Die junge Studentin Lena ist nachts allein auf dem Heimweg von einer weinseligen Runde in einer Straußwirtschaft. Plötzlich klingelt ihr Handy, doch der unbekannte Anrufer hat sich lediglich verwählt. Kaum ist sie zu Hause, meldet er sich erneut. Die beiden kommen ins Gespräch und sind offensichtlich voneinander angetan. Lena gerät unversehens in einen unheimlichen Strudel, in dem sich Realität und Traum immer mehr vermischen. Am Ende macht sie sich auf, den mysteriösen Unbekannten in den nebligen Gassen der Herbstnacht zu treffen. Überarbeitete Neuauflage
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Bewertung
5/5
18.10.2024
Buch (Taschenbuch)
Wunderbare Kurzgeschichte mit mystischem Tenor
Aussagekräftige Kurzgeschichten sind nicht einfach zu schreiben. Mit dieser wunderbar zum Herbst passenden Geschichte hat die Autorin Odine Raven es geschafft, mich in ihren Bann zu ziehen. Der Inhalt mutet mystisch an, zeigt auch romantisches Flair, der Spannungsbogen ist bis zum Ende hochgehalten. Sehr gut gefällt mir auch der flüssige Schreibstil, lockere Dialoge finden genauso Raum wie tiefgreifende Gedanken und wohltuender Esprit.
Die Protagonisten sind authentisch, besonders Lena bietet viel Identifikationsfläche. Die in der Geschichte eingestreuten Gedichtzeilen aus "Herbsttag" von Rainer Maria Rilke wie auch die poetischen Zeilen der Autorin am Ende zeichnen die herbstlichen Veränderungen, das langsame Vergehen und eventuelles Neuentstehen, was aber auch auf menschliches Dasein übertragbar ist.
Das Ende der Kurzgeschichte lässt Raum zum Nachdenken und ist offen für eigene Interpretationen.
Eine absolute Leseempfehlung für jeden, der Kurzgeschichten mit Tiefgang mag.
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