Drei Epochen, drei Frauen, drei Schicksale In den Geschichten von Martha, Maria und Magda im schlesischen Gleiwitz spiegelt sich die Geschichte einer Grenzregion wider: die Geschicke von Deutschen, Polen und Tschechen, Christen und Juden, die liebten und hassten, Familien gründeten und einander verließen, vertrieben wurden und sich wiederbegegneten. Dörthe Binkert spannt gekonnt den großen Bogen von den 20er- bis zu den ausgehenden 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts. Mit viel Gespür und noch mehr Herzblut zeichnet sie das Porträt einer Zeit und einer Region, in der Freude und Leid nur einen Wimpernschlag voneinander entfernt waren. Ungekürzte Lesung mit Vincent Leittersdorf | ca. 19 h 45 min.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Andrea
5/5
18.12.2025
Hörbuch-Download
Bewegende Familiensaga über das schlesische Schicksal
Dieses Buch gehört zu meinen Lieblingen. Ergreifend geschrieben, historische Ergebnisse sehr gut verpackt. Ein dramatisch Punkt der deutschen/europäischen Geschichte - sehr schade dass dieses Schicksal so vernachlässigt wird. Umso mehr bin ich der Autorin dankbar hierfür.
Magdalena
aus Köln
5/5
12.11.2022
Buch (Taschenbuch)
Mitreißende Lebensgeschichten aus Schlesien 1921–1956
Die Autorin beschreibt sehr authentisch und mitreißend das Leben mehrerer deutscher Familien, die entweder 1945 aus Schlesien vertrieben wurden oder einige Jahre später das kommunistische Polen verlassen haben. Dörthe Binkert hat im Zuge ihrer Recherche mit vielen Vertriebenen gesprochen, die als Kinder Krieg, Flucht und Vertreibung miterlebt haben.
Ich empfehle diese mitreißende Familiensaga allen, die historisch interessiert sind und insbesondere natürlich denjenigen, deren Vorfahren aus Schlesien stammen.
Inhalt
Martha und Carl Strebel haben sechs Kinder: Konrad, Heinrich, Ida, Hedwig, Klara und Luise. Konrad ist Sozialist, er heiratet die polnischstämmige Paulina, Heinrich wird Nationalsozialist, Ida ist Schneiderin, sie zieht von Gleiwitz nach Breslau, wo sie ein Modeatelier aufmacht, welches sie zusammen mit ihrer jüdischen Geliebten Ruth führt. Hedwig ist Krankenschwester, Klara kümmert sich um den verwitweten Vater und bleibt als einzige bei ihm wohnen. Luise wird mit 17 schwanger von einem Polen.
Magda Kuznik ist Luises beste Freundin. Sie ist eine Überlebenskünstlerin, die sich an die Verhältnisse anpasst und je nach Bedarf Deutsche oder Polin ist. Nach dem Krieg heiratet sie den jüdischen Ingenieur Aron Sperber, der aus Lemberg vertrieben wurde.
Maria Fabisch ist Säuglingskrankenschwester und ebenso wie Magda sehr anpassungsfähig. Sie hat drei Kinder, ihr Mann Wolfgang überlebt den Krieg nicht.
Aufschlussreich, tiefgreifend und bewegend, einer der besten historischen Romane, den ich gelesen habe.
Bewertung
aus Gudensberg
5/5
16.06.2021
Buch (Taschenbuch)
Ein sehr ergreifender Roman über Schlesien vor und im 2. Weltkrieg
Der beste Roman den ich seit langem gelesen habe. Aufschlußreich und tiefgreifend. Das Leben verschiedener einfacher Bürger in verschiedenen Mietshäusern vor und während und nach dem 2.ten Weltkrieg. Das Buch schildert die Grausamkeiten und die Brutalität die damals das Schicksal der Menschen prägte aber auch wieder den Zusammenhalt und das Gute in den Menschen, die sich gegenseitig helfen egal welcher Religion und Nationalität.Die unterschiedlichen Charaktäre innerhalb der Familie Strebel, die Generationskonflikte und wo sie alle geendet sind. Eine tiefgehende Familiensaga die sehr viel Nachdruck hinterlässt. Auch von den geschichtlichen Vorkommnissen ist dieser Roman sehr interessant.Man bekommt durch solche Romane einen Einblick in das tragische Leben unserer Großeltern im und nach dem 2.ten Weltkrieg.
Kerstin1975
aus Crailsheim
5/5
18.12.2020
Buch (Taschenbuch)
Mitreißende, lebendige Familiensaga, die berührt, bewegt und dem Leser in vergangene Zeiten mitnimmt. Einfach klasse!
Buchinhalt:
Es ist das Jahr 1921, als Luise, die jüngste der sieben Strebel-Geschwister im schlesischen Gleiwitz auf die Welt kommt. Wenige Jahre später bricht der Zweite Weltkrieg über ihre Heimat herein, eine Zeit, die Luises Leben und das ihrer Familie nachhaltig prägen wird. Unbeschwerte Kindheit, Freundschaft und Familie, aber auch Leid, Tod und Entbehrung liegen nahe beieinander – in einer Grenzregion zwischen Deutschland und Polen, die doch in erster Linie immer Heimat und Zuflucht gewesen war….
Persönlicher Eindruck:
Mitreißend und bewegend schildert die Autorin das Leben in Schlesien, dem einstigen Industrierevier des Deutschen Reiches – anhand der Großfamilie Strebel, ihrer Freunde und Nachbarn im schlesischen Gleiwitz.
Bereits auf den ersten Seiten ist man als Leser mitgerissen und kann sich kaum mehr von den Seiten lösen, hat man einmal mit dem Lesen begonnen. Der Schreibstil ist wunderbar und man ist sofort ein Teil dieser packenden Saga, die sich zwischen 1921 und 2003 erstreckt.
Auch wenn zunächst Luise, die jüngste der Strebel-Kinder, die heimliche Hauptfigur der Autorin ist, kommen auch alle anderen Figuren nicht zu kurz. Trotz der vielen Namen und Familien hatte ich nie Schwierigkeiten, die einzelnen Personen zuzuordnen – im Gegenteil: man ist beim Lesen irgendwie ein Teil der Nachbarschaft und hautnah dabei, sei es nun bei Luises erster Kindheitsfreundin, dem ersten Schultag oder dem ganz normalen alltäglichen Leben zwischen Paulstraße und Annastraße.
Das Namensregister zu Beginn des umfangreichen Buchs ist hilfreich, auch wenn es nicht man wirklich zum Verständnis notwendig wäre. Das Glossar am Schluß umreißt die wichtigsten geschichtlichen Fakten, in denen der Roman eingebettet ist.
Der Schwerpunkt der Handlung liegt auf den Jahren vor und während des Zweiten Weltkriegs, der Familie Strebel und die anderen Bewohner ihrer Umgebung nachhaltig beeinflusst. Anschaulich wird beschrieben, wie sehr Schlesien eingebettet zwischen Deutschland und Polen war und wie sehr sich die Menschen doch in erster Linie als Schlesier sahen, ungeachtet der gerade aktuellen politischen Situation.
Die zahlreichen in sich verwobenen Lebensgeschichten schaffen ein unvergleichliches Panorama und eine Bildgewaltigkeit der Erzählung. Die Figuren sind dabei durchweg liebevoll, nachvollziehbar und tiefgängig gestaltet, auch die Nebenfiguren. Ihr Leben, ihre Hoffnung und auch ihr Leid machen deutlich, wie sehr Glück und Schmerz doch beieinander liegen – gerade in dieser düsteren Zeit. Gut gefallen hat mir, dass ich vieles von dem, was ich aus Erzählungen von Zeitzeugen dieser Zeit kenne, im Buch in der ein oder anderen Weise wiedergefunden habe.
Das Hauptaugenmerk liegt bei diesem Roman nicht – wie bei vergleichbaren Romanen aus den deutschen Ostgebieten üblich – auf Vertreibung und Flucht, sondern auf dem Schicksal derer, die (zumindest eine Zeitlang) in Gleiwitz / Gliwice, sprich Schlesien, zurückblieben. Was ich schade fand, ist die Tatsache, dass gerade im letzten Drittel die Zeit nur so dahinfliegt und sich oft ein oder mehrere Jahre in nur einem Kapitel abspielen. Man hätte gut noch einen zweiten Band nachlegen können, Stoff dazu gab‘s reichlich.
Mit über 600 Seiten ist der Roman ein richtiger Wälzer, doch auch der geht irgendwann zu Ende. Der Epilog, der sich letztendlich in der Gegenwart abspielt, rundet die Geschichte gekonnt ab und lässt trotzdem noch Raum für weiterführende Gedanken. Luises Epilog hat mich beim Lesen sehr berührt.
Mein Fazit: ein mitreißender, lebendig beschriebener Roman mit wunderbaren Figuren, die den Leser in ihre Zeit und Gedanken mitnehmen. Eine absolute Leseempfehlung, die ihresgleichen sucht, einfach klasse!
Bewertung
aus Gera
5/5
21.12.2018
eBook (ePUB 3)
Einfach Klasse
Das eBook ist super geschrieben. Eine Lebensgeschichte einer schlesischen Familie durch verschiedene Zeitepochen bis in die Neuzeit. Einfach empfehlenswert, besonders wenn die eigenen Vorfahren aus Schlesien stammen und vertrieben wurden.
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