In Soll & Habitus gehen fünfzehn Autor*innen das Wagnis ein, ihr Verhältnis zu Geld zu überprüfen und von ihrem Money Mindset zu erzählen. Alle geheimen Rechnungen kommen auf den Tisch: Verdienste und Schulden, Sparschweine und Wechselkurse, Diebstähle und Ablass-Rituale, Reparationspflichten und Umverteilungsfantasien. Der gespaltene Habitus, der Klassenübergänger*innen lebenslang begleitet, holt einen scheinbar auch in Bezug auf die Frage ein, was denn nun (zu) viel und was (zu) wenig ist.
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4.0/5.0
Bewertung
aus Freiberg
4/5
27.01.2025
Buch (Geheftet)
Was ist zu viel und was ist zu wenig ... 15 Autor*innen schreiben über Geld
In „Soll & Habitus“, erschiehen in der „Schöner lesen“-Reihe von SUKULTUR, herausgegeben von Daniela Dröscher und Paula Füstenberg, schreiben fünfzehn Autor*innen über ihr Verhältnis zu Geld, über Schulden, Verdienste und anderes. Herausgekommen sind dabei auf 21 Seiten jede Menge ganz unterschiedlicher Beiträge, die jede Menge Stoff zum Reflektieren geben.
Beigetragen zu dieser kleinen, aber feinen Veröffentlichung haben Shida Bazyar, Ewe Benbenek, Verena Brakonier, Christian Dittloff, Özlem Özgül Dündar, Verena Güntner, Mareice Kaiser, Şeyda Kurt, Aurélie Maurin, Maria Milisavljević, Jacinta Nandi, Hendrik Quast, Sahar Rahimi, Lynn Takeo Musiol und Deniz Utlu.
"Ich blicke aus dem Fenster auf den Garten meiner Vermieterin und frage mich, wie sie riechen, ihre Rosen. "Hilf ihr doch beim Gärtnern. Sie ist eine nette alte Frau", mahnt meine Mutter. Ich blicke wieder hinaus, auf das Rosenbeet, kurz schlechtes Gewissen. Aber plötzlich sehe ich es: die Blüten, sie sind Geldscheine! Dort blüht meine Monatsmiete. Sollen die Rosen doch sterben."
- Șeyda Kurt
"Wie hoch ist dein Honorar?", fragt der Auftraggeber.
Danke, dass ich überhaupt arbeiten darf, denke ich. Und sage zu wenig.
Jahre später, ich sage nicht mehr zu wenig, fragt der Kellner: Mit Karte?
Wohin lege ich die Karte, wie viel Trinkgeld gebe ich, wie geht das?, denke ich.
Ich kenne den Code aber ich kenne nicht die Codes."
- Mareice Kaiser
"Dann fragen mich Leute, ob ich vom Schreiben leben kann. Ich sage Ja, wissend, dass das ein Privileg ist. Ich sage Ja, wissend m, dass es nicht so sehr daran liegt, was ich verdiene, sondern vielmehr daran, was ich nicht ausgebe. Kein Urlaub, keine Klamotten, kein Auto, kein Luxus. KLar kann ich vom Schreiben leben. Ich kann aber auch von allem leben. Ich habe das so gelernt."
- Shida Bazyar
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