Die schüchterne Audrey gehört zum englischen Adel und lebt mit ihren Eltern und ihrem Bruder in einem prächtigen Herrenhaus auf dem Land. Äußerlich fehlt es ihr an nichts, doch als sie der lebenslustigen Eve über den Weg läuft, der Tochter einer Zofe, weckt deren Unbekümmertheit ungeahnte Sehnsüchte in ihr. Schnell werden die beiden beste Freundinnen, aber die soziale Kluft erweist sich als größer als gedacht …
Jahre später, während des Zweiten Weltkriegs, melden sich beide Frauen wie viele andere Engländerinnen freiwillig und unterstützen ihr Land als Rettungswagenfahrerinnen im Kampf gegen Nazideutschland. Als der Krieg endlich zu Ende ist, hoffen sowohl Audrey als auch Eve auf ein besseres Leben in Übersee. Doch welchen Preis sind sie dafür bereit zu zahlen?
Ein faszinierender Familienroman über Freundschaft, Verrat, Liebe und Vergebung.
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Bewegendes Drama aus der Zeit des 2. Weltkriegs, um Freundschaft, Verrat und Vergebung
Kerstin1975 aus Crailsheim am 28.12.2020
Bewertungsnummer: 1418974
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Buchinhalt:
England, kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs: Auf dem Landgut ihrer Eltern freundet sich die schüchterne Audrey mit Eve, der Tochter einer Angestellten an. Die beiden werden beste Freundinnen und auch der hereinbrechende Krieg und die persönlichen Verluste können der Freundschaft nichts anhaben. Als Rettungswagenfahrerinnen lernen sie schließlich zwei amerikanische Soldaten kennen und erhoffen sich beide ein Leben in den USA, als der Krieg vorbei ist – doch den Preis, den die beiden Frauen zahlen müssen, ist hoch und stellt nicht nur ihre Freundschaft sondern auch ihr ganzes bisheriges Leben in Frage….
Persönlicher Eindruck:
Ein wahrhaft bewegendes Drama aus der Zeit während und nach dem Zweiten Weltkrieg: die Geschichte zweier junger Frauen, die unterschiedlicher kaum hätten sein können und deren Kindheitsfreundschaft im Laufe der Jahre zahlreiche schwere Prüfungen über sich ergehen lassen muss.
Zum einen ist da Audrey, die schüchterne, unbedarfte und zu Beginn reichlich naive Tochter aus adligem Hause, buchstäblich mit dem goldenen Löffel im Mund geboren aber todunglücklich in ihrem Leben zwischen lieblosen Eltern, der Schule für höhere Töchter und gemobbt von Mitschülern. Ein Mädchen, das alles hat und doch so wenig vom Leben bekommt – und andererseits die lebenslustige, mutige Eve, Tochter einer Zofe und gewohnt, in ärmlichen Verhältnissen zurecht zu kommen. Die beiden Mädchen verbindet schnell eine Freundschaft, der auch der Krieg mit all seinen Schrecken nichts anhaben kann.
Gut gefallen hat mir die Art der Erzählung, die mich als Leser sofort ein Teil der Geschichte hat werden lassen: wie schon aus anderen Romanen von Lynn Austin gewohnt, ist man auch hier nach wenigen Augenblicken mittendrin und kann kaum mehr mit Lesen aufhören, hat man einmal das Buch in die Hand genommen.
Der geschichtliche Hintergrund ist gut recherchiert, der Schrecken des Krieges und die Bombennächte, die Zerstörung und Hoffnungslosigkeit gut vermittelt. Auch das Leben der beiden Protagonistinnen verändert sich dadurch Stück für Stück. Vieles erleben die beiden ähnlich, auch wenn die Standesunterschiede nie ganz verschwinden – durch den Tod ihrer beiden Mütter schweißt es die beiden noch enger zusammen.
Freundschaft und Liebe sind ein zentrales Thema, die biblische Geschichte vom Guten Hirten ein zentraler Pfeiler, der sich wie ein roter Faden durch die Geschichte webt. Mehrere spannende Wendungen geben der Geschichte eine ganz eigene Dynamik und münden dann im letzten Drittel in dem Verrat, der die Freundschaft der beiden und ihrer beider Leben vor eine letzte Zerreisprobe stellt.
Ich muss ehrlich sagen: ich habe mehrfach während des Lesens mit Eves aber auch Audreys Einstellung gehadert. Keine von den beiden ist perfekt, beide Figuren haben Ecken und Kanten, vereinen Licht und Schatten. Und genau das ist es, was die Geschichte so authentisch macht. Ohne zu viel verraten zu wollen: beide machen gerade am Ende eine erstaunliche Wandlung durch. Ich wüsste nicht, ob ich an Audreys Stelle alles so klaglos hingenommen oder an Eves Stelle zunächst so abgebrüht und am Ende so einsichtig gehandelt hätte.
Es ist ein Roman mit viel Stoff zum Nachdenken, auch wenn gerade am Schluss einiges ziemlich glatt läuft und manchem Leser vielleicht an einigen Stellen etwas unglaubhaft erscheint. Das ist aber meiner Meinung gar nicht der wunde Punkt: es geht vielmehr um Freundschaft, Verrat und Verzeihen, um grenzenlose Verzweiflung aber auch um Hoffnung und eine Chance aus der Trostlosigkeit.
Mein Fazit: eine absolute Leseempfehlung, ein starker historischer Roman aus der jüngeren Vergangenheit mit christlichem Bezug. Einfach klasse!
Du sollst nicht begehren...
Dreamworx aus Berlin am 31.12.2020
Bewertungsnummer: 1421276
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
1931 England. Die junge schüchterne Audrey Clarkson lebt mit ihrer wohlhabenden adligen Familie auf dem Land. Ihre strengen und mit Traditionen behafteten Eltern wollen sie auf ein Internat schicken, was Audrey dazu treibt, von Zuhause auszureißen. Als sie der ebenfalls 12-jährigen Eve Dawson begegnet, findet sie in ihr eine Freundin fürs Leben, obwohl sie auch unterschiedlichen Gesellschaftsschichten stammen. Die unternehmenslustige Eve wuchs in einfachen, behüteten Verhältnissen auf und bringt der zurückhaltenden Audrey schon bald bei, etwas mehr aus sich herauszukommen und selbstbewusster zu werden. Eine Anstellung als Küchenmädchen bringt Eve zudem in den Haushalt der Clarksons, wo sie schon bald erkennt, wie einsam und lieblos Audreys Leben innerhalb ihrer Familie ist. Nachdem sich ihre Wege kurzfristig trennen, melden sich beide im Zweiten Weltkrieg beim Frauencorps. Ihre beiden Mütter sterben gleichzeitig bei einem Luftangriff auf London. Aber auch die Liebe setzt den beiden Frauen und ihrer Freundschaft zu, zumal Eve einen Schritt wagt, der eine Zerreißprobe für ihre Freundschaft ist…
Lynn Austin hat mit „In den Schuhen der anderen“ einen gefühlvollen historischen Roman vorgelegt, der sich über eine Spanne von 19 Jahren zieht und dem Leser nicht nur die schrecklichen Zeiten des Zweiten Weltkrieges hautnah präsentiert, sondern ihn auch das Schicksal zweier Frauen aus unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten miterleben lässt und wie sie ihre Erwartungen an das Leben meistern werden. Der flüssige, bildgewaltige und einfühlsame Erzählstil lässt den Leser schon durch einen interessanten Prolog neugierig auf die Geschichte werden und ihn somit an die Seiten fesseln. Die gegensätzliche Darstellung von Audrey und Eve sowie deren Lebensverhältnisse sind der Autorin wunderbar gelungen, zeigt es doch auch, dass es manchmal gar nicht wichtig ist, woher jemand stammt, wenn man ein Gegenstück findet, mit dem man sich wohl fühlt. Jedoch wird immer wieder offensichtlich, wie groß der Graben zwischen beiden durch die gesellschaftlichen Traditionen und Gepflogenheiten ist. Während die eine aufgrund ihrer Familie wie ein Vogel im goldenen Käfig sitzt und alles außer Freiheit besitzt, ist die andere zwar arm, lebt dafür aber frei und geliebt auf. Und doch begehrt die eine jeweils das, was die andere hat. Die Entwicklung von Audrey und Eve ist wunderbar gezeichnet und ihre Beziehung zueinander gleicht einem stetigen Auf und Ab, wobei ihrer Freundschaft so manche Grenze aufgezeigt wird. Der christliche Aspekt zeigt sich in diesem Roman nicht nur durch Verzeihen und Vergeben, sondern auch durch gelebte Freundschaft, Liebe und vor allem auch darin, dass vor Gott alle Menschen gleich sind ungeachtet ihrer Herkunft.
Die Charaktere sind liebevoll ausgestaltet und mit menschlichen Ecken und Kanten versehen, die sie glaubwürdig und authentisch erscheinen lassen. Der Leser kann sich gut in sie hineinversetzen und ihr Schicksal teilen. Audrey ist eine schüchterne und unsichere junge Frau, die bisher wenig Liebe erfahren hat und erst lernen muss, sich zu behaupten sowie für die Dinge einzustehen, die ihr wichtig sind. Von Traditionen geprägt, erfordert das all ihren Mut. Doch je älter sie wird, umso stärker wird sie. Eve ist eine lebenbejahende, offene Frau, die liebevoll umsorgt aufwuchs. Sie ist eine Kämpfernatur, die nach regelrecht nach dem Leben und den Früchten greift, die auch manchmal etwas höher hängen. Nichts ist unmöglich, oder? Aber auch Robert, Arnie, Tom und viele mehr machen diese Geschichte intensiv und abwechslungsreich.
„In den Schuhen der anderen“ ist ein spannender und gefühlvoller Roman über Freundschaft und Vergebung, über die Liebe und das Ergreifen von Chancen, wenn auch die Mittel manchmal fragwürdig sind. Verdiente Leseempfehlung für eine dramatische, unterhaltsame und nachdenklich stimmende Geschichte.
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