Produktbild: Was bleibt, wenn alles verschwindet
Band 4852

Was bleibt, wenn alles verschwindet Roman

Aus der Reihe Insel-Taschenbücher
1

11,90 €

inkl. gesetzl. MwSt., zzgl. Versandkosten


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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

20.07.2021

Verlag

Insel

Seitenzahl

367

Maße (L/B/H)

18,8/11,6/2,8 cm

Gewicht

340 g

Farbe

Hellblau

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-458-68152-6

Beschreibung

Rezension

»Die Autorin Hermien Stellmacher führt in Was bleibt, wenn alles verschwindet anschaulich durch viele Situationen in der Begleitung von Menschen mit Demenz.« ("alzheimer.ch")
»Manchmal kann ein Roman genau so viel über die Wirklichkeit sagen wie ein Sachbuch – oder gar mehr. Stellmacher jedenfalls gelingt das in diesem Buch beim Thema Demenz.« ("neue caritas")
»[Hermien Stellmacher] ist es gelungen, viele Aspekte der Demenz und die Begleitung eines Menschen mit Demenz mit all den Herausforderungen realistisch darzustellen ... Eine klare Leseempfehlung!« ("Alzheimer Info")

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

20.07.2021

Verlag

Insel

Seitenzahl

367

Maße (L/B/H)

18,8/11,6/2,8 cm

Gewicht

340 g

Farbe

Hellblau

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-458-68152-6

Herstelleradresse

Insel Verlag GmbH
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de

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Ein Thema, das wir alle gerne verdrängen

Lesefuchs - Bücher mit Herz aus Bargteheide am 23.07.2021

Bewertungsnummer: 1538417

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Seit Ihrem Roman „Cottage mit Kater“ von 2015 lese ich die Romane von Hermien Stellmacher ausgesprochen gerne. Die Titel und die Cover lassen es zwar nicht vermuten, aber die Autorin schreibt keine seichten Unterhaltungsromane, sondern Unterhaltungsromane, die gerade den Frauen etwas zu sagen haben. Das neue Buch kommt jetzt optisch etwas anders daher, und es ist inhaltlich auch anders – es fehlen die Katzen! - aber es genauso gut lesbar wie die ersten drei, wenn nicht sogar besser. Der Inhaltsangabe können Sie ja bereits entnehmen, dass es ein Roman über das Thema Demenz ist. Susanne (72 Jahre) ist eine pensionierte Lehrerin und ihre beste Freundin ist Ruth (62 Jahre). Die beiden Frauen haben sich als Erwachsene an der Schule kennengelernt, an der sie beide unterrichtet haben. Sie sind über die Jahre beste Freundinnen geworden, die immer auch einmal wieder zusammen verreist sind, obwohl sie beide verheiratet waren, bzw. noch sind. Susannes Mann ist gestorben, Ruths Mann lebt noch und ist ihr eine große Hilfe. Dafür ist Susanne Mutter eines erwachsenen Sohns und Ruth ist sehr zu ihrer Trauer kinderlos geblieben. Das Buch beginnt in der Gegenwart. Die beiden Frauen sind einmal mehr zusammen für ein Wochenende verreist. Da fällt Ruth zum ersten Mal so richtig auf, dass Susanne Wortfindungsschwierigkeiten hat und manche Dinge doppelt erzählt, ohne es selbst zu merken. In der nächsten Zeit wird es immer schwieriger. Doch mit Hilfe ihres guten Nachbars Johann und ihrer besten Freundin Ruth kann Susanne in ihrer Wohnung leben bleiben. Ihr Sohn Paul bekommt es noch nicht einmal mit, oder will es einfach nicht bemerken, dass seine Mutter an beginnender Demenz leidet. Doch Ruth versucht alles, um ihrer Freundin beizustehen. Sie gehen zusammen zum Arzt. Sie besucht mit ihr ein Seniorenheim. Und sie ist am Ende sogar bereit noch mehr für ihre Freundin zu tun. Und auch ihr Mann akzeptiert dies und steht ihr bei. Das Ende des Romans hat mich sehr positiv überrascht! Es gibt neben dieser Geschichte auch noch eine kleine Nebengeschichte. Susanne hat ein Geheimnis, was sie Ruth nie erzählt hat, weil sie Angst hatte, dass daran die Freundschaft zerbrechen würde. Und in ihren klaren Momenten versucht sie nun, diese Geschichte aufzuschreiben. Wir als Leser: innen sind nie weiter als Susanne selbst. Sie dürfen gespannt sein, ob Susanne ihre Geschichte zu Ende erzählen kann. Und falls ja, wie Ruth sie aufnehmen wird. Mich hat tief berührt, wie die Autorin den grauen Nebel beschrieben hat, in dem Susanne versinkt. Und Susanne ist das anfangs auch selbst immer noch bewusst. Langsam driftet sie aber immer mehr in die Vergangenheit ab. Und da ist es für Ruth schwer, sie wieder in die Gegenwart zu holen. Am Anfang hatte ich etwas Angst vor diesem Thema. Demenz ist ein Thema, das Angst macht. Wie wird es im Alter bei den eigenen Eltern oder Schwiegereltern aussehen, bzw. wie wird es einem selbst oder dem Partner, der Partnerin ergehen? Ich denke, fast jeder, der nicht unmittelbar betroffen ist, macht einen großen Bogen um dieses Thema. Der Roman Hermien Stellmachers ist aber ein sehr guter Einstieg, um sich erst einmal auf recht leichte Weise mit diesem Thema vertraut zu machen. Es ist aber KEIN oberflächlicher Roman. Die Autorin schafft es, das Thema sensibel und mit viel Gefühl anzugehen, ohne auf die Tränendrüse zu drücken, oder dass Thema zu leicht zu nehmen. Es gibt immer wieder einmal etwas zum Schmunzeln, aber nie respektlos auf Kosten der an Demenz erkrankten Susanne. Es wird auf einfühlsame Weise erzählt, wie die Krankheit an Fahrt aufnimmt. Und wie hilflos man sich fühlt, wenn man diesem Menschen helfen möchte. Allein die Kommunikation ist ein Thema für sich. Man möchte die erkrankte Person schließlich nicht verletzten. Ich selbst (Jahrgang 1963) bin zum Glück nicht betroffen, und meine Mutter (Jahrgang 1939) glücklicherweise ebenfalls nicht. Aber meine Mutter lebt seit dem Tod meines Vaters in einem Seniorenheim mit angeschlossener Pflegeabteilung. In diesem Betreuten Wohnen leben viele Bewohner: innen, die dement sind. Und diesen Menschen fehlt Betreuung und Beschäftigung, da leider kein Personal dafür vorhanden ist. Die Mitbewohner: innen helfen sich zwar teilweise gegenseitig, aber das ist kein adäquater Ersatz für eine spezielle Betreuung, die sich direkt an die Betroffenen wendet. Demenzkranke müssen beschäftigt werden! Insofern betrachte ich dieses Buch auch gleichzeitig als ein Buch, das Hoffnung macht. Wenn wir uns alle früher mit dem Alter und den Folgen auseinandersetzen, werden vielleicht zukünftig andere Lebensformen möglich sein. Anfänge sind ja bereits gemacht. Wenn Sie neugierig sind, lesen Sie doch gerne einmal das Sachbuch „Statt einsam gemeinsam“ von Christiane Hastrich und Barbara Lueg oder „Gemeinsam statt einsam“ von Henning Scherf. Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, der sich einmal auf einfach Weise mit dem Thema Demenz beschäftigen möchte.

Ein Thema, das wir alle gerne verdrängen

Lesefuchs - Bücher mit Herz aus Bargteheide am 23.07.2021
Bewertungsnummer: 1538417
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Seit Ihrem Roman „Cottage mit Kater“ von 2015 lese ich die Romane von Hermien Stellmacher ausgesprochen gerne. Die Titel und die Cover lassen es zwar nicht vermuten, aber die Autorin schreibt keine seichten Unterhaltungsromane, sondern Unterhaltungsromane, die gerade den Frauen etwas zu sagen haben. Das neue Buch kommt jetzt optisch etwas anders daher, und es ist inhaltlich auch anders – es fehlen die Katzen! - aber es genauso gut lesbar wie die ersten drei, wenn nicht sogar besser. Der Inhaltsangabe können Sie ja bereits entnehmen, dass es ein Roman über das Thema Demenz ist. Susanne (72 Jahre) ist eine pensionierte Lehrerin und ihre beste Freundin ist Ruth (62 Jahre). Die beiden Frauen haben sich als Erwachsene an der Schule kennengelernt, an der sie beide unterrichtet haben. Sie sind über die Jahre beste Freundinnen geworden, die immer auch einmal wieder zusammen verreist sind, obwohl sie beide verheiratet waren, bzw. noch sind. Susannes Mann ist gestorben, Ruths Mann lebt noch und ist ihr eine große Hilfe. Dafür ist Susanne Mutter eines erwachsenen Sohns und Ruth ist sehr zu ihrer Trauer kinderlos geblieben. Das Buch beginnt in der Gegenwart. Die beiden Frauen sind einmal mehr zusammen für ein Wochenende verreist. Da fällt Ruth zum ersten Mal so richtig auf, dass Susanne Wortfindungsschwierigkeiten hat und manche Dinge doppelt erzählt, ohne es selbst zu merken. In der nächsten Zeit wird es immer schwieriger. Doch mit Hilfe ihres guten Nachbars Johann und ihrer besten Freundin Ruth kann Susanne in ihrer Wohnung leben bleiben. Ihr Sohn Paul bekommt es noch nicht einmal mit, oder will es einfach nicht bemerken, dass seine Mutter an beginnender Demenz leidet. Doch Ruth versucht alles, um ihrer Freundin beizustehen. Sie gehen zusammen zum Arzt. Sie besucht mit ihr ein Seniorenheim. Und sie ist am Ende sogar bereit noch mehr für ihre Freundin zu tun. Und auch ihr Mann akzeptiert dies und steht ihr bei. Das Ende des Romans hat mich sehr positiv überrascht! Es gibt neben dieser Geschichte auch noch eine kleine Nebengeschichte. Susanne hat ein Geheimnis, was sie Ruth nie erzählt hat, weil sie Angst hatte, dass daran die Freundschaft zerbrechen würde. Und in ihren klaren Momenten versucht sie nun, diese Geschichte aufzuschreiben. Wir als Leser: innen sind nie weiter als Susanne selbst. Sie dürfen gespannt sein, ob Susanne ihre Geschichte zu Ende erzählen kann. Und falls ja, wie Ruth sie aufnehmen wird. Mich hat tief berührt, wie die Autorin den grauen Nebel beschrieben hat, in dem Susanne versinkt. Und Susanne ist das anfangs auch selbst immer noch bewusst. Langsam driftet sie aber immer mehr in die Vergangenheit ab. Und da ist es für Ruth schwer, sie wieder in die Gegenwart zu holen. Am Anfang hatte ich etwas Angst vor diesem Thema. Demenz ist ein Thema, das Angst macht. Wie wird es im Alter bei den eigenen Eltern oder Schwiegereltern aussehen, bzw. wie wird es einem selbst oder dem Partner, der Partnerin ergehen? Ich denke, fast jeder, der nicht unmittelbar betroffen ist, macht einen großen Bogen um dieses Thema. Der Roman Hermien Stellmachers ist aber ein sehr guter Einstieg, um sich erst einmal auf recht leichte Weise mit diesem Thema vertraut zu machen. Es ist aber KEIN oberflächlicher Roman. Die Autorin schafft es, das Thema sensibel und mit viel Gefühl anzugehen, ohne auf die Tränendrüse zu drücken, oder dass Thema zu leicht zu nehmen. Es gibt immer wieder einmal etwas zum Schmunzeln, aber nie respektlos auf Kosten der an Demenz erkrankten Susanne. Es wird auf einfühlsame Weise erzählt, wie die Krankheit an Fahrt aufnimmt. Und wie hilflos man sich fühlt, wenn man diesem Menschen helfen möchte. Allein die Kommunikation ist ein Thema für sich. Man möchte die erkrankte Person schließlich nicht verletzten. Ich selbst (Jahrgang 1963) bin zum Glück nicht betroffen, und meine Mutter (Jahrgang 1939) glücklicherweise ebenfalls nicht. Aber meine Mutter lebt seit dem Tod meines Vaters in einem Seniorenheim mit angeschlossener Pflegeabteilung. In diesem Betreuten Wohnen leben viele Bewohner: innen, die dement sind. Und diesen Menschen fehlt Betreuung und Beschäftigung, da leider kein Personal dafür vorhanden ist. Die Mitbewohner: innen helfen sich zwar teilweise gegenseitig, aber das ist kein adäquater Ersatz für eine spezielle Betreuung, die sich direkt an die Betroffenen wendet. Demenzkranke müssen beschäftigt werden! Insofern betrachte ich dieses Buch auch gleichzeitig als ein Buch, das Hoffnung macht. Wenn wir uns alle früher mit dem Alter und den Folgen auseinandersetzen, werden vielleicht zukünftig andere Lebensformen möglich sein. Anfänge sind ja bereits gemacht. Wenn Sie neugierig sind, lesen Sie doch gerne einmal das Sachbuch „Statt einsam gemeinsam“ von Christiane Hastrich und Barbara Lueg oder „Gemeinsam statt einsam“ von Henning Scherf. Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, der sich einmal auf einfach Weise mit dem Thema Demenz beschäftigen möchte.

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