Produktbild: Staila

Staila Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

29.09.2021

Verlag

BoD - Books on Demand

Seitenzahl

278 (Printausgabe)

Dateigröße

575 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783754371688

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Format

ePUB

eBooks im ePUB-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt

Erscheinungsdatum

29.09.2021

Verlag

BoD - Books on Demand

Seitenzahl

278 (Printausgabe)

Dateigröße

575 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783754371688

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  • Bewertung

    aus Quickborn

    4/5

    11.09.2026

    eBook (ePUB)

    »Die Hoffnung stirbt zuletzt, Eva, hörst du?«

    „Staila“ feiert in diesem September 2026 ihren 5. Geburtstag, herzlichen Glückwunsch! Ich habe das Buch erst jetzt, nach dem Lesen des neuesten Romans von Sabine Welk – „Die Akte Alma“ erscheint am 30. Oktober beim Piper Verlag –, entdeckt. „Staila“ hat mich gefesselt und bewegt vom Anfang bis zum Ende. Der Holocaust, wie er entstand, wie er auf die Menschen wirkte und immer noch wirkt, und seine Aufarbeitung sind seit Jahren im Fokus meines Lesens und meiner Familienforschung. Wenn man den Großvater in Auschwitz verloren hat, viele weitere Familienmitglieder auch ermordet wurden, einige auswanderten und wenige in Deutschland überlebten, ist dieses Interesse „angeboren“. Was ist Staila? Zuerst dachte ich an einen Mädchennamen, aber es ist der Name einer Berghütte in den Alpen bei Davos, die in diesem Roman eine Hauptrolle spielt. Die traurig-schöne, schicksalhafte Geschichte beginnt in Frankfurt am Main Mitte der 1930er Jahre. Die Familie des jüdischen Universitätsprofessors Jacob Rubin ist in großer Bedrängnis, seit die Nationalsozialisten die Macht übernommen haben und fast im Tagestakt neue Bestimmungen und Gesetze gegen die jüdische Bevölkerung erlassen. Höhepunkt sind die sog. Nürnberger Gesetze vom 15. September 1935, sie lassen Juden zu Menschen zweiter Klasse werden. Jacob Rubin wird die richtigste, und damit wichtigste Entscheidung seines Lebens treffen, für sich, seine Frau Martha und die Tochter Eva. Auswanderung! Die vierzehnjährige Eva ist zutiefst verunsichert, noch kann sie sich nicht vorstellen, dass das Leben in Deutschland für Juden lebensgefährlich wird. So reist sie notgedrungen mit ihren Eltern in die Schweiz, wo das liebevolle Ehepaar Wuest ihnen in Zürich Unterschlupf gewährt. Eva muss nun in eine Schweizer Schule gehen, ihr größtes Glück wird Elisabeth, die sie als Freundin vom ersten Tag an bestärkt und beschützt. Jacob Rubin hat über drei Jahre keine Aufenthaltsgenehmigung für sich und die Familie in der Schweiz erhalten; die Duldung war das Damoklesschwert über ihnen, es konnte jederzeit herunterfallen. Im Sommer 1938 kann die Familie Rubin für einige Wochen einen Urlaub in Davos genießen, ein jüdische Hilfsorganisation übernimmt die Kosten. Für alle ist es eine wunderbare Abwechslung, der Literaturprofessor ist in seinem Element und die Schatzalp, der sagenhafte Ort in Thomas Manns Zauberberg, fasziniert ihn auf besondere Weise. Ehefrau und Tochter teilen seine Begeisterung für den morbiden Krankenort nicht. Beim Einkehren nach einer Wanderung in der Hütte „Staila“ lernt Eva den Jungen Erich Capun kennen, der als Kellner seinen Eltern hilft. Eva verliebt sich zum ersten Mal in ihrem Leben und auch Erich kann die Tage nicht mehr ohne sie verbringen. Sie treffen sich in jeder freien Minute, die er erübrigen kann. Nur seine Mutter mag Eva nicht, die Städterin, die ihrem Sohn bestimmt Flausen in den Kopf setzen wird. Eva und Erich erleben ihre erste Liebe in der Natur, die sich ihnen freigiebig zeigt, sie vergessen die Welt um sich herum. Ein Telegramm bringt das abrupte Ende dieser Beziehung, die noch in den Kinderschuhen steckte. Jacob Rubin hat eine Stelle an der Columbia-Universität in New York erhalten und schon am nächsten Tag reisen die Rubins ab. Eva ist unglücklich, aber sie ist auch hart gegen sich selbst, zerschneidet das zarte Band der Liebe und wendet sich entschlossen dem neuen Leben in Amerika zu. Kein Brief wird je von ihr zu Erich gelangen, nur zu Elisabeth hat sie noch losen Kontakt. 1965, Eva lebt seit vielen Jahren wieder in Deutschland und ist unterdessen eine promovierte Literaturwissenschaftlerin, wird sie nach Davos zu einer Tagung »Thomas Mann und Davos« eingeladen. Sie nimmt sich eine kurze Auszeit und wandert hinauf zur „Staila“. Hier nimmt der Roman seinen Ausgangspunkt und wandert durch die Jahrzehnte, zeigt in mehreren Rückblenden das Leben von Eva und ihren Eltern. Besonders die labile psychische Verfassung ihrer Mutter wird thematisiert, sie ist ein Beispiel dafür, wie Überlebende immer und immer wieder die Schuld bei sich suchen, dass sie ihre Familie überlebt haben, dass alle anderen vergast oder erschossen wurden. Dieses Trauma wird sie niemals los, für sie ist der Krieg nie zu Ende. Nur ihre kleine Enkeltochter Barbara ist ein Lichtblick und hält sie über weite Strecken am Leben. Ein Gespräch zwischen Jacob und Eva bleibt mir sehr im Gedächtnis, sie sagt: „Ich muss aber gestehen, dass ich bei jedem Deutschen, der uns begegnet, überlege, ob nicht auch er sich schuldig gemacht hat.“ Diese Worte hat fast wörtlich so auch meine Mutter gesagt, wenn sie einmal über ihre Gefühle nach 1945 sprach. Diese seelische Belastung hat bis zu ihrem Tod angedauert. Mit der Wanderung auf die „Staila“ beende ich die Inhaltsangaben, keine Spoiler sollen die Spannung, die dieser Roman entwickelt, stören. Ich habe ihn bis zum Ende gern gelesen und kann ihn jedem Geschichtsinteressierten sehr empfehlen. Die zeitlich immer wieder wechselnden Kapitel haben mich sehr in ihren Bann gezogen, Evas Leben fühlte sich sehr echt und damit für mich sehr berührend, aber auch bedrückend an. Wie es sich anfühlt, so ausgegrenzt und verachtet zu werden, aus Angst um das nackte Leben seine Heimat verlassen zu müssen, das aber werde ich nie ganz nachfühlen können. Vielleicht ist das auch mein Glück. Der Schreibstil ist manchmal ein wenig holprig, Sätze und Absätze sind ab und zu nicht ganz schlüssig, zuweilen gerät die Autorin auch ins Dozieren. Für mich sind Erklärungen zu Antisemitismus und Nationalsozialismus wahrscheinlich nicht notwendig, für Leser, die sich selten damit beschäftigen schon eher. Eines aber hat mich irritiert, an verschiedenen Stellen wird betont, dass die Juden wegen ihrer Religion verfolgt würden. Das ist aber nur zum Teil richtig, die nationalsozialistische Rassenlehre erhebt die „Arier“ unabhängig von der Religion zur einzig lebenswerten Rasse. Das Wort Rasse wollte die Autorin im Roman vielleicht vermeiden, aber in diesem Fall wäre es nicht falsch gewesen. Juden wurden generell verfolgt, vollkommen unabhängig von ihrer Religion, Atheisten und Konvertierte wurden genauso ermordet wie religiöse Juden – sie sollten alle ausgerottet werden. Dieses Zitat von Seite 73 gibt das gut wieder: „Man war Jude oder nicht. Dazwischen gibt es nichts.“ Fazit: Ein sehr berührender Roman, der sich einreiht in meine Bücher über den Holocaust, die mir eine Zeit und eine Welt nahebringen, die nie wieder kommen darf. Diese Rezension gibt meine eigene Meinung wieder und wurde nicht mit Hilfe von KI erstellt.

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