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Produktbild: Scherbentanz

Scherbentanz

Aus der Reihe detebe
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Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Gesprochen von

Florens Schmidt

Spieldauer

4 Stunden und 55 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

28.10.2020

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

93

Verlag

Diogenes Verlag

Sprache

Deutsch

EAN

9783257693676

Beschreibung

Rezension

»Chris Kraus ist ein besessener Erzähler.«

Produktdetails

Family Sharing

Ja

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Gesprochen von

Florens Schmidt

Spieldauer

4 Stunden und 55 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

28.10.2020

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

93

Verlag

Diogenes Verlag

Sprache

Deutsch

EAN

9783257693676

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  • https://lieslos.blog/

    5/5

    21.12.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Familienroman der Extraklasse!

    Wir lernen in diesem Roman die nach außen hin erfolgreiche und durchaus präsentable Unternehmerfamilie Solm kennen, die vom dominanten Vater Gebhard gelenkt und geführt wird. Wenn man jedoch einen Blick hinter die ansehnlichen Kulissen wirft, ahnt man sehr schnell, dass da nicht alles Gold ist, was glänzt. Da wird geschwiegen, tabuisiert, verheimlicht und gelogen. Viele Geheimnisse werden unter dem Deckmäntelchen der Harmonie, des Schönen und des Guten verborgen gehalten. Beim genauen Hinschauen erkennt man eine zerrüttete Familie mit einer komplizierten Geschichte. Der 33-jährige flippige, unkonventionelle und leider nicht besonders erfolgreiche Modedesigner Jesko, gelernter Schneider, hat das alles längst satt. Er hat sich von dem einengenden Korsett befreit und geht andere und eigene Wege. Die unterschiedlichen Haltungen und Einstellungen von Vater und Sohn machen ein einvernehmliches Zusammenleben kaum möglich. Jeskos Angewohnheit, Röcke zu tragen, könnte man durchaus als äußeres Zeichen seiner Rebellion interpretieren. Tja, und nun braucht Jesko einen Knochenmarkspender, denn er ist an Leukämie erkrankt. Seine leibliche, psychisch kranke und geistig verwirrte Mutter Käthe käme dafür in Betracht, aber diese Möglichkeit lehnt Jesko aus gutem Grund ab. Nicht umsonst hat er bereits vor vielen Jahren den Kontakt zu ihr abgebrochen. Im weiteren Verlauf lernen wir Jesko und seine etwas besondere Familie und deren Geheimnisse und jahrelang tabuisierten Geschichten und Verhältnisse bis in die Großelterngeneration hinein kennen. Der 1963 in Göttingen geborene Chris Kraus hat mit „Scherbentanz“ einen besonderen, äußerst tiefgründigen, ernsthaften und tragischen Roman entwickelt, der aber nicht schwer und belastend, sondern gut lesbar, erfrischend, lebendig und unterhaltsam daherkommt. Der Autor schreibt bildhaft und pointiert, einfühlsam, berührend und oft zynisch und würzt das Ganze mit einer guten Prise Humor. Er hat mit „Scherbentanz“ eine ganz außergewöhnliche und brillante, teils bitterböse, aber auch humorvolle Familiengeschichte geschrieben, in der er die Vielschichtigkeit und Konflikthaftigkeit von zwischenmenschlichen Beziehungen ganz hervorragend herausgearbeitet hat. Ich empfehle diesen flott erzählten Generationenroman mit dem abgeklärt wirkenden und zynisch-ironisch kommentierenden Ich-Erzähler Jesko, einem nachdenklichen jungen Mann, der sich zwischen sarkastischem, bösem und liebevollem Auftreten bewegt, sehr gerne weiter! „Scherbentanz“ ist ein tragikomischer Pageturner der Extraklasse. Ich habe so ein Buch ehrlich gesagt noch nie gelesen. Chapeau!

  • Bewertung

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    21.12.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Im Angesicht des Todes...

    Jesko ist ein Freak, ein junger Modedesigner, der gerne Röcke trägt. Gesellschaftlichen Normen und Zwängen beugt er sich nicht – schließlich hat er Leukämie und nicht mehr lange zu leben. Unter einem Vorwand wird Jesko in die großbürgerliche Villa seiner Familie gelockt. Seine Mutter käme als Knochenmarkspenderin in Betracht. Doch Jesko verweigert sich ihrer Hilfe. Denn einst hat diese Frau ihm und seinem Bruder Furchtbares angetan. Wer das Thema Krankheit, Tod und Trauer scheut - der kann bei diesem Roman gerne zugreifen. Meine Befürchtungen angesichts des Klappentextes haben sich nicht bewahrheitet, sondern ganz im Gegenteil: hier darf herzhaft gelacht werden. Auch. Denn manchmal bleibt einem das Lachen schon ein wenig im Halse stecken, was aber mehr an den Ungeheuerlichkeiten liegt, mit denen der Leser hier konfrontiert wird, als an einem abschiedlichen Leben…   Ein Sommer kann sehr kurz sein. Dann kommt ein bisschen Herbst, und im Handumdrehen liegt Laub auf den Friedhöfen. (S. 32)   Jesko ist todkrank, ja, aber außerdem und vor allem ist er ein Zyniker, der das Leben dadurch versucht erträglich zu gestalten, indem er stets ein Buch des altrömischen Philosophen Seneca bei sich trägt - zu dem er aber, wie sich später herausstellt, ebenfalls eine zynische Einstellung pflegt. Wie überlebenswichtig der Zynismus für Jesko ist, stellt der Leser rasch fest, als er dessen Familie kennenlernt: Vater, Mutter, Stiefmutter, Stiefgeschwister und Bruder samt Freundin. Ausreichend Stoff, der manch anderen in die Verzweiflung getrieben hätte, doch Jesko hat seinen eigenen Weg gefunden, mit den Widrigkeiten des Lebens im Allgemeinen und der Familie im Besonderen umzugehen. Die Zement-Dynastie hat Jesko nie gereizt, die aalglatten Verlogenheiten der High-Society ebenso wenig. Sein Bruder dagegen folgt dem Vater nach, wird das Zementwerk Solm dereinst übernehmen, und hält sich auch an die gesellschaftlichen Gepflogenheiten der Upperclass. Jesko dagegen ist eher das schwarze Schaf der Familie, interessiert sich für Mode, trägt Röcke statt Hosen und sagt recht unverblümt was er denkt. Doch der Vater will den nahenden Tod seines Sohnes nicht einfach hinnehmen und greift daher nach jedwelchem Rettungsanker. Dafür wurde Jeskos Mutter ausfindig gemacht, die seit Jahrzehnten von der Bildfläche verschwunden war. Obdachlos, Alkoholikerin, psychisch krank - für die ach so ehrenwerte Familie Solm definitiv kein Vorzeigekandidat. Und so verbannt der Vater seine Ex-Frau in das ‘Tantenhaus’, ein kleines Häuschen am See - und Jesko gleich noch dazu. Jesko behagt diese Vorstellung gar nicht. Er mag sich nicht um seine Mutter kümmern, die ihn und seinen Bruder nicht nur im Stich gelassen, sondern als Kinder fast umgebracht hätte. Würde er ihre Dieste als Knochenmarkspenderin tatsächlich in Anspruch nehmen? Wohl kaum. Doch Jesko richtet sich ein in dem Sommer in seinem Elternhaus, schläft in den warmen Nächten auf der Veranda, kämpft gegen eine Mäuseplage und stellt sich auf seine zynische Art seinen Erinnerungen wie auch aktuellen Ereignissen, die einige Familiengeheimnisse zu Tage bringen, die manch einer wohl lieber im Verborgenen gehalten hätte. Was für eine Familie! Es ist nicht zu viel gesagt, dass einem Jeskos Mutter im Verlauf der Erzählung fast noch als die zugänglichste und normalste Person erscheint.   Und das Leben glich den Kondensstreifen am Himmel, die in alle Richtungen verblassten. (S. 223)   Diese eigenwillige Familiengeschichte wird in einer verknappten Sprache erzählt, aufs Wesentliche reduziert, dabei aber hinter dem Zynismus voller Emotionen im Hintergrund. Melancholisch aber leicht - große Kunst. Mir hat der Roman sehr gut gefallen, allerdings bleiben am Ende einige angerissenen Themen bzw. Fragen offen, was mich doch etwas störte. Deshalb gibt es von mir hier nicht die volle Punktzahl. Aber empfehlen kann ich den Roman dennoch - für jeden, der gerne einmal etwas ganz anderes lesen möchte.   © Parden

  • claudi-1963

    aus Schwaben

    3/5

    22.12.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Leben heißt manchmal jeden Tag zu kämpfen

    "Was auch immer für ein Ende mir das Schicksal bestimmt hat, ich werde es ertragen." (Lucius Annaeus Seneca) Der junge Modedesigner Jesko, der ein Faible für Röcke hat, ist an Leukämie erkrankt und braucht dringend einen Knochenmarkspender. Die letzte Möglichkeit scheint seine psychisch kranke Mutter zu sein, auf die er in der elterlichen Villa trifft, wo man ihn heimlich unter einem Vorwand angelockt hat. Doch Jesko weigert sich erst mal, die Mutter als Spenderin anzunehmen. Viel zu präsent sind in ihm noch die Erinnerung an seine Kindheit und das, was er und sein Bruder mit seiner Mutter erleben mussten. Doch hat Jesko überhaupt eine andere Wahl, wenn er nicht sterben möchte? --- Meine Meinung: Das Cover fand ich schon ein wenig eigenwillig, ich konnte erst etwas damit anfangen, als ich in die Geschichte eingetaucht bin und erfuhr, das Jesko dieses Faible für Röcke hat. Der Schreibstil ist gut, jedoch empfand ich ihn sehr oberflächlich. Leider wird mir viel zu wenig in die Vergangenheit der Familie und selbst in die des Familienoberhaupts eingegangen. Der Autor beschreibt zwar sprachgewaltig die Familie, die eigentlich schon lange keine Familie mehr ist. Sodass selbst ich als Leser nach und nach mitbekomme, was in dieser Familie schiefgelaufen ist. Zwar werden manche Aussagen nur oberflächlich und größtenteils durch die Blume angedeutet. Was das Lesen der Geschichte nicht gerade einfacher für mich macht. Alle Mitglieder der Familie haben für mich im Grunde ihre ganz eigene Problematik, die sie mit sich herumschleppen. Kein Wunder bei dem, was jeder Einzelne erleben musste. Jesko scheint das schwarze Schaf der Familie zu sein, weshalb er schon recht früh weggegangen ist. Seinen großen Halt findet er in einem blauen Buch von Seneca, das er immer bei sich trägt. Dass man Jesko zu seiner kranken Mutter ins ehemalige Haus der Tanten einquartiert, statt ihn zu sich in die Villa zu nehmen, hat mich ebenfalls ein bisschen verwirrt. Scheint es daran zu liegen, das sie an ihm hängen und sie Jesko helfen möchten? Oder will man ihn nicht zu nahe bei sich haben? Dass er dazu noch als Kranker das komplette Haus putzen muss, fand ich schon recht schräg und ungerecht. Dass er überhaupt an so ein zu Hause zurückkehrt, war für mich unverständlich. Doch vielleicht war es wirklich nur aus Verzweiflung, weil er sich Hilfe von seiner Familie erhofft hat. Doch irgendwie scheint dieses zu Hause wieder seine Erinnerungen an früher zu wecken. Seine Probleme, die er zu Anfang mit Ansgars Freundin Simone hat, konnte ich ebenfalls nicht ganz nachvollziehen, war es aus Eifersucht? Immer stärker wird mir die Unterschiedlichkeit der Brüder klar. Während Jesko doch mehr von seiner Mutter hat, scheint Ansgar dem Vater total hörig zu sein. Doch Jesko scheint nach 20 Jahren Trennung von seiner Mutter zum ersten Mal klar zu sein, das die Probleme von ihr eigenen Ursachen hat. Nie wurde über bestimmte Vorkommnisse gesprochen. Selbst heute noch lässt der patriarchische Vater sich nicht in alle Karten blicken. Für mich war es ein erschreckendes, frustrierendes Familienbild, das hier der Autor beschreibt. So ganz klar bin ich am Ende trotz allem nicht geworden, was der Autor mir damit wirklich sagen wollte. Den ich glaube oder hoffe nicht, dass es so eine chaotische Familie wirklich gibt. Der schwarze Humor dagegen stimmte mich eher traurig, als das ich lachen konnte. Mir wäre es lieber gewesen, er hätte manche Szenen deutlicher und detaillierter dargestellt. So jedoch blieben bei mir nach dem Buch viel zu viele Fragen unbeantwortet. Ich hatte da doch mehr erwartet anhand des Klappentextes deshalb von mir nur 3 von 5 Sterne.

  • claudi

    aus Stuttgart

    3/5

    22.12.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    "Was auch immer für ein Ende…

    "Was auch immer für ein Ende mir das Schicksal bestimmt hat, ich werde es ertragen." (Lucius Annaeus Seneca) Der junge Modedesigner Jesko, der ein Faible für Röcke hat, ist an Leukämie erkrankt und braucht dringend einen Knochenmarkspender. Die letzte Möglichkeit scheint seine psychisch kranke Mutter zu sein, auf die er in der elterlichen Villa trifft, wo man ihn heimlich unter einem Vorwand angelockt hat. Doch Jesko weigert sich erst mal, die Mutter als Spenderin anzunehmen. Viel zu präsent sind in ihm noch die Erinnerung an seine Kindheit und das, was er und sein Bruder mit seiner Mutter erleben mussten. Doch hat Jesko überhaupt eine andere Wahl, wenn er nicht sterben möchte? Meine Meinung: Das Cover fand ich schon ein wenig eigenwillig, ich konnte erst etwas damit anfangen, als ich in die Geschichte eingetaucht bin und erfuhr, das Jesko dieses Faible für Röcke hat. Der Schreibstil ist gut, jedoch empfand ich ihn sehr oberflächlich. Leider wird mir viel zu wenig in die Vergangenheit der Familie und selbst in die des Familienoberhaupts eingegangen. Der Autor beschreibt zwar sprachgewaltig die Familie, die eigentlich schon lange keine Familie mehr ist. Sodass selbst ich als Leser nach und nach mitbekomme, was in dieser Familie schiefgelaufen ist. Zwar werden manche Aussagen nur oberflächlich und größtenteils durch die Blume angedeutet. Was das Lesen der Geschichte nicht gerade einfacher für mich macht. Alle Mitglieder der Familie haben für mich im Grunde ihre ganz eigene Problematik, die sie mit sich herumschleppen. Kein Wunder bei dem, was jeder Einzelne erleben musste. Jesko scheint das schwarze Schaf der Familie zu sein, weshalb er schon recht früh weggegangen ist. Seinen großen Halt findet er in einem blauen Buch von Seneca, das er immer bei sich trägt. Dass man Jesko zu seiner kranken Mutter ins ehemalige Haus der Tanten einquartiert, statt ihn zu sich in die Villa zu nehmen, hat mich ebenfalls ein bisschen verwirrt. Scheint es daran zu liegen, das sie an ihm hängen und sie Jesko helfen möchten? Oder will man ihn nicht zu nahe bei sich haben? Dass er dazu noch als Kranker das komplette Haus putzen muss, fand ich schon recht schräg und ungerecht. Dass er überhaupt an so ein zu Hause zurückkehrt, war für mich unverständlich. Doch vielleicht war es wirklich nur aus Verzweiflung, weil er sich Hilfe von seiner Familie erhofft hat. Doch irgendwie scheint dieses zu Hause wieder seine Erinnerungen an früher zu wecken. Seine Probleme, die er zu Anfang mit Ansgars Freundin Simone hat, konnte ich ebenfalls nicht ganz nachvollziehen, war es aus Eifersucht? Immer stärker wird mir die Unterschiedlichkeit der Brüder klar. Während Jesko doch mehr von seiner Mutter hat, scheint Ansgar dem Vater total hörig zu sein. Doch Jesko scheint nach 20 Jahren Trennung von seiner Mutter zum ersten Mal klar zu sein, das die Probleme von ihr eigenen Ursachen hat. Nie wurde über bestimmte Vorkommnisse gesprochen. Selbst heute noch lässt der patriarchische Vater sich nicht in alle Karten blicken. Für mich war es ein erschreckendes, frustrierendes Familienbild, das hier der Autor beschreibt. So ganz klar bin ich am Ende trotz allem nicht geworden, was der Autor mir damit wirklich sagen wollte. Den ich glaube oder hoffe nicht, dass es so eine chaotische Familie wirklich gibt. Der schwarze Humor dagegen stimmte mich eher traurig, als das ich lachen konnte. Mir wäre es lieber gewesen, er hätte manche Szenen deutlicher und detaillierter dargestellt. So jedoch blieben bei mir nach dem Buch viel zu viele Fragen unbeantwortet. Ich hatte da doch mehr erwartet anhand des Klappentextes deshalb von mir nur 3 von 5 Sterne.

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