Am 6. Dezember 1993 schießt jemand die Dealerin Scrappy vor ihrem Haus an. Ein Junkie wird Zeuge, raubt ihre Vorräte und lässt die Waffe mitgehen. Kurz darauf wird er verhaftet und schiebt den Angriff auf Wizard und Dreamer, zwei Mitglieder einer Gang. Prompt findet sich bei einer Hausdurchsuchung die Tatwaffe; die beiden wandern in das L. A. County Jail – ein eigener Planet, auf dem das Gesetz des Stärkeren herrscht. Wizard und Dreamer schweigen vor der Polizei. Während sie auf den Prozess warten, soll Dreamers bester Freund Little herausfinden, wer sie angeschwärzt hat. Doch es steckt keine rivalisierende Gang dahinter. Denn Gut und Böse sind in L. A. auf allen Seiten zu finden …
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Mit diesem Titel erhalten wir…
Ladybug_liest am 16.02.2022
Bewertungsnummer: 2762460
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Mit diesem Titel erhalten wir einen Einblick in die Justiz der Vereinigte Staaten von Amerika. Diese ist knallhart und wenn man einmal in diesem System gefangen ist, kommt man nicht mehr heraus. Korruption und brutale Gefängnisbegebenheiten sind Alltag in diesem amerikanischen System und so manch einer wird einem Kapitalverbrechen beschuldigt auch wenn er es zu Unrecht wurde. So erging es dem 17-jährigen Jacob alias „Dreamer“, der zusammen mit seinem Mitinsassen Omar alias „Wizard“ ins Gefängnis L.A. County Jail landen. Mit wechselnder Erzählperspektive wird höchste Konzentration des Lesers gefordert und man muss schon ziemlich beim Plot bleiben um nicht den Überblick zu verlieren. Ich persönlich bevorzuge gerne die Ich-Perspektive, da man eine tiefere Bindung zu den Protagonisten herstellen kann. Insgesamt erhalten wir die Story aus sechs Perspektiven berichtet, was das Leseverständnis nicht gerade leichter macht. Allerdings wurden die Perspektiven vor jedem Kapitel erwähnt. Da man als Leser ja von Beginn an weiß, wer als Drahtzieher hinter allem steckt fiebert man dennoch mit den zwei Unschuldigen mit und begleitet die Beiden im Kampf gegen das System. Die Stimmung im Buch ist gedrückt allerdings würde ich es eher als Krimi einstufen, da mir so manche Thrillermomente fehlten. Mein Fazit: Ein temporeicher Plot mit gut dargestellten authentischen Charakteren. Ein ganz guter Krimi gegen ein System, in welches man lieber nicht geraten sollte….. 3 Sterne
Vielschichtiger Titel mit Längen
Bewertung aus Oranienburg am 28.04.2021
Bewertungsnummer: 1416003
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
"Das System" von Ryan Gattis musste ich ja unbedingt haben, weil ich "Safe" von ihm (beide Bücher haben nichts miteinander zu tun) ja soooo geliebt habe!
Ob es sich gelohnt hat?
Erstmal zum grundsätzlichen Plot.
Die Drogendealerin Scrappy wird vor ihrer Haustür erschossen. Der Junkie Augie ist Augenzeuge der Tat. Er leistet erste Hilfe und nimmt die Drogen an sich, die die Dealerin am Körper trägt. Außerdem nimmt er noch die Tatwaffe an sich, die der Schütze fallen ließ. Kann man ja auch noch zu Geld machen...
Kurze Zeit später wird er verhaftet. Er erzählt den Polizisten und seinem Bewährungshelfer, wer geschossen hat: Wizard und Dreamer, zwei berüchtigte Gangster der Stadt.
Als die beiden dann im Knast landen, setzten sie alles daran, ihren Verräter herauszufinden und sich zu rächen.... Sind sie überhaupt Schuld? Immerhin ist Augie ein Junkie, litt unter starken Entzugserscheinungen zum Tatzeitpunkt. Was passiert, wenn man sich mit Gangstern anlegt?
Das klingt alles erstmal ganz schön viel und verstrickt. Ist es auch. Allerdings weiß Gattis das verständlich, logisch und easy zu erzählen. Er lässt den Leser tief in eine Welt blicken, die beherrscht wird von Drogen, Gewalt, Korruption und Macht.
Seine Sprache unterstreicht die Verhältnisse und das Leben der Figuren. Ich hatte ständig Wohngegenden wie die aus "Shameless" und Co vor Augen. Eine runde Athmosphäre die stilistisch gut untermauert ist.
Alle Perspektiven, und davon gibt es viele, sind in der Ich-Form erzählt und wechseln ständig. Das gibt dem ganzen eine gewissen Abwechslung und eine Rundumsicht über das gesamte Geschehen. Ich verstand manche Handlungen nicht... aber ich bin auch kein Dealer oder Krimineller.
Das Finale ist bitterböse....
Der Verlauf dahin allerdings sehr straight und wenig überraschend. Und leider gibt es auch einige Längen. Vor allem in der erster Hälfte fehlte mir das Tempo und ich hatte nur Spaß, weil ich die Figuren alle recht interessant fand.
Auch wenn viele Infos hinten raus nützlich waren, so hätte ich mir das alles etwas kürzer, irgendwie geballter gewünscht.
Am Ende hast du mit "Das System" eine coole, wenn auch teilweise langwierige, Gangsterstory, deren Titel sich auf so vieles mehr bezieht.
Es geht um Gangs, das amerikanische Strafverfahren, ums Gefängnis und auch um das Menschsein, das soziale Gefüge, das System einer Familie und der Zugehörigkeit.
Langwierig, wenn man den Lauf zum Showdown betrachtet, tiefsinnig und vielschichtig, wenn man vom Tempo auch mal herunter gehen kann. Alles eine Betrachtungsweise und Geschmackssache.
Rückblickend gefällt mir Gattis neues Buch recht gut, stößt "Safe" allerdings nicht vom Thron. Dafür hat mir das Quäntchen Thrill und Gefühl gefehlt.
Wer allerdings auf harte Jungs, Straßenleben, Knastgeschichten und Justizdramen inklusive Korruption steht: der kann bedenkenlos zugreifen und sich in diese andersartige Welt fallen lassen.
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