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heute graben

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

14.03.2022

Verlag

Kremayr & Scheriau

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

20,9/13,1/2,2 cm

Gewicht

300 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-218-01295-9

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

14.03.2022

Verlag

Kremayr & Scheriau

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

20,9/13,1/2,2 cm

Gewicht

300 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-218-01295-9

Herstelleradresse

Kremayr und Scheriau
Rotenturmstraße 27/5
1010 Wien
AT

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  • MarcoL

    aus Füssen

    5/5

    21.05.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Poesie und Willkür. Tagebuch und Traum. Liebe und Verzweiflung. Wo geht der Weg hin?

    Nach den ersten zwei Seiten stand für mich fest: Ich bin sehr begeistert von dem Buch. Allein diese knappe Art der Erzählweise, welche für mich dennoch eine schlichte Art der Poesie enthält, erzeugt einen Sog, dem man nicht entrinnen kann. In fünf „Heften“ erzählt uns der Autor eine Reise seines Ich-Erzählers durch die Landschaft des Leidens. Seelisch wie körperlich scheint der junge Mann nach und nach den Boden zu verlieren. In den kurzen Tagebucheinträgen erfahren wir von seiner Pein, unbedingt seine große Liebe, welche nur mit „A.“ betitelt wird, wieder zu finden. Er schreibt sogar einen Roman darüber, müht sich dabei ab. Von Beruf ist er Totengräber. Auch hier bekommen wir immer wieder Einblicke in seine Arbeit, die er hauptsächlich mit seinem Papa durchführt. Eine Lungenkrankheit macht das Chaos in seinem Körper perfekt. Der Ich-Erzähler gibt sehr viel über sich preis, und bleibt dennoch auf eine gewisse Art ein grauer Unbekannter, den es gilt, näher kennen zu lernen - fast so, als wären die Tagebucheinträge ebenfalls für den Verfasser gedacht, sich selber zu suchen und betrachten. Das Rätsel um A. macht die ganze Sache natürlich noch zunehmend spannend. Traumsequenzen, von welchen der Erzähler manchmal selbst nicht mehr weiß, ob es tatsächlich nur Träume waren, oder er es doch erlebt hat, wechseln sich ab. Es bildet sich ein gordischer Knoten aus vermischten Gefühlen. Krankheit, Liebe, Sehnsucht, Selbstbestimmung verheddern sich zunehmend, der Ansatz einer Entwirrung scheint schwierig … Es ist eine Akzeptanz der Gegebenheiten. Die Gesundheit ist eine Sache, die Liebe und viele kurze Beziehungen eine andere. Der Mut, sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen, ist wieder ganz etwas anderes. So verstehe ich diesen autofiktionalen Roman rund um den Totengräber. Heute graben, in uns! Mir hat der Roman sehr gut gefallen, er ist erfrischend anders, aber auch nicht leicht zu lesen. Gerne gebe ich hier eine Leseempfehlung ab, nicht zuletzt auch auf Grund von richtig schönen Sätzen: S.75: „Ich werfe meine Angel nach Sprache aus. Nur Gestammel rüttelt an der Schnur. Warten. Mit dem falschen Köder, zur falschen Zeit, in falschen Gewässern.“

  • MarcoL

    aus Füssen

    5/5

    21.05.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Nach den ersten zwei Seiten…

    Nach den ersten zwei Seiten stand für mich fest: Ich bin sehr begeistert von dem Buch. Allein diese knappe Art der Erzählweise, welche für mich dennoch eine schlichte Art der Poesie enthält, erzeugt einen Sog, dem man nicht entrinnen kann. In fünf „Heften“ erzählt uns der Autor eine Reise seines Ich-Erzählers durch die Landschaft des Leidens. Seelisch wie körperlich scheint der junge Mann nach und nach den Boden zu verlieren. In den kurzen Tagebucheinträgen erfahren wir von seiner Pein, unbedingt seine große Liebe, welche nur mit „A.“ betitelt wird, wieder zu finden. Er schreibt sogar einen Roman darüber, müht sich dabei ab. Von Beruf ist er Totengräber. Auch hier bekommen wir immer wieder Einblicke in seine Arbeit, die er hauptsächlich mit seinem Papa durchführt. Eine Lungenkrankheit macht das Chaos in seinem Körper perfekt. Der Ich-Erzähler gibt sehr viel über sich preis, und bleibt dennoch auf eine gewisse Art ein grauer Unbekannter, den es gilt, näher kennen zu lernen - fast so, als wären die Tagebucheinträge ebenfalls für den Verfasser gedacht, sich selber zu suchen und betrachten. Das Rätsel um A. macht die ganze Sache natürlich noch zunehmend spannend. Traumsequenzen, von welchen der Erzähler manchmal selbst nicht mehr weiß, ob es tatsächlich nur Träume waren, oder er es doch erlebt hat, wechseln sich ab. Es bildet sich ein gordischer Knoten aus vermischten Gefühlen. Krankheit, Liebe, Sehnsucht, Selbstbestimmung verheddern sich zunehmend, der Ansatz einer Entwirrung scheint schwierig … Es ist eine Akzeptanz der Gegebenheiten. Die Gesundheit ist eine Sache, die Liebe und viele kurze Beziehungen eine andere. Der Mut, sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen, ist wieder ganz etwas anderes. So verstehe ich diesen autofiktionalen Roman rund um den Totengräber. Heute graben, in uns! Mir hat der Roman sehr gut gefallen, er ist erfrischend anders, aber auch nicht leicht zu lesen. Gerne gebe ich hier eine Leseempfehlung ab, nicht zuletzt auch auf Grund von richtig schönen Sätzen: S.75: „Ich werfe meine Angel nach Sprache aus. Nur Gestammel rüttelt an der Schnur. Warten. Mit dem falschen Köder, zur falschen Zeit, in falschen Gewässern.“

  • Bewertung

    5/5

    26.03.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Totengräber sucht die Liebe

    Heute Graben hat eine große Buchliebe in mir entfacht. Es ist bis jetzt der beste Roman, den ich in diesem Jahr gelesen habe. Es trifft einen Ton, der mich lächeln lässt, nicht auf eine hohle Art. Sprachlich verströmt Heute Graben eine leichtfüßige Melancholie. Es handelt von dem nicht Ankommen, der Unruhe und der Poesie, die dem Leben innewohnt. Ein Totengräber sucht die Liebe. Er verliert sich in der Sehnsucht nach seiner ersten Liebe, läuft ihr hinterher und spinnt sie immer weiter. Der Totengräber erzählt, monologisiert. Er beobachtet und kommentiert sich, versucht sich schreibend zu erretten. Er traut sich nicht über den Weg, verliebt sich in die Verliebtheit, kommt nicht darüber hinaus. Der Totengräber vergisst, verklärt, wandert rastlos weiter, bleibt einsam, beziehungslos und voll von Träumen, Illusionen und Poesie. Der Totengräber vergräbt sich immer weiter in sich selbst. Abgesehen von sexuellen Begegnungen, mal romantisch verklärt, mal tragisch nüchtern, geht er keine Beziehungen zu anderen Menschen ein, auch nicht zu den Toten und Trauernden. Bald wird er das Unternehmen seines Vaters beerben, er versucht sich an einem Buch und dreht sich schwindelerregend um sich selbst. Es befällt ihn die gleiche Lungenkrankheit, die Thomas Bernhardt heimsuchte, Morbus Boeck, Sarkoidose; ein Zeichen und die Möglichkeit große Literatur zu erschaffen, verdenkt sich der Totengräber. Die Krankheit selbst versucht er zu ignorieren, doch sie nimmt ihn immer mehr ein und verschlingt ihn fast. Der Totengräber ist in seiner heiteren Tragik eine Figur, die man liebhaben muss. Die Poesie und seine Idee der Liebe lässt ihn den Wirklichkeiten entfliehen und trotz des Kampfes gegen Krankheit und Medikamente lebendig sein. Graben wir etwas tiefer, nur eine kleine Schicht, kommen wir an existenzielle Themen der Beziehungen des Menschen zu sich selbst und zu Anderen, der Einsamkeit, der Sprache, der Literatur, des Sinns. Dies ist ein Buch für alle, die sich schon einmal selbst das Herz gebrochen haben, für verhinderte Poetinnen und Dichter.

  • Kata_____Lović

    aus Bremen

    5/5

    26.03.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Heute Graben hat eine große…

    Heute Graben hat eine große Buchliebe in mir entfacht. Es ist bis jetzt der beste Roman, den ich in diesem Jahr gelesen habe. Es trifft einen Ton, der mich lächeln lässt, nicht auf eine hohle Art. Sprachlich verströmt Heute Graben eine leichtfüßige Melancholie. Es handelt von dem nicht Ankommen, der Unruhe und der Poesie, die dem Leben innewohnt. Ein Totengräber sucht die Liebe. Er verliert sich in der Sehnsucht nach seiner ersten Liebe, läuft ihr hinterher und spinnt sie immer weiter. Der Totengräber erzählt, monologisiert. Er beobachtet und kommentiert sich, versucht sich schreibend zu erretten. Er traut sich nicht über den Weg, verliebt sich in die Verliebtheit, kommt nicht darüber hinaus. Der Totengräber vergisst, verklärt, wandert rastlos weiter, bleibt einsam, beziehungslos und voll von Träumen, Illusionen und Poesie. Der Totengräber vergräbt sich immer weiter in sich selbst. Abgesehen von sexuellen Begegnungen, mal romantisch verklärt, mal tragisch nüchtern, geht er keine Beziehungen zu anderen Menschen ein, auch nicht zu den Toten und Trauernden. Bald wird er das Unternehmen seines Vaters beerben, er versucht sich an einem Buch und dreht sich schwindelerregend um sich selbst. Es befällt ihn die gleiche Lungenkrankheit, die Thomas Bernhardt heimsuchte, Morbus Boeck, Sarkoidose; ein Zeichen und die Möglichkeit große Literatur zu erschaffen, verdenkt sich der Totengräber. Die Krankheit selbst versucht er zu ignorieren, doch sie nimmt ihn immer mehr ein und verschlingt ihn fast. Der Totengräber ist in seiner heiteren Tragik eine Figur, die man liebhaben muss. Die Poesie und seine Idee der Liebe lässt ihn den Wirklichkeiten entfliehen und trotz des Kampfes gegen Krankheit und Medikamente lebendig sein. Graben wir etwas tiefer, nur eine kleine Schicht, kommen wir an existenzielle Themen der Beziehungen des Menschen zu sich selbst und zu Anderen, der Einsamkeit, der Sprache, der Literatur, des Sinns. Dies ist ein Buch für alle, die sich schon einmal selbst das Herz gebrochen haben, für verhinderte Poetinnen und Dichter.

  • Novalie

    aus Graz

    4/5

    15.11.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Schräg aber kreativ

    In einem Zug trifft ein Totengräber auf seine erste Liebe mit dem Namen A. Er beginnt zu schreiben, über die Liebe und seine Dates mit B, C, D, … sowie über seinen Alltag auf dem Friedhof. Dann wird bei ihm eine schwere Lungenkrankheit diagnostiziert und obwohl sich dadurch viel ändert, bleibt doch irgendwie alles gleich. Der Schreibstil ist sehr eigen und der Text besteht oft aus Satzfragmenten, die unfertigen Gedanken ähneln. Die Charaktere bleiben unnahbar und Schatten ihrer selbst. Nachdem die Frauenfiguren keine echten Namen haben, sondern nach dem Alphabet kategorisiert werden, verlieren sie auch ihre Individualität. Das hat sich irgendwie fast entmenschlichend angefühlt. Der Protagonist war extrem wehleidig, von den eigenen Themen und einer Überdosis Selbstmitleid eingenommen und konnte kaum Verbindung zu anderen aufbauen. Dabei sehnt er sich jedoch genau nach den Dingen, die er nicht versteht und gräbt Gräben zwischen sich und seinen Mitmenschen. Es war irgendwie schräg und auf jeden Fall innovativ, aber auch sehr verwirrend.

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