Produktbild: Vertraute Welt

Vertraute Welt Roman

24

17,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

16.07.2021

Verlag

Europa Verlag

Seitenzahl

208 (Printausgabe)

Dateigröße

646 KB

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Andreas Schirmer

Sprache

Deutsch

EAN

9783958903043

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

Kopierschutz

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Barrierefreiheit

  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt

Erscheinungsdatum

16.07.2021

Verlag

Europa Verlag

Seitenzahl

208 (Printausgabe)

Dateigröße

646 KB

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Andreas Schirmer

Sprache

Deutsch

EAN

9783958903043

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  • Sigrid

    5/5

    28.10.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    ein Leben am Rand der Gesellschaft

    In diesem Buch lernen wir den 13 jährigen Jungen "Glubschaug" kennen und begleiten ihn ein Stück auf seinem Lebensweg. Und sein Leben ist kein einfaches. Denn erst lebt er mit seiner Mutter in einem Berghangslum am Rande von Seoul. Und nachdem sein Vater in eine Umerziehungslager gesteckt wird und für die Familie nicht mehr da ist, zieht seine Mutter mit ihm zu einem anderen Mann auf die sogenannte Blumeninsel. Leider bezieht sich der Name auf eine vergangene Zeit dieses Gebietes, denn heute ist es eine riesige Müllhalde, auf der die ärmsten Menschen leben und arbeiten. Allerdings hat der Autor in der Erzählung die Erinnerung an die schöneren Zeiten der Insel in einem kleinen Bereich beibehalten. Das ist aber eher im geistigen Sinne zu verstehen und bringt den westlichen Leser mit den Geisterwesen einer anderen Kultur zusammen. Für mich war das Lesen dieses Buches auf der einen Seite sehr interessant und lehrreich, aber auf der anderen Seite wird man mit den negativen Folgen des Überflusses an materiellen Dingen in der Welt konfrontiert und regt zum Nachdenken an. Es ist kein Roman für vergnügliche Stunden. Man erlebt die fürchterlichen Lebensbedingungen unter denen die Menschen dort leben müssen. Eine richtige glückliche Kindheit erleben wir jedenfalls für die Protagonisten nicht. Allerdings zeigt es sich hier auch, dass Kinder sich ihren eigenen Raum schaffen und dort auch spielen und träumen können. Unvorstellbar für mich, aber es zeigt den Überlebenswillen und die Anpassungsfähigkeit der Kinder, wenn es lebensnotwenig ist. Es gibt Freundschaften und enge Beziehungen, wie auch Glupschaug (ein Spitzname, wie ihn die meisten Kinder haben) feststellen muss. Er freundest sich mit dem Sohn seines fast Stiefvaters an. Auch Glatzfleck leidet unter seinem Vater und so finden die beiden Jungen zueinander. Glatzfleck zeigt ihm seine Welt auf der Blumeninsel und dadurch findet auch Glubschaug seinen Platz unter den Bewohnern. Die Schilderungen über die Lebensbedingungen sind sehr authentisch und man mag es manchmal einfach nicht glauben, unter welchen Umständen die Menschen hier leben. Aber sie haben sich irgendwie damit arrangiert und hoffen immer auf eine Verbesserung ihrer Lage. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Welten könnten nicht klarer dargestellt sein. Man erlebt es überall. Besonders zeigt es sich, wenn die Slumbewohner mal in die anderen Stadtteile fahren. Es gibt sogar dafür besondere Vorbereitungen zu treffen, damit die Leute nicht sofort auffallen. Aber es lässt sich nie verheimlichen, woher sie kommen. Und dementsprechend werden sie auch behandelt. Man kommt den Protagonisten sehr nahe und erlebt ihre Emotionen hautnah. Das macht es für den Leser nicht einfach, denn man wünscht sich ein anderes Leben für sie. Es ist ein interessantes Buch und macht den Leser nachdenklich. Ich habe mich sehr betroffen gefühlt und die Problematik unseres überfüllten Lebens wieder klar vor Augen gesehen. Dieses Buch zeigt dem Leser, welche Folgen ein Leben im Überfluß und im Zuge der Wegwerfgesellschaft hat. Es regt zum Nachdenken und zum Ändern von Gewohnheiten an. Ich fand das Buch sehr lesenswert und kann es gut weiterempfehlen. Denn es zeigt uns eben eine sehr fremde Welt, die zwar weit weg ist, aber auch wir mit zu Verantworten haben. Die Geschichte rüttelt den Leser auf und bringt ihm zum Nachdenken. Und vielleicht auf zum Handeln.

  • Sigrid

    5/5

    28.10.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    In diesem Buch lernen wir den…

    In diesem Buch lernen wir den 13 jährigen Jungen "Glubschaug" kennen und begleiten ihn ein Stück auf seinem Lebensweg. Und sein Leben ist kein einfaches. Denn erst lebt er mit seiner Mutter in einem Berghangslum am Rande von Seoul. Und nachdem sein Vater in eine Umerziehungslager gesteckt wird und für die Familie nicht mehr da ist, zieht seine Mutter mit ihm zu einem anderen Mann auf die sogenannte Blumeninsel. Leider bezieht sich der Name auf eine vergangene Zeit dieses Gebietes, denn heute ist es eine riesige Müllhalde, auf der die ärmsten Menschen leben und arbeiten. Allerdings hat der Autor in der Erzählung die Erinnerung an die schöneren Zeiten der Insel in einem kleinen Bereich beibehalten. Das ist aber eher im geistigen Sinne zu verstehen und bringt den westlichen Leser mit den Geisterwesen einer anderen Kultur zusammen. Für mich war das Lesen dieses Buches auf der einen Seite sehr interessant und lehrreich, aber auf der anderen Seite wird man mit den negativen Folgen des Überflusses an materiellen Dingen in der Welt konfrontiert und regt zum Nachdenken an. Es ist kein Roman für vergnügliche Stunden. Man erlebt die fürchterlichen Lebensbedingungen unter denen die Menschen dort leben müssen. Eine richtige glückliche Kindheit erleben wir jedenfalls für die Protagonisten nicht. Allerdings zeigt es sich hier auch, dass Kinder sich ihren eigenen Raum schaffen und dort auch spielen und träumen können. Unvorstellbar für mich, aber es zeigt den Überlebenswillen und die Anpassungsfähigkeit der Kinder, wenn es lebensnotwenig ist. Es gibt Freundschaften und enge Beziehungen, wie auch Glupschaug (ein Spitzname, wie ihn die meisten Kinder haben) feststellen muss. Er freundest sich mit dem Sohn seines fast Stiefvaters an. Auch Glatzfleck leidet unter seinem Vater und so finden die beiden Jungen zueinander. Glatzfleck zeigt ihm seine Welt auf der Blumeninsel und dadurch findet auch Glubschaug seinen Platz unter den Bewohnern. Die Schilderungen über die Lebensbedingungen sind sehr authentisch und man mag es manchmal einfach nicht glauben, unter welchen Umständen die Menschen hier leben. Aber sie haben sich irgendwie damit arrangiert und hoffen immer auf eine Verbesserung ihrer Lage. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Welten könnten nicht klarer dargestellt sein. Man erlebt es überall. Besonders zeigt es sich, wenn die Slumbewohner mal in die anderen Stadtteile fahren. Es gibt sogar dafür besondere Vorbereitungen zu treffen, damit die Leute nicht sofort auffallen. Aber es lässt sich nie verheimlichen, woher sie kommen. Und dementsprechend werden sie auch behandelt. Man kommt den Protagonisten sehr nahe und erlebt ihre Emotionen hautnah. Das macht es für den Leser nicht einfach, denn man wünscht sich ein anderes Leben für sie. Es ist ein interessantes Buch und macht den Leser nachdenklich. Ich habe mich sehr betroffen gefühlt und die Problematik unseres überfüllten Lebens wieder klar vor Augen gesehen. Dieses Buch zeigt dem Leser, welche Folgen ein Leben im Überfluß und im Zuge der Wegwerfgesellschaft hat. Es regt zum Nachdenken und zum Ändern von Gewohnheiten an. Ich fand das Buch sehr lesenswert und kann es gut weiterempfehlen. Denn es zeigt uns eben eine sehr fremde Welt, die zwar weit weg ist, aber auch wir mit zu Verantworten haben. Die Geschichte rüttelt den Leser auf und bringt ihm zum Nachdenken. Und vielleicht auch zum Handeln.

  • Christina P.

    aus Hamburg

    5/5

    24.10.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Leben im Müll der Gesellschaft

    Faszinierend, bewegend, erschütternd. In seinem Roman beschreibt Hwang Sok-Yong, wie ein Jugendlicher und seine Mutter auf die tiefste Stufe der Gesellschaft hinabrutschen. Mit dem Umzug auf die Blumeninsel landen sie inmitten einer Barackensiedlung auf der größten Müllkippe Seouls, wo die Bewohner unter unwürdigen Bedingen Urban Mining betreiben. Täglich rollen die Laster an und laden den Müll der Gesellschaft dort ab. Und täglich durchkämmen die Müllsammler die Abfälle nach verwertbaren Rohstoffen, welche von Recyclern aufgekauft werden. Nicht nur das dortige Leben an sich, welches der Autor erschreckend detailreich und einfühlsam beschreibt, ist bewegend, sondern vor allem der Umstand, dass dieses System der menschlichen Müllsortierer von den Verantwortlichen sogar durch käufliche Lizenzen noch regelrecht gefördert wird. Ein weiterer Aspekt, welcher thematisiert wird, ist der schwindende Glaube an das Volk in der Anderswelt, eine Art Naturgeister, welches dem dortigen Glauben nach parallel zu den Menschen das Land bevölkert und dessen Lebensraum durch den Raubbau und die Vergiftung der Natur zunehmend schwindet. Ein sehr bewegender, gesellschaftskritischer Roman, welcher eine Welt beleuchtet, die den meisten wohl nicht vertraut ist und den Opfern der Konsumgesellschaft eine überzeugende Stimme verleiht.

  • Christina P.

    aus Hamburg

    5/5

    24.10.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Leben im Müll der…

    Ein Leben im Müll der Gesellschaft Faszinierend, bewegend, erschütternd. In seinem Roman beschreibt Hwang Sok-Yong, wie ein Jugendlicher und seine Mutter auf die tiefste Stufe der Gesellschaft hinabrutschen. Mit dem Umzug auf die Blumeninsel landen sie inmitten einer Barackensiedlung auf der größten Müllkippe Seouls, wo die Bewohner unter unwürdigen Bedingen Urban Mining betreiben. Täglich rollen die Laster an und laden den Müll der Gesellschaft dort ab. Und täglich durchkämmen die Müllsammler die Abfälle nach verwertbaren Rohstoffen, welche von Recyclern aufgekauft werden. Nicht nur das dortige Leben an sich, welches der Autor erschreckend detailreich und einfühlsam beschreibt, ist bewegend, sondern vor allem der Umstand, dass dieses System der menschlichen Müllsortierer von den Verantwortlichen sogar durch käufliche Lizenzen noch regelrecht gefördert wird. Ein weiterer Aspekt, welcher thematisiert wird, ist der schwindende Glaube an das Volk in der Anderswelt, eine Art Naturgeister, welches dem dortigen Glauben nach parallel zu den Menschen das Land bevölkert und dessen Lebensraum durch den Raubbau und die Vergiftung der Natur zunehmend schwindet. Ein sehr bewegender, gesellschaftskritischer Roman, welcher eine Welt beleuchtet, die den meisten wohl nicht vertraut ist und den Opfern der Konsumgesellschaft eine überzeugende Stimme verleiht.

  • Bewertung

    aus Hamburg

    5/5

    21.10.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Aussortiert und Weggeworfen

    Hwang Sok-Yongs Romanhandlung lässt sich zu weiten Teilen auf der sogenannten Blumeninsel am Rande der südkoreanischen Metropole Seoul verorten. Nur der Name erinnert an die dort einst intakte Natur. In den 1980er Jahren, als der 13-jährige Glubschaug mit seiner Mutter dort hinzieht, hat sich die Blumeninsel längst in eine gigantische, stinkende Mülldeponie verwandelt. Der Autor zeigt das Alltagsleben der Menschen, die auf der Müllhalde in notdürftig erbauten Baracken leben und jeden Tag den neu angelieferten Müll nach brauchbaren Materialien und Essen durchsuchen. Hwang Sok-Yong gewährt einen Einblick in die Organisation der Arbeitsabläufe und in ein System aus Lizenzen, das genau vorgibt wer welchen Müll zuerst durchsuchen darf. Ich konnte sehr schnell in diese fremde Welt eintauchen. Die beschriebenen Verhältnisse, unter denen die Müllsucher leben, sind sehr hart. Die Kritik daran, dass Menschen und auch Tiere genauso aussortiert werden wie Nahrungsmittel und alles andere, was nicht mehr gebraucht wird, ist deutlich formuliert. Allerdings lenkt der Autor seinen Blick auf die Menschen, für die die Blumeninsel gefährlicher Wohn- und Arbeitsort zugleich ist, und vor allem auf die Freundschaft, die Glubschaug mit dem drei Jahre jüngeren Glatzfleck eingeht, der ebenfalls auf der Deponie lebt. Mir gefällt der unprätentiöse Blick auf die Menschen, für die das Leben dort die Normalität - die vertraute Welt ist - und die das beste aus ihrer Situation zu machen versuchen. Hwang Sok-Yong gibt diesen Abgehängten, den aus der Gesellschaft Aussortierten an diesem trostlosen Ort durch seine Art zu schreiben Würde zurück - jedenfalls vermittelte sich mir dieses Gefühl beim Lesen. Glubschaug und Glatzfleck unterstützen die Erwachsenen immer mal wieder beim Sortieren des Mülls; sie haben aber auch viel Zeit durch die Gegend zu streifen und das eine oder andere Abenteuer zu erleben. Diese Freundschaft steht im Mittelpunkt des Romans und hat mir viele schöne, aber auch traurige Momente beschert. In „Vertraute Welt“ bestehen drei Lebensbereiche nebeneinander, die nur auf den ersten Blick getrennt voneinander existieren: 1. Die Menschen, die Teil einer Wegwerfgesellschaft sind und gigantische Mengen an Müll produzieren. 2. die Menschen, die den Müll nach Brauchbarem durchsuchen und so ihr Überleben sichern. 3. Eine Geisterwelt, die den Leser*innen einen Einblick in die Vergangenheit gewährt als auf der Blumeninsel noch Erdnüsse angebaut wurden und Blumen blühten. Die Geisterwelt nimmt im Roman einen größeren Raum ein - auch sie leidet unter der Umweltverschmutzung und darunter, dass für den „modernen“ Menschen schamanistische und shintoistische Traditionen an Bedeutung verlieren. „Vertraute Welt“ hat mir sehr gut gefallen. Der Roman lädt zum kritischen Reflektieren des eigenen Konsumverhaltens ein, benennt ohne erhobenen Zeigefinger Probleme, die mit Wirtschaftswachstum einhergehen, hält der Gesellschaft einen Spiegel vor, zeigt die Kehrseite des Konsums und die Verantwortung, die jeder einzelne hat. „Vergiss nicht, dass alles auf der Welt - jedes Lebewesen und jedes Ding - mit dir verbunden ist wie in einem Netz (…) man will dich nur auf Leistung dressieren und sonst nichts (…) Aber weißt du (…) du kannst aussteigen.“ (S. 186-187).

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