Als Kinder lernen wir, das, was uns begegnet, auf ganz bestimmte Weise einzuordnen und in unserem Gedächtnis abzulegen. Unsere Biografie besteht aus den Momenten, an die wir uns erinnern, und ist die Basis für unser Fühlen und Handeln im Jetzt und in der Zukunft. Umso wichtiger ist es, wie wir uns unsere Vergangenheit erzählen. Ein Gestern, dem wir Sinn verleihen können, ist die beste Voraussetzung für ein glückliches Heute. Biografiearbeit erlaubt uns, auf spielerische und leichte Art selbst den roten Faden durch unser Leben zu spinnen.
Kundinnen und Kunden meinen
3.5/5.0
Bewertung
aus Bad Liebenwerda
4/5
28.05.2021
Buch (Taschenbuch)
Kurz und knackig
Achtsam leben – Biografiearbeit- Die innere Schatzsuche von Anja Mannhard mit der ISBN 9783958033511. Das ist ein kleines Büchlein zu einem erschwinglichen Preis. Ein Gestern, dem wir Sinn verleihen können, ist die beste Voraussetzung für ein glückliches Heute. Darum wird in übersichtlichen Kapitel vermittelt,wie man damit arbeitet. Vor allem für Einsteiger ist es ein gutes Buch.
umgeBUCHt Blog
aus Weeze
3/5
31.05.2021
Buch (Taschenbuch)
Eher für therapeutisch Erfahrene geeignet
Anja Mannhard ist Autorin und Illustratorin zahlreicher Bücher und Artikel im Bereich Pädagogik, Psychologie, Logopädie sowie Kinder- und Jugendbuch. Sie ist im Sozialmanagement und als Referentin tätig und lebt am Bodensee. Sie verspricht auf spielerische und kreative Weise die biografischen Spuren zu erforschen und sie für das heutige Leben zugänglich und nutzbar zu machen. Zahlreiche Übungen und Impulse zur Rückschau sollen helfen zu verstehen, weshalb man zu der Person geworden ist, die man ist, was das persönliche Leitmotiv im Leben ist und schließlich zu überprüfen, ob man lieber auf den alten Pfaden oder auf neuen Wegen weitergehen möchte.
Zunächst einmal geht es darum, die Dinge und Erinnerungen, die auftreten, so zu akzeptieren, wie sie sind. Ein zu schnelles Eingreifen und Verändern wollen kann unter Umständen mehr Schaden anrichten als Nutzen für die biografische Entwicklung bringen. Und wenn bestimmte Erinnerungen und Erfahrungen sehr stark belasten, kann es empfehlenswert sein sich psychologische Unterstützung zu suchen, gibt die Autorin zu bedenken.
Inhaltlich ist das Buch in vier Teile gegliedert:
1. Meiner Biografie begegnen
2. Meinem Weg vertrauen
3. Wendepunkten mutig begegnen
4. Gesichter der Erkenntnis
Um den eigenen Eckpunkten in der Lebensgeschichte auf die Schliche zu kommen, gibt es in dem Buch zahlreiche Übungen, die anweisen zu bestimmten Themen zu malen, kleben, beschriften und mit Stichpunkten zu versehen. Auch soll eine Erinnerungskiste bestückt werden, ein roter Faden in der eigenen Geschichte gefunden werden und noch vieles mehr. Außerdem gibt es viele Fragen, die man gezielt für sich beantworten kann, um Anhaltspunkte dafür zu bekommen, wie man seiner eigenen Biografie begegnen kann. In der Rubrik „Ich erinnere mich“ wird man an einzelne Situationen noch etwas gezielter herangeführt.
Und doch kann ich mit diesem Buch nicht so recht warm werden. Viele der Übungen empfinde ich eher als ‚gut gemeint‘ anstatt als wirklich hilfreich. Zuweilen wirkt das Buch etwas unstrukturiert auf mich und manches wiederholt sich. Das bringt mich dazu, das Buch zunächst einmal komplett durchzulesen, weil ich etwas Greifbares suche, bei dem sich ansetzen und anfangen lässt. Doch auch beim zweiten Lesen fällt mir auf, dass mich das nicht lineare Springen in den Altersklassen eher verwirrt. Ich gehe davon aus, dass es besser wäre, das Buch strikt Kapitel für Kapitel durchzuarbeiten, um eine Vorgehensweise zu finden und doch noch einen echten Mehrwert zu erhalten.
Aber ich muss feststellen, dass ich eher für die verschriftlichte Form der Biografiearbeit offen bin und kann mich für den spielerischen kreativen Zugang in Form von Basteln und Malen nicht so sehr begeistern. Das sind natürlich persönliche Präferenzen, die für mich jedoch so dominant sind, dass ich den Einstieg in diese Art der Übungen nicht finden kann. Denn ich hätte mir bei manchem eine Auswertung oder zumindest eine Erklärung gewünscht, wohin mich denn die Bastel- oder Malarbeit bringen soll oder was sie bewirkt.
Insgesamt könnte ich mir eher vorstellen, dass dieses Buch nicht so sehr für den unerfahrenen Privatanwender, sondern vielleicht für therapeutisch tätiges Fachpersonal geeignet ist, das damit eine Übersicht von möglichen Fragen und Übungen erhält, um dann gemeinsam mit der Person, die sich mit ihrer Biografie auseinandersetzen möchte, den individuellen Einstiegspunkt in die Lebensgeschichte zu finden, die Ergebnisse durchzugehen und bestenfalls auch zu besprechen und auszuwerten. Denn vor allem Letzteres kann dieses Buch nicht leisten und für den Einsteiger in diese Thematik ist es zu oberflächlich gehalten.
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