiß / Schwarz

Auflage

2

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-78336-4

Herstelleradresse

C.H. Beck
Wilhelmstrasse 9
80801 München
DE

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  • Bewertung

    3/5

    28.12.2022

    Buch (Taschenbuch)

    Streitschrift

    Moritz Baßler lehrt Neue Deutsche Literatur in Münster und hat mit »Populärer Realismus. Vom Internationalen Style gegenwärtigen Erzählens« in die Debatte über Qualitätskriterien von Gegenwartsliteratur eingegriffen. Was gute Gegenwartsliteratur nicht ist, aber zu sein scheint, fasst er mit dem Stil des Midcults und des populären Realismus zusammen, der leicht lesbar ist, konventionelle Plots verfolgt und mit einer Ahnung von Bedeutsamkeit spielt, die der Autor im Grunde genommen für trivialen Kitsch hält. Es liest sich unterhaltsam, wie er u.A. Fitzek, Kehlmann und Herrndorf anführt. Baßler räumt ein, dass es auch eine elitäre Seite hat, à la Adorno jegliche Eingängigkeit und Konsumierbarkeit kulturpessimistisch abzutun, doch letztlich las ich Baßler verhaftet in dieser kulturpessimistischen Perspektive, die auf die "dummen Massen der Konsument:innen" schaut, die nichts anderes wünschen, als durch Literatur unterhalten und bestätigt zu werden. Leider lief »Populärer Realismus« auf eine Streitschrift zu, die recht absolutistisch literarische Mehrdeutigkeit und Irritation von vermeintlichen Wahrheiten soweit über alle anderen Literaturen stellt, dass nur der Geruch von Benennung politischer Ungleichheiten, insbesondere der Provinienz, die Rassismus, Klassismus, Heteronormativität thematisiert, zu einer autoritären Abcancelung führt, die jeglichen Dialog beendet. Und ja, auch ich spitze hier zu, denn Baßler stellt schon (widerwillig?) einige Beispiele dieser Spielart vor, die dann doch Qualität aufweisen würden. Würde er es nicht tun, würde seine Argumentation aber auch allzuleicht angreifbar sein. Auch dachte ich darüber nach, dass in letzter Konsequenz gegenwartsliterarische Science Fiction die Literatur der Literaturen für Baßler sein müsste, hmmm. Sagt mir »Populärer Realismus« etwas über die Qualität von Literatur? Bedingt, ein wenig, zu wenig. »Bei Regen in einem Teich schwimmen« von George Saunders hatte zu diesem Thema mehr zu bieten. Sagt es mir etwas über die Qualität und die Gegenstände der aktuellen Debatte über Literatur? Das eher. Wie schwierig es doch zu sein scheint, in Debatten offen nach Erkenntnis zu suchen, ohne andere Positionen abzuqualifizieren und genau diese Debatten damit zu schließen.

  • Kata_____Lović

    aus Bremen

    3/5

    28.12.2022

    Buch (Taschenbuch)

    Moritz Baßler lehrt Neue…

    Moritz Baßler lehrt Neue Deutsche Literatur in Münster und hat mit »Populärer Realismus. Vom Internationalen Style gegenwärtigen Erzählens« in die Debatte über Qualitätskriterien von Gegenwartsliteratur eingegriffen. Was gute Gegenwartsliteratur nicht ist, aber zu sein scheint, fasst er mit dem Stil des Midcults und des populären Realismus zusammen, der leicht lesbar ist, konventionelle Plots verfolgt und mit einer Ahnung von Bedeutsamkeit spielt, die der Autor im Grunde genommen für trivialen Kitsch hält. Es liest sich unterhaltsam, wie er u.A. Fitzek, Kehlmann und Herrndorf anführt. Baßler räumt ein, dass es auch eine elitäre Seite hat, à la Adorno jegliche Eingängigkeit und Konsumierbarkeit kulturpessimistisch abzutun, doch letztlich las ich Baßler verhaftet in dieser kulturpessimistischen Perspektive, die auf die "dummen Massen der Konsument:innen" schaut, die nichts anderes wünschen, als durch Literatur unterhalten und bestätigt zu werden. Leider lief »Populärer Realismus« auf eine Streitschrift zu, die recht absolutistisch literarische Mehrdeutigkeit und Irritation von vermeintlichen Wahrheiten soweit über alle anderen Literaturen stellt, dass nur der Geruch von Benennung politischer Ungleichheiten, insbesondere der Provinienz, die Rassismus, Klassismus, Heteronormativität thematisiert, zu einer autoritären Abcancelung führt, die jeglichen Dialog beendet. Und ja, auch ich spitze hier zu, denn Baßler stellt schon (widerwillig?) einige Beispiele dieser Spielart vor, die dann doch Qualität aufweisen würden. Würde er es nicht tun, würde seine Argumentation aber auch allzuleicht angreifbar sein. Auch dachte ich darüber nach, dass in letzter Konsequenz gegenwartsliterarische Science Fiction die Literatur der Literaturen für Baßler sein müsste, hmmm. Sagt mir »Populärer Realismus« etwas über die Qualität von Literatur? Bedingt, ein wenig, zu wenig. »Bei Regen in einem Teich schwimmen« von George Saunders hatte zu diesem Thema mehr zu bieten. Sagt es mir etwas über die Qualität und die Gegenstände der aktuellen Debatte über Literatur? Das eher. Wie schwierig es doch zu sein scheint, in Debatten offen nach Erkenntnis zu suchen, ohne andere Positionen abzuqualifizieren und genau diese Debatten damit zu schließen.

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  • Produktbild: Populärer Realismus
  • Vorbemerkungen

    I. Teil:

    Populärer Realismus – Eine Literatur für alle

    Der Heimweg
    Realismus
    Kommerz und Anspruch
    Definition von Welt durch Literatur
    Die Marquise geht wieder um fünf Uhr aus
    Born translated

    Midcult – Wenn Populärer Realismus Kunst sein will
    Der Realismus und das Magische
    Genie erzählen
    Nennen wir es Midcult
    Blutiger Realismus
    Bildungsbürgerliches Urvertrauen
    Moderne-Bashing
    Großmutters Brot

    Populärer Realismus
    Fantasy
    Vom Populären
    Das Gesetz der Serie
    Bewohnbare Strukturen
    Der TATORT zum Beispiel
    Hedonistischer und ‹seriöser› Realismus
    Erzählen nach den Medien
    Zwischen Populärem Realismus und Pop

    II. Teil

    Ein Neuer Midcult?

    Ferrante-Quartette
    Grundzüge eines Neuen Midcult
    Gegenwartsliteratur in neuen Kontexten
    Nazis am Baggersee (Wenzel)
    Die Parrhesia vom Prenzlauer Berg (Stelling)
    Im Raum des Eigenen (Otoo)
    Inhaltliche Avantgarde?

    Tentakuläres Erzählen
    In der Traumafabrik (Yaghoobifarah)
    Der Mythos des Pferdemädchens (Krusche)
    Identitäten verhandeln (Sanyal)

    Autofiktion
    Der Autor als Welt (Knausgård)
    Der Autor als Persona (Goetz)
    Postironische Katharsisse (Kracht)
    Appropriation des Eigenen
    Memoirs: vom Gebrauchswert der Autofiktion (Feldman)
    Formen des Nichtseins

    Kalkülromane
    Das Wirkliche und das Mögliche (Dath)
    Die Zukunft des Erbes (Meier)
    Vom richtigen Leben (Weber)
    Vom guten Leben (Randt)
    Paradigmatischer Realismus

    Epilog: Wolf Haas oder Das Erzählen

    Bildnachweis
    Register