Deutschland in der Zukunft. Die Küsten sind überschwemmt, weite Teile des Landes sind entvölkert, und die Natur erobert sich verlassene Ortschaften zurück. Berlin ist nur noch eine Kulisse für Touristen. Regierungssitz ist Frankfurt, das mit dem gesamten Rhein-Main-Gebiet zu einer einzigen Megacity verschmolzen ist. Dort, wo es eine Infrastruktur gibt, funktioniert sie einwandfrei. Nahezu das gesamte Leben wird von Algorithmen gesteuert. Allen geht es gut – solange sie keine Fragen stellen.Liina, Rechercheurin bei einem der letzten nichtstaatlichen Nachrichtenportale, wird in die Uckermark geschickt, um eine, wie sie glaubt, völlig banale Meldung zu überprüfen. Dabei sollte sie eigentlich eine brisante Story übernehmen. Während sie widerwillig ihren Job macht, hat ihr Chef einen höchst merkwürdigen Unfall, der ihn fast das Leben kostet, und eine Kollegin wird ermordet. Beide haben an der Story gearbeitet, die Liina versprochen war. Anfangs glaubt sie, es ginge darum, ein Projekt des Gesundheitsministeriums zu vertuschen, aber dann stößt sie auf die schaurige Wahrheit: Jemand, der ihr sehr nahesteht, hat die Macht, über Leben und Tod fast aller Menschen im Land zu entscheiden. Und diese Macht gerät nun außer Kontrolle ...
Kundinnen und Kunden meinen
3.9/5.0
Cora Lein
aus Berlin
2/5
01.10.2022
Hörbuch-Download (MP3)
schwach
Inhalt:
Liina lebt in einer nahen Zukunft, durch Klimakrise und Hightech Entwicklungen hat sich das Leben verändert. Scheinidentitäten und Nachrichtenportale, welche im Untergrund agieren, sind Normalität geworden …
Stil:
Heike Warmuth hat eine angenehme Stimme und spricht auch die Charaktere mit unterschiedlichen Tonlagen. Das ist angenehm und gibt den, sonst blassen, Figuren etwas tiefe. Leider kann die Sprecherin aber nicht alles herausreißen. Die Geschichte verspricht etwas Dystopisches, spannendes und präsentes. Enttäuschenderweise kann nichts davon gehalten werden. Alles, was angepriesen wird, wird nur angerissen und es geht um eine verkappte Liebesgeschichte und den medizinischen (nicht) Fortschritt. Gerne hätte ich das Hörbuch abgebrochen, einfach, weil nicht der versprochene Inhalt behandelt wurde, aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt… Paradise City plätschert allerdings die kompletten 6,5 Stunden dahin und es passiert so wenig und es wird so viel angedeutet. Die Fehler in Logik und Technik sind dabei auch nicht mehr wegzureden, sodass die ganze Geschichte weder eine Dystopie noch ein Thriller, sondern eher eine Farce darstellt.
Charaktere:
Alle wirken blass und farblos, sie reden viel, verstecken sich hinter Unwahrheiten und kommen immer irgendwie an ihr Ziel oder sterben. So, wie es der Plot halt hergibt.
Cover:
Das Cover ergibt, im Zusammenhang mit der Geschichte, keinen Sinn. Allein betrachtet wirkt das Cover allerdings mystisch.
Fazit:
Die Geschichte konnte nicht überzeugen. Die Charaktere sind blass, die Story hohl und die Erzählweise von Heike Warmuth konnte leider nicht alles herausholen. Daher nur 2 Sterne und keine Lese-/Hörempfehlung.
Bewertung
aus Weilrod
5/5
08.10.2021
Buch (Taschenbuch)
Ein Thriller der einen mitnimmt. Nicht nur in die Zukunft
Mich hat dieser Thriller mitgenommen, nicht nur wegen der Story, sondern besonders auch wegen den aufgezeigten Lebensverhältnissen die in Zukunft bei uns möglich sein könnten. Wer hier genauer hinschaut muss erkennen, dass diese Situationen in keinster Weise aus der Luft gergriffen sind, sondern teilweise schon Realität sind. Angefangen von der Überwachung, bis hin zur Ausgrenzung derer die sich nicht der Masse anschließen. Wie gesagt, man muss hier noch nicht mal genauer hinschauen, sondern sich kurz mal zurücklehnen und nachdenken. Dies ist ein großartiger Nebeneffekt dieses Buches, dass dazu noch eine sehr, sehr gute Story enthält. Paradise City ist für mich ein absolut lesenswertes Buch, dass mich sehr bewegt hat , mit einer , jedenfalls für mich, Langzeitwirkung. Man sollte es unbedingt mal gelesen haben. Ein Thriller der micch fesselt kann ich nur mit 5 Sternen bewerten.
Tintenherz
aus Kronshagen
5/5
24.08.2020
Buch (Taschenbuch)
Schatten im Paradies
Das Cover passt sich der Handlung mit der nach unten führenden Rolltreppe gut an.
Der Schreibstil liest sich leicht verständlich und die düstere Atmosphäre der Geschichte wird gekonnt an den Leser gebracht.
In der Megacity Frankfurt ist die totale Überwachung der Bevölkerung mit der KOS-Gesundheitsapp, die bei den chronisch kranken Menschen eingesetzt wird, an der Tagesordnung. Es herrscht eine Zwei-Klassen-Gesellschaft.
Die Wahrheitspresse überprüft die herausgegebenen Nachrichten der Staatspresse. Liina Järvinen, beschäftigt bei einer Agentur, recherchiert für ihren Chef Yassin merkwürdige Vorfälle. Bis plötzlich ihr Chef einen Unfall erleidet. Sie setzt alles daran, die Sache aufzuklären.
Die Protagonisten Liina, selbst mit einer Krankheit behaftet, wird mit ihren Stärken und Schwächen sympathisch dargestellt. Man erfährt zwischendurch, wie es ihr im vorherigen Leben ergangen ist.
Die bedrückende und verstörende Handlung wird kritisch durchleuchtet und sie befindet sich sehr nahe an der Realität. Die düsteren Zukunftsaussichten haben mich noch nachhaltig beschäftigt.
Fazit:
Ein hochbrisanter Thriller, der sehr schnell wahr werden kann!
Nevena Banov
aus Baden
5/5
23.08.2020
Buch (Taschenbuch)
Kompliziert
Inhalt: Deutschland im 22. Jahrhundert: Liina ist enttäuscht, als sie für die unabhägige Wahrheitspresse eine langweilige Recherche über einen Schakalangriff durchführen soll. Doch als ihr Chef einen Unfall hat, beginnt sie, mit ihren Kollegen Nachforschungen anzustellen. Und je tiefer sie graben, desto mehr in Gefahr begeben sie sich.
Besonders gut hat mir gefallen, wie real die AURORIN? das Leben in der Zukunft darstellt: kaum Autos, Chips mit allen Infos über die Person und vieles mehr. Die meisten Szenen waren so nachvollziehbar für mich, dass ich mich total in die Erzählung vertiefte.
Das Ende hat mir leider nicht besonders gefallen, da es zu schnell war und ich es nicht vollständig verstanden habe. Nichtsdestotrotz kann ich es empfehlen, wenn man gerne Zukunftsthriller liest und nichts gegen etwas Brutalität hat.
Anne
aus Berlin
5/5
10.08.2020
Buch (Taschenbuch)
Fesselnde Dystopie
Zoë Beck erzählt beinahe filmisch – die Geschichte fließt so leicht, dass man unversehens hineingezogen wird. Der Thriller baut geschickt Spannung auf, ohne blutrünstig zu sein. Zu Beginn steigt der Spannungsbogen subtil an, als die Rechercheurin Liina, die undercover für eine der letzten nicht-staatlichen Nachrichtenagenturen arbeitet, für eine scheinbar sinnlose Recherche in die Uckermark geschickt wird. Natürlich hängt am Ende alles zusammen – der Recherchetrip, Liinas Erinnerungen an ihre Jugend, der dramatische Fall, an dem ihr Chef und Liebhaber dran ist. Die Autorin verwebt die einzelnen Handlungsstränge geschickt zu einem komplexen Bild einer erschreckenden Zukunft.
Dafür hat sie eine dystopische Welt erschaffen, die den perfekten Background für diesen Thriller abgibt. Nach mehreren Pandemien (ja, irgendwie hat man schnell das Gefühl, dass die Handlung nicht komplett unrealistisch ist...) ist FFM zur 10-Millionen-Metropole und deutschen Hauptstadt angewachsen. Der Meeresspiegel steigt. Außerhalb der großen Städte, im Hinterland, leben die "Parallelen": Menschen mit Depressionen oder Behinderungen zum Beispiel – alle, die nicht in eine scheinbar perfekte Gesellschaft passen. Wer bestimmt, wer gut genug für das Stadtleben ist? Es ist ein grusliges Szenario, dessen ganzer Schrecken sich erst nach und nach offenbart.
Die modernen Errungenschaften der Zukunft, die das Leben verbessern sollen, scheinen den Menschen zunächst hauptsächlich Vorteile zu bringen (Schließlich ist nichts perfekt, stimmt's?), aber mit der Zeit zeigt sich, wie gefährlich und grausam Technik gegen den Menschen verwendet werden kann. Das krasseste Beispiel ist hier das Gesundheitssystem KOS, das die Menschen kontrolliert, bei Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes sofort Tipps gibt (Ruhepause einlegen) oder an die Einnahme von Medikamenten erinnert. Doch es hat nicht nur Vorteile. Es überwacht die Menschen komplett. Wie anfällig das System für Manipulation ist, kann man sich zwar denken, es wirkt jedoch extrem erschreckend, wie sich diese Gefahr in der Geschichte entfaltet.
Die Charaktere sind sehr unterschiedlich und ergänzen sich dadurch sehr gut. Allen voran hat mich die Protagonistin Liina fasziniert, die gerne vor ihren Problemen wegläuft und schon mal das Land verlässt, aber für die (wenigen) Menschen, die ihr wichtig sind, kein Risiko scheut.
"Paradies City" ist ein mitreißender und erschreckender Thriller.
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