Herausforderung Islam Islamdiskurse nach 9/11 im Spannungsfeld zwischen der These vom „Kampf der Kulturen“ und dem Konzept einer multikulturellen Gesellschaft
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum
28.06.2021
Herausgeber
Hubert Christian EhaltVerlag
Bibliothek der ProvinzSeitenzahl
286
Maße (B/H)
15/21,5 cm
Gewicht
550 g
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-99028-878-8
In diesem Buch wird die Entwicklung des Islamdiskurses im deutschsprachigen Raum seit der Islamischen Revolution im Iran 1979 nachgezeichnet. Ziel ist es dabei, die unterschiedlichen Sichtweisen auf den Islam einer kritischen Prüfung aus menschenrechtlicher Sicht zu unterziehen. Dazu werden etwa das Verhältnis des Islam zu Demokratie, Meinungs- und Religionsfreiheit sowie die Stellung der Frau im Islam beleuchtet.
Die vorliegende Untersuchung beschäftigt sich mit der Frage, ob die 9/11-Anschläge eine Zeitenwende in Bezug auf den Islamdiskurs darstellten. Zu diesem Zweck werden die entsprechenden Diskurse vor und nach diesem Ereignis analysiert, wobei die Entwicklungennach 9/11 – aufgrund der exponentiell angestiegenen Literatur und der erhöhten Brisanz – einen größeren Raum einnehmen.
Der Islamdiskurs im deutschsprachigen Raum bewegt sich im Spannungsfeld zwischen der Konzeption Huntingtons vom Kampf der Kulturen (Clash of Civilizations) und dem „Gegenentwurf“ der multikulturellen Gesellschaft. Kritik an Huntingtons These konzentriert sich vielfach darauf, sie sei eine selbsterfüllende Prophezeiung – während dem Multikulturalismus hingegen vorgeworfen wird, er führe zu einer Konservierung archaischer, menschen(rechts)feindlicher Handlungsweisen und sei letztlich eine Gefahr für die innere Sicherheit europäischer Staaten bzw. westlicher Wertesysteme.
Demgemäß wird in dieser Ausarbeitung untersucht, inwieweit in bestimmten Aspekten wie Terrorismus, Demokratie, Stellung und Rolle der Frau in der Gesellschaft sowie in Bezug auf Integration von MuslimInnen in die jeweilige Mehrheitsgesellschaft ein Zusammenprall oder gar Kampf der Kulturen festzustellen ist und dabei jeweils auch, inwieweit aus menschenrechtlicher Sicht Kritik am Islam oder an bestimmten Richtungen des Islam Berechtigung aufweist oder gar Notwendigkeit besitzt.
Vorgestellt werden zwei Arten eines „Euro-Islam“, die sich insofern diametral unterscheiden, als die Ausprägung nach Bassam Tibi die erfolgreiche Integration von MuslimInnen in europäische Gesellschaften ermöglichen will, während der nach Tariq Ramadan propagierte Islam zunächst eine Transformation Europas in eine förderliche Umgebung und, wenn die Zeit gekommen ist, in eine islamis(tis)che Gesellschaft inklusive der Scharia anstrebt.
Beantwortet wird schließlich auch die Frage nach der Existenz einer „Islamophobie“ sowie der Bedeutung dieses scheinbar wissenschaftlichen Begriffes, der jedoch – wie gezeigt wird – vor allem der Abwehr jeglicher Kritik am Islam und sogar am Islamismus sowie damit verbundenen propagandistischen Zwecken dient.
[Enzyklopädisches Stichwort]
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