Marie ist neun Jahre alt, als in ihrem Heimatland Ruanda der Völkermord ausbricht. Unzählige Tutsi verlieren ihr Leben - darunter auch enge Familienangehörige. Mit einem Mal ist sie auf sich allein gestellt und weiß nicht, was sie tun soll. Bis sie unvermittelt eine leise Stimme hört, die ihr genau sagt, was als Nächstes dran ist. Durch wundersame Fügungen gelingt ihr die Flucht bis nach Deutschland. Trotz schwerster Traumatisierung schafft Marie es, dort Fuß zu fassen und wächst zu einer nach außen hin selbstbewussten jungen Frau heran. Doch etwas in ihr bleibt verbittert und tief verwundet. Eines Tages hört sie plötzlich wieder diese leise Stimme: Gott führt sie ein zweites Mal in die Freiheit - dieses Mal endlich auch in die innere.
Eine Lebensgeschichte, die betroffen macht und staunen lässt - über einen Gott, dessen leise Stimme lauter ist als jedes Kriegsgeschrei, und über seine unfassbare Kraft der Vergebung, die immer das letzte Wort spricht.
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Hopeandlive
5/5
10.04.2024
Buch (Taschenbuch)
Jesus selbst ist die Antwort. Für alles!
Wir befinden uns im Jahr 1994 und ich sah und hörte von dem fürchterlichen Konflikt zwischen Tutsi und Hutu in Ruanda. Doch Afrika war weit weg und irgendwann änderten sich natürlich auch die Nachrichten. Doch dann kam auf wundersame Weise dieses Buch in meine Hände und der Konflikt bekam ein Gesicht. Das Gesicht von Marie, damals 9 Jahre alt, eine Tutsi, die mit ihrer großen und lebendigen Familie in Ruanda auf dem Land lebt. Der Leser wird mit hinein genommen in diesen schrecklichen und so völlig unsinnigen Völkermord, immer wieder in Rückblenden aus Sicht der jungen Marie geschildert.
Innerhalb weniger Wochen werden über eine Million Menschen ermordet, einfach weil sie dem "falschen" Stamm angehören und dieses Unglück ereilt Marie mit ihrer Familie im April 1994, vor genau 30 Jahren. Sie muss miterleben, wie ihre Mutter und ihre Schwestern ermordet werden, ist von jetzt auf gleich auf sich alleine gestellt und weiß in diesem ganzen Inferno nicht, was sie tun soll. Da hört sie unvermittelt eine leise Stimme, die ihr ganz genau sagt, was sie als nächstes tun soll. Marie versteht es nicht, doch sie hört auf diese Stimme und gelangt durch eine mehr als wundersame Fügung die Flucht vor den Schlächtern. Eine Flucht, die sie bis nach Deutschland führt, wo eine ihrer großen Schwestern verheiratet ist.
Schwer traumatisiert gelingt es dem jungen Mädchen dennoch in dem fremden Land sich einzuleben und sie wächst zu einer sehr schönen und nach außen hin sehr selbstbewussten jungen Frau heran. Doch die fürchterlichen Ereignisse, die miterleben und mit ansehen musste, haben tiefe Wunden in ihrer Seele hinterlassen, die sie jedoch ganz fest verschlossen hält. Somit bleibt die Verwundung, sie eitert und ihre innere Verbitterung wächst. Und wie durch ein weiteres Wunder hört Marie wieder die gleiche Stimme, wie sie sie mit neun Jahren in dem schrecklichen Inferno in Ruanda vernommen hat. Es ist die Stimme Gottes und auch diesmal führt er sie in die Freiheit, nicht wieder in ein anderes Land, sondern in eine innere Freiheit durch Heilung und Vergebung und diese Stimme hat das letzte Wort im Leben von Marie.
Ich habe diese bewegende Geschichte in einem Rutsch durchgelesen, weil sie mich so gefesselt hat, das furchtbare Leid, das damals über einen ganzen Volksstamm eingebrochen ist, die furchtbare und sinnlose Zerstörung einer Welt, die vormals lebendig und fröhlich war, die Fragen, die ein solches Leid aufwerfen und auch das Staunen darüber, dass Gott den Einzelnen sieht und ihn nicht im Stich lässt, dass er ihn auf behutsame und doch bestimmte Weise in Freiheit und Sicherheit führt und ER die Menschen, trotz vieler unbeantworteter Fragen, nie im Stich lässt. Marie findet in Jesus die Antwort. Für alles! Das hat mich sehr bewegt und das wünsche ich mir auch und allen, die dieses bewegende Buch lesen!
Bewertung
aus Mainz
5/5
01.02.2022
Buch (Taschenbuch)
Der Glaube versetzt Berge
Marie ist 9 Jahre alt. Sie ist ein Kind. Sie lebt gemeinsam mit ihrer Großfamilie in Ruanda, sie geht zur Schule und wird im christlichen Glauben großgezogen. Was dann kommt, sollte keine 9-Jährige, kein Kind und niemand in Ruanda oder sonst wo auf der Welt jemals erlebt haben. Im April 1994 bricht ein Massaker aus, das später als Völkermord an den Tutsi seinen Platz in den Geschichtsbüchern finden wird. Radikale Hutu, die sogenannten Interahamwe, töten auf grausamste Art und Weise über 1 Millionen Menschen in nur wenigen Wochen, darunter zahlreiche Frauen und Kinder. Maries eigentlich „gewöhnliches Leben“ endet in diesen Wochen. Auch sie verliert dabei ihre Eltern und viele ihrer Geschwister.
Doch trotz all der Trauer, der Wut und Verzweiflung fühlt sich Marie nicht alleine, sondern begleitet von Gottes Stimme und Zuwendung. Aus ihrem kindlichen Glauben ist in Rekordzeit ein fester Glaube voller Vertrauen geworden. Denn Gott hat sie, hat diesen Ort nicht verlassen. Er ist da! Und er ist für Marie da.
Es geschieht ein Wunder. Marie überlebt das Leid in Ruanda. Durch die Führung Gottes und den Schutz des Heiligen Geistes gelingt es der jungen Frau erst nach Burundi und dann bis nach Deutschland zu ihrer Schwester zu fliehen. In Gottes ständiger Begleitung versucht sie einen Neuanfang. Auch wenn das Leid und die Trauer ein Teil von Marie sind, erfährt sie über und durch Gott die Chance auf ein neues und besseres Leben – in Deutschland.
Steh auf, mein Kind, und geh! ist eines der schockierendsten und zugleich ergreifendsten Bücher, die ich je gelesen habe. Die Geschichte der Tutsi hat mich fassungslos und traurig zurückgelassen. Nicht nur einmal musste ich das Gelesene erstmal in Ruhe verarbeiten, bevor ich weiterlesen konnte. Aber neben all dem Grauen und dem Bösen, strahlt das Gute! Ohne den Glauben an Jesus wäre es kaum denkbar, die verzeihende und trotz all der Grausamkeiten, aufblühende Geschichte Maries begreifen zu können. Das Buch steckt voller Leid und Trauer, ist jedoch auch gefüllt mit Gottes Zuversicht und seiner Liebe zu jedem Einzelnen von uns. Ein absolut lesenswertes Buch! Und natürlich ist es auch ein Buch mit viel Gewalt, aber nur durch diese Intensität kann man die Geschichte von Marie ansatzweise verstehen…
Meinen tiefsten Respekt und größte Anerkennung für die Autorin, die ihr Leben in dieser Autobiografie schildert und uns nochmal mit auf diese schmerzhafte, aber auch Augen öffnende Reise mit.
Bewertung
aus Bargteheide
5/5
09.10.2021
Buch (Taschenbuch)
Dein Glaube hat dir geholfen! Eine ergreifende Biografie. Sehr empfehlenswert!
In ihrer Autobiografie „Steh auf mein Kind, und geh!“ erzählt die Autorin Marie Kresbach zusammen mit Priska Lachmann ihre Lebensgeschichte.
Wie der Untertitel lautet, beschreibt Marie Kresbach, wie sie durch Gottes Stimme den Völkermord an den Tutsi in Ruanda überlebte, und im zweiten Teil des Buches, wie sie Freiheit fand.
Ich bin mir nicht sicher, wie viele Menschen sich heute noch an den Genozid der Tutsi erinnern, der noch nicht lange zurückliegt. Folgerichtig stellt die Autorin auch einen kurzen Abriss über den Hintergrund ihrer eigenen Erzählung voran.
Maries Geschichte beginnt circa sechs Monate vorher im Oktober 1993. Sie ist 9 Jahre alt und das jüngste Kind in einer großen, liebevollen Familie. Kein halbes Jahr später, am 11. April 1994, ändert sich ihr Leben für immer. Marie verliert neben ihren Eltern fast auch ihre ganze Familie und ihr Zuhause, nichts ist mehr, wie es war. Im ersten Teil erzählt sie, wie sie mit Gottes Hilfe nicht nur den 11. April überlebt, sondern auch wie sie die Zeit nach dieser traumatischen Erfahrung bewältigt hat. Im zweiten Teil beschreibt sie dann, wie sie es mit dem Vertrauen des Glaubens schafft zu vergeben. Das schier Unmögliche, wird für sie selbst zur Lebensrettung. Am Ende des Buches gibt es noch eine Schilderung der aktuellen Lage in Ruanda sowie neben der Danksagung auch ein Glossar zu wichtigen Begriffen.
Die Biografie wird grundsätzlich chronologisch erzählt, nur am Anfang gibt es einige Rückblenden, die sich mir nicht immer erschlossen haben. Die Lebensgeschichte selbst ist gut geschrieben und wenn man nicht wegen den Schicksalsschlägen unterbrechen muss, liest sie sich auch fesselnd. Ergänzt wird die Erzählung um einige Familienfotos, welche das ganze Buch noch persönlicher gestalten.
Mich hat das Schicksal der Autorin zutiefst berührt und ihre Geschichte ist ein unglaubliches Glaubenszeugnis. Es fällt schwer, Worte dafür zu finden, wie Marie Kresbach zurück ins Leben gefunden hat. Ich danke der Autorin sehr, dass sie ihre (Glaubens-)Biografie mit den Lesern dieses Buches geteilt hat, und empfehle das Buch sehr gerne weiter.
julzpaperheart
4/5
12.11.2021
Buch (Taschenbuch)
herzzerreißender Lebensbericht
„Ruanda nennt man auch „das Land der 1000 Hügel“. Nun singen die Hügel ein entsetzliches Lied. Ich mache den Fehler und drehe mich nun doch um – und was ich in diesem Moment sehe, werde ich mein ganzes Leben nicht mehr vergessen können.“ (S. 16)
Mit gerade einmal neun Jahren erlebt Marie das Unfassbare, als in ihrem Heimatland Ruanda der Völkermord ausbricht und unzählige Tutsi ihr Leben verlieren - darunter auch ihre Familie. Verängstigt und auf sich allein gestellt, weiß sie nicht, wo sie hinsoll und was zu tun ist, bis zu dem Moment, wo sie eine leise Stimme hört, die ihr sagt, was ihr nächster Schritt ist. Mit Gottes Hilfe gelingt ihr die Flucht nach Deutschland. Traumatisiert, jedoch in Freiheit, spürt sie viele Jahre später immer noch den Schmerz und wird von Wut und Hass zerfressen… Bis sie eines Tages jedoch wieder diese Stimme hört, die ihr nur allzu bekannt vorkommt...
Die Geschichte wird aus Maries Perspektive erzählt. Ihre Beschreibungen der Mitmenschen, der Natur und ihrer Umgebung wirken authentisch und lebendig. Beim Lesen spürt man einfach ihre Liebe für ihr Land und ihre Kultur. Doch als der Völkermord ausbricht, werden ihre liebevollen Schilderungen abgelöst durch schmerzhafte und schreckliche Erlebnisse.
Die Geschichte hat mich völlig eingenommen, mich mitfühlen und mitleiden lassen. Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass Marie am Ende ihren Seelenfrieden finden konnte.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Ich hätte mir jedoch stellenweise ein wenig mehr Informationen und Details gewünscht. (4,5 von 5 Sterne)
Bewertung
aus Schaffhausen
4/5
10.11.2021
Buch (Taschenbuch)
Selbst brutalste Verletzungen können geheilt werden
Über den Genozid von 1994 in Ruanda ist viel geschrieben worden. Man kann es immer noch nicht fassen, dass so ein fürchterlicher Völkermord in unserer Zeit stattfinden konnte. Aber für uns Europäer ist Ruanda weit weg. Man ist entsetzt und erteilt vielleicht einige Ratschläge, wie so etwas hätte verhindert werden können. Inzwischen ist es ruhiger geworden, dies nicht zuletzt, weil ein erstaunlicher Versöhnungsprozess stattgefunden hat und Tutsi und Hutu gelernt haben, die Zukunft des Landes gemeinsam zu gestalten. Aber die Wunden, die das Morden und Plündern vor 27 Jahren bei einem damals neunjährigen Mädchen geschlagen haben, können nicht einfach weggewischt werden. In erstaunlicher Offenheit schildert Marie, wie sie jahrelang erfolglos versucht hat, darüber hinwegzukommen. Bis ein Wunder geschieht, das ihr Leben völlig auf den Kopf stellt. Seither sieht sie ihren Auftrag, zur Versöhnung beizutragen, nicht nur zwischen Tutsi und Hutu, sondern auch in zwischenmenschlichen Beziehungen in ihrem engsten Umfeld.
Dieses Buch rückt diese furchtbare Katastrophe, die rund einer Million Menschen das Leben gekostet hat, nochmals in unser Bewusstsein und wird ganz persönlich. Marie schildert ihre schrecklichen Erlebnisse sehr zurückhaltend. Es geht ihr nicht darum, alte Wunden wieder aufzureissen. Aber die Frage, wie verarbeitet ein neunjähriges Mädchen, das innert weniger Tage alles verloren hat, diese Erlebnisse. Sie schreibt selber von dem "Tag, den ich gern ausradieren und für immer vergessen möchte, und der sich doch für immer in meine Seele eingebrannt hat. Bilder. Gerüche. Geräusche. Und zu viele Gefühle wollen in mir hochkommen. Doch ich vergrabe sie alle. Es ist nicht der richtige Zeitpunkt dafür. Das weiss ich sogar mit meinen neun Jahren." Wichtiger als die Ermordung von Mutter, Vater, Bruder und Freundinnen ist die Frage: Wie verhindere ich eine Vergiftung meines Lebens? Wie überwinde ich ein solches Trauma? Und wie kann ich meine Erfahrungen für solche nutzbar machen, die Ähnliches erlebt haben? Das ist das Ziel dieses Buches.
Es ist ein Wunder, dass Marie überlebt hat, nicht nur während den Tagen des Genozids, sondern auch nachher auf der gefährlichen Flucht via Kongo und Ruanda nach Deutschland. Die zweite Hälfte des Buches ist die Biografie eines Teenagers in Deutschland. Und sie gibt einen tiefen Einblick in die Verarbeitung ihres Traumas, das sie jahrelang verfolgte. Besonders eindrücklich schildert sie, wie sie als fromme "Kirchenchristin" zu Jesus findet, zu einem lebendigen Glauben an den, der sie bisher auf erstaunliche Weise bewahrt und geführt hat. Ein Heilungsprozess setzt ein, der auch die tieferen Schichten ihres Lebens erfasst. Bisher verdrängte schreckliche Bilder werden nochmals hochspült, verarbeitet und dann beiseitegelegt. Und plötzlich bekommen sogar bittere Erfahrungen einen Sinn.
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