Les Doges, ein Ort in den Cévennes. Hier lebt Gus auf dem von seiner Familie geerbten Bauernhof. Seine Tage bestehen aus den Feldern, den Kühen, dem Holz, den Reparaturen. Harte Arbeit, die sich je nach Wetterbedingung ändert. Sein einziger Trost ist sein Hund Mars. Nach und nach tauchen wir in die Stille ein, den Wind, die große Kälte und die verschneite Weite. Von Zeit zu Zeit helfen sich Gus und sein Nachbar Abel beim Ernten, Kalben, leihen sich gegenseitig die fehlende Ausrüstung und beenden den Tag mit ein paar Gläsern Rotwein aus dem Fass. Sie sind wortkarg, keine Freunde. An einem schneereichen Tag im Januar 2006 hört Gus Schüsse und Schreie von Abels Seite. Er findet Spuren von Blut im Schnee. Auch die Ankündigung von Abbé Pierres Tod ruft in dem strengen protestantischen Leben Verunsicherung hervor. Plötzlich tauchen alte familiäre Spannungen zwischen den beiden Nachbarn auf, in einer Landschaft völliger Abgeschiedenheit, die ihre Geheimnisse lieber in Schweigen hüllt.
Sélection du Prix Polar SNCF
In Frankreich wurden über 100.000 Exemplare verkauft.
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Wo man der der Natur näher ist als den Menschen
Xirxe aus Hannover am 12.11.2021
Bewertungsnummer: 1605756
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Cevennen sind eine karge, dünn besiedelte Gegend, die den Menschen sehr viel abverlangt um zu überleben. Gus ist hier geboren und aufgewachsen, hat den Hof seiner Familie übernommen und spricht mehr mit seinen Tieren als mit Menschen. Seit dem Tod seiner Eltern, die ihn ohne Liebe aufwachsen ließen, ist der einzige Mensch, der ihm näher steht, sein Nachbar Abel; auch er allein und bereits deutlich älter als Gus. Man hilft sich gegenseitig, trinkt ein oder auch mehrere Gläser Wein und versteht sich ohne viele Worte. Als an einem Wintertag Gus auf der Jagd aus der Gegend um Abels Hof Schüsse und Schreie vernimmt und Blutspuren findet, ist nichts mehr wie zuvor.
Auch wenn vergleichsweise wenig geschieht und sich der Großteil des Erzählten um Gus‘ tagtäglich wiederkehrenden Ablauf und seine Gedanken und Erinnerungen dreht, entwickelt sich unterschwellig eine angespannte Atmosphäre, in der jederzeit etwas hochgehen könnte. Dem gegenüber steht die Leere und Düsternis dieser unwirtlichen Landschaft, der sich die wenigen dort Lebenden angepasst haben.
"Eine eigenartige Region voller Grobiane und wortkarger Menschen. Wie könnte es auch anders sein in dieser Gegend, wo sich noch nicht einmal der Leibhaftige die Mühe machte, die Seelen auszusuchen, und zugriff, ohne sich darum zu scheren, mit der Konkurrenz zu verhandeln."
Franck Bouysse hat dafür eine selten einprägsame Sprache gefunden, die einem die Menschen und die Gegend dort lebendig werden lassen; voller Poesie aber auch mit einer Direktheit, die stellenweise nur schwer zu ertragen ist.
"Hier in der Gegend sterben die Familienlinien alle eine nach der anderen aus, wie Kerzen, die kein Wachs zum Brennen mehr haben. So ist das mit dem Docht, er ist gar nichts, wenn kein Wachs mehr um ihn herum ist, eine Art menschliche Paste, sodass die Dunkelheit jeden Tag ein wenig mehr an Boden gewinnt;"
"Es gab dort auch Farben, die die Jahreszeiten anzeigten, Tiere und dann die Menschen, zwischen Hoffnung und Verzweiflung, wie Kinder, die das Eisen ihrer Träume schmieden, mit der gleichen Auflehnung im Herzen, den gleichen zu bestreitenden Kämpfen, die die vergänglichen Siege und die ewigen Niederlagen ausmachen."
"Am schwersten zu ertragen war das Blut, das unaufhörlich aus den Schnittwunden spritzte, wie Öl, das sich aus durchtrennten Schläuchen ergießt."
Nicht Alles wird bis zum Ende des Buches restlos geklärt sein, es bleiben eine Reihe offener Fragen wie im wirklichen Leben. Auf Vieles wird es nie eine Antwort geben.
Es ist der erste Roman dieses in Frankreich sehr erfolgreichen Schriftstellers, der ins Deutsche übersetzt wurde. Mögen noch viele Weitere hinzukommen.
Die Cevennen sind eine karge,…
Xirxe aus Hannover am 02.11.2021
Bewertungsnummer: 2753719
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Cevennen sind eine karge, dünn besiedelte Gegend, die den Menschen sehr viel abverlangt um zu überleben. Gus ist hier geboren und aufgewachsen, hat den Hof seiner Familie übernommen und spricht mehr mit seinen Tieren als mit Menschen. Seit dem Tod seiner Eltern, die ihn ohne Liebe aufwachsen ließen, ist der einzige Mensch, der ihm näher steht, sein Nachbar Abel; auch er allein und bereits deutlich älter als Gus. Man hilft sich gegenseitig, trinkt ein oder auch mehrere Gläser Wein und versteht sich ohne viele Worte. Als an einem Wintertag Gus auf der Jagd aus der Gegend um Abels Hof Schüsse und Schreie vernimmt und Blutspuren findet, ist nichts mehr wie zuvor. Auch wenn vergleichsweise wenig geschieht und sich der Großteil des Erzählten um Gus' tagtäglich wiederkehrenden Ablauf und seine Gedanken und Erinnerungen dreht, entwickelt sich unterschwellig eine angespannte Atmosphäre, in der jederzeit etwas hochgehen könnte. Dem gegenüber steht die Leere und Düsternis dieser unwirtlichen Landschaft, der sich die wenigen dort Lebenden angepasst haben. "Eine eigenartige Region voller Grobiane und wortkarger Menschen. Wie könnte es auch anders sein in dieser Gegend, wo sich noch nicht einmal der Leibhaftige die Mühe machte, die Seelen auszusuchen, und zugriff, ohne sich darum zu scheren, mit der Konkurrenz zu verhandeln." Franck Bouysse hat dafür eine selten einprägsame Sprache gefunden, die einem die Menschen und die Gegend dort lebendig werden lassen; voller Poesie aber auch mit einer Direktheit, die stellenweise nur schwer zu ertragen ist. "Hier in der Gegend sterben die Familienlinien alle eine nach der anderen aus, wie Kerzen, die kein Wachs zum Brennen mehr haben. So ist das mit dem Docht, er ist gar nichts, wenn kein Wachs mehr um ihn herum ist, eine Art menschliche Paste, sodass die Dunkelheit jeden Tag ein wenig mehr an Boden gewinnt;" "Es gab dort auch Farben, die die Jahreszeiten anzeigten, Tiere und dann die Menschen, zwischen Hoffnung und Verzweiflung, wie Kinder, die das Eisen ihrer Träume schmieden, mit der gleichen Auflehnung im Herzen, den gleichen zu bestreitenden Kämpfen, die die vergänglichen Siege und die ewigen Niederlagen ausmachen." "Am schwersten zu ertragen war das Blut, das unaufhörlich aus den Schnittwunden spritzte, wie Öl, das sich aus durchtrennten Schläuchen ergießt." Nicht Alles wird bis zum Ende des Buches restlos geklärt sein, es bleiben eine Reihe offener Fragen wie im wirklichen Leben. Auf Vieles wird es nie eine Antwort geben. Es ist der erste Roman dieses in Frankreich sehr erfolgreichen Schriftstellers, der ins Deutsche übersetzt wurde. Mögen noch viele Weitere hinzukommen.
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