„Kompromisslos, trostlos und zerstörerisch, aber dennoch wunderbar.“ (Los Angeles Review of Books) – Der erste Roman des Oscar-Preisträgers Charlie Kaufman Das Drehbuch zu „Being John Malkovich“ hat Charlie Kaufman weltberühmt gemacht. Der erste Roman des Oscar-Preisträgers ist ein neuer Meilenstein der amerikanischen Literatur: B. Rosenberg kriegt nichts auf die Reihe, außer Kritiken zu schreiben, die keiner liest. Der New Yorker Stadtneurotiker prahlt mit der schwarzen Hautfarbe seiner Freundin und wehrt sich gegen die Unterstellung, er sei Jude. Nicht einmal ein Geschlecht will er haben und nennt sich einfach nur B. Dann jedoch stößt er auf den längsten jemals gedrehten Film und hat eine Mission: Er möchte den ungesehenen Film der Welt zeigen. Doch das Meisterwerk geht in Flammen auf, und B. kann es nur nachträumen. Ein unendlicher Spaß, der jeden Rahmen sprengt.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Bewertung
5/5
30.03.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Klar verschwommen
Für Liebhaber der Metaebene in der Metaebene der Metaebene. Leider unverfilmbar, trotzdem teils erschreckend bildhaft vor meinem geistigen Auge. Das letzte Viertel des Buches gleicht einem Wortstrudel über einen Ereignisstrudel im Zerrspiegelkabinett. Grossartig.
Bewertung
3/5
12.04.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
"Jeder braucht irgendjemanden, auf den er herabsehen kann."
Der Regisseur und Autor Charlie Kaufman hat mit AMEISIG einen Roman über einen Filmkritiker geschrieben, der kurz vor dessen Zerstörung den "besten Film aller Zeiten" zusehen bekommt und diesem nun der Nachwelt erzählen möchte. Bei drei Monaten Laufzeit ein denkwürdiges Unterfangen. Allerdings muss er sich an dieses einschneidende Lebenswerk eines unbekannten Filmemachers erst noch minutiös erinnern, bevor er eben das tun kann. Kaufmans Buch ist vor allem in der Erstauflage mit dem bunten Buchschnitt eine Augenweide, die leider nur den Inhalt nicht schöner macht. In diesem Roman sind zu viele Wiederholungen, zu viele Stereotype sowie Ähnlichkeiten zu realen Personen, sodass das geschriebene Wort einem irgendwann doch ein wenig zum Halse raushängt. Auch der Humor, der vor sich allem auf Religion, Rasse sowie auch Trump bezieht, ist vermehrt amerikanisch und vor allem sehr New Yorker Schickeria. Kaufman gibt natürlich Filmempfehlungen, kritisiert dabei aber auch gerne andere Filmemacher sowie vor allem sich selbst, damit man ihm nichts vorwerfen kann. Dass der Roman im "Big Apple" spielt, ist vor allem bei den Charakteren mehr als spürbar. Gerade B. Rosenberger wirkt wie eine vermeintliche Kopie von Woody Allen, dessen Tochter in diesem Buch noch den Zunamen "Farrow", also den seiner realen Tochter bekommen hat; sodass man sich fragt, ob das nicht Absicht ist. Auch das Verhätlnis der Beiden wird ähnlich problematisch beschrieben wie jenes in der Realität. Viele weitere kritische Äußerungen, Abwandlungen und redundante Wiederholungen finden sich in diesem Werk, das dann auch noch in Ebenen hin und her hüpft, mit verschiedenen Genres und Figuren spielt und vor allem auch den Leser fordert, nie den roten Faden zu verlieren. Manchmal ist man in der Matrix, dann doch wieder in dem Film, dann in einer anderen Sphäre unterwegs. Kurzum ist AMEISIG tatsächlich ein Buch, das mit jeglichen Erzählkonventionen bricht, aber eigentlich eher wirkt wie ein Film, den Kaufman gerne machen würde, der aber anhand der verschiedenen Darstellungen (Animation, Stop-Motion etc.) viel zu teuer und in der Erzählung auch viel zu umfangreich wäre, um einem Massenpublikum zu gefallen, was im Umkehrschluss die Finanzierung eines solchen Werkes mehr als fragwürdig macht. Für Filmfans defintiv ein verständlicherer Inhalt als für Laien würde ich annehmen, die hier doch vielleicht schneller die Lust am Lesen verlieren dürften. Ein sehr spezielles Buch, das beim richtigen Leser allerdings ein Highlight sein sollte.
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