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Krise der Wahrheit

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

08.09.2021

Verlag

S. Fischer Verlag

Seitenzahl

256

Maße (L/B/H)

20,9/13,2/2,9 cm

Gewicht

378 g

Farbe

Cognac

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-10-397065-4

Warnhinweis

nicht erforderlich.

Beschreibung

Rezension

ein tiefgreifend perspektivischer, vielstimmiger und hellsichtiger philosophischer Text, der im besten Sinne archäologisch um „Wahrheit“ ringt

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

08.09.2021

Verlag

S. Fischer Verlag

Seitenzahl

256

Maße (L/B/H)

20,9/13,2/2,9 cm

Gewicht

378 g

Farbe

Cognac

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-10-397065-4

Herstelleradresse

FISCHER, S.
Hedderichstraße 114
60596 Frankfurt
DE

Email: produktsicherheit@fischerverlage.de

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  • S.A.W

    5/5

    20.09.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Was ist die Wahrheit?

    Anders als der Naturwissenschaftler Pinker (2001) hinterfragt der Philosoph Trawny, was denn nun die wahre Realität sei und erklärt alle Zweifel, die die Philosophen in 2500 Jahren an der Wahrheit geäußert haben. Glaubt Pinker, dass mit dem Ausschließen von Trugschlüssen die eine reale Wahrheit übrigbleiben, die er als Rationalität bezeichnet, so kommt Trawny zu einem viel verwirrenderen Ergebnis. Die Wahrheit änderte sich von Epoche zu Epoche, je nachdem, was die Prämissen und der Wissensstand der jeweiligen Kultur war. Viele Denker verwechselten ihre Prämissen mit einer absoluten, dem Menschen und den Dingen quasi inhärenten Wahrheit. Bis zur Aufklärung war die oberste Wahrheit, dass alles von Gott geschaffen sei. Als Kant, Voltaire und Hegel die Frage nach Gott ausklammerten, weil weder beweisbar noch widerlegbar, entstand eine völlig andere Form der Wahrheit, die sich allein am aristotelischen Prinzip der Naturbeobachtung orientierte, während die christliche Kultur alles anhand der göttlichen Wahrheit interpretierte, die in der Bibel festgelegt war. Nach Nietzsche, Fichte und Marx scheint es tatsächlich verschiedenen Wahrheiten zu geben, je nach Ausgangspunkt und Blickwinkel des Betrachters. Nach Nietzsche ist alles Interpretation und daher relativ. Nach Marx zählen nur die materiellen Verhältnisse. Beides ist für sich richtig, öffnet aber verschiedene Räume der Wahrheit, keine von beiden ist allumfassend. Anhand des Kunstmarktes wird die Frage nach der Wahrheit zum Paradox. Ein Original ist oft von einer guten Fälschung nicht zu unterscheiden, die Kopie kann sogar schöner sein als das Original. Die Wahrheit des Originals ist keine ästhetische, sondern nur eine wirtschaftliche, weil Originale für die Spekulationen des Kunstmarktes besser handhabbar sind, weil sie höhere Preise garantieren. Trawny lässt den Leser zwar informierter aber auch verwirrter zurück als zuvor. Gibt es keine absolute Wahrheit? Ist die Wahrheit subjektiv und relativ zum Bezugspunkt? Die Philosophie hat keine Antwort. Als Psychologe mit viel Menschenkenntnis stelle ich Trawnys Skepsis meinen Wahrheitsbegriff gegenüber: Menschen können in konkreten Situationen für ihre Entscheidungen beurteilen, welche Erklärung wahrer und stimmiger ist als viele andere. Eine stimmige Wahrheit ist für uns überzeugend, weil sie unserem Wissen und unserer Motivation entspricht. Wahrheit ist daher praktisch handhabbar und Grundprinzip unseres Lebens. Die theoretische Frage nach der absoluten Wahrheit ist hingegen sinnlos und führt zu nichts, oder oft sogar zu höchst destruktiven Entwicklungen. Dr. Rüdiger Opelt, Autor von „Das geistige Universum: Warum es ein neues Bewusstsein braucht“

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