Toblach, 1910: Alma und Gustav Mahler verbringen die Sommerfrische in den Südtiroler Dolomiten, doch die einst so leidenschaftliche Liebe des Ehepaares ist längst erkaltet. Der berühmte Komponist hat Schmerzen, Vorboten des Herzleidens, das ihn wenige Monate später dahinraffen wird, und quält sich mit seinen Partituren, in der Hoffnung, die Ruhe der Berge würde sein Schaffen beflügeln. Alma langweilt sich mit ihrem viel älteren Mann, sehnt sich nach der Wiener Boheme – und nach den Telegrammen des jungen Walter Gropius, mit dem sie eine heimliche, stürmische Affäre verbindet. Als Mahler Gropius' liebestrunkene Zeilen entdeckt, kommt es zum Streit – und wenig später zu einer Konfrontation mit dem Rivalen, der Alma in die Berge nachgereist ist ...
Während sich über den Dolomitengipfeln ein Gewitter zusammenbraut, nimmt unten im Tal die Ménage-à-trois eine verhängnisvolle Wendung, untermalt von der Wucht von Mahlers Sinfonien und angetrieben von Almas unbändigem Liebesdurst.
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3.8/5.0
Bewertung
aus Erlangen
5/5
31.05.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sommerfrische in den Bergen
Alma und Gustav Mahler verbringen den Sommer in den Dolomiten. Er, der viel ältere Ehemann, leidet unter verschiedenen Gebrechen, sie unter Langeweile fernab der nächsten Großstadt und ihres jungen Liebhabers Walter Gropius. Sehr unterhaltsam erzählt.
Bewertung
5/5
20.03.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Lied von der Erde
Gustav und Alma Mahler verbringen einen Sommer (und es wird sein letzter sein) in Toblach zu Füßen der Dolomiten. Gustav ist zwar glücklich in seinem Komponierhäuschen im Garten und während seiner regelmäßigen Wanderungen, dennoch überwiegt das Unglück in seinem Alltag: verschiedene Schmerzen und Vorboten des Todes quälen ihn, die zehnte Sinfonie will ihm nicht gelingen und mit Alma gibt es keine gemeinsame Ebene mehr. Durch den Tod der Tochter ohnehin distanziert von ihrem Mann flüchtet Alma sich in verschiedene Liebschaften. Mahlers Qualen sind unmittelbar zu spüren durch die bildreiche Sprache des Autors, der selber in Südtirol zu Hause ist. Der Einband des Buches gefällt mir sehr gut, es ist toll zu lesen nicht nur für Musik-Liebhaber!
Bewertung
4/5
25.01.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein kleiner Einblick in das Leben...
Ein kleiner Einblick in das Leben der Mahlers, in dem doch so viel steckt. Schaffens- und Eheprobleme, Eifersucht und Fremdgehen, Langeweile und Resignation. Und das alles sehr charmant verpackt.
Monika Schulte
aus Hagen
4/5
16.05.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine sehr interessante Romanbiografie
Gustav Mahler liebt die Berge. Hier schöpft er Kraft, hier kann er in Ruhe komponieren. Seine Frau Alma hingegen langweilt sich in den Bergen. Sie sehnt sich nach dem turbulenten Leben in Wien, so sie zudem eine Liebesbeziehung zu Walter Gropius unterhält.
Eine sehr interessante Romanbiografie über einen großartigen Komponisten und seine viel jüngere Frau, die so ganz anders ist als er. Lenz Koppelstätters ausführliche Landschaftsbeschreibungen lassen die Berge vor dem geistigen Auge des Lesers erscheinen. Der ruhige Erzählton passt zur Geschichte. Eine sehr interessante Geschichte, nicht nur für Kunstliebhaber.
BücherBummler
3/5
22.04.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Lenz Koppelstätter - Almas Sommer
Toblach in Südtirol im Jahre 1910. Seit acht Jahren sind Alma und Gustav Mahler verheiratet, aber es steht nicht gut um die Ehe. Die unterschiedlichen Charaktereigenschaften und Lebensvorstellungen des Paares machen ein gemeinsames Leben fast unmöglich. Alma auf der einen Seite ist eine umschwärmte junge Frau, die sich am wohlsten in der besseren Gesellschaft in Wien oder New York fühlt. Sie möchte feiern und flirten. An Gustav stellt sie vor allem den Anspruch, dass er weiter Erfolg haben und sie im Rampenlicht strahlen lassen soll. Gustav hingegen braucht die Ruhe und Abgeschiedenheit des Landlebens, um komponieren zu können. Er hat konventionelle Vorstellungen von der Ehe, die so weit führen, dass er Alma das Komponieren verboten hat. Er möchte eine Frau, die ihm den Rücken freihält und die er anbeten kann. Kommunikation scheint zwischen den Beiden, besonders seit dem Tod der älteren Tochter 1907 mit gerade mal vier Jahren, nicht mehr möglich.
Und in diesem Sommer 1910 erreicht die Krise einen nächsten Tiefpunkt in Gestalt von Walter Gropius, der kurz zuvor im Kurort Tobelbad eine Affäre mit Alma hatte und nun unangemeldet in Toblach auftaucht. Die Dorfbewohner haben ihre eigenen Vorstellungen davon, wie man mit solchen Gesellen umgeht, und als sie Gustav dazu drängen wollen, Gropius zu einem Duell herauszufordern, scheint eine Katastrophe unausweichlich.
Alma Mahler, bzw. in dem Fall Alma Mahler-Werfel, ist mir kürzlich in dem Thomas-Mann-Roman „The Magician“ von Colm Tóibín begegnet. Sie hat einen nicht gerade sympathischen, aber doch ausreichend interessanten Eindruck bei mir hinterlassen, um mich neugierig auf „Almas Sommer“ von Lenz Koppelstätter zu machen. Es ist Koppelstätters erster Roman, der sich nicht mit seinem Commissario Grauner, sondern historischen Personen beschäftigt, und damit komme ich ohne Umschweifen zu meinem Problem mit diesem Buch. Es ist eigentlich nicht wirklich sinnvoll, Romane miteinander zu vergleichen, aber da „The Magician“ noch so frisch in meiner Erinnerung ist, haben sich mir die Unterschiede automatisch aufgedrängt. Und der wesentliche lag daran, dass ich Tóibín seinen Thomas Mann von vorne bis hinten abgenommen habe. Natürlich ist ein Roman Fiktion, es ist ja nicht möglich und vielleicht auch nicht gewollt, sich nur an der Wahrheit zu orientieren. Aber bei der Lektüre von Tóibín hat diese Frage keine Rolle gespielt, bei Koppelstätter schon. Alma und Gustav haben mich einfach nicht überzeugt, sie wirkten hölzern in ihren Dialogen und unglaubwürdig in ihren Reaktionen. Und dieses Gefühl wurde stärker, je weiter der Roman fortschritt.
Was mir hingegen gut gefallen hat, war das Alternieren der Kapitel zwischen Almas und Gustavs Sicht. Diese Methode hat, besonders im ersten Teil des Romans, ein gelungenes Grundbild eines Ehepaares ergeben, aus dem nicht nur ersichtlich wurde, wie inkompatibel diese beiden Menschen eigentlich sind, sondern auch, wo sie Übereinstimmungen haben, die, wenn sie denn in der Lage gewesen wären, sie zu kommunizieren, das gemeinsame Leben sehr viel einfacher hätte machen können. Sehr schön ist auch die Fähigkeit Koppelstätters, Umgebung und Menschen zu beschreiben, ohne langatmig abzuschweifen. Er hat damit eines der Bücher geschaffen, bei denen man meint, man wäre selbst vor Ort gewesen.
Trotzdem konnte mich „Almas Sommer“ dann am Ende doch nicht ganz überzeugen. Ich habe die Lektüre mit viel Enthusiasmus begonnen, um das Buch dann doch immer öfter aus der Hand zu legen, obwohl es durchaus eine angenehme Lektüre war. Und vielleicht sogar eine, dessen Bilder mich noch länger begleiten werden. Aber auch eine, die mich wegen der oben genannten Kritikpunkte ein wenig unbefriedigt zurückgelassen hat. Die Basis hat für mich gestimmt, die darauf aufgebaute Geschichte nicht. Doch zum Glück liest ja jeder Leser anders und ich wünsche auch diesem Roman viel Erfolg.
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