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Intersubjektivität und Macht Eine phänomenologische Untersuchung basierend auf Edmund Husserls »Die Krisis der europäischen Wissenschaften und die transzendentale Phänomenologie« bezogen auf magische Diskursfelder im Umkreis der Ethnologie als Raum ›wilden Denkens‹ in d

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.05.2021

Verlag

Scientia nova Verlag Neue Wissenschaft

Seitenzahl

212

Maße (L/B/H)

21,5/13,5/1,5 cm

Gewicht

294 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-935164-14-6

Beschreibung

Rezension

“Vor etwa zwei Monaten stieß ich in der Privatbibliothek eines Bekannten eher zufällig auf den Gegenstand vorliegender Buchbesprechung. Dem Titel nach handelt es sich um eine wissenschaftliche Untersuchung, die eher einen philosophisch gut bewanderten Kenner ansprechen sollte, als einen Laien wie mich. Etwas bewegte mich aber, das Buch umzudrehen und auf dem Rückumschlag sprang mir das folgende Zitat von Joan P. Culianu ins Auge: ‚Als Wissenschaft von der Manipulation der Phantasmen (Vorstellungsbilder) wendet sich die Magie vornehmlich an die menschliche Einbildungskraft, in der sie nachhaltige Eindrücke zu erwecken versucht. Der Magier der Renaissance ist Psychoanalytiker und Prophet, aber er nimmt auch moderne Berufe vorweg wie: Public Relations-Chef, Propagandist, Geheimagent, Politiker, Zensor, Massenmedien-Intendant, Werbefachmann‘. Da ich mit dem Werk Culianus einigermaßen vertraut bin, fesselte das meine volle Aufmerksamkeit. Die nachfolgenden Worte des Autors überzeugten mich dann, das Buch erwerben zu müssen:
‚Überraschend ist, dass es eine Erklärung gibt, die sich dem ‚subjektiven‘ Phänomen der Magie nähern kann, ohne dabei den Anspruch auf Objektivität zu verlieren.‘ Magie als Gegenstand einer objektiven Erklärung? Schon der Gedanke daran hat etwas ‚Magisches‘ an sich. Der durch den wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt sowie das moderne Bildungswesen konditionierte westliche Mensch erachtet Objektivität als den goldenen Maßstab schlechthin. Und nicht ohne guten Grund – es waren nämlich die gerade erwähnten drei Faktoren, die es der Menschheit ermöglicht haben, eine noch nie da gewesene Beherrschung der Natur zu erringen. Sie sind mehr oder weniger das Resultat einer Weltanschauung, die Objektivität als den Prüfstein schlichtweg etabliert hat. Auf der anderen Seite sollte man jedoch nicht vergessen, was der berühmte Science-Fiction-Schriftsteller Arthur C. Clarke über Technologie sagte: ‚Jede genügend fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.‘
Als Ausgangspunkt seiner Analyse nimmt der Autor die Phänomenologie Edmund Husserls, was sich in den ersten Kapiteln auch niederschlägt. Es wird also ein erkenntnistheoretischer und methodologischer Rahmen geschaffen, welcher den Lesern ermöglichen soll, die darauf folgende Auseinandersetzung mit der Magie einordnen zu können. Worum handelt es sich eigentlich bei der Phänomenologie?
‚Programmatisch ist es für die Phänomenologie, ‚objektive Wissenschaft‘ zu sein mit dem Ziel, eine rationale und vernünftige Methodologie zur Erkenntnis von Welt und Mensch herauszubilden. Dabei schlägt Edmund Husserl die Richtung ein, indem er von der Annahme der Korrelation von Bewusstsein und Welt ausgeht.
Im Bewusstsein – das immer Bewusstsein von etwas ist – wird das Seiende als Wahrnehmendes, Erkennendes, Erinnerndes usw. vergegenwärtigt. Die Welt kann daher nur als Korrelat von Bewusstseinsleistungen in Hinblick auf ein erkennendes und wahrnehmendes Bewusstsein vorhanden sein.
Objekte ohne erkennendes Subjekt sind sinnlos ebenso wie Aussagen über Objekte, die nicht bewusstseinsmäßig erfasst werden können. Objektive Erkenntnis ist immer auf ein erkennendes Bewusstsein rückbezogen oder rückzubeziehen‘ (22).
Wir sehen uns hier einer radikalen Wendung gegenüber, denn die schier unüberbrückbare Kluft zwischen Objekt und Subjekt wird aufgehoben. Jetzt geht es nicht mehr um ein Objekt oder ein Subjekt, sondern das sog. ‚Phänomen‘ tritt in den Vordergrund (42). Weder das Bewusstsein noch die Gegenständlichkeit sind isolierte Bereiche, denn Bewusstsein ist stets Bewusstsein von etwas und damit in eins mit seinem Gegenstand (Werner Marx, Die Phänomenologie Edmund Husserls, 14). Die Außenwelt wird jedoch nicht geleugnet, ganz im Gegenteil, sie wird als gegeben vorausgesetzt, sonst würde das Erleben derselben und der damit verbundenen Veränderungen nicht zustande kommen. Nur die Subjekt-Objekt-Dichotomie wird außer Kraft gesetzt (42).
Aus phänomenologischer Sicht wird das Objekthafte schlussendlich unverständlich bleiben, wenn es nicht absichtlich begriffen werden kann. Allein in dieser Weise ist ein Objekt wissenschaftlich ergründbar, und das geschieht nur im Subjekt selbst (ibid., 49). Diesbezüglich ist ein von Edmund Husserl entwickeltes Vorgehen, epoché genannt, entscheidend. Es bedeutet, sich seines Urteils im Prozess des Erkennens zu enthalten, um Phänomene, so wie sie sind, erkennen zu können (ibid., 41). Was haben nun diese gelehrten Worte mit der Magie zu tun, werden sich viele von unseren Lesern wohl fragen? Darauf antwortet am besten der Autor selbst:
‚Sowohl Phänomenologie wie auch Magie implizieren eine – aktiv-manipulative oder passiv-rezeptive – Beeinflussung des Anderen, was hier synonym für Machtausübung oder Machtstruktur steht.‘
[…]
‚Das wissenschaftliche Instrumentarium zur Durchdringung magischer Denkvorgänge und magischer Weltsicht als Magie ist phänomenologisch gegeben‘ (29–30).
Und weiter:
‚Bei einem magischen Diskurs ist es unmittelbar einleuchtend, dass es sich um Bewusstseinsphänomene handelt, […] Um einen Bewusstseinsakt entsprechend methodologisch zu erfassen, bedarf es einer wissenschaftlich ausgerichteten Bewusstseinsphilosophie. Geeignet scheint dafür die Phänomenologie, die uns in die Lage versetzt, Bewusstseinsakte zu benamen und zu untersuchen‘ (177–178).
Phänomenologisch gesehen ist also Magie ein an sich Begreifendes, das als intentionaler Akt und Bewusstseinsaspekt operiert. In der Außenwelt manifestiert sich Magie als eine intentionale und mehr oder weniger rituelle Handlung, die zielgerichtet bestimmte Veränderungen auslösen will. Nach innen äußert sich Magie als eine Tätigkeit des Bewusstseins (hauptsächlich des Willens und der Konzentration). Die auf ein Objekt bzw. das Umfeld gerichtete rituelle Handlung ist daher untrennbar mit dem Bewusstsein verbunden und bildet zusammen mit allen erwähnten Teilhabern des magischen Vorganges ein sinngemäßes Kontinuum. Somit erschließt sich die Möglichkeit einer phänomenologischen Analyse, die ohne Weiteres Anspruch auf Objektivität erheben kann – eine Objektivität jedoch, wie sie von der Phänomenologie definiert wird. Die wiederum ist nach Rudolf Bernet, Iso Kern und Eduard Marbach selbst Korrelatleistung des vergemeinschafteten transzendentalen Bewusstseins (Bernet et. al., Edmund Husserl – Darstellung seines Denkens, 72).
Summa summarum: Ich erachte die vorliegende Studie als einen sehr wichtigen und originellen Beitrag zum Studium der Magie. Es ist bei Weitem keine ‚leichte Kost‘, wird aber jeden, der sich mit dem Werk auseinandersetzt, mit tiefen Einsichten belohnen.“ (Andraž Marchetti)

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Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.05.2021

Verlag

Scientia nova Verlag Neue Wissenschaft

Seitenzahl

212

Maße (L/B/H)

21,5/13,5/1,5 cm

Gewicht

294 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-935164-14-6

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  • 1. Vorüberlegung
    2. Phänomenologie ist Bewusstseinsphilosophie: Kleingeld wechseln
    2.1. Phänomenologie ist Bewusstseinsphilosophie
    2.2. Intentionaler Akt
    2.3. Phänomenologie als Erkenntniskritik
    2.4. Abgegrenzte Phänomenologie
    2.5. Intersubjektivität
    2.6. Leib als Medium
    2.7. Monaden-Ich und Monaden-All
    2.8. Möglichkeiten der Intersubjektivität
    2.9. Intersubjektivität ist reflexiv
    2.10. Diskursfeld Magie
    3. Limesqualität und work in progress – Die Phänomenologie im Werk Edmund Husserls
    3.1. Einfluss der Phänomenologie
    3.2. Ein meditierend-mäandernder Schreibstil
    3.3. Radikaler Zweifel
    3.4. In und mit der Welt
    3.5. Epoché
    3.6. In-Bezug-Setzen
    3.7. Evidenter Aufweis
    3.8. Bewusstsein als Akt
    3.9. Objektivität von Welt
    4. Die Vermessung der Lebenswelt: Krisis und Phänomenologie
    4.1. Mathematisierung der Welt
    4.2. Entstehung der Krisis
    4.3. Renaissance und Wissenschaft
    4.4. Philosophie in ihrem Ursprung
    4.5. Transzendentalismus
    4.6. Urteilsenthaltung
    4.7. Transzendentales Ich
    4.8. Transzendentales Ego
    4.9. Absoluter Subjektivismus
    4.10. Andere Lösungsversuche
    4.11. Letztbegründung von Wissenschaft
    4.12. Lebenswelt
    4.13. Vorgegebene Welt
    4.14. Vermessung der Lebenswelt
    4.15. Gemeinschaft der Wissenschaftler als Menschen
    4.16. All-Verbundenheit
    4.17. Zusammenfassung
    5. Das Subjekt in der objektiven Wissenschaft
    5.1. Voraussetzung
    5.2. Encyclopaedia Britannica
    5.3. Subjektphilosophie
    5.4. Bewusstsein und Sein
    5.5. Daseiende Welt
    6. Fremderfahrung und Icherfahrung: Ego – alter ego
    6.1. Der Andere
    6.2. Die Primordialsphäre
    6.3. Die Ähnlichkeit des Leibes
    6.4. Apperzeption
    6.5. Ichbegriff und Monade
    6.6. Menschengemeinschaft und Urmonade
    6.7. Monadengemeinschaft
    6.8. Eigenes und Fremdes
    6.9. Welthorizont und Monaden-All
    6.10. Zusammenfassung
    7. Evidenz als Erkenntnisraum – Letztbegründung von Erkenntnis
    7.1. Subjektorientiertheit
    7.2. Metaphysik und Transzendenz
    7.3. Solipsismus
    7.4. Evidenz – Urteil und Anschauung
    7.5. Evidenz auf Bewährung
    7.6. Evidenz und Wahrheit
    7.7. Evidenz und Lebenswelt
    8. Magische Grammatologie: Die Magie der Monade
    8.1. Magie ohne Begriff
    8.2. Kosmische Sympathie
    8.3. Magie als ritualisierter Optimismus
    8.4. Magie als System der Wechselwirkung
    8.5. Magie und Zauberei
    8.6. Magie und ihre Epigonen
    8.7. Die Kräfte, wie sie heimlich wirken
    8.8. Welcher Wille geschehe?
    8.9. Wissenschaft: Manipulation und Phantasmen
    8.10. Magie online
    9. Das Magische der Magie: Magische Diskursfelder und ihr Medium, ihr Raum und ihre Verwirklichung
    9.1. Magische Evidenz
    9.2. Magie als Vorbedingung von Magie
    9.3. Magie als Bewusstseinsphänomen
    9.4. Eidetische Magie
    9.5. Phänomenologische Wissenschaft
    9.6. Magie als Begreifendes
    9.7. Magie als intentionaler Akt
    9.8. Magie als intentionaler Bewusstseinsaspekt
    9.9. Magie als Phänomen
    9.10. Magie und ihre Trägersubstanz
    9.11. Magie als Wirksamkeits-Was
    9.12. Magische Kennzeichnung
    9.13. Magie als magischer Äther
    9.14. Ontische Magie
    9.15. Magisches transzendentales Bewusstsein
    9.16. Magisches Denken ist Seins-hörig
    9.17. Intersubjektivität als magischer Prozess
    9.18. Satelliten-Magie
    9.19. Magische All-Matrix
    9.20. Magie und Appräsentation
    9.21. Medium cogito
    9.22. Magischer Urgrund
    9.23. Der Raum des magischen Denkens
    9.24. Ergebnis und Ausblick
    9.25. Was wir wissen:
    9.26. Was wir nicht wissen:
    Nachwort zur Neuauflage
    Literatur