Wenn in Wien der Tod umgeht, gibt es nur einen, der ihm alle Geheimnisse entlocken kann! Ein spektakulärer Kriminalroman von Bestellerautor Oliver Pötzsch 1893: Augustin Rothmayer ist Totengräber auf dem berühmten Wiener Zentralfriedhof. Ein schrulliger, jedoch hoch gebildeter Kauz, der den ersten Almanach für Totengräber schreibt. Seine Ruhe wird jäh gestört, als er Besuch vom jungen Inspektor Leopold von Herzfeldt bekommt. Herzfeldt braucht einen Todes-Experten: Mehrere Dienstmädchen wurden ermordet – jede von ihnen brutal gepfählt. Der Totengräber hat schon Leichen in jeder Form gesehen, kennt alle Todesursachen und Verwesungsstufen. Er weiß, dass das Pfählen eine uralte Methode ist, um Untote unter der Erde zu halten. Geht in Wien ein abergläubischer Serientäter um? Der Inspektor und der Totengräber beginnen gemeinsam zu ermitteln und müssen feststellen, dass sich hinter den Pforten dieser glamourösen Weltstadt tiefe Abgründe auftun …
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Michèle Schmidt
aus Krefeld
5/5
06.10.2021
Hörbuch-Download
Zwischen Dialekt, Verwesung und Antisemitismus
Die moderne Kriminalistik kommt nach Wien.
Bisher hatte ich noch nicht das Vergnügen ein Buch von Autor Oliver Pötzsch zu lesen. Da ich aber ein eine Schwäche für Krimis mit historischem Setting habe, war ich bei diesem hier ziemlich schnell neugierig. Ich durfte das Hörbuch – gesprochen von Hans Jürgen Stockerl – genießen. Er gibt die wiener Figuren mit einem Österreicher- bzw. Wiener-Akzent wieder. Aber auch, wenn man Dialekte vielleicht nicht so gut versteht, kann man dem Hörbuch gut folgen.
Der junge jüdischstämmige Inspektor Leopold von Herzfeldt, der schrullige, jedoch hoch gebildete Totengräber Augustin Rothmayer und die selbstbewusste Tänzerin und Telefonistin Julia Wolf bilden das ungleiche Protagonisten-Trio dieses düsteren Krimis in Wien 1893. Das Buch präsentiert uns nicht nur den im Klappentext erwähnten Fall und eine (genretypische) Nebenhandlung. Es wird geradezu ein Querschnitt der wiener Gesellschaft des 19. Jahrhunderts präsentiert. Nachforschungen und Verfolgungen führen Leo in so ziemlich jedes Viertel der riesigen Stadt. Dort bekommt er es mit den verschiedenen Schichten der Gesellschaft zu tun. Außerdem haben die drei Protagonisten mit ihren jeweiligen ganz eigenen Problemchen zu kämpfen.
Das klingt nach ziemlich viel Stoff für nur ein Buch. Doch der Sprecher schaffte es, die sehr dichte Handlung gefühlvoll und atmosphärisch zu präsentieren.
Durch anschauliche Beschreibungen der Schauplätze und ihrer Bewohner erschafft Autor Oliver Pötzsch Wien vor dem inneren Auge des Lesers/Hörers und rundet seine Handlung mit einem detailreichen Setting ab.
Ich war schnell vom Sprecher, aber besonders von der Handlung gefesselt. Man sollte sich Zeit nehmen, das Hörbuch wirklich aufmerksam zu verfolgen, denn es passiert sehr viel. Und auch die Figuren bieten viele Details zum Entdecken.
Fazit:
Eine dicht gestrickte Handlung mit interessanten Figuren und ein detailreiches aber auch düsteres historische Setting sind die gelungenen Zutaten zu diesem Krimi. Sowohl Inhalt, wie auch Umsetzung haben mich restlos überzeugt. Ein spannender aber auch anspruchsvoller Roman.
Lesetiger
5/5
27.08.2021
Hörbuch-Download
Ein spannender Krimi im historischen Wien
Der Klappentext hat mich neugierig gemacht und ein Krimi im Wien im Jahr 1893 ist einfach mal etwas anderes. Ich habe mir deswegen das Hörbuch angehört, welches mich gut unterhalten hat.
Der Sprecher Hans Jürgen Stockerl schafft es mühelos, den ambitionierten Hörer Wien mit seinen Eigenheiten, dem Inspektor Leopold von Herzfeldt und einem intelligenten Totengräber auf dem Wiener Zentralfriedhof näher zu bringen, nicht zuletzt mit seinem Wiener Dialekt.
Der Schreibstil des Autors ist flüssig und detailliert. An manchen Stellen waren mir das fast zu viele Details. Das hat zwar gut zur Geschichte gepasst, aber bis ins letzte Detail hätte ich den Alamnach des Totengräbers nicht wissen brauchen. Aber gut, das ist Geschmackssache.
Anfangs habe ich etwas gebraucht, um die Story zu kommen, aber nach dem ersten Drittel ging es dann besser.
Der Leichenfund von mehreren Dienstmädchen ruft die Wiener Polizei auf den Plan. Ist ein Serienkiller am Werk? Und warum werden die Opfer gepfählt?
Der frisch nach Wien gezogene, junge Inspektor Leopold von Herzfeldt beginnt zu ermitteln und möchte einige neue Methoden der Kriminialistik ausprobieren. Dieser Part hat mir ausgesprochen gut gefallen. Mit dem Wissen, was heute selbstverständlich ist und was damals möglich war, hat man interessante Hörstunden. Leopold ist schlau, aber mit dem zwischenmenschlichen hapert es etwas, sodass er es immer wieder schafft, bei seinen Kollegen ins Fettnäpfchen zu treten, was ich sehr amüsant fand. Ein weiterer besonderer Charakter ist der Friedhofswärter, der zwar irgendwie schrullig ist, doch unheimlich intelligent und er hat das Herz auch auf dem rechten Fleck. Er liefert der Polizei nicht nur einen Hinweis.
Die Ermittlungen laufen schleppend, die Polizei tappt im Dunkeln und dann verschwinden auch noch Beweismittel. Eine weitere Leiche taucht auf und die detaillierten Beschreibungen der Tatorte sind nichts für schwache Nerven. Es gibt überraschende Wendungen und die Auflösung war für mich schlüssig.
Da der Sprecher Hans Jürgen Stockerl den Wiener Schmäh sehr gut rüberbringt, macht dieses Buch als Hörbuch noch mehr Spaß, denn man meint, man wäre in Wien dabei. Dem Sprecher muss ich ein großes Kompliment machen, denn er war großartig, hat mit Betonungen gesprochen und die Gefühlslagen der Protagonisten gut rübergebracht.
Fazit:
Ein kurzweiliger und spannender Krimi im historischen Wien mit teilweise schrulligen Protagonisten, authentisch erzählt. Von mir gibt’s eine Hörempfehlung!
Bewertung
aus Bielefeld
5/5
16.08.2021
Hörbuch-Download
Ein neuer sympathischer Kriminalinspektors Leopold von Herzfeldt
Mit weiteren interessanten Charakteren ermittelt Leopold von Herzfeldt in grauenhaft detailliert beschriebenen Morden. Mit seinen neuen Ermittlungsmethoden wie Photographie, Tatortvermessung, Spurensicherung, etc. stößt er bei seinen neuen Kollegen auf Ablehnung. Aber der Leser/Zuhörer bekommt eine Vorstellung von der Kriminalforensik Ende des 19. Jahrhunderts- spannend. Auch Wien, der Wiener Schmäh, das Leben der Menschen, die Stellung der Frau zu dieser Zeit ziehen einen in eine andere Zeit und in den Bann. Es ist schwer „auszusteigen“ und Pausen zu machen. Der Erzähler bringt die Geschichte großartig rüber. Absolut empfehlenswert als Hörbuch! Vielen Dank an alle Beteiligten, Netgalley und die Ullstein Buchverlage! Ich freue mich sehr auf Fortsetzung
Elvira P.
aus Goch
5/5
11.08.2021
Hörbuch-Download
Spannend und originell
„Wenn in Wien der Tod umgeht, gibt es einen, der ihm alle Geheimnisse entlocken kann!“
Der kauzige Totengräber des berühmten Wiener Zentralfriedhofs, Augustin Rothmayer, kennt sich aus mit dem Tod und den Leichen. Er mag schrullig sein, aber auch hoch gebildet und schreibt mit Hilfe eines angesehenen Rechtsmediziners seine Erfahrungen in einen Almanach für Totengräber nieder.
Als der junge Inspektor Leopold von Herzfeldt einen Experten für die Ermittlung in einer Serien-Mordsache benötigt, lernen die Beiden sich kennen und schätzen.
Einen besser passenden Sprecher als Hans Jürgen Stockerl hätte man für dieses Buch nicht finden können. Die sonore Bariton Stimme ergänzt die wunderbare Beschreibung des Wiener Gesellschaftslebens um 1893. Beim Zuhören fühlt man sich in diese Zeit versetzt, riecht den zarten Kaffeeduft der Kaffeehäuser, die Pomade der jungen Herrn und glaubt das Getuschel der höheren Gesellschaft zu hören.
Das Hören des Hörbuchs war ein Genuss und ließ die Zeit einfach stillstehen.
Der historische Krimi hat mich schnell gepackt. Oliver Pötzsch schildert brillant die Hilflosigkeit des jungen Inspektors. Sein dringender Wunsch Neuerungen einzuführen, trifft auf seine Unbeholfenheit mit Menschen beziehungsweise mit Vorgesetzten umzugehen.
Die Blasiertheit der leitenden Inspektoren und ihre Ablehnung jeder Neuerung gegenüber hat er genauso kritisch beleuchtet wie die Hoffart der adeligen, alten Männer.
Die Serienmorde waren brutal und blutig. Die Verbrechen, die zum Vorschein kamen, waren verabscheuungswürdig, aber Oliver Pötzsch lässt den Krimi ein bisschen in den wienerischen Schmäh abgleiten und Hans Jürgen Stockerl erwischt immer die richtige Tonart dazu.
Das macht diesen historischen Krimi zum Hörgenuss.
Meggie
aus Mertesheim
5/5
29.07.2021
Hörbuch-Download
ein spannender Fall
Wir befinden uns im Jahre 1893 inmitten von Wien und bekommen auch gleich diesen wunderbaren Wiener Charme zu spüren. Der Sprecher Hans Jürgen Stockerl schafft es nämlich ausgezeichnet, genau diesen Charme zu versprühen. Während er Leo mit seinem Hochdeutsch schon fast aus der Geschichte ausgrenzt, lässt er alle anderen Figuren mit dem Wienerischen spielen. Sei es mit leichtem Akzent wie bei Julia, mit dem Ur-Dialekt wie bei Augustin Rothmeyer bis hin zur „Gossensprache“ im Bereich der Prostituierten, Mörder und Diebe. Ich habe mich hier sehr gut unterhalten gefühlt und hätte dem Sprecher auch noch stundenlang zuhören können. Ich denke nicht, dass dies im Buch so richtig rübergekommen wäre und bin deshalb das erste Mal froh, dass ich das Buch vorher gehört und nicht gelesen habe. Hier bin ich sogar am Überlegen, ob ich die weiteren Teile als Hörbuch hören werde, da mir gerade dieses Detail so sehr gefallen hat. Vorausgesetzt, der Sprecher bleibt der Gleiche.
Zu Anfang lernen wir gleich Leopold von Herzfeldt kennen, einen Inspektor, der sich nach Wien hat versetzen lassen, um endlich aus dem Schatten seiner Familie auszubrechen und sich selbst einen Namen als guter Polizist zu machen. Dabei kommt er mit eher „neumodischen“ Ideen daher und setzt für die Tatortuntersuchung einen Fotoapparat sowie diverse andere Untersuchungs-Methoden ein, die von seinen Wiener Kollegen eher belächelt werden. So kommt es, dass seine Hilfe bei der gerade gefundenen Leiche eines jungen Mädchens eher negativ aufgenommen wird und er sich nicht den Recherchen anschließen darf, sondern mit einem anderen Fall betraut wird, in dem es um Selbstmord geht.
Leo hat eine etwas hochnäsige Art an sich. Er kümmert sich nicht darum, was andere sagen und eckt damit ganz schön an. Auch wenn er seine Sache als Inspektor sehr gut macht, ist er gleich nach seinem ersten Tag Gesprächsthema Nr. 1 und merkt bald, dass er – gerade bei seinem Kollegen Leinfelder – keine großen Chancen hat, sich hier zu beweisen.
Kurz darauf trifft Leo auf den Totengräber des Wiener Zentralfriedhofs, Augustin Rothmeyer. Ein sehr eigenwilliger und komischer Kauz, der kein Blatt vor den Mund nimmt und durch seine Arbeit mit Leichen schon irgendwie einen an der Waffel hat. Zumindest scheint dies der erste Eindruck zu sein. Denn im Laufe der Geschichte merkt Leo bald, dass sich in Augustin ein weicher Kern versteckt. Die beiden geben ein so gegensätzliches Paar ab und doch passen sie perfekt zusammen.
Die Telefonistin Julia Wolf ist die Dritte im Bunde. Sie arbeitet in der Telefonzentrale der Polizei und gilt eher als unscheinbar. Die beiden kommen sich durch einen Zufall näher, wobei Leo ein paar „Geheimnisse“ von Julia aufdeckt und bald merkt, dass sich hinter dem auf der Arbeit genannten „Lämmchen“ doch eher der Wolf versteckt, der auch ihr Namensgeber ist.
Die drei Protagonisten sind zwar sehr unterschiedlich, ergänzen sich aber perfekt. Ich hoffe sehr, dass diese drei im nächsten Buch auch wieder zusammenarbeiten, denn die Fälle, an denen die drei dann doch ungewollt zusammenarbeiten, schweißt sie zu einem Trio Infernale zusammen. Gerade diese Zusammenarbeit hat mir persönlich sehr gut gefallen, da jeder immer wieder eine Idee hat und diese dann weitergesponnen wurde, bis letztendlich eine Lösung gefunden wird.
Ich bin sehr unbedarft an das Buch herangegangen, vor allem, da der Klappentext ja von einem Mord mit Pfählung spricht. Dies verbinde ich dann natürlich mit einem Pflock durchs Herz und einer durchgeschnittenen Kehle. Wie dann letztendlich gepfählt wurde, hat mich persönlich zwar weniger geschockt, aber so kann man darauf schließen, dass die Morde
ACHTUNG SPOILER UND TRIGGERWARNUNG
sexuelle Hintergründe haben. Ebenso geht es auch den sexuellen Missbrauch von Kinder bzw. dass diese für sexuelle Dienste verkauft bzw. „verspielt“ werden. Ein hartes Thema, weshalb ich denke, dass am Anfang des Hörbuches bzw. schon im Klappentext ein solcher Hinweis gegeben sein sollte, damit LeserInnen davor gewarnt sind, die vielleicht selbst sexuelle Gewalt erlebt haben oder sensibel auf dieses Thema reagieren. Leider kann ich nicht sagen, ob im Buch vorne ein solcher Hinweis vorhanden ist. Im Hörbuch wird alledings nicht davor „gewarnt“.
Ansonsten bin ich richtig begeistert vom ersten Teil der neuen Reihe. Bislang habe ich vom Autor nur „Die Ludwig-Verschwörung“ gelesen, welche mir ebenfalls sehr gut gefallen hat. Die Reihe um die Henkerstocher ist jedoch nun auf meiner Wunschliste sehr hoch gewandert. Denn der Schreibstil des Autors hat mir gut gefallen. Ebenso die packende und spannende Geschichte und eben gerade dieser Wiener Dialekt, der allem noch mal eine Krone aufgesetzt hat.
Ebenso werden vom Autor auch noch berühmte Persönlichkeiten miteinbezogen. Wir lernen den berühmtem Komponisten Johann Strauß kennen und einen Teil seiner Familie, wobei der Autor ihm einem Halbbruder namens Bernhard angedichtet hat.
Zwischen den Kapiteln gibt es immer wieder kurze Auszüge aus dem Almanach des Totengräbers Augustin Rothmeyer. Hier wird über die verschiedenen Stadien der Verwesung erzählt, über Bräuche und Sitten, über Aberglaube und über die Arbeit eines Totengräbers.
Wir schreiben das Ende des 19. Jahrhunderts. Vieles befindet sich im Umbruch. Die „neumodischen“ Sitten, die von Herzfeldt mit nach Wien bringt (Fotografie, Spurensicherung, usw.) erinnern an CSI, die Erfindungen der damaligen Zeit (Automobil, Telefon usw.) spiegeln eine gewisse Moderne wider. Die Charaktere sind unterschiedlich, haben schon eine Vergangenheit und verbergen Dinge voreinander. Dies alles ist ein sehr gutes Zusammenspiel und so hat mich der Auftakt der neuen Reihe des Autors wirklich überzeugen können. Wenn „Das Buch des Totengräbers“ schon so gut war, bin ich wirklich gespannt auf die Henkerstochter-Reihe, die ja hoch gelobt ist.
Der unverwechselbare Wiener Charme, die gut geschriebene Geschichte und sympathische Protagonisten bilden den Auftakt zu spannenden Fällen.
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5/5
08.03.2022
Buch (Taschenbuch)
Spannender historischer Krimi...
Spannender historischer Krimi im Wien der Jahrhundertwende! Ein ehrgeiziger junger Kommissar und ein eigenbrötlerischer Totengräber ermitteln in einem Fall brutaler Pfählungen. Durchweg fesselnd erzählt, nur die eingestreuten wienerischen Ausdrücke wirken etwas zu bemüht.
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