Im Westerwald während des 30-jährigen Krieges:
Die 13-jährige Johanna hat ihre gesamte Familie an die Pest verloren. Geblieben ist ihr nur ein unbekannter Onkel, der als Töpfer im Kannenbäckerland arbeitet. Damit sie in den Wirren des Krieges den weiten Weg überlebt, verkleidet ihre wohlmeinende Nachbarin sie als Jungen. Die neuen Freiheiten, die sie unterwegs genießt, erscheinen Johanna verlockend, genau wie die Aussicht auf eine Lehre im Töpferhandwerk. So verschweigt sie ihrem Onkel die Wahrheit und beweist in der Werkstatt bald nicht nur ein außergewöhnliches Talent, sondern auch eine einzigartige Leidenschaft. Doch kann sie ihre Täuschung in einer von Männern beherrschten Welt aufrechterhalten?
Kundinnen und Kunden meinen
4.9/5.0
Dante
5/5
07.03.2021
eBook (ePUB)
Annette Spratte – Die Kannenbäckerin
Nachdem Johanna ihre Familie an die Pest verloren hat ist sie auf sich allein gestellt. Sie entschließt sich, ihren entfernten Onkel aufzusuchen. Um unbehelligt in Ulm anzukommen entschließt sich Johanna sich als Junge auszugeben. Aus Johanna wird Johann und sie erkennt schnell die Vorzüge, die ein Junge genießt. Doch wie lange kann sie ihre Maskerade aufrechterhalten?
Der historische Roman „Die Kannenbäckerin“ von Annette Spratte ist in leisen, einfühlsamen Tönen erzählt. Als Leser findet man sich gleich zu Beginn mitten im Geschehen und begleitet die nette Johanna auf ihren nicht immer ganz einfachen Wegen. Die Beschreibung der Umgebung, der Gegebenheiten und die toll recherchierten Aspekte des Töpferhandwerks machen den Roman zu einen absoluten Leseerlebnis und wirken jederzeit glaubwürdig. Diesen Roman sollten Liebhaber des Genres gelesen haben
smillas_bookworld
aus Rheinland Pfalz
5/5
08.02.2021
eBook (ePUB)
Äußerst fesselnd!
„Die Kannenbäckerin“ Johanna hat mich mitgenommen in den Westerwald zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Ich bin so in diesen Roman eingetaucht, dass ich um mich herum die Zeit vergessen konnte. Was Johanna alles erlebt, wie sie ihr Leben bei ihrem Onkel, der Töpfer (auch „Euler“ genannt) ist, bestreitet, welche Herausforderungen sie als Mädchen und Frau in ihrer Zeit erleben muss, fand ich äußerst spannend!
Das Töpfern spielt – wie man dem Cover schon entnehmen kann – eine wichtige Rolle. Die Autorin beschreibt das alles so, dass man es sich bildlich vorstellen kann: das Brennen des Töpferguts und die Spannung, ob der Brand gelungen ist, den Vorgang des Töpferns, Beschaffung des Tons, Verkauf der Waren und nebenbei noch die Landwirtschaft. Unaufdringlich, aber zur damaligen Zeit passend, wird ab und zu der Glaube an Gott in die Handlung eingeflochten.
Auch wenn das Ende des Buches keine Wünsche offen lässt, habe ich Johanna mit einer großen Portion Wehmut ziehen lassen müssen – so sehr ist sie mir ans Herz gewachsen!
Bewertung
aus Dettelbach
5/5
08.02.2021
eBook (ePUB)
Aus Johanna wird Johann...
Der historische der historische Roman von Annette Spratte "Die Kannenbäckerin" liest sich sehr flüssig und wird durch viele spannende Ereignisse zu einem sehr schönen Leseerlebnis.
Die die Hauptprotagonistin ist die 13-Jährige Johanna die durch die Pest ihre ganze Familie verliert und dann zu ihrem einzigen noch lebenden Verwandten, einem Onkel den sie nicht kennt, als Junge der sich Johann nennt, flüchtet. Dieser Onkel weist sie in das Handwerk der Töpferei ein, weil er denkt sie wäre ein Junge.
Die Autorin schildert sehr eindrucksvoll wie das Leben einer Frau im Spätmittelalter verläuft.
Auch als von Onkel und Tante bemerkt wird, dass Johann eine Johanna ist, versucht ihr Onkel sie weiter in seiner Werkstatt zu beschäftigen. Auch die Romanze zwischen Johanna und einem Töpfers Sohn aus der nahen Stadt liest sich sehr schön mit allen Höhen und Tiefen da Johanna erst nicht an die Zuneigung von Phillip glaubt.
Alles in allem ein sehr gelungener historischer Roman mit absoluter Leseempfehlung.
Bewertung
aus Leverkusen
5/5
08.02.2021
eBook (ePUB)
Faszinierende Zeitreise
"Die Kannenbäckerin" von Annette Spratte hat es geschafft, mich in ein komplett anderes Zeitalter zu entführen. Die Geschichte handelt von dem 13-jährigen Mädchen Johanna, die immer wieder mit harten Schicksalsschlägen zu kämpfen hat. Als sie ihre Familie durch die Pest verliert, ist sie auf sich alleine gestellt und muss Zuflucht bei ihrem Onkel suchen. Ihr Überlebensinstinkt sagt ihr, dass sie als Junge besserer Chancen hat - dass das allerdings nicht allezu lange gut geht, ist wahrscheinlich abzusehen.
Das Buch beginnt relativ düster, aber bereits nach wenigen Seiten war ich sehr neugierig, wie die Geschichte von Johanna wohl weitergeht. Die Autorin hat einen unkomplizierten Schreibstil, der mich gefangen genommen hat. Ich hatte bislang kein Interesse an der Töpferei und wollte mich auch nicht unbedingt mit der Zeit des 30-jährigen Krieges auseinandersetzen. Nachdem ich das Buch beendet hatte, habe ich mich allerdings direkt beim Keramikmuseum Westerwald nach den Öffnungszeiten erkundigt
Obwohl die Geschichte von zahlreichen traurigen Ereignissen geprägt wird, schafft es die Autorin immer wieder, die positiven Seiten hervorzuheben. Zunächst war ich der Meinung, dass ich mich nicht mit der Protagonistin identifizieren könnte, aber trotz unterschiedlicher Eigenschaften und Interessen, habe ich stets mit Johanna mitgefühlt.
Fazit: Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich könnte mir vorstellen, dass sich gerade Freunde historischer Romane von der Geschichte angesprochen fühlen. Wer Unterhaltung mit Tiefgang sucht, wird mit dem Buch bestimmt glücklich werden.
MarionHH
aus Schenefeld
5/5
08.02.2021
eBook (ePUB)
Fesselnder historischer Roman aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges
Westerwald, im 17. Jahrhundert: Die junge Johanna verliert in den Wirren des dreißigjährigen Krieges alles, ihre Familie und ihr Zuhause. In einer Nacht und Nebel-Aktion schickt ihre Nachbarin sie als Junge verkleidet zu einem unbekannten Onkel, der in Hilgert, im Kannenbäckerland, leben soll. Entgegen aller Widrigkeiten schlägt sich Johanna, nunmehr als Johann, durch und Onkel und Tante nehmen sie auf. Sie darf sogar das Töpfereihandwerk erlernen und zur Schule gehen und erweist sich als gelehrige und fleißige Schülerin. Es ist jedoch nur eine Frage der Zeit, bis ihre Täuschung auffliegt…
Farbenprächtiger und spannender historischer Roman mit einer starken Hauptfigur und authentischen Charakteren. Der Roman hat alles, was man als Liebhaber des Genres braucht und überzeugt mit seinen Beschreibungen der Lebensumstände der Menschen im historischen Kontext, ihr Kämpfen ums Überleben, aber auch ihren Zusammenhalt. Dabei geht es weniger um detaillierte politische Hintergründe oder historische Persönlichkeiten und Ereignisse als vielmehr um das Leben und Lieben des „einfachen Volkes“, um dessen Gottesfurcht, um das Aufblühen des Töpferhandwerks und dessen gut recherchierte Prozesse sowie natürlich das Erwachsenwerden der Hauptfigur Johanna. Mit ihr ist der Autorin ein wahrhaft meisterlicher Charakter gelungen, die, wie die Autorin selbst, ihrer Heimat, dem Westerwald, der Natur und dem Glauben sehr verbunden ist, das merkt man beinahe auf jeder Seite. Mir persönlich war es manchmal zu viel der Gottesfurcht, andererseits passt es zu der Zeit und zu Johanna, die hier eine deutliche Entwicklung durchmacht und erst noch (oder wieder) zu ihrem Glauben finden muss. Alle Figuren sind durchweg sehr gut herausgearbeitete Charaktere, die fest in ihrer Zeit verhaftet sind, sie nehmen die Ordnung und die Schicksalsschläge als Gott gegeben hin, schmieden aber gleichzeitig stetig an ihrem Glück. Die Autorin beschreibt in sehr bildhafter Sprache und mit großer Sympathie für ihre Charaktere das wahre Leben, sie verschont sie nicht vor dem Schrecken des Krieges, vor dem Hunger und den Seuchen, den Plünderungen und Vergewaltigungen der feindlichen Soldaten. Auch Hexenprozesse finden ihren Platz.
Der Fokus der Handlung liegt klar bei Johanna und deren Leben ab ihrem 14. Lebensjahr, auf sie konzentriert sich die chronologisch erzählte Geschichte, aus ihrer Sicht wird erzählt. Andere Perspektiven gibt es nicht. Johanna ist eine eigenwillige Persönlichkeit, eine zähe und hartnäckige Person, die ihre Stärke jedoch erst mit den sie ereilenden Schicksalsschlägen entdeckt und die sich, bestärkt von ihrem Onkel, zu einer herausragenden Kannenbäckerin entwickelt. Die Geschichte greift hier zusätzlich und in großem Maße den Aspekt der Geschlechterrollen auf. Johanna kann sich als Junge besser durchschlagen, sie kann nur als Junge ein Handwerk erlernen und einer Zunft beitreten. Sie braucht den Leumund eines Mannes beim Prozess und ist nur als Ehefrau respektabel und finanziell abgesichert. Wirtschaftliche Unabhängigkeit ist nahezu unmöglich, und dass Johanna das schafft, respektiert wird und einen Mann findet, der sie und ihre Unabhängigkeit fördert, grenzt an ein Wunder und freut mich als Leser, der mit Johanna von der ersten Zeile an mitgelebt hat.
Fazit: Sehr schöner und fesselnder Roman vor dem Hintergrund des dreißigjährigen Krieges, der das Erwachsenwerden und die Selbstfindung der Waise Johanna und ihre Liebe zum Töpferhandwerk beschreibt. Wer etwas über politische Hintergründe lernen will, sollte ein anderes Buch lesen; wer jedoch dem Kreislauf und dem Leben der einfachen Menschen folgen will, starke Frauen und dramatische Entwicklungen mag, der wird dieses Buch lieben! Eine gewisse Affinität zu Religion und Handwerk ist von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich. Eine hervorragende Lektüre zum Abtauchen in fremde Welten und alles in allem sehr gute Unterhaltung.
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