Produktbild: Greetja

Greetja

Aus der Reihe Das Schwarze Auge
1

19,90 €

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

03.09.2020

Verlag

FanPro

Seitenzahl

509

Maße (L/B/H)

21,3/14,4/4,6 cm

Gewicht

750 g

Farbe

Anthrazit / Messing

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-946502-63-0

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

03.09.2020

Verlag

FanPro

Seitenzahl

509

Maße (L/B/H)

21,3/14,4/4,6 cm

Gewicht

750 g

Farbe

Anthrazit / Messing

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-946502-63-0

Herstelleradresse

Fanpro
Naabstraße 23
40699 Erkrath
DE

Email: fuchs@fanpro.com

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  • Bewertung

    4/5

    20.08.2026

    Buch (Taschenbuch)

    "Zwischen Elf und Hexe" – vom Finden des eigenen Wegs

    Ein Buch, das mit leisen Tönen beginnt und dennoch sogleich jene magische Sogkraft entfaltet, die man von großer Erzählkunst kennt: Da sitzt ein Mädchen im Abendlicht, wartet auf seine Kröte und auf einen Besucher, der ihm das Lachen bringen soll – und schon ist man drin in einer Welt, die vertraut fremd ist. Ina Kramer erzählt die Lebensgeschichte der Halbelfe Greetja mit einer Geduld und Genauigkeit, die an große Biografien erinnert, doch ohne deren Breite. Sie rafft, wo es nötig ist, und weitet aus, wo es berührt. Das ist keine atemlose Fantasy, sondern eine charaktergetragene Meditation über Zugehörigkeit, über die Frage, wer man ist, wenn man nirgends ganz dazugehört. Die Handlung erstreckt sich über sechs Jahrzehnte – von der verlassenen Waldhütte über die Lehrjahre bei der ebenso faszinierenden wie unberechenbaren Hexe Berenissa bis hin zu den stillen Jahren der reifen Frau, die längst gelernt hat, ihre Kräfte zu kennen. Kramer gelingt es, aus diesem langen Bogen keine epische Wucht, sondern eine sanfte, fast kontemplative Spannung zu entwickeln. Man möchte Greetja begleiten, weil sie eine der glaubwürdigsten Fantasy-Protagonistinnen der letzten Jahre ist: verletzlich, zornig, treu, zweifelnd – und niemals heldenhaft im lauten Sinne. Was das Buch auszeichnet, ist seine stille Weisheit. Es handelt von Trauer und Schuld, von Rassismus gegen Elfen und Hexen, von der Grausamkeit der Mächtigen und der Wärme kleiner Freundschaften. Und doch wird nie belehrt. Kramer zeigt, statt zu predigen. Die Welt Aventurien ist kein Kulissenpanorama, sondern atmender Lebensraum – man riecht den Wald, man spürt die Kälte des Wassers, man fürchtet die Praiospriester, als stünde man selbst vor dem Scheiterhaufen. Dass die Autorin dieses Universum aus dem Rollenspiel „Das Schwarze Auge“ kennt, merkt man jeder Seite an, aber sie macht es zugänglich, ohne zu erklären. Besonders berührt hat mich eine Szene von fast filmischer Stille, in der Greetja am Rande eines tiefen Abgrunds steht – nicht im wörtlichen, aber im seelischen Sinne. Da tritt jemand zu ihr, ohne großen Gestus, ohne laute Worte, und erinnert sie daran, dass Trauer nicht das Ende sein muss. Es ist ein stilles, aber umso wirkungsvolleres Zeichen für die Kraft, die in diesem Roman steckt – und zeigt, wie Kramer Spannung nicht durch laute Action erzeugt, sondern durch emotionale Präzision. Auch sprachlich ist der Roman eine Freude. Kramers Sätze sind klar, manchmal fast nüchtern, aber nie kalt. Sie schreibt mit einer Ruhe, die Vertrauen schafft, und mit einem feinen Gespür für Melancholie, die niemals ins Sentimentale kippt. Ich habe das Buch sehr flüssig lesen können – es trägt einen, ohne anzustrengen, und unterhält auf eine Weise, die einen nachdenklich zurücklässt. Eine Verfilmung? Unbedingt – aber als atmosphärische Miniserie, sechs bis acht Folgen, im Stil skandinavischer Fantasy-Dramen. Realistisch umgesetzt, mit viel Wert auf Landschaft und Licht. Ein Kinofilm wäre zu kurz, eine Animation würde die Erdung der Geschichte verlieren. Man müsste einige Nebenstränge kürzen, aber der Kern – Greetjas Weg – trägt auch ohne Effekte. Meine Bewertung lautet: 4 von 5 Sternen, weil... Der Roman überzeugt durch seine tiefe Charakterzeichnung, die stimmige Welt und die emotionale Dichte. Er verzichtet auf übliche Fantasy-Klischees und erzählt stattdessen eine reife, leise Geschichte über Liebe, Verlust und Identität. Einen Stern Abzug gibt es für das gelegentlich etwas zu gleichmäßige Tempo – manche Passagen hätten mehr äußere Spannung vertragen, und die Handlung verliert in der Mitte kurzzeitig an Fahrt. Dennoch: Ein Buch, das bleibt. Und eines, das ich jeder empfehlen würde, die Fantasy nicht als Flucht, sondern als Spiegel verstehen möchte.

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