Der Student Johannes Gilmer stirbt an einer Überdosis Kokain. Scheinbar eine klare Sache. Ein Junkie, der es übertrieben hat. Kommissar Jörgensen von der Kieler Mordkommission fragt sich allerdings, ob nicht mehr dahinter steckt. Dann gibt es noch einen Toten, und der ist eindeutig ermordet worden. Wer könnte ein Interesse daran gehabt haben, die beiden jungen Männer zu töten?
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Biancaneve
aus Salzburg
5/5
25.09.2021
Buch (Taschenbuch)
Mord in Kiel – Jörgensens zweiter Fall
Der Student Johannes Gilmer, Sohn einer wohlhabenden Kieler Familie, wird Tod aufgefunden. Wäre der Fall nicht auf dem Schreibtisch von Kommissar Jörgensen gelandet, wäre er wohl einfach als Folge einer Überdosis Kokain zu den Akten gelegt worden. Aber Jörgensen geht bei seinen Untersuchungen sehr akribisch vor. Es bleibt auch nicht bei einem Toten …
Die tosende Brandung des Covers spiegelt die aufgewühlten Gefühle der Charaktere sehr gut wider und weist außerdem auf einige schöne Landschaftsbeschreibungen in diesem Krimi hin. Das Buch verfügt über ein praktisches Personenregister mit pointierten Beschreibungen; dies ist im zweiten Fall des Kommissars recht praktisch, allerdings bleiben die Charaktere auch so sehr gut im Gedächtnis – selbst ohne Jörgensens ersten Fall zu kennen.
Der Krimi besteht aus vier Teilen, in denen jeweils die täglichen Ermittlungen aus der Sicht des Kommissars erläutert werden. Jörgensen löst den Fall also innerhalb von vier Tagen, und zwar mit viel Ruhe, Menschenverstand und wachem Blick auf die Beteiligten. Als Ausgleich zur aufreibenden Arbeit des Polizisten erfährt der Leser auch einiges aus dem Privatleben, wobei hier die Gespräche mit seiner Partnerin Sabrina besonders hervorzuheben sind, weil sie ihm bei der Auflösung des Falles als Hilfe dienen. Gespräche führt er auch nach wie vor gerne mit seinem ehemaligen, bereits pensionierten, Chef. Die Wortwahl in allen Dialogen ist immer an die Situation angepasst, teils mit Dialekt-Färbung. Der Schreibstil insgesamt ist sehr angenehm und flüssig.
Jörgensen ist sehr sympathisch gezeichnet, wie auch einige andere Charaktere des Buches; lebhaft vorstellen kann man sich alle Personen. Die Geschichte ist sehr gut durchdacht, die Recherchen, z.B. über Drogen scheinen detailliert; insgesamt handelt es sich um eine realitätsnahe Handlung und auch die Auflösung ist mehr als vorstellbar. Der Autor bietet in diesem Werk einen interessanten Querschnitt durch viele Themen unseres Lebens, wie Politik und Soziales; die Bedeutung von Gutmenschen spielt ebenso eine Rolle wie das Zusammentreffen von Personen aus verschiedenen Bevölkerungsschichten.
Insgesamt bekommt der Krimi meine absolute Leseempfehlung. Spannend, gut durchdacht und wirklichkeitsnah bietet er viele angenehme Lesestunden, in denen man als Leser so manches Mal im Dunkeln tappt.
Bewertung
aus Glauchau
4/5
12.10.2021
Buch (Taschenbuch)
Verzwickter Krimi
„...Es geht um einen Junkie, der sich einen goldenen Schuss gesetzt hat. Auf den ersten Blick eine eindeutige Angelegenheit...“
Kommissar Jörg – Peter Jörgensen in Kiel ist mit Ermittlungen zu einer bulgarischen Prostituierten beschäftigt , als ihn sein Chef für einen weiteren Fall verantwortlich macht. Um was es geht, zeigt das obige Zitat. Die Sache stinkt zum Himmel. Doch der Vater von Johannes, dem Toten, ist eine bekannte Persönlichkeit, die Mutter Pastorin. Es ist Fingerspitzengefühl gefragt.
Es fehlt sowohl ein Motiv, als auch ein möglicher Täter. Die Gespräche mit der Familie und einer Mitstudentin sind nicht sehr hilfreich.
Der Autor hat einen spannenden Krimi geschrieben. Die Geschichte lässt sich flott lesen.
Der Schriftstil passt zum Genre. Er sorgt mit für einen hohen Spannungsbogen.
Dann gibt es zwei Fakten, die für die Ermittlung wichtig werden könnten. Nach dem Abitur hat. Johannes mit seinem besten Freund eine Reise unternommen. Die hat ihn verändert. Leider weiß die Familie nicht, warum und wieso. Und bei dem letzten Streit von Johannes mit seinem Vater hatte er ein Buch bei sich, dass aus der rechtsradikalen Szene stammt.
Natürlich wird auch zum Thema Drogen recherchiert. Dabei wird der Kommissar mit folgender Meinung konfrontiert:
„...Das ist das Problem. Nicht die Drogen sind es, nein, es ist die Illegalität, die die Abhängigen tötet..“
Von Tag zu Tag wird die Sache verzwickter. Nicht nur die Polizei interessiert sich für die Vorgänge.
Über den Kommissar erfahre ich nur wenig. Sein Charakter und seine Gefühle erschließen sich über sein Tun. Das betrifft nicht nur die berufliche Arbeit, die er akribisch erledigt. Ich erfahre auch einiges über sein Privatleben.
Eingeflochten werden kurze gesellschaftswissenschaftliche Fragen, so die Staatsideen von Platon.
Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Sie lädt zum Miträtseln und Mitdenken an. Natürlich gehe ich dabei alle Umwege mit. Geschickt werde ich in die Irre geführt.
Elke21
aus Neuburg
4/5
02.10.2021
Buch (Taschenbuch)
Regionalkrimi aus Kiel
Ein Drogentoter wirft Fragen auf - war es Mord oder doch nur ein goldener Schuss? Kommissar Jörgensen wird mit dem Fall betraut und von seinem Chef darauf hingewiesen, dass er die Familie des Toten mit viel Feingefühl behandeln soll. Dem Kommissar fallen einige Ungereimtheiten auf und er nimmt die Ermittlungen auf.
Der Krimi spielt in Kiel und entführt den Leser in die Welt eines Vereins, der sich um Drogensüchtige, Arbeitslose, Migranten und andere in Not geratene Menschen kümmert. Der Krimi ist gut aufgebaut und der Schreibstil lässt einen das Buch schnell durchlesen. Ein spannender Krimi mit einem angenehmen Ermittler.
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