"Wenn man den Pfad der Vergeltung beschreitet, soll man zwei Gräber ausheben." (Konfuzius) Jules Lefèvre ist Lehrer an der Public École im normannischen Lion-sur-Mer. Jules und seine Frau Malin genießen das Familienglück mit der kleinen Tochter Lilou. Doch dann zwingt ein Burn-out Jules, sich zu Hause einzuigeln. Die Genesung verläuft schwierig, denn seine Wahrnehmung ist getrübt. Er ist psychisch instabil und paranoid. Auch als ihm Paul Moreau, der Rektor seiner Schule, einen Besuch abstattet, misstraut Jules dessen Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Dennoch beschließt er schließlich, den Ratgeber über "Achtsamkeit" zu lesen, den Moreau ihm zur Genesung mitgebracht hat. Als sich Jules endlich halbwegs erholt hat, schlägt das Schicksal erbarmungslos zu ... "Korten macht aus dem pathologischen Verhalten der Protagonisten ein meisterhaftes Spiel um Wahrheit und Dichtung." Westdeutsche Allgemeine Zeitung DEMNÄCHST AUCH ALS HÖRBUCH
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Berührendes Psychodrama
Dunkle Lilith am 25.05.2021
Bewertungsnummer: 1497228
Bewertet: eBook (ePUB)
Jules, Malin und ihre Tochter Lilou leben in einem kleineren französischen Ort. Der Gymnasiallehrer Jules ist schon längere Zeit mit einem Burn-out zu Hause. Es geht ihm sehr schlecht, er fühlt sich schwach und kraftlos und kommt nicht auf die Beine. Als sein Direktor ihn besucht um ihm ein Buch über Achtsamkeit zu schenken und nach seinem Befinden zu fragen, löst dies in Jules tiefes Mißtrauen aus. Er befürchtet dass der Direktor ihn entlassen will und in der folgenden Zeit unterstellt er ihm, ein Verhältnis mit Malin zu haben. Seine Ängste werden langsam psychotisch und er spinnt sich immer mehr in einem Kokon seiner negativen Gedanken ein. Das verstärkt sich nach einem schweren Schicksalsschlag und endet in einer Katastrophe.
Astrid Korten stellt in diesem Roman das wichtige Thema des Burn-outs in den Mittelpunkt.
Sie zeigt auf, wie wenig Akzeptanz die Betroffenen erfahren, sogar in der eigenen Familie, es wird oft heruntergespielt und nicht als richtige Erkrankung wahrgenommen. Doch nur mit guter Ernährung und dem Aufenthalt in der Natur ist es dabei eben nicht getan. Während des ganzen Buchs habe ich mir gewünscht, jemand würde Jules einfach mal ins Auto packen und zu einer Therapie bringen. Dort könnte professionell nach den Ursachen gesucht werden – ist ein Burn-out doch im allgemeinen eine sehr umfassende Krankheit, die viele Lebensbereiche einschließt.
Doch leider macht das niemand - Jules ist relativ lethargisch, bewegt sich kaum von zuhause fort und dadurch verschlimmert sich die Abwärtsspirale seiner negativen Gedanken umso schneller.
Auch das Buch seines Direktors kann diese Gedanken nicht stoppen, obwohl er sich nach einigem Widerstreben darauf einlässt und sich durch die Anwendung dieser Übungen sein Zustand soweit bessert, dass er wieder in seinen Beruf zurückkehrt.
Die Autorin beschreibt Jules Teufelskreis sehr gut, die Schwäche und Hilflosigkeit, die dann zur Entwertung der eigenen Person führen und bei ihm dann in der Aggression enden. Wenn man sich auf der negativen Seite befindet, zieht man immer mehr davon an und kann sich am Ende nicht mehr selbst daraus befreien.
Der Schluß ist relativ überraschend, wenn auch mit mit einer gewissen Logik im Hinsicht auf Jules Persönlichkeit.
Das Buch ist wieder sehr flüssig geschrieben und fesselt den Leser vom Anfang an, sodass man es erst aus der Hand legen kann wenn man am Ende ist.
Ganz große Leseempfehlung!
ein Buch, das sprachlos macht und noch lange nachhallt
Elisabeth S. aus Soest am 16.05.2021
Bewertungsnummer: 1494697
Bewertet: eBook (ePUB)
Inhalt:
Jules Lefèvre ist Lehrer an der Public École im normannischen Lion-sur-Mer. Jules und seine Frau Malin genießen das Familienglück mit der kleinen Tochter Lilou. Doch dann zwingt ein Burn-out Jules, sich zu Hause einzuigeln. Die Genesung verläuft schwierig, denn seine Wahrnehmung ist getrübt. Er ist psychisch instabil und paranoid.
Auch als ihm Paul Moreau, der Rektor seiner Schule, einen Besuch abstattet, misstraut Jules dessen Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Dennoch beschließt er schließlich, den Ratgeber über „Achtsamkeit“ zu lesen, den Moreau ihm zur Genesung mitgebracht hat. Doch als sich Jules endlich halbwegs erholt hat, schlägt das Schicksal erbarmungslos zu …
Meinung:
Wer die Bücher von Astrid Korten kennt, weiß, dass sie immer Themen aufgreift, die uns alle tangieren, aber zumeist totgeschwiegen werden. In diesem Fall schafft sie es, mit diesem literarischen Meisterwerk auf psychische Probleme aufmerksam zu machen, die gerade in der heutigen, coronabelasteten Zeit jeden treffen können. Sie nimmt uns mit auf eine emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle, während wir Jules Lefèvre begleiten, der sich nach einem Burn-out zurück ins Leben kämpft und immer wieder Rückschläge erleidet. Ich konnte mich sehr gut in Jules hineinversetzen, mit ihm fühlen und mitleiden, spürte seine Ängste, seine Zweifel und seine Zerrissenheit. Ich war genauso unsicher wie er, weil Realität und Einbildung nicht immer gleich auszumachen waren. Der flüssige, fesselnde Schreibstil mit Perspektiv- und Zeitwechseln hielt die Spannung bis zur letzten Seite auf einem hohen Niveau und ließ mich das Buch nicht aus der Hand legen. Das Ende ließ mich dann sprachlos zurück und wird noch länger in mir nachhallen.
Fazit:
Dieses Buch von Astrid Korten ist keine leichte Kost und nicht mal so einfach nebenbei zu lesen. Wer sich aber darauf einlässt, dem wird das Thema Burn-out auf eine feinfühlige, aber auch eindringliche Art näher gebracht und zeigt, dass es sich nicht um eine "Modekrankheit", sondern um eine sehr ernste psychische Erkrankung handelt. Ich kann wirklich jedem dazu raten, dieses Buch zu lesen!
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