Der dionysische Rausch als Triebfeder der Krisenbewältigung in 'Der Steppenwolf' von Hermann Hesse
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
16.07.2021
Verlag
GRINSeitenzahl
14 (Printausgabe)
Dateigröße
575 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783346439499
Hermann Hesses "Der Steppenwolf" ist eine Erzählung des Widerspruchs. Polaritäten der Zeit, scheinbar unvereinbare Vielheiten des Wesens und im Widerstreit liegende Sehnsüchte münden in einem Konfliktpluralismus, der das Gespalten Sein der Figur Harry Haller in seiner aporetischen Verstrickung äußerlich sinnfällig macht.
Mögliche Entfaltungs- und Verbalisierungsmöglichkeiten dieser diametral-aporetischen Opposition wurden in der Literaturwissenschaft eingehend erforscht. Dabei hat sich unter anderem ein Begriffsgespann der Kulturphilosophie Friedrich Nietzsches als hinreichendes Erklärungsmodell etabliert. Hesse selbst hat Nietzsche bereits früh rezipiert und innerhalb des Steppenwolfes häufig direkt auf dessen Werke verwiesen, weshalb die Berührungspunkte zwischen Hesses literarischer Produktion und Friedrich Nietzsches Philosophie unverkennbar scheinen. Nietzsche popularisiert in seiner Auseinandersetzung mit der griechischen Kultur zwei entgegengesetzte ästhetisch wirkende Impulse der Wesensausprägung, die er den griechischen Gottheiten Apollon und Dionysos zuschreibt.
Der Begriff des Apollinischen beschreibt innerhalb dieses Spannungsfelds das Maßvolle, Begrenzende und Formgebende. Dieser analytische Ordnungsanspruch resultiert in einem Ausdruck von Separation und Individualisierung. Das Prinzip des Dionysischen hingegen, verkörpert das ekstatische, sinnliche und triebhafte Streben nach Vereinigung und Deindividuation. Sinnstiftend wird diese Dichotomie im Steppenwolf, wenn die beiden Prinzipien aufeinanderprallen und "im offnen Zwiespalt mit einander" sowohl in die Figurenkonzeption Harry Hallers als auch in die Konstitutionslogik der Erzählhandlung eingehen.
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