Produktbild: Miroloi

Miroloi Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

23.04.2021

Verlag

dtv

Seitenzahl

464

Maße (L/B/H)

19/12,4/3,5 cm

Gewicht

383 g

Farbe

Marine / Weiß

Auflage

6. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-423-14788-0

Beschreibung

Rezension

'Miroloi' heißt der erste Roman der Theater- und Kurzgeschichtenautorin Karen Köhler, ein Miroloi ist ein Totenlied, aber dieses Werk strahlt durch sonnendurchglühte Lebendigkeit. Ferien-Brigitte, Sommer 2021

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

23.04.2021

Verlag

dtv

Seitenzahl

464

Maße (L/B/H)

19/12,4/3,5 cm

Gewicht

383 g

Farbe

Marine / Weiß

Auflage

6. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-423-14788-0

Herstelleradresse

dtv Verlagsgesellschaft
Tumblingerstraße 21
80337 München
DE

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  • Bewertung

    5/5

    06.03.2024

    Buch (Taschenbuch)

    Ein unerwartetes neues Lieblingsbuch

    Ich war bei einer sehr guten Freundin zu Hause, als ich zum ersten Mal dieses Buch gesehen habe. Ich fand das Cover sehr ansprechend und habe sie gefragt, welches Buch den da in ihrem Regal stehen würde. Auch so einen Titel hatte ich noch nie gelesen oder gehört. Als Antwort hat sie mir die erste halbe Seite vorgelesen. So schnell wie möglich habe ich mir dann das Hörbuch gekauft und in jeder freien Minute gehört. Ich habe es schier verschlungen, bis mich erst das Ende zum Innehalten gebracht hat. Was mich an diesem Buch so sehr überzeugt hat, waren mehrere Sachen; die Erzählstruktur, die Details in die das Buch geht, die Sprache, die Wortneuschöpfungen, die Hoffnung der Protagonistin im Angesicht ihrer Situation, ihre Rebellion gegen das herrschende System in diesem Dorf und das Ende (welches ich jetzt nicht verraten werde). Es war einfach so unglaublich gut, das hat mich richtig aus den Socken gehauen! In diesem Buch geht es um ein Mädchen ohne Namen, in einem Dorf, das sie nicht akzeptiert und trotzdem lebt sie weiter. Und dieses Dorf hat seine eigenen Gesetze, Regeln und eine eigene Religion, die unseren manchmal etwas ähnlich sind. Und trotz der vielen Regeln findet sich viel mehr Vielfalt und Nuancen zwischen den Steinen der Wege, die dieses Dorf durchziehen. Unterschwellig, aber doch eindeutig wird hierdurch auch Kritik an unserer eigenen Gesellschaft ausgeübt. Und das Ende erst, einfach ein genialer und gleichzeitig schmerzhafter Schluss! Auch sehr gut finde ich, wie die Protagonistin einerseits in ihrem Denken noch sehr jugendlich und naiv ist (schließlich ist sie das auch) und dann aber auch anfängt, ihre Welt und die ihr vorgegebene Lebensweise zu hinterfragen. Einfach ein richtiger Schmaus voller Emotionen, Sprachgewandtheit, vielen Momenten zum Mitfühlen und Rebellion! Was will man mehr?

  • Bewertung

    Book Circle Community

    4/5

    29.08.2025

    Buch (Taschenbuch)

    Aus- und Aufbrechen einer gequälten, jungen Frau

    In „Miroloi“ erzählt Karen Köhler von einer jungen Frau, ohne Namen, ohne Rechte, die sich auflehnt. Es ist ein eindrucksvolles Romandebüt, der die Themen Isolation, Tradition und den Drang nach Veränderung miteinander verwebt. Die fiktive Insel, auf der die Geschichte spielt, dient als Metapher für alle Arten von geschlossenen Systemen – sei es politisch, gesellschaftlich oder religiös. Köhlers Roman ist in Strophen gegliedert, in schöner, prosaischem Sprachstil - um sich von der Realität abzugrenzen hat die Autorin neue Wörter für alltägliche Gegenstände erfunden und auch erklärt wofür sie gut sind. Sehr schön umgesetzt. Köhler erzählt detalliert über den Alltag und wie die Dorfbewohner sich vor der Aussenwelt verschließen, aus Angst vor dem Unbekannten und in dem Glauben, dass das „Böse“ außerhalb ihrer Grenzen lauert und wie die gequälte Frau ohne Namen sich einen Namen macht und ihre Flucht und ihren Aufstand plant. Im Prinzip ist es ein Totenlied (Miroloi sei der griechische Ausdruck dafür), welches in bestimmten Kulturen am Ende eines Menschenlebens über diesen gesungen wird. So “singt” die Frau ohne Namen ihre Lebensgeschichte in Prosa - ob sie tatsächlich stirbt verrate ich hier nicht. „Miroloi“ ist nicht nur eine Geschichte über das Aufeinandertreffen von Fortschritt und Tradition, sondern auch eine ergreifende Erzählung über Selbstermächtigung. Eine Leseempfehlung!

  • hamburg.lesequeen

    aus Bargfeld-Stegen

    5/5

    13.08.2021

    eBook (ePUB)

    Ein wichtiges Totenlied

    Ich wollte das Buch auf Seite 70 bereits aus der Hand legen, als es geschah: Es packte mich, fing mich ein und ließ mich bis zum Ende nicht mehr los. 571 Seiten in 2 Tagen (ok, ich bin für 15 Tage in Thailands Quarantäne weggeschlossen, aber ich hätte auch draußen jede Minute lesen müssen…) Das Mädchen ohne Namen, die Protagonistin des Buches, wurde als Baby auf die Treppe des Bethauses auf der fiktiven Insel „im schönen Dorf“ (vermutlich in Griechenland) ausgesetzt. Seitdem ist sie verantwortlich für alles Schlechte, was im Dorf passiert. Sie wird von den abergläubischen Dorfbewohnern gemoppt und beschimpft, die Dorfkinder laufen ihr hinterher: „Eselshure, Schlitzi, Nachgeburt der Hölle. Ich war schon von Anfang an so hässlich, dass meine Mutter mich lieber hier abgelegt hat, statt mich zu behalten“ (S.9). Sie gehört nicht zur Gemeinschaft, darf keinen Namen haben, nicht heiraten und auch später keine Kinder kriegen. Aber sie darf arbeiten: Auf dem Feld, im Stall, in der Küche, Wäsche waschen und nähen.. Jeder darf sich das Mädchen für Arbeiten ausleihen. Das Dorf ist hinterwäldlerisch: Frauen dürfen nicht lesen und schreiben lernen. Es gibt keinen Strom und wer nicht gehorcht, wird an den Pfahl gebunden und bestraft. Es ist die Geschichte einer männerdominierten Dorf-Gesellschaft, wo ein Mädchen Mut aufbringt und sich widersetzt. Die Sprache des Romans ist poetisch, aber naiv doch interessant. Mir hat gefallen, wie Karen Köhler es geschafft hat, verschieden Kulturen und Religionen zu verknüpfen: So heisst das Gebetbuch des Dorfes Khorabel, die 3 Götter kommen aus dem Hinduismus, wobei die Gemeinschaft eher an die Sekte Colonia Dignidad erinnert. Das Buch hat mich ein wenig traurig zurückgelassen: so weiß man, dass es diese Art von Unterdrückung noch in der heutigen Zeit gibt und Religionen als Machtmittel benutzt werden. Ein großartiges Romandebüt, ein Buch was nicht so schnell vergessen wird, ein Buchhighlight für mich!

  • Lesepartie

    aus Bielefeld

    5/5

    08.09.2019

    eBook (ePUB)

    Eindrucksvoll

    Karen Köhler hat mit ihrem Debütroman einen bewegenden und sehr aufwühlenden Roman erschaffen. Zuerst findet man dieses rückständige Dorf seltsam und aus der Zeit gefallen. Nach und nach kommt es einem in den Sinn, dass es auf dieser vermeintlich freien und aufgeklärten Welt wahrscheinlich noch sehr viele dieser „Dörfer“ gibt. Unterdrückung ist dort an der Tagesordnung. Als Legitimation dient wie so oft der Wille der Götter, der natürlich von Männern niedergeschrieben wird. Eine Weltordnung wie im Mittelalter, aktueller denn je. Ein Waisenmädchen ohne Rechte, welches tagtäglich viel schlimmes erfährt, ist die starke Hauptfigur dieses Romans. Es ist bewundernswert, wie sie versucht im Kleinen ihre persönliche Freiheit zu leben. Manchmal musste ich mit dem Lesen aufhören, weil ich wütend wurde, weil ich nicht weiter lesen wollte, weil die Menschen im Dorf so ungerecht und hartherzig waren. Trotz dieser erschreckenden Dorfdiktatur, bewahrt sich die Geschichte immer den Funken Hoffnung. Es ist ein Roman, der in einem außergewöhnlichen, zu Herzen gehenden Schreibstil verfasst ist. Dieser Debütroman steht zu Recht auf der Longlist des Deutschen Buchpreises.

  • Bewertung

    aus Stuttgart

    4/5

    19.01.2020

    eBook (ePUB)

    Über das Außenseitertum

    Eine junge Frau wächst als Findelkind auf einer Insel auf. Hier ist alles abgeschottet vom Rest der Welt, die Männer bestimmen das Leben, Frauen dürfen nicht lesen, Traditionen und Gesetze werden heiliggehalten. Die junge Frau bleibt Außenseiterin in der Gemeinschaft, auch wenn ihr Ziehvater einer der großen Männer des Dorfes ist. Er lehrt sie heimlich lesen und schreiben, und bald öffnet sich ihr eine unbekannte Welt, sie macht sich Gedanken – und verliebt sich. Doch wie soll das gehen in einer Gesellschaft, die das nicht zulassen möchte? Ganz langsam und in einem ganz besonderen Sprachstil entwickelt sich dieser Roman um die junge namenlose Frau, erzählt von ihren Versuchen, ihren Peinigern aus dem Weg zu gehen, und von der Entwicklung, die einsetzt, sobald sich ihr mit dem Lesen die Welt öffnet. Erst da beginnt sie die Enge zu begreifen, in der sie lebt, und die Unterdrückung der Frauen in dieser patriarchalischen Gesellschaft. Sie beginnt sich Gedanken um ihr Miroloi zu machen, ihr Totenlied, die Geschichte ihres Lebens. Und sie lehnt sich auf gegen die engen Strukturen auf der Insel, sehnt sich nach der Freiheit, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Es ist die Geschichte einer Emanzipation, wie sie auch an jedem anderen Ort und zu einer anderen Zeit spielen könnte. Es ist kein einfaches Buch, es wühlt Emotionen auf, oft las ich wütend über die Ausgrenzung, die an dieser jungen Frau ungehindert zeit ihres Lebens stattfand. Die Rezension zu dieser Geschichte ist mir überhaupt nicht leicht gefallen, zu sperrig empfinde ich das Buch selbst. Und dennoch möchte ich es gerne weiter empfehlen, weil es aufrüttelt und zum Nachdenken anregt. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

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