Anschnallen, bitte: »Die Verstoßenen« ist ein actionreiches Science-Fiction-Abenteuer um eine Gruppe Ausgestoßener und die größte Verschwörung seit der Besiedelung des Weltalls. Für Spitzenpilot Nax Hall ist es keine Überraschung, nach nur 24 Stunden hochkant aus der Elite-Akademie Ellis Station zu fliegen - er hat in seinem Leben schon ganz andere Dinge verbockt. Nur diesmal ist seine Pechsträhne mit dem Rauswurf keineswegs beendet, eigentlich fängt sie sogar erst richtig an: Nax' Rückflug zur Erde wird jäh unterbrochen, als eine Gruppe Terroristen die Akademie angreift. Nur knapp gelingt Nax mit drei anderen die Flucht - damit sind die vier Verstoßenen plötzlich die einzigen Augenzeugen des größten Verbrechens seit Beginn der Besiedelung des Weltalls. Das macht sie auch zu den einzigen, die unzählige Planeten vor einer Katastrophe bewahren könnten ... Dialogwitz und unvergessliche Charaktere machen das Debüt von M. K. England zu einer echten Entdeckung für alle Science-Fiction-Fans.
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Ich würde jederzeit mit dir in ein Raumschiff steigen, Nax!
LizzyCurse am 16.08.2021
Bewertungsnummer: 1550821
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Die Verstoßenen von M. K. England
Was macht ein angehender Pilot, wenn er (von der Pilotenakademie geflogen) mit einer Handvoll anderer Verstoßener auf das schmachvolle Raumschiff gen Erde wartet und dabei die Station angegriffen wird? Natürlich - er flieht in einem Raumschiff mit den anderen Verstoßenen. Dass sie als einzige Zeugen des Angriffs kurze Zeit später quer durch die Galaxie gejagt werden, hatten sie leider nicht auf dem Schirm.
Der Dreh- und Angelpunkt war für mich jedoch nicht die Story. Nein, der war Nax. Nax, der angehende Pilot, der seine Zulassungsprüfung versemmelt und aufgeladen ist mit allerlei Gefühlen, frisch und alt gleichermaßen. Nax, aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird und der nicht auf den Mund gefallen ist - oder seinen Gedanken des Öfteren mal freien Lauf lässt. Ich mochte ihn auf Anhieb. Er spricht, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, nimmt kein Blatt vor den Mund und sorgt einen unendlichen Strom an Lachflashs im Buch. Er ist einfach cool. Gleichzeitig übernimmt er Verantwortung, von der ersten Minute, in der es die Situation von ihm fordert. Ich würde sofort mit dir in ein Raumschiff steigen, Nax!
Genau das wird auch von den anderen Crewmitgliedern erwartet - sie sind sich zu Beginn noch nicht so ganz einig, ob sie die halsbrecherische Flucht wagen sollen, geschweige denn mit Nax als Pilot. Es ist ein langer Weg vom Misstrauen zum Vertrauen und schließlich zur Freundschaft. Diesen Weg hat M. K. England richtig gut gezeichnet. Ich habe die kleinen Teile gesehen, in denen ihre Zugehörigkeit gereift ist. Die Autorin hat wirklich ein Talent für zwischenmenschliche Beziehungen und spritzige Dialoge.
So flog ich förmlich durch das Abenteuer - Action und Freundschaft halten sich im Roman wunderbar die Wage. Stellenweise hat mich die chaotische Truppe wirklich an „Guardian of the Galaxy“ erinnert. Herrlich!
Doch so schön die Charaktere gezeichnet sind und so genial der Witz und die Action im Roman ihren festen Platz finden, so schade ist es, dass der Plot nur an der Oberfläche kratzt. Zugegeben, es ist ein relativ dünner Roman - ich hatte keinen unglaublich detaillierten Plot erwartet, aber an manchen Stellen war das Plotnetz arg dünn, so dünn, dass es immer wieder durch den Faden Zufall geflickt werden musste. Natürlich kann im Verlauf einer Geschichte den Figuren hin und wieder der Zufall zu Hilfe kommen, ganz klar. Solche sparsam eingesetzten Ereignisse überraschen und begeistern mich auch. In „Die Verstoßenen“ lauerte der Zufall jedoch an jeder Ecke - so oft, dass es mir leider negativ aufgefallen ist.
Trotz meiner Kritik ist das Buch für mich richtige gute Laune Lektüre. Es macht verdammt viel Spaß, den Figuren auf die Planeten und durch die Galaxie zu folgen. Dass sie dabei schlicht zu Freunden werden, geschieht einfach so nebenbei! Fazit? Ein Buch das von Humor, Action und Charakteren lebt. Wer nicht zu viel Wert auf ein unglaublich detailliertes Worldbuilding legt und ein paar Zufälle verkraften kann, bekommt hier ein Buch geliefert, das einfach nur gute Laune macht und prächtig unterhält.
Kurzweiliger Lesespaß
Mein Regal voller Regenbögen am 23.10.2021
Bewertungsnummer: 1593045
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Kurz nach dem Release von „Die Verstossenen“ hatte ich die Geschichte in einer Buchhandlung schon einmal in der Hand, habe es mir dann aber, warum auch immer, anders überlegt. Noch am selben Tag stolperte ich online über eine Leseempfehlung zu dem Buch und hätte mir daraufhin in den Allerwertesten beißen können. Logischerweise sind Nax und Konsorten schlussendlich doch bei mir eingezogen. Dabei zu sein, wenn vier Underdogs die Galaxis retten, kann man sich ja nicht entgehen lassen.
Der erste Absatz:
– Gerade mal vierundzwanzig Stunden bin ich jetzt an der Akademie in Ellis Station. Vierundzwanzig Stunden und schon wieder draußen. –
Nax hat es verbockt und das nicht das erste Mal in seinem Leben. Der Traum einer Ausbildung in der Akademie auf Ellis Station, die übrigens auf dem Mond untergebracht ist, ist geplatzt und eine Zukunft zwischen den Sternen nunmehr absolut unerreichbar für ihn. Doch er ist nicht der Einzige, der eine Rückfahrkarte zur Erde gewonnen hat. Neben ihm warten noch drei weitere darauf, ihre Hoffnungen zu begraben. Der Abflug Richtung Erde gestaltet sich allerdings anders als geplant. So findet sich Nax ohne Fluglizenz in einem Pilotensitz wieder, mit einer Crew an seiner Seite, die, wie er selbst, im jeweiligen Fachgebiet brillant ist und doch aussortiert wurde. Also was tun, wenn man als einzige Zeugen einer weltenumspannenden Verschwörung ganz oben auf der Abschussliste steht und trotzdem mit allen Kräften versuchen will, die Menschheit vor einer Katastrophe zu bewahren? Ganz einfach, jeder mach das, was er am besten kann!
– Wir stecken bis zum Hals in Ziegen, als Rion endlich ausspricht, was ich die ganze Zeit schon denke. »Du bist ohne jeden Zweifel der absolut. Schlimmste. Captain. Aller. Zeiten. – scheiß auf dich und das Shuttle, das dich angeschleppt hat, Hall.« – (S. 97)
Wer bei „Die Verstossenen“ erwartet, auf eine Geschichte mit ausuferndem Weltenbau und seitenlangen Ausführungen über die Technik der Zukunft zu treffen, ist hier definitiv falsch, aber ich bin der Meinung, dass die gut 300 Seiten gar nicht darauf ausgelegt sind, diese Kriterien zu erfüllen. Die Story lebt eindeutig von ihren Charakteren. Sie sind grundverschieden gezeichnet, haben Persönlichkeit und Eigenarten. Sie sind nicht perfekt und das macht sie für mich durch die Bank sympathisch.
Was ich beim Lesen als absolut positiv empfunden habe ist, dass M.K. England dem Thema Diversität viel Raum gegeben hat. Verschiedene Glaubensrichtungen, ethnische Aspekte und auch Facetten von LGBTQ+ haben wie selbstverständlich ihren Platz bekommen, ohne wenn und aber.
Die Geschichte um die etwas ungewöhnliche Truppe und deren Rettungsmission durch das All fand ich toll erzählt. Sie liest sich zügig weg, ist kurzweilig, actionreich und durch die Dialoge wirklich witzig. Dass die Story rein aus Nax Sicht, in der ersten Person und noch dazu im Präsens geschrieben ist, was normalerweise nicht meine bevorzugte Perspektive ist, tat hier meinem Lesevergnügen absolut keinen Abbruch. Ich konnte zwar noch nicht in Erfahrung bringen, ob das Buch als Einzelband oder Reihenauftakt gedacht ist, würde mich aber extrem freuen die Besatzung der Swift Kick auf weitern Abenteuern zu belgeiten.
Für einen fulminanten Ritt durch die Galaxie bekommt „Die Verstossenen“ von mir eine klare Leseempfehlung und ich denke, dass die Story auch für diejenigen etwas ist, die ansonsten vor techniklastiger Science-Fiktion eher zurückschrecken.
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