Anhand eines Familienfotos, das 1946 am alten Strand von Nazaret in Valencia entstand, konstruiert Paco Roca die Geschichte der Familie seiner Mutter Antonia. Diese Geschichte steht stellvertretend für den Großteil der spanischen Bevölkerung, die während der Franco-Diktatur in bescheidenen Verhältnissen lebte und gezwungen zwar, sich auf dem Schwarzmarkt mit dem Nötigsten zu versorgen. Antonias Leben ist ein Leben ohne Möglichkeiten, im Dienst der Familie und der Kirche, zu dem insbesondere die Frauen jener Zeit verdammt waren. Mit RÜCKKEHR NACH EDEN setzt Paco Roca seinen Streifzug durch die Erinnerung fort. Nachdem er in LA CASA dem Leben seines Vaters nachgespürt hat, zeichnet er nun anhand der Geschichte seiner Mutter das Bild eines tristen, beklemmenden Nachkriegs-Spaniens.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
1 Bewertungen
5 Sterne
(1)
4 Sterne
(0)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Sterne
(0)
spannend und interessant von der ersten bis zur letzten Seite!
Endlose Seiten am 29.01.2022
Bewertungsnummer: 1647047
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Fotos – jeder besitzt sie, jeder hat sie zu Hause irgendwo herumliegen. Aber fragt sich auch jeder, aus welchem Anlass ein Foto entstand oder was den Personen, die darauf zu sehen sind, an diesem Tag möglicherweise passiert ist? Wie oft macht man sich Mühe, ein Foto länger als ein paar Sekunden zu betrachten und darüber nachzudenken, bevor man es wieder beiseitelegt?
Paco Roca hat sich so viele Gedanken um ein Familienfoto seiner Mutter Antonia gemacht, dass daraus seine Graphic Novel »Rückkehr nach Eden« entstand. Das besagte Foto ist auf der Rückseite des Comics zu sehen. Es entstand an einem sonnigen Tag am Strand im Jahr 1946. Das Foto ist sowohl der Ausgangspunkt der Geschichte, als auch das Zentrum, um das sich alles dreht. Man erfährt sowohl die Entstehungsgeschichte des Fotos, als auch die Schicksale aller Familienmitglieder, die darauf zu sehen sind.
Genau wie in seinem Comic »Der Winter des Zeichners«, den ich bereits gelesen habe, betrachtet Roca nicht nur die einzelnen Schicksale, sondern auch den politischen Hintergrund. Irgendwie ist es auch verständlich, denn Politik steuert unser Leben und manchmal kann man sie einfach nicht außer Acht lassen, vor allem während der Nachkriegszeit. Roca zeigt anhand der Familie seiner Mutter, wie schwer es Menschen während der Francisco Franco-Herrschaft hatten. Aus diesem Grund ist der Comic mit vielen traurigen Momenten übersät.
Das Format des Comics erinnert mich stark an ein altes Fotoalbum. Der Anfang ist viel tiefgründiger als ich erwartet habe, da man sofort zum Nachdenken gebracht wird. Paco Roca verschwendet keine Zeit, um sich in trivialen Details zu verlieren, sondern macht anhand weniger Sätze klar, dass das Leben eines Menschen eigentlich ein Wimpernschlag im Universum ist. Dies ist zwar traurig, macht aber klar, dass alles endlich ist.
Im Anschluss widmet sich Roca dem Familienfoto und den Personen, die darauf zu sehen sind. Familienmitglieder, die es nicht auf das Foto geschafft haben, lässt er ebenfalls nicht außer Acht und schildert, wie es dazu kam. Dank Rocas Anekdoten kann man sich schnell ein Bild über die Charakterzüge jeder Person machen. Die meisten von ihnen machten mich traurig, da sie verdeutlicht haben, wie verzweifelt Menschen zu der Zeit waren.
Fazit
In »Rückkehr nach Eden« rekonstruiert Paco Roca die Geschichte seiner Familie anhand eines Fotos – spannend und interessant von der ersten bis zur letzten Seite! Ich freue mich schon auf weitere Comics von Paco Roca.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.