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Produktbild: Rue du Pardon

Rue du Pardon Roman

Aus der Reihe Lenos Babel
2

14,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

20.01.2021

Verlag

Lenos Verlag

Seitenzahl

158 (Printausgabe)

Dateigröße

897 KB

Übersetzt von

Christiane Kayser

Sprache

Deutsch

EAN

9783857879876

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

Kopierschutz

Nein

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Ja

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Ja

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Barrierefreiheit

  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt

Erscheinungsdatum

20.01.2021

Verlag

Lenos Verlag

Seitenzahl

158 (Printausgabe)

Dateigröße

897 KB

Übersetzt von

Christiane Kayser

Sprache

Deutsch

EAN

9783857879876

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Der Tanz des Lebens

Almut Scheller-Mahmoud am 28.01.2022

Bewertungsnummer: 1646470

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Mahi Binebine ist ein marokkanischer Maler und Schriftsteller, der mehrere Romane veröffentlicht hat , einige seiner Bilder wurden vom New Yorker Guggenheim Museum gekauft, 2009 war er auf der Biennale von Venedig vertreten. Seine Bücher wie „Die Engel von Sidi Moumen“ oder „Der Hofnarr“ sind von gesellschaftspolitischer Kritik geprägt. So auch sein aktuelles Buch „Rue du pardon“, dessen Narrativ den Aufstieg aus der „Gosse“, den Zusammenhalt unter Frauen und die Doppelmoral der marokkanischen Gesellschaft aufzeigt. Er verbindet das Leben zweier aussergewöhnlicher Frauen, die sich in ihren Platz an der Sonne erkämpfen und die sich ganz der Leidenschaft des Künstlertums, der Freiheit hingeben. Ausgangsort ist eine bescheidene Gasse in einem bescheidenen Viertel von Marrakesch. Die Erzählerin Hayat („das Leben“) mit ihren blonden widerspenstigen Locken, die im Klatsch und Tratsch der schwarzhaarigen Nachbarschaft zu etwas Fremdartigem, Unmoralischem stilisiert wird, lebt in einer Atmosphäre der Düsternis, in der nur die Goldfäden des Gebetsteppichs blinken. Mit einer schweigenden Mutter und einem übergriffigen, missbrauchenden Vater. Sie entkommt dieser gewalttätigen Tristesse mit 14 Jahren und findet Unterschlupf bei einer Nachbarin, der berühmten Serghinia. Einer bauchtanzenden Künstlerin, die zu ihrer Familie, zu ihrer Freundin und zu ihrer Gönnerin wird. In ihrem „Nähstübchen“mit der schwarz-goldenen Singer-Maschine im Kreise vieler Frauen, die nähen und sticken, plaudern und tratschen, literweise Minztee trinken und sich mit Baklava füllen lernt sie das Lachen, die Zärtlichkeit, die Witze und die Verbundenheit unter Frauen kennen. Frauen verschiedenster Herkunft und unterschiedlichen Alters, in einem verbunden: ihrer Weiblichkeit in einer dominierenden Männerwelt. Man könnte dies als feministische Aussage werten. Ich sehe darin eher, Reminiszenzen an ein verblasstes Matriarchat. Bei ihr Serghinia, die zu ihrer Mamyta wird, lernt sie das Königreich des orientalischen Tanzes kennen, eine Welt des Körpers und der Sinnlichkeit. Der Körper als Instrument ,das mit wilden Schwingungen, ekstatisch alle Körperteile erfaßt: Bauch, Hüften, Gesäß, Arme, Beine, Hände, Füße, Schulterrn und Kopf. Isolierte Bewegungen zu einem fließenden, harmonischen Gesamtbild modellierend. Ein erotischer Tanz mit seinem archaischen Ursprung in Fruchtbarkeitsriten. Der Tanz ist ein Meisterwerk, der jahrelange Übung erfordert und Lebenserfahrung. Kühle Technik wie sie im Westen in speziellen Bauchtanzkursen gelehrt werden, erreicht niemals das pralle Lebensgefühl und die mittanzenden Traditionen. Unter Mamytas Obhut wird Hayat zu einer erwachsenen selbstbewussten jungen Frau, die sich aus dem Käfig ihrer Kindheit befreit. Sie wächst hinein in dieses tanzende Leben, das von den Reichen wie von den Armen bejubelt wird: da wechseln sich sexueller Frust und Leidenschaft, Verrufenheit und Anrüchigkeit bis hin zu kollektiver Hysterie ab. Wichtig für jede Tänzerin und ihre Truppe sind die Männer, die ihnen den musikalischen Background, den rhythmischen Anstoß liefern: Hier sind es Brek der Geiger, Mourad der Schlagzeuger und Farid der Zimbalist. Und eine ganz wichtige Persönlichkeit in diesem aussergewöhnlichen „Familienroman“ ist Omar, ein Ex-Ehemann der großen Serghinia, der als Portier im Grand Palace-Hotel zu einer lebenden Legende wird. Er kennt Minister und Bankdirektoren und wird für Hayat der „Großvater“, ein zärtlicher, aufmerksamer, großherziger Großvater mit einer Adlernase und schalkvollen Augen. Diese schillernde glitzernde Welt wird durch Boshaftigkeit und Neid und durch eine Unze Hyänenhirn, 1 Teelöffel spanische Fliege, eine Handvoll Couscous aus dem Mund eines Verstorbenen, der Milz einer Kröte, dem Auge eines Wiedehopfs und dem Ei eines Chamäleons und geriebenem Horn eines unfruchtbaren Ziegenbocks zerstört. Und nimmt nach dem Tod Mamytas und 10-jähriger Absence von Hayat einen neuen Weg. Wie Phönix aus der Asche geht sie den Weg des Triumphes bis in den Königspalast. Denn die Menschen brauchen Träume und dafür brauchen sie Tanz und Musik. Und sie geht ihren Weg zurück in die Vergangenheit. Binebines Roman ist eine Hymne an die Kunst, an die Leidenschaft und an die Freundschaft, ein Plädoyer für den Mut zur Freiheit. Er ist eine Ode an das sinnliche Leben, an den sinnlichen Tanz, so anders als ein moderner „erotischer StripTease“. Er ist ein Pas de deux zweier Frauen, zweier Künstlerinnen, die sich selbst gefunden haben und in einer Männerwelt behauptet haben. Binebine konfrontiert seine Leserschaft mit den Themen Männerwelt vs. Frauenwelt, Befreiung aus materiellem und mentalem Elend, Selbstfindung. Und das ist eben nicht nur exotisch, sondern im Hier und Jetzt. Hier und Dort.

Der Tanz des Lebens

Almut Scheller-Mahmoud am 28.01.2022
Bewertungsnummer: 1646470
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Mahi Binebine ist ein marokkanischer Maler und Schriftsteller, der mehrere Romane veröffentlicht hat , einige seiner Bilder wurden vom New Yorker Guggenheim Museum gekauft, 2009 war er auf der Biennale von Venedig vertreten. Seine Bücher wie „Die Engel von Sidi Moumen“ oder „Der Hofnarr“ sind von gesellschaftspolitischer Kritik geprägt. So auch sein aktuelles Buch „Rue du pardon“, dessen Narrativ den Aufstieg aus der „Gosse“, den Zusammenhalt unter Frauen und die Doppelmoral der marokkanischen Gesellschaft aufzeigt. Er verbindet das Leben zweier aussergewöhnlicher Frauen, die sich in ihren Platz an der Sonne erkämpfen und die sich ganz der Leidenschaft des Künstlertums, der Freiheit hingeben. Ausgangsort ist eine bescheidene Gasse in einem bescheidenen Viertel von Marrakesch. Die Erzählerin Hayat („das Leben“) mit ihren blonden widerspenstigen Locken, die im Klatsch und Tratsch der schwarzhaarigen Nachbarschaft zu etwas Fremdartigem, Unmoralischem stilisiert wird, lebt in einer Atmosphäre der Düsternis, in der nur die Goldfäden des Gebetsteppichs blinken. Mit einer schweigenden Mutter und einem übergriffigen, missbrauchenden Vater. Sie entkommt dieser gewalttätigen Tristesse mit 14 Jahren und findet Unterschlupf bei einer Nachbarin, der berühmten Serghinia. Einer bauchtanzenden Künstlerin, die zu ihrer Familie, zu ihrer Freundin und zu ihrer Gönnerin wird. In ihrem „Nähstübchen“mit der schwarz-goldenen Singer-Maschine im Kreise vieler Frauen, die nähen und sticken, plaudern und tratschen, literweise Minztee trinken und sich mit Baklava füllen lernt sie das Lachen, die Zärtlichkeit, die Witze und die Verbundenheit unter Frauen kennen. Frauen verschiedenster Herkunft und unterschiedlichen Alters, in einem verbunden: ihrer Weiblichkeit in einer dominierenden Männerwelt. Man könnte dies als feministische Aussage werten. Ich sehe darin eher, Reminiszenzen an ein verblasstes Matriarchat. Bei ihr Serghinia, die zu ihrer Mamyta wird, lernt sie das Königreich des orientalischen Tanzes kennen, eine Welt des Körpers und der Sinnlichkeit. Der Körper als Instrument ,das mit wilden Schwingungen, ekstatisch alle Körperteile erfaßt: Bauch, Hüften, Gesäß, Arme, Beine, Hände, Füße, Schulterrn und Kopf. Isolierte Bewegungen zu einem fließenden, harmonischen Gesamtbild modellierend. Ein erotischer Tanz mit seinem archaischen Ursprung in Fruchtbarkeitsriten. Der Tanz ist ein Meisterwerk, der jahrelange Übung erfordert und Lebenserfahrung. Kühle Technik wie sie im Westen in speziellen Bauchtanzkursen gelehrt werden, erreicht niemals das pralle Lebensgefühl und die mittanzenden Traditionen. Unter Mamytas Obhut wird Hayat zu einer erwachsenen selbstbewussten jungen Frau, die sich aus dem Käfig ihrer Kindheit befreit. Sie wächst hinein in dieses tanzende Leben, das von den Reichen wie von den Armen bejubelt wird: da wechseln sich sexueller Frust und Leidenschaft, Verrufenheit und Anrüchigkeit bis hin zu kollektiver Hysterie ab. Wichtig für jede Tänzerin und ihre Truppe sind die Männer, die ihnen den musikalischen Background, den rhythmischen Anstoß liefern: Hier sind es Brek der Geiger, Mourad der Schlagzeuger und Farid der Zimbalist. Und eine ganz wichtige Persönlichkeit in diesem aussergewöhnlichen „Familienroman“ ist Omar, ein Ex-Ehemann der großen Serghinia, der als Portier im Grand Palace-Hotel zu einer lebenden Legende wird. Er kennt Minister und Bankdirektoren und wird für Hayat der „Großvater“, ein zärtlicher, aufmerksamer, großherziger Großvater mit einer Adlernase und schalkvollen Augen. Diese schillernde glitzernde Welt wird durch Boshaftigkeit und Neid und durch eine Unze Hyänenhirn, 1 Teelöffel spanische Fliege, eine Handvoll Couscous aus dem Mund eines Verstorbenen, der Milz einer Kröte, dem Auge eines Wiedehopfs und dem Ei eines Chamäleons und geriebenem Horn eines unfruchtbaren Ziegenbocks zerstört. Und nimmt nach dem Tod Mamytas und 10-jähriger Absence von Hayat einen neuen Weg. Wie Phönix aus der Asche geht sie den Weg des Triumphes bis in den Königspalast. Denn die Menschen brauchen Träume und dafür brauchen sie Tanz und Musik. Und sie geht ihren Weg zurück in die Vergangenheit. Binebines Roman ist eine Hymne an die Kunst, an die Leidenschaft und an die Freundschaft, ein Plädoyer für den Mut zur Freiheit. Er ist eine Ode an das sinnliche Leben, an den sinnlichen Tanz, so anders als ein moderner „erotischer StripTease“. Er ist ein Pas de deux zweier Frauen, zweier Künstlerinnen, die sich selbst gefunden haben und in einer Männerwelt behauptet haben. Binebine konfrontiert seine Leserschaft mit den Themen Männerwelt vs. Frauenwelt, Befreiung aus materiellem und mentalem Elend, Selbstfindung. Und das ist eben nicht nur exotisch, sondern im Hier und Jetzt. Hier und Dort.

Rue du pardon. Von Mahi…

Almut Scheller-Mahmoud aus Hamburg am 15.02.2021

Bewertungsnummer: 2790577

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Rue du pardon. Von Mahi Binebine. Der Tanz des Lebens. Mahi Binebine ist ein marokkanischer Schriftsteller. Seine Bücher sind von gesellschaftspolitischer Kritik geprägt. Sein aktuelles Buch „Rue du pardon“, dessen Narrativ den Aufstieg aus der „Gosse“, den Zusammenhalt unter Frauen und die Doppelmoral der marokkanischen Gesellschaft aufzeigt. Er verbindet das Leben zweier aussergewöhnlicher Frauen, die sich in ihren Platz an der Sonne erkämpfen. Ausgangsort ist eine bescheidene Gasse in einem bescheidenen Viertel von Marrakesch. Die Erzählerin Hayat („das Leben“) mit ihren blonden Locken, die im Tratsch der schwarzhaarigen Nachbarschaft zu etwas Fremdartigem, Unmoralischem stilisiert werden, lebt in einer Atmosphäre der Düsternis mit einer schweigenden Mutter und einem übergriffigen, missbrauchenden Vater. Sie entkommt dieser gewalttätigen Tristesse mit 14 Jahren und findet Unterschlupf bei einer Nachbarin, der berühmten Serghinia. Einer bauchtanzenden Künstlerin, die zu ihrer Familie, Freundin und Gönnerin wird. In ihrem „Nähstübchen“mit der schwarz-goldenen Singer-Maschine im Kreise vieler Frauen, die nähen und sticken, plaudern und tratschen, literweise Minztee trinken und sich mit Baklava füllen lernt sie das Lachen, die Zärtlichkeit und die Verbundenheit unter Frauen in einer dominierenden Männerwelt. kennen. Man könnte dies als feministische Aussage werten. Ich sehe darin eher Reminiszenzen an ein verblasstes Matriarchat. Bei Serghinia, die zu ihrer Mamyta wird, lernt sie das Königreich des orientalischen Tanzes kennen, eine Welt des Körpers und der Sinnlichkeit. Der Körper als Instrument, das mit wilden Schwingungen alle Körperteile erfaßt. Isolierte Bewegungen zu einem fließenden, harmonischen Gesamtbild modellierend. Ein erotischer Tanz mit seinem archaischen Ursprung in Fruchtbar-keitsriten. Der Tanz ist ein Meisterwerk, der jahrelange Übung und Lebenserfahrung erfordert. Kühle Technik wie sie in speziellen Bauchtanzkursen gelehrt werden, erreicht niemals das pralle Lebensgefühl und die mittanzenden Traditionen. Unter Mamytas Obhut wird Hayat zu einer erwachsenen selbstbewussten jungen Frau, die sich aus dem Käfig ihrer Kindheit befreit. Sie wächst hinein in dieses tanzende Leben, das von den Reichen wie von den Armen bejubelt wird: da wechseln sich sexueller Frust und Leidenschaft, Verrufenheit und Anrüchigkeit bis hin zu kollektiver Hysterie ab. Wichtig für jede Tänzerin und ihre Truppe sind die Männer, die ihnen den musikalischen Background, den rhythmischen Anstoß liefern. Und eine ganz wichtige Persönlichkeit in diesem aussergewöhnlichen „Familienroman“ ist Omar, Ex-Ehemann der großen Serghinia, der als Portier im Grand Palace-Hotel zu einer lebenden Legende wird. Er ist für Hayat der „Großvater“, ein zärtlicher, aufmerksamer, großherziger Großvater mit einer Adlernase und schalkvollen Augen. Diese schillernde glitzernde Welt wird durch Boshaftigkeit und Neid und durch eine Unze Hyänenhirn, 1 Teelöffel spanische Fliege, eine Handvoll Couscous aus dem Mund eines Verstorbenen, der Milz einer Kröte, dem Auge eines Wiedehopfs und dem Ei eines Chamäleons und geriebenem Horn eines unfruchtbaren Ziegenbocks zerstört. Und nimmt nach dem Tod Mamytas und 10-jähriger Absence von Hayat einen neuen Weg. Wie Phönix aus der Asche geht sie den Weg des Triumphes bis in den Königspalast. Denn die Menschen brauchen Träume, Tanz und Musik. Und sie geht ihren Weg zurück in die Vergangenheit. Binebines Roman ist eine Hymne an die Kunst, an die Leidenschaft und an die Freundschaft, ein Plädoyer für den Mut zur Freiheit. Er ist eine Ode an das sinnliche Leben, an den sinnlichen Tanz. Er ist ein Pas de deux zweier Frauen, zweier Künstlerinnen, die sich selbst gefunden und in einer Männerwelt behauptet haben.Der Autor konfrontiert seine Leserschaft mit den Themen Männerwelt vs. Frauenwelt, Befreiung aus materiellem und mentalem Elend, Selbstfindung. Und das ist eben nicht nur exotisch, sondern im Hier un

Rue du pardon. Von Mahi…

Almut Scheller-Mahmoud aus Hamburg am 15.02.2021
Bewertungsnummer: 2790577
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Rue du pardon. Von Mahi Binebine. Der Tanz des Lebens. Mahi Binebine ist ein marokkanischer Schriftsteller. Seine Bücher sind von gesellschaftspolitischer Kritik geprägt. Sein aktuelles Buch „Rue du pardon“, dessen Narrativ den Aufstieg aus der „Gosse“, den Zusammenhalt unter Frauen und die Doppelmoral der marokkanischen Gesellschaft aufzeigt. Er verbindet das Leben zweier aussergewöhnlicher Frauen, die sich in ihren Platz an der Sonne erkämpfen. Ausgangsort ist eine bescheidene Gasse in einem bescheidenen Viertel von Marrakesch. Die Erzählerin Hayat („das Leben“) mit ihren blonden Locken, die im Tratsch der schwarzhaarigen Nachbarschaft zu etwas Fremdartigem, Unmoralischem stilisiert werden, lebt in einer Atmosphäre der Düsternis mit einer schweigenden Mutter und einem übergriffigen, missbrauchenden Vater. Sie entkommt dieser gewalttätigen Tristesse mit 14 Jahren und findet Unterschlupf bei einer Nachbarin, der berühmten Serghinia. Einer bauchtanzenden Künstlerin, die zu ihrer Familie, Freundin und Gönnerin wird. In ihrem „Nähstübchen“mit der schwarz-goldenen Singer-Maschine im Kreise vieler Frauen, die nähen und sticken, plaudern und tratschen, literweise Minztee trinken und sich mit Baklava füllen lernt sie das Lachen, die Zärtlichkeit und die Verbundenheit unter Frauen in einer dominierenden Männerwelt. kennen. Man könnte dies als feministische Aussage werten. Ich sehe darin eher Reminiszenzen an ein verblasstes Matriarchat. Bei Serghinia, die zu ihrer Mamyta wird, lernt sie das Königreich des orientalischen Tanzes kennen, eine Welt des Körpers und der Sinnlichkeit. Der Körper als Instrument, das mit wilden Schwingungen alle Körperteile erfaßt. Isolierte Bewegungen zu einem fließenden, harmonischen Gesamtbild modellierend. Ein erotischer Tanz mit seinem archaischen Ursprung in Fruchtbar-keitsriten. Der Tanz ist ein Meisterwerk, der jahrelange Übung und Lebenserfahrung erfordert. Kühle Technik wie sie in speziellen Bauchtanzkursen gelehrt werden, erreicht niemals das pralle Lebensgefühl und die mittanzenden Traditionen. Unter Mamytas Obhut wird Hayat zu einer erwachsenen selbstbewussten jungen Frau, die sich aus dem Käfig ihrer Kindheit befreit. Sie wächst hinein in dieses tanzende Leben, das von den Reichen wie von den Armen bejubelt wird: da wechseln sich sexueller Frust und Leidenschaft, Verrufenheit und Anrüchigkeit bis hin zu kollektiver Hysterie ab. Wichtig für jede Tänzerin und ihre Truppe sind die Männer, die ihnen den musikalischen Background, den rhythmischen Anstoß liefern. Und eine ganz wichtige Persönlichkeit in diesem aussergewöhnlichen „Familienroman“ ist Omar, Ex-Ehemann der großen Serghinia, der als Portier im Grand Palace-Hotel zu einer lebenden Legende wird. Er ist für Hayat der „Großvater“, ein zärtlicher, aufmerksamer, großherziger Großvater mit einer Adlernase und schalkvollen Augen. Diese schillernde glitzernde Welt wird durch Boshaftigkeit und Neid und durch eine Unze Hyänenhirn, 1 Teelöffel spanische Fliege, eine Handvoll Couscous aus dem Mund eines Verstorbenen, der Milz einer Kröte, dem Auge eines Wiedehopfs und dem Ei eines Chamäleons und geriebenem Horn eines unfruchtbaren Ziegenbocks zerstört. Und nimmt nach dem Tod Mamytas und 10-jähriger Absence von Hayat einen neuen Weg. Wie Phönix aus der Asche geht sie den Weg des Triumphes bis in den Königspalast. Denn die Menschen brauchen Träume, Tanz und Musik. Und sie geht ihren Weg zurück in die Vergangenheit. Binebines Roman ist eine Hymne an die Kunst, an die Leidenschaft und an die Freundschaft, ein Plädoyer für den Mut zur Freiheit. Er ist eine Ode an das sinnliche Leben, an den sinnlichen Tanz. Er ist ein Pas de deux zweier Frauen, zweier Künstlerinnen, die sich selbst gefunden und in einer Männerwelt behauptet haben.Der Autor konfrontiert seine Leserschaft mit den Themen Männerwelt vs. Frauenwelt, Befreiung aus materiellem und mentalem Elend, Selbstfindung. Und das ist eben nicht nur exotisch, sondern im Hier un

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Rue du Pardon

von Mahi Binebine

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