Produktbild: Amra und Amir

Amra und Amir Abschiebung in eine unbekannte Heimat

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Altersempfehlung

12 - 17 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

31.03.2021

Verlag

Epubli

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

19/12,5/1,3 cm

Gewicht

268 g

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7541-0221-3

Beschreibung

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Einband

Taschenbuch

Altersempfehlung

12 - 17 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

31.03.2021

Verlag

Epubli

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

19/12,5/1,3 cm

Gewicht

268 g

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7541-0221-3

Herstelleradresse

epubli
Köpenicker Str. 154a
10997 Berlin
Deutschland
Email: kontakt@epubli.de
Url: www.epubli.de
Telephone: +49 30 25559540

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Aus der Sicherheit auf die Müllhalde

Bewertung aus Glauchau am 30.04.2021

Bewertungsnummer: 1489692

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

„...Kurz nach ihrem 18. Geburtstag zerbrach Amras Welt in kleine Stücke...“ Mit diesen Worten beginnt ein Buch, das mich stellenweise wütend gemacht hat. Es zeigt, dass Gesetz und Menschlichkeit zwei Seiten einer Medaille sind. Amra ist in Deutschland geboren. Sie hat die Realschule abgeschlossen und viel Freude an ihrer Lehre als Kraftfahrzeugmechatronikerin. Noch ahnt sie nicht, dass sie diese Lehre nie abschließen darf. Schon in jungen Jahren musste sie stark sein, weil ihre Mutter nach dem Tode des Vaters häufig in Depressionen abglitt. Doch sie hatte Freunde an ihrer Seite, die zu ihr gestanden haben. Sie weiß, dass ihre Eltern aus dem Kosovo stammen, kennt aber weder die Sprache, noch das Land. „...Flora Mekuli hatte ihre Tochter nie mit der Tatsache konfrontiert, dass sie beide nur geduldete Gäste in diesem Land sind...“ Der Schriftstil der Buches passt sich perfekt den Gegebenheiten an. Freude und Ausgelassenheit zur Geburtstagsfeier weichen wenige Tage später einer tiefen Niedergeschlagenheit. Die Wut der Freunde und ihres Lehrmeister ist in jeder Zeile spürbar, als sie erfahren, dass Amra in den Kosovo ausgewiesen wird. Amra selbst gehen die folgenden Gedanken durch den Kopf. „...Sie selbst konnte doch nicht gemeint sein, sie gehörte doch hierher und nirgendwo anders hin. Sie war immer hier gewesen, sie war hier geboren...“ Wenige Tage vor Ablauf der Frist erscheinen zwei Polizisten, nehmen Amra mit und setzen sie in ein Flugzeug. Dass sie nicht ohne Geld und ohne Anlaufadresse sofort auf der Straße landet, ist der schnellen Reaktion ihre Mutter zu verdanken. Die hat ihr einige Euros und die Adresse ihres Bruders in die Tasche gesteckt. Das Besondere des Schriftstils besteht darin, dass ein Teil neutral erzählt wird, dann aber in kursiv gedruckten Abschnitte einige der Protagonisten persönlich zu Wort kommen. Dadurch erhalte ich einen Einblick in die Gedankenwelt von Amra, ihrer Mutter, ihren Freunden, aber auch ihren Onkel. Und der ist alles andere als begeistert, als Amra plötzlich vor der Tür steht. Hinzu kommt, dass sie sich nicht so verhält, wie man es von einer jungen Frau imKosovo erwartet. Eine Arbeit in der Autowerkstatt kann sie vergessen, dafür wird ihr der erste mögliche Bräutigam vorgestellt. Amra kommt jetzt entgegen, dass sie nur wenige frauliche Formen hat. Sie verkleidet sich als Junge und nennt sich Amir. Damit beginnt ihr Leben als Mann auf der Straße. Im Winter findet er Hilfe. Es bleibt die Erkenntnis: „...Und doch war es nicht sein Leben. Sein Leben hatte man ihm genommen, ihn einfach hinausgeworfen, ihn auf den Müll geworfen – und Haki hatte ihn gefunden...“ Haki hat er es zu verdanken, dass er den Winter überlebt hat. Nach einer schweren Grippe stand sein Leben auf Messers Schneide. Währenddessen unternehmen ihre Freunde in Deutschland alles, um ihr zu helfen. Doch die Bürokratie kennt keine Gnade. Ganz nebenbei ringt Amir um seine sexuelle Orientierung. Er hat problemlos seine Identität von Amra zu Amir und später zu Amal gewechselt. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Auch wenn sich das eine oder andere Gesetz mittlerweile geändert hat, sind solche Schicksale wie Amras nicht ausgeschlossen. Eine junge Frau wird in ein Leben ohne Zukunft geschickt. Ich möchte meine Rezension mit einigen Worte aus dem Nachwort der Autorin beenden: „...Woher nehmen „wir“, woher nehmen diejenigen, die sich von uns zu unseren politischen Vertretern wählen lassen, das Recht, Menschen in ein Leben zu stürzen ohne Perspektive, mit der ständigen Ungewissheit, was am nächsten Tag geschieht, in dem Krankheit und Älterwerden nicht vorkommen dürfen […]? ...“

Aus der Sicherheit auf die Müllhalde

Bewertung aus Glauchau am 30.04.2021
Bewertungsnummer: 1489692
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

„...Kurz nach ihrem 18. Geburtstag zerbrach Amras Welt in kleine Stücke...“ Mit diesen Worten beginnt ein Buch, das mich stellenweise wütend gemacht hat. Es zeigt, dass Gesetz und Menschlichkeit zwei Seiten einer Medaille sind. Amra ist in Deutschland geboren. Sie hat die Realschule abgeschlossen und viel Freude an ihrer Lehre als Kraftfahrzeugmechatronikerin. Noch ahnt sie nicht, dass sie diese Lehre nie abschließen darf. Schon in jungen Jahren musste sie stark sein, weil ihre Mutter nach dem Tode des Vaters häufig in Depressionen abglitt. Doch sie hatte Freunde an ihrer Seite, die zu ihr gestanden haben. Sie weiß, dass ihre Eltern aus dem Kosovo stammen, kennt aber weder die Sprache, noch das Land. „...Flora Mekuli hatte ihre Tochter nie mit der Tatsache konfrontiert, dass sie beide nur geduldete Gäste in diesem Land sind...“ Der Schriftstil der Buches passt sich perfekt den Gegebenheiten an. Freude und Ausgelassenheit zur Geburtstagsfeier weichen wenige Tage später einer tiefen Niedergeschlagenheit. Die Wut der Freunde und ihres Lehrmeister ist in jeder Zeile spürbar, als sie erfahren, dass Amra in den Kosovo ausgewiesen wird. Amra selbst gehen die folgenden Gedanken durch den Kopf. „...Sie selbst konnte doch nicht gemeint sein, sie gehörte doch hierher und nirgendwo anders hin. Sie war immer hier gewesen, sie war hier geboren...“ Wenige Tage vor Ablauf der Frist erscheinen zwei Polizisten, nehmen Amra mit und setzen sie in ein Flugzeug. Dass sie nicht ohne Geld und ohne Anlaufadresse sofort auf der Straße landet, ist der schnellen Reaktion ihre Mutter zu verdanken. Die hat ihr einige Euros und die Adresse ihres Bruders in die Tasche gesteckt. Das Besondere des Schriftstils besteht darin, dass ein Teil neutral erzählt wird, dann aber in kursiv gedruckten Abschnitte einige der Protagonisten persönlich zu Wort kommen. Dadurch erhalte ich einen Einblick in die Gedankenwelt von Amra, ihrer Mutter, ihren Freunden, aber auch ihren Onkel. Und der ist alles andere als begeistert, als Amra plötzlich vor der Tür steht. Hinzu kommt, dass sie sich nicht so verhält, wie man es von einer jungen Frau imKosovo erwartet. Eine Arbeit in der Autowerkstatt kann sie vergessen, dafür wird ihr der erste mögliche Bräutigam vorgestellt. Amra kommt jetzt entgegen, dass sie nur wenige frauliche Formen hat. Sie verkleidet sich als Junge und nennt sich Amir. Damit beginnt ihr Leben als Mann auf der Straße. Im Winter findet er Hilfe. Es bleibt die Erkenntnis: „...Und doch war es nicht sein Leben. Sein Leben hatte man ihm genommen, ihn einfach hinausgeworfen, ihn auf den Müll geworfen – und Haki hatte ihn gefunden...“ Haki hat er es zu verdanken, dass er den Winter überlebt hat. Nach einer schweren Grippe stand sein Leben auf Messers Schneide. Währenddessen unternehmen ihre Freunde in Deutschland alles, um ihr zu helfen. Doch die Bürokratie kennt keine Gnade. Ganz nebenbei ringt Amir um seine sexuelle Orientierung. Er hat problemlos seine Identität von Amra zu Amir und später zu Amal gewechselt. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Auch wenn sich das eine oder andere Gesetz mittlerweile geändert hat, sind solche Schicksale wie Amras nicht ausgeschlossen. Eine junge Frau wird in ein Leben ohne Zukunft geschickt. Ich möchte meine Rezension mit einigen Worte aus dem Nachwort der Autorin beenden: „...Woher nehmen „wir“, woher nehmen diejenigen, die sich von uns zu unseren politischen Vertretern wählen lassen, das Recht, Menschen in ein Leben zu stürzen ohne Perspektive, mit der ständigen Ungewissheit, was am nächsten Tag geschieht, in dem Krankheit und Älterwerden nicht vorkommen dürfen […]? ...“

Abschiebung...

Bewertung (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 23.02.2023

Bewertungsnummer: 3029582

Bewertet: eBook (ePUB)

Kurz nach ihrem achtzehnten Geburtstag wird die in Deutschland aufgewachsene Amra in den Kosovo, das Herkunftsland ihrer Eltern, abgeschoben. Sie kennt weder das Land noch die Sprache und findet sich plötzlich ohne Geld, Wohnung und Arbeit in einer völlig unbekannten Welt wieder. Ihr bleibt nur das Leben auf der Straße. Um sich zu schützen schlüpft sie in die Rolle des Jungen Amir, der sich als Müllsammler und Gelegenheitsjobber durchschlägt. Neben dem alltäglichen Überlebenskampf muss sie sich schon bald auch mit ihrer eigenen Identität auseinandersetzen: Ist sie mehr Amra oder mehr Amir? Mehr Frau oder mehr Mann? Oder muss sie sich vielleicht gar nicht entscheiden? Dies ist keine wahre Geschichte, aber sie wurde aus Bausteinen zusammengefügt, die dem wahren Leben entnommen sind.Immer wieder werden junge Menschen, die in Deutschland aufgewachsen sind oder einen großen Teil ihrer Kindheit und Jugend hier verbracht haben, in das Herkunftsland ihrer Eltern abgeschoben. Gemeinsam mit ihrer Familie oder auch allein. Heranwachsende, die erst wenige Jahre in Deutschland leben, sich aber bereits sehr gut eingelebt, Freunde gefunden, eine Ausbildung begonnen haben, erleben die Abschiebung ins Ungewisse nicht wesentlich anders als Amra. Der einzige Vorteil, den sie haben, sind Sprachkenntnisse, die ihnen den Anfang im „Herkunftsland“ etwas erleichtern. Dennoch stehen sie oft von heute auf morgen allein auf der Straße – ohne Kontakte, ohne Geld, ohne Wohnung und ohne Arbeit – und wissen nicht, wie es weitergehen soll. (Klappentext) Der Klappentext verrät schon großzügig, um was es in diesem Buch geht. Amra wurde in Deutschland geboren, beide Eltern im Krieg geflüchtet aus dem Kosovo. Sie kennt nichts anderes als Deutschland, ist dort zur Schule gegangen, macht gerade eine Ausbildung als Automechatronikerin und genießt die Treffen mit ihren Freund:innen. Da erreicht sie kurz nach ihrem achzehnten Geburtstag ein Brief: sie wird abgeschoben in den Kosovo. Amra ist der Sprache nicht mächtig, steht dort vor dem Nichts - und kann doch nichts gegen diese Entscheidung ausrichten. Schnell wird ihr klar, dass sie als Frau keine Chance haben wird, ein selbständiges Leben zu führen. Der Bruder ihrer Mutter sucht schon nach einem passenden Ehemann für sie. Doch Amra beschließt, sich dem Rollenbild nicht zu beugen und verschwindet spurlos. Verkleidet als junger Mann, der sich fortan Amir nennt. Mehr schlecht als recht schlägt der sich durch, lebt von Gelegenheitsjobs, dem Versetzen von Gegenständen von der Müllhalde sowie dem Beschaffen von Lebensmitteln aus Containern. Und verzehrt sich nach seinen Freund:innen in Deutschland, ebenso wie nach der Mutter. Die Zurückgebliebenen bleiben jedoch nicht untätig, sondern bemühen sich, Amra nach Hause zurückzuholen. Egal auf welchem Weg… Zu Beginn des Romans empfand ich die Gefühle Amras angesichts der schockierenden Nachricht als absolut authentisch und eindringlich. Tragische und gnadenlose Umstände schüren die Verzweiflung, die Ohnmacht, die Resignation. Diese Bedrücktheit sowie die Intensität der Gefühle lässt im Laufe der Lektüre jedoch nach. Amra findet sich zwangsläufig mit ihrer Situation ab, widmet sich dem Überleben und dem Versuch, die ganze Situation möglichst unbeschadet zu überstehen. Die Auf und Abs der weiteren Entwicklung bieten einige Überraschungen, letztendlich jedoch keine wirkliche Lösung und zufriedenstellende Zukunftsperspektive. Das vage gehaltene Ende empfand ich als unangenehm, jedoch gleichzeitig auch als durchaus passend. Die Autorin beleuchtet hier jedoch nicht nur die komplexen Zusammenhänge von Flüchtlings- und Asylverfahren mit dem Hintergrund traumatischer Erlebnisse, die seinerzeit zur Flucht führten. Gleichzeitig verknüpft Maria Braig damit auch Amras geschlechtliche Identitätssuche sowie ihre Vorlieben hinsichtlich möglicher Sexualpartner:innen, was mir entwas aufstieß. Weshalb noch mehr “Drama”? Gefühlt jeder Roman, der etwas auf sich hält, widmet sich auf irgendeine Weise unbedingt auch der Genderfrage. Natürlich, ebenfalls ein wichtiges Thema. Aber weshalb immer alles auf einmal? Mir hätte die Konzentration auf die Abschiebung und die damit verbundenen Hintergründe hier durchaus gereicht. Der Roman lässt sich flüssig lesen, scheint mir als Jugendbuch sehr geeignet zu sein. Er reißt ein bedeutsames Thema an, das trotz der immer wiederkehrenden Flüchtlingswellen in Deutschland unbedingt eines bleiben sollte, das in den Fokus gerückt wird. Damit die Menschlichkeit eine Chance erhält. Mich lässt der Roman jedenfalls nachdenklich zurück…   © Parden

Abschiebung...

Bewertung (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 23.02.2023
Bewertungsnummer: 3029582
Bewertet: eBook (ePUB)

Kurz nach ihrem achtzehnten Geburtstag wird die in Deutschland aufgewachsene Amra in den Kosovo, das Herkunftsland ihrer Eltern, abgeschoben. Sie kennt weder das Land noch die Sprache und findet sich plötzlich ohne Geld, Wohnung und Arbeit in einer völlig unbekannten Welt wieder. Ihr bleibt nur das Leben auf der Straße. Um sich zu schützen schlüpft sie in die Rolle des Jungen Amir, der sich als Müllsammler und Gelegenheitsjobber durchschlägt. Neben dem alltäglichen Überlebenskampf muss sie sich schon bald auch mit ihrer eigenen Identität auseinandersetzen: Ist sie mehr Amra oder mehr Amir? Mehr Frau oder mehr Mann? Oder muss sie sich vielleicht gar nicht entscheiden? Dies ist keine wahre Geschichte, aber sie wurde aus Bausteinen zusammengefügt, die dem wahren Leben entnommen sind.Immer wieder werden junge Menschen, die in Deutschland aufgewachsen sind oder einen großen Teil ihrer Kindheit und Jugend hier verbracht haben, in das Herkunftsland ihrer Eltern abgeschoben. Gemeinsam mit ihrer Familie oder auch allein. Heranwachsende, die erst wenige Jahre in Deutschland leben, sich aber bereits sehr gut eingelebt, Freunde gefunden, eine Ausbildung begonnen haben, erleben die Abschiebung ins Ungewisse nicht wesentlich anders als Amra. Der einzige Vorteil, den sie haben, sind Sprachkenntnisse, die ihnen den Anfang im „Herkunftsland“ etwas erleichtern. Dennoch stehen sie oft von heute auf morgen allein auf der Straße – ohne Kontakte, ohne Geld, ohne Wohnung und ohne Arbeit – und wissen nicht, wie es weitergehen soll. (Klappentext) Der Klappentext verrät schon großzügig, um was es in diesem Buch geht. Amra wurde in Deutschland geboren, beide Eltern im Krieg geflüchtet aus dem Kosovo. Sie kennt nichts anderes als Deutschland, ist dort zur Schule gegangen, macht gerade eine Ausbildung als Automechatronikerin und genießt die Treffen mit ihren Freund:innen. Da erreicht sie kurz nach ihrem achzehnten Geburtstag ein Brief: sie wird abgeschoben in den Kosovo. Amra ist der Sprache nicht mächtig, steht dort vor dem Nichts - und kann doch nichts gegen diese Entscheidung ausrichten. Schnell wird ihr klar, dass sie als Frau keine Chance haben wird, ein selbständiges Leben zu führen. Der Bruder ihrer Mutter sucht schon nach einem passenden Ehemann für sie. Doch Amra beschließt, sich dem Rollenbild nicht zu beugen und verschwindet spurlos. Verkleidet als junger Mann, der sich fortan Amir nennt. Mehr schlecht als recht schlägt der sich durch, lebt von Gelegenheitsjobs, dem Versetzen von Gegenständen von der Müllhalde sowie dem Beschaffen von Lebensmitteln aus Containern. Und verzehrt sich nach seinen Freund:innen in Deutschland, ebenso wie nach der Mutter. Die Zurückgebliebenen bleiben jedoch nicht untätig, sondern bemühen sich, Amra nach Hause zurückzuholen. Egal auf welchem Weg… Zu Beginn des Romans empfand ich die Gefühle Amras angesichts der schockierenden Nachricht als absolut authentisch und eindringlich. Tragische und gnadenlose Umstände schüren die Verzweiflung, die Ohnmacht, die Resignation. Diese Bedrücktheit sowie die Intensität der Gefühle lässt im Laufe der Lektüre jedoch nach. Amra findet sich zwangsläufig mit ihrer Situation ab, widmet sich dem Überleben und dem Versuch, die ganze Situation möglichst unbeschadet zu überstehen. Die Auf und Abs der weiteren Entwicklung bieten einige Überraschungen, letztendlich jedoch keine wirkliche Lösung und zufriedenstellende Zukunftsperspektive. Das vage gehaltene Ende empfand ich als unangenehm, jedoch gleichzeitig auch als durchaus passend. Die Autorin beleuchtet hier jedoch nicht nur die komplexen Zusammenhänge von Flüchtlings- und Asylverfahren mit dem Hintergrund traumatischer Erlebnisse, die seinerzeit zur Flucht führten. Gleichzeitig verknüpft Maria Braig damit auch Amras geschlechtliche Identitätssuche sowie ihre Vorlieben hinsichtlich möglicher Sexualpartner:innen, was mir entwas aufstieß. Weshalb noch mehr “Drama”? Gefühlt jeder Roman, der etwas auf sich hält, widmet sich auf irgendeine Weise unbedingt auch der Genderfrage. Natürlich, ebenfalls ein wichtiges Thema. Aber weshalb immer alles auf einmal? Mir hätte die Konzentration auf die Abschiebung und die damit verbundenen Hintergründe hier durchaus gereicht. Der Roman lässt sich flüssig lesen, scheint mir als Jugendbuch sehr geeignet zu sein. Er reißt ein bedeutsames Thema an, das trotz der immer wiederkehrenden Flüchtlingswellen in Deutschland unbedingt eines bleiben sollte, das in den Fokus gerückt wird. Damit die Menschlichkeit eine Chance erhält. Mich lässt der Roman jedenfalls nachdenklich zurück…   © Parden

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Amra und Amir

von Maria Braig

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