Freude, Wut, Scham, Angst - jeder kennt diese Gefühle. Was aber, wenn man sich den eigenen Gefühlen ausgeliefert fühlt? Oder wenn man sie gar nicht mehr wahrnimmt? Die Emotionsfokussierte Therapie (EFT) nimmt an, dass emotionale Verarbeitungsprobleme die Grundlage für psychische Störungen sind. In diesem Buch wird die EFT gezielt transdiagnostisch angewandt: Egal, ob Essstörung, Angststörung oder Depression, immer stehen die beteiligten Emotionen im Zentrum der störungsübergreifenden Behandlung. Eingehend wird der therapeutische Prozess beschrieben mit den Schritten: Emotionen zulassen, modulieren, verarbeiten und transformieren. Hilfreiche Unterstützung für PraktikerInnen bieten das Kapitel zum Umgang mit schwierigen Therapiemomenten, die Beschreibung von Fallbeispielen und Therapiedialogen sowie Übungsblätter für die KlientInnen.
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Ein MUSS für die Praxis der Emotionsfokussierten Therapie !
Bewertung aus Konolfingen am 27.01.2022
Bewertungsnummer: 1645891
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Dieses Lehrwerk von Sutter und Greenberg kann ich allen, die sich für die Emotionsfokussierte Therapie interessieren oder sie mit mehr oder weniger Erfahrung bereits praktizieren wärmstens empfehlen und ans Herz legen: Es dient als äusserst hilfreichen Leitfaden und als Nachschlagewerk, welches in sehr kompakter, strukturierter und leserlicher Form wissenschaftlich fundiertes Wissen vermittelt – theoretisch wie praxisnah. Dabei zeichnet es sich durch eine transdiagnostische, störungsübergreifende Sichtweise aus, bei welcher der Fokus auf der prozessorientierten Arbeit mit dysfunktionalem emotionalen Erleben und Verarbeiten liegt als Grundlage für psychische Störungen. Das Buch beinhaltet einen wertvollen Schatz an anschaulichen und modellhaften Praxisbeispielen und Dialogen, insbesondere auch das Kapitel im Umgang mit schwierigen Momenten in der Emotionsfokussierten Therapie. Ergänzt wird es durch nützliche Online-Arbeitsblätter, die als Übungen für zwischen den Therapiesitzungen verwendet werden können. Überaus inspirierend, motivierend und lehrreich!
Rezension „Praxis der emotionsfokusierten Therapie“ von Sutter-Greenberg, Reinhardt Verlag, ISBN: 9783497030187 Paperback, 235 Seiten, Online Arbeitsblätter inkl.
Bewertung aus Koblenz am 27.12.2021
Bewertungsnummer: 1629111
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Das Buch „Praxis der emotionsfokusierten Therapie“ der beiden Autoren Sutter und Greenberg ist mit dem Untertitel „ein transdiagnostischer Leitfaden“ versehen.
In der Einleitung erläutern die beiden in der Schweiz und in Kanada tätigen Autoren nicht nur kurz die geschichtlichen Aspekte der emotionsfokusierten Therapie (ETF) sondern beschreiben auch den Begriff „transidagnostisch“. Hierbei gehen sie auf die kategorilaen Klassifizierungssysteme ICD und DSM ein und arbeiten heraus, dass der transdiagnostische Ansatz derjenige mit dem größeren klinischen Bezug ist. Dies ist für die tägliche Arbeit hilfeich.
Weiterhin wird in der Einführung die evidenzbasierte Studienlage für den Wirksamkeitsnachweis der Methode beschrieben, verschiedenen Indikationen und Diagnosen zugeordnet. Damit zeigt sich direkt zu Beginn, dass die EFT ein validiertes Verfahren ist, das in der täglichen Praxis gezielt eingesetzt werden kann.
In den folgenden drei Kapiteln greift das Buch zunächst ausführlich theoretische Grundlagen (Emotionstheorie, emotionale Schemata, Prinzipien emotionaler Verarbeitung) auf und beschreibt die Entstehehung emotionaler Scheireigkeiten. Dies stets unter Berücksichtigung der transdiagnostischen Perspektive, der therapeutischen beziehung und einem insgesamt empathischen Blickwinkel. In Abgrenzung zur klassischen kognitiven Verhaltenstherapie und psychodynamischen Therapien wird die Fallformulierung und Falldarstellung durch das sogenannte MENSIT-Modell detailiert beschrieben. Dieses am Prozess angelehnte Modell berücksichtigt die Emotionen, individuelle Emotionsverarbeitungsstile sowie Schweirigkeiten beim Umgang mit Emotionen. Auch für erfahrene Therapeuten ist dieses Modell wahrscheinlich zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, da die klassischen diagnostischen Aspekte nicht mit einbezogen werden. Umso faszinierender zeigt sich dann die Erkenntnis, dass das sehr praxisorientierte Modell den Klient/Fall in eine neue Perspektive setzt.
Nach diesen grundlegenden Schilderungen, die mit kurzen Beispeilen unterlegt sind, schließt sich das dritte Kapitel, die „Praxis der Emotionsfokusierten Therapie“ an. Sehr anschaulich wird hier der gesamte therapeutische Prozess vom arbeiten mit Emotionen über das Erleben und vertiefen bis hin zum „Erlauben“ der Emotionen besprochen. Auch hier finden sich wieder Beispiele aus der Klientenarbeit und der explizite Hinweis auf eine empathische Grundhaltung, als wichtiges therapeutisches Werkzeug.
Weitere Fallarbeit, um den Therapieprozess klar darzustellen sowie verschiedene konkrete Interventionsmöglichkeiten und Übungen komplettieren dieses Kapitel.
Im abschliessenden vierten Kapitel werden schwierige Therapiesituationen sowie selbstreflekive Anteile der Therapeut*in näher beleuchtet und gleichzeitig Klärungsstrategien erwähnt.
Neben Literaturangaben und Sachregister findet sich im Anhang auch eine übersichtliche Aufstellung der Onlinematerialien in Form von Arbeitsblättern.
Insgesamt haben die Autoren und der reinhardt-Verlag, der mittlerweile an breites Spektrum therapeutischer Arbeits- und Fachbücher verlegt, wieder einmal ein praxisnahes Buch herausgebracht, das seinem Namen als „Leitfaden“ alle Ehre macht. Übersichtlich, kompakt, inhaltlich auf den Punkt gebracht erfährt der Interessierte oder auch der routinierte Therapeut*in alles, um die EFT in seine tägliche Arbeit zu integrieren. Einzelne Techniken und Interventionen sind natürlich von anderen Therapierichtungen bereits bekannt. Das Gesamtkonzept der EFT sowie das diagnostische Modell sind aber ein neuer, frischer Impuls für die Therapiepraxis.
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