Der Musikjournalist Paul Brannigan, der Zugang zu allen Bandmitgliedern und zum engsten Kreis von Eddie van Halens Familie hatte, zeichnet erstmals das spannende wie atemlose Auf und Ab des Musikers nach. Eine faszinierende Reise in die wilden Hard-Rock-Zeiten der siebziger und achtziger Jahre - und das bestechende Portrait eines Ausnahmemusikers, dem es gelang, mit einem Paukenschlag die Welt des Rock 'n Roll zu revolutionieren.
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Einer der grössten Gitarristen unserer Zeit...
Mareike Kollenbrandt aus Jülich am 01.11.2021
Bewertungsnummer: 1598358
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Eddie van Halen gehört zu den grössten Musiker der Rockgeschichte. Da sein Vater ein Jazzmusiker war, kamen er und sein Bruder Alex schon früh mit Musik in Berührung. Die Familie wanderte von den Niederlanden in die USA aus. Dort lernte er zunächst Schlagzeug, wurde aber sehr schnell von seinem Bruder abgelöst und entschied sich für die Gitarre. Mit seinem Bruder zusammen gründete er die Band, die später Van Halen werden sollte und spielte zunächst auf Schulveranstaltungen und Festen.
Als die Band von den grossen Plattenbossen entdeckt wurde, gab es nichts mehr, was den kometenhaften Aufstieg bremsen konnte. Auch die vielen Drogen-, Alkohol- und Partyexzesse nicht. Interessant ist, daß der Leadsänger David Lee Roth Eddie den musikalischen Rang nie ablaufen konnte, immer wieder stand die Virtuosität des Gitarristen im Vordergrund.
Leider ging Eddie, wie alle anderen auch, den dunklen Seiten des Rockmusikgeschäftes nach. Auch er experimentierte mit Drogen und Alkohol und war Kettenraucher. Durch einen Alkoholentzug konnte er 2007 wieder mit der Band auf Tour gehen, aber richtig gesund wurde er nie wieder. Eddie van Halen starb im Herbst 2020.
Selbst wenn man kein Fan von Van Halen ist, beschreibt dieser Titel wunderbar ein Stück Rockmusikgeschichte. 5 Sterne!
„Eddie van Halen. Ein Leben“…
sleepwalker am 21.02.2022
Bewertungsnummer: 2998712
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
„Eddie van Halen. Ein Leben“ von Paul Brannigan ist für Fans des Musikers (und vor allem der Band van Halen) sicher ein Schmankerl und die Lektüre ein Muss. Für diejenigen, die noch Fans werden wollen (wie ich zum Beispiel), fand ich das Buch weniger geeignet, denn es konzentriert sich nach ein paar Seiten hauptsächlich auf die Band und deren Werdegang. Es ist mit Sicherheit kein schlechtes Buch und die Recherchearbeit des Autors ein enormer Akt, aber dennoch hat es mich nicht hundertprozentig abgeholt. Oder besser gesagt: ich hatte mir durch den Titel etwas anderes vorgestellt. Aber von vorn. Als Sohn niederländischer Einwanderer hatte es Edward Lodewijk van Halen in den 1960er Jahren nicht leicht, in den USA Fuß zu fassen. Sein Bruder Alex übrigens auch nicht. Und sein Weg zum „Mozart der Gitarre“ war steinig. Und vor allem seiner Mutter Eugenia hätte es wohl lieber gesehen, wenn er Informatik studiert hätte. Aber, unter anderem geprägt von ihrem Vater Jan, der Berufsmusiker war, hatten die beiden Söhne andere Pläne. Und die sollten die Musikwelt nachhaltig verändern und prägen. Ursprünglich von Eric Clapton, Led Zeppelin und den Beatles beeinflusst, schuf Eddie van Halen seinen eigenen Stil und wurde in den 1980er Jahren zu einer Ikone an der Gitarre. Neben seinem Werdegang beleuchtet Paul Brannigan hauptsächlich die Geschichte der Band, unterfüttert mit zahllosen Zitaten der Bandmitglieder und Wegbegleiter, ein wahres Schaulaufen des Who-is-Who der Musikwelt. Und natürlich lässt der Autor auch die Sex-Drugs-Rock’n’Roll-Aspekte nicht weg. So schreibt er neben Affären und Band-Streitereien (die Episoden mit Sänger David Lee Roth fand ich nach einer Weile wirklich nervtötend) auch über Eddie van Halens Alkohol- und Kokainsucht und seine mehrfachen Entzugsversuche, seine erste Krebsdiagnose und schließlich seinen Tod 2020 mit 65 Jahren. So weit so gut. Insgesamt finde ich das Buch gut und sensibel geschrieben, minutiös recherchiert und aufbereitet, aber es ist nicht das Leben von Eddie van Halen, über das der Autor da in manchmal sehr langen, verschachtelten Sätzen schreibt. Vielmehr ist es die Geschichte der Band Van Halen, zu viele Informationen über David Lee Roth inklusive. Ich möchte in einem Buch mit dem Titel „Eddie van Halen. Ein Leben“ nicht zwingend Roths Geburtsdatum erfahren und dass er wegen seines ADHS Ritalin nahm. Mehr Eddie und weniger Van Halen (die Band) hätte mir besser gefallen, da hat der Autor meiner Meinung nach die Balance nicht hundertprozentig gefunden. Das liegt vielleicht auch daran, dass das Buch auf Sekundärquellen fußt, schließlich hat Paul Brannigan Eddie van Halen nur ein einziges Mal getroffen. Viele Ausführungen und Aneinanderreihungen von Konzerten, Tourneen, Hits, Erfolgen und Misserfolgen hätte ich auch in den Archiven der einschlägigen Musikzeitschriften nachlesen können. Da mich aber interessiert, wer und wie Eddie van Halen wirklich war, werde ich wohl die Biografie seiner ersten Frau Valerie Bertinelli noch lesen, in der Hoffnung, dass sie mir den wohl sehr sensiblen Musiker näherbringt, den Menschen, der selten zufrieden mit sich und seiner Arbeit und, so scheint es, noch seltener glücklich gewesen ist (David Lee Roth sagte in einem Interview „Ich glaube, dass Eddie van Halen keine zehn Minuten seines Erfolgs wirklich genossen hat.“). Dieses Buch hier lässt mich ziemlich unbefriedigt zurück, daher vergebe ich drei Sterne.
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