Jason Tray ist ein erfolgreicher Karikaturist, der von seinem Agenten für ein paar Tage in eine Hütte am See verbannt wurde, um Ruhe zu finden.
Als er eines Nachts mit ein paar Einheimischen in einer Kneipe rumhängt, bieten sie ihm an »Blister zu sehen«. Ohne zu ahnen, wovon sie reden, nimmt Jason ihr Angebot an.
Und so späht er kurz darauf durch das Fenster eines Schuppens auf das Albtraumhafteste, was er jemals gesehen hat: Blister ist eine fürchterlich entstellte junge Frau, die sich vor der Welt versteckt. Am nächsten Morgen bedauert Jason sein Verhalten. Er muss sich bei der Frau entschuldigen …
Doch diese kleine Stadt hat ihre Geheimnisse und Bewohner, die vor nichts zurückschrecken, um sie zu hüten.
Eine Geschichte voller menschlicher Monster.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Susi Aly
5/5
10.02.2021
Buch (Taschenbuch)
“Blister” ist so unglaublich großartig, erschütternd, wunderschön, grausam und verstörend zugleich
Endlich ein neues Werk von Jeff Strand. “Der Zyklop” hat mich ja schon richtig begeistert, aber dieses Werk toppt es nochmal um Längen.
Sein Schreibstil ist absolut mitreißend, herrlich sarkastisch und voller Spannungselemente.
Das Herzstück dieses Thrillers ist definitiv Jason. Denn er spricht direkt zum Leser und erzählt ihm seine Geschichte, wodurch wir ausschließlich seine Perspektive erfahren.
Jason ist einfach ein herrlicher Charakter. Selten hatte ich so viel Spaß einen Menschen zu begleiten, wie bei ihm.
Er ist herrlich authentisch, tritt gerne mal ins Fettnäpfchen. Aber richtig genial ist sein Humor. Er trieft nur so vor Sarkasmus und das in sehr trockener Art und Weise. Die Dialoge, einfach zum niederknien. Ich war ständig am abfeiern.
Auch wenn die Situation noch so brenzlig ist, er hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen.
Im krassen Gegensatz dazu, haben wir “Blister” ,das Monster.
Doch was bedeutet Monster?
Das, was wir sehen oder viel mehr, dass was vor uns verborgen wird und für viel mehr Leid, Angst und Qual sorgt.
Ich mochte Rachel sofort.
Sie ist verdammt zur Einsamkeit.
Eine Welle des Schmerzes hat mich ergriffen, als ich das Ausmaß begriff. Man kann es sich vorstellen, was es für einen Menschen für sie bedeutet. Nicht mal ansatzweise.
Doch die wichtigere Frage ist doch, was dieser Zustand mit ihr selbst macht.
Und dann haben wir diese kleine Ortschaft, in der sie eingeschlossen ist.
Ein Ort , mit vielen Geheimnissen, die auf keinen Fall ans Licht kommen dürfen.
Düster, bedrohlich, verstörend.
Und trotzdem machen die Nebencharaktere diese Story so unheimlich gut.
Denn diese Menschen sind keinesfalls perfekt. Meistens nicht mal bedrohlich. Die Umstände machen es bedrohlich und so ausweglos. Viel mehr entdeckt man hier viel Unsicherheit, die alles in eine tiefe Abwärtsspirale münden lässt.
Über verschlungene Pfade hat jeder mit allem zutun, aber zugleich anders, als man sich das vorstellt.
Verhängnisvolle Situationen, die mitten im Chaos enden. Eine Kettenreaktion die sich immer weiter fortführt und so viel Tragik mit sich reißt.
Auf verquere Art und Weise konnte ich ihr Handeln nachvollziehen und verstehen. Ja, es ist menschlich, aber zugleich auch grausam und erschütternd. Jeff Strand zeichnet hier in keinster Weise ein Bild der puren Bösartigkeit. Viel mehr macht gerade diese Zusammengehörigkeit zu schaffen und sorgt einfach für ein mulmiges Gefühl in der Magengegend.
Was keineswegs heißt, dass nicht auch das Böse hier zu finden ist. Denn das ist es durchaus.
Bereits am Anfang des Buches ,zeichnet er ein sehr klares Bild dessen, was sein könnte.
Aber wenn man hier als Außenstehender hinzukommt und direkt die Finger auf die blutende Wunde legt, ist das quasi wie ein rotes Tuch.
Ich habe diese Story sofort geliebt. Denn der Autor erzählt sie mit einer Leichtigkeit, das einem schwindelt.
Jason ist so erfrischend anders und passt so perfekt rein.
Die Hintergründe um Rachel haben mich erschüttert und zugleich tief bewegt. Denn hier geht es in erster Linie um den Beschützerinstinkt, der immer wieder erwacht.
Das Verbrechen, diese ganze Ungerechtigkeit, das ganze Ausmaß dessen ,ist absolut grauenvoll und verheerend.
Aber noch viel schlimmer ist, wie es in den Köpfen der Menschen zugeht.
Wie gestört und provokativ man sein kann.
Denn die wahren Monster verstecken sich nicht.
Die wahren Monster lachen dir ins Gesicht und rammen dir ein Messer mitten in die Brust, wenn du es nicht erwartest.
Jeff Strand hat eine unverwechselbare Art, genau das knallhart auf den Punkt zu bringen.
Das mag weh tun ,aber es ist unverfälscht und echt und genau deswegen sticht dieses Werk so heraus.
Ich hab dieses Buch in einem Zug inhaliert und bin einfach komplett hin und weg.
Es ist wunderschön und grausam zugleich.
Eine Geschichte ,die einfach zeigt, das Menschlichkeit nichts wert ist, wenn man nichts mehr zu verlieren hat.
Dramatisch, mit Wendungen bestückt, die mich absolut überrumpelt und sprachlos gemacht haben. Denn dadurch bekam das Ganze nochmal eine völlig neue Bedeutung.
Eine Story die definitiv zum nachdenken anregt, weh tut und einfach so unglaublich großartig ist, dass ich sie jedem in die Hand drücken möchte.
Definitiv ein Highlight.
Ich muss dringend den nächsten Jeff Strand lesen
Fazit:
“Blister” ist so unglaublich großartig, erschütternd, wunderschön, grausam und verstörend zugleich.
Ein Cartoonist, der mich mit seinem triefenden Sarkasmus absolut begeistert hat und mich mit seinem Feingefühl absolut überwältigt hat.
Eine Geschichte, die zeigt, dass es leicht ist, für ein Monster gehalten zu werden.
Aber verdammt schwer, die wahren Monster zu entdecken und zu entlarven.
Und dazwischen zart geflochtene Emotionen, die sehr intensiv sind und verdammt nochmal unter die Haut gehen.
Ein begnadeter Autor, der wieder ein absolutes Meisterwerk abgeliefert hat.
Weinlachgummi
5/5
20.12.2020
Buch (Taschenbuch)
....
Wer hat Lust auf einen gefühlvollen Thriller mit Horrorelementen und speziellen Humor?
Jason ist ein erfolgreicher Karikaturist mit zweifelhaftem Humor, seinem Agenten macht er das Leben schwer, sodass dieser ihn in seine Ferienhütte schickt. Da kann Jason sich entspannend und was soll er schon anstellen, so auf dem Land. Tja, wie sich zeigen wird ziemlich viel.
Jede Gemeinde hat ihre Geheimnisse und manche sollten für immer begraben bleiben. Als Jason sich mit Blister anfreundet, weckt er schlafende Hunde und bringt nicht nur sich selbst in Gefahr.
Blister ist eine überraschend facettenreicher Roman. Mich hat die Geschichte immer wieder überrascht. Zunächst angefangen bei dem schwarzen Humor des Autors, der genau meinen Geschmack getroffen hat. Schon nach den ersten Seiten wusste ich, das wird gut. Auch hat er es vorzüglich geschafft eine permanente Spannung einzubauen, man wartet gespannt darauf, was passieren wird und will nicht mehr mit dem Lesen aufhören.
Dann die Charaktere, ich mochte Rachel und ihren bissigen Humor total gerne. Und auch Jason war mir sympathisch, er ist durchaus reflektiert und überlegt, entscheidet sich dann aber bewusst nicht immer für die klügste Variante. Die beiden sind gut gezeichnet und bleiben nicht so blass, wie man es öfters im Horror / Thriller Bereich erlebt.
Wobei Blister ein gelungener Genremix ist, so verbindet der Autor Horro- und Thrillerelemente mit einer Lovestory. Aber keine Angst, es wird nicht zu schnulzig. Das Buch hält in alle Richtungen gut die Woge, so wird es weder zu kitschig noch zu eklig oder blutig. Diese Mischung hat mich positiv überrascht, da ich so eine Geschichte hier nicht erwartet hätte.
Blister wird bestimmt nicht mein letztes Buch von Jeff Strand bleiben. Mit diesem Werk hat er mich von sich überzeugt.
Fazit:
Ein Facettenreicher Genremix.
Horror- und Thrillerelemente treffen auf eine ungewöhnliche Liebesgeschichte.
Mein Highlight war der Humor, sarkastisch, bissig und schwarz, muss man abkönnen, ich fand ihn genial.
Mit seinen authentischen Charakteren und der spannungsgeladenen Atmosphäre kommt Blister ohne viel Blutvergießen, ekel sowie auch Kitsch aus.
Emma´s Bookhouse
aus Berlin
5/5
10.12.2020
Buch (Taschenbuch)
Was für eine Geschichte
Blister – Jeff Strand
Verlag: Festa
Kategorie: Horror/Thriller
ISBN: 978-3-86552-874-2
Erscheinungsdatum: 28. Oktober 2020
Genre: Thriller
Seiten: 304
Inhalt:
Jason Tray ist ein erfolgreicher Karikaturist, der von seinem Agenten für ein paar Tage in eine Hütte am See verbannt wurde, um Ruhe zu finden. Als er eines Nachts mit ein paar Einheimischen in einer Kneipe rumhängt, bieten sie ihm an »Blister zu sehen«. Ohne zu ahnen, wovon sie reden, nimmt Jason ihr Angebot an. Und so späht er kurz darauf durch das Fenster eines Schuppens auf das Albtraumhafteste, was er jemals gesehen hat: Blister ist eine fürchterlich entstellte junge Frau, die sich vor der Welt versteckt. Am nächsten Morgen bedauert Jason sein Verhalten. Er muss sich bei der Frau entschuldigen … Doch diese kleine Stadt hat ihre Geheimnisse und Bewohner, die vor nichts zurückschrecken, um sie zu hüten. Eine Geschichte voller menschlicher Monster.
Zum Cover:
Das Cover ist richtig gut geworden und passt sehr gut zur Geschichte. Auf dem Cover ist Blister zu sehen und sie wurde wirklich gut getroffen. Die Farben, die hier gewählt wurden, gefallen mir auch sehr gut.
Zum Buch:
Jason Tray ist ein Cartoonist und ein sehr erfolgreicher noch dazu. Als Kids seinen Hund ärgern, lässt er sich einen Streich einfallen, der ein wenig schief geht und sein Agent ihn deshalb erst einmal aus de Stadt haben will. Jason fährt also zur Hütte und trifft dort auf zwei Jugendliche, die ihm Blister zeigen.
Er reagiert über und fühlt sich daraufhin so schlecht, dass er sich entschuldigen will, doch so einfach wie er es sich dachte wird es dann doch nicht.
Ich mag es wie Jeff Strand schreibt, es ist spannend und gefühlvoll und seine Charaktere haben immer einen lockeren Spruch auf den Lippen.
Diese Geschichte ist ein wenig skurril und trotzdem so voller Liebe, das man die Geschichte einfach mögen muss.
Die Charaktere können unterschiedlicher nicht sein, Jason macht eigentlich immer was er will, er lässt sich nicht gern etwas sagen und handelt dementsprechend.
Rachel hat einen schweren Schicksalsschlag erlitten und trotzdem nicht aufgegeben, sie ist eine starke und mutige junge Frau. Ich mochte sie in der Geschichte wirklich gern.
Ein Geheimnis in einer Kleinstadt, eigentlich nichts neues und doch ist die Geschichte total spannend. Eine Geschichte, die ein paar Überraschungen bereithält, mit denen ich so nicht gerechnet hatte.
Was geschieht zwischen Rachel und Jason, nachdem er sich entschuldigt hat? Ist es damit getan oder nicht?
Wie lange bleibt ein Geheimnis ein Geheimnis? Was wenn Außenstehende davon erfahren und wie wird dann weiter verfahren, alles Fragen die hier in dieser Geschichte aufgekommen sind und doch wurden alle beantwortet, genau so muss das sein.
Am meisten regte mich in dieser Stadt auf, dasS alle Rachel nur Blister nannten, warum ist der Mensch so? Wie grausam Menschen sein können, will mir nicht in den Kopf, denn sind wir mal ehrlich, das Erleben wir doch jeden Tag.
Aber genug, lange Rede, kurzer Sinn, ihr müsst das Buch unbedingt lesen. Die Geschichte gehört verbreitet.
Ich gebe hier 5 von 5 Sternen und muss unbedingt noch mehr von Jeff Strand lesen.
Nancy F.
aus Königswinter
5/5
06.12.2020
Buch (Taschenbuch)
Jahreshighlight
#Rezension
#Blister
#JeffStrand
Wow! Wo fange ich nur an? Ähm, also… ich habe bisher kein Buch aus der Feder von Jeff Strand gelesen und das ist wohl echt ein riesiger Fehler von mir gewesen!
Das Cover von „Blister“ hat mich sehr schnell angesprochen, etwas abgeschreckt, aber doch nicht losgelassen. Ich hatte ehrlich gesagt die Vermutung, dass es für mich zu viel Horror sein könnte. Aber weit gefehlt! Dieses Buch ist einfach der Hammer! Ein Thriller, der mich vollends überzeugt konnte (und Horror steht hier einfach nur für die Wesenszüge mancher Charaktere).
Also, worum geht es? Der erfolgreiche Cartoonist Jason Tray wird aufgrund eines „Vorfalls“, den ihr unbedingt selber lesen solltet – ich habe so gelacht! – von seinem Agenten in dessen Waldhütte verbannt. Dort soll er bleiben, bis Gras über die Sache gewachsen ist. Anfangs findet Jason daran auch Gefallen, aber bald wird ihm langweilig und so landet er in der Kneipe dieses kleinen hinterwäldlerischen Orts und wird von zwei jungen Männern zur „Dorfattraktion“ geschleppt, zu Blister. Blister ist eine junge, grausam entstellte Frau, die abseits vom Dorf in einem Schuppen lebt. Jason ist von ihrem Anblick geschockt und rennt einfach davon. Ganz zur Freude von den beiden jungen Typen, die ihn dorthin geschleppt haben. Am nächsten Tag ist Jason, der von Blister gesehen wurde, das Ganze unendlich peinlich und er schämt sich. Deswegen macht er sich erneut auf den Weg zu ihr, um sich zu entschuldigen und so nehmen die Dinge ihren Lauf.
Mehr kann ich absolut nicht verraten, denn die Geschichte lebt von ihren Wendungen und Enthüllungen UND natürlich von den beiden Protagonisten Jason und Rachel (alias Blister). Jason Tray erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive und ist dabei eine so wundervolle normale, aber gleichzeitig auch charakterstarke Persönlichkeit, dass ich ihn direkt ins Herz geschlossen habe. Aber auch Rachel, die man nach und nach immer besser kennenlernt, ist eine tolle, vielschichtige Figur - mit herrlich schwarzem Humor!
Jeff Strand hat einen so grandios lockeren Schreibstil an den Tag gelegt, dass ich wirklich kaum aufhören konnte zu lesen. Ganz besonders gefiel mir der Humor! Beispiel gefällig? Bitteschön!
„Da ich nicht allzu viel von Physik verstehe, könnte ich wissenschaftlich falschliegen, wenn ich sage, dass Rachel und ich uns gemäß Einsteins Relativitätstheorie ungefähr 97 Stunden lang anstarrten.“ Beginn Kapitel 22
Das Buch besticht aber am allerallermeisten durch die Botschaft, die es vermittelt. Genau genommen, vermittelt es viele Botschaften. Die Hauptaussage ist jedoch sehr gesellschaftskritisch. Hier passiert aber nichts mit erhobenem Zeigefinger. Auch diese wirklich weitreichende Kritik an unserer Gesellschaft ist so toll eingearbeitet, dass sie einfach ankommt ohne „zu nerven“. Ich hoffe, ihr versteht, was ich sagen möchte.
Also mein Fazit: Lest dieses Buch! Für mich ist es ein absolutes Jahreshighlight! Eine herrlich abgedrehte Geschichte mit tollen Figuren, vorangetrieben durch einen so charmanten Schreibstil, wie ich ihn bisher selten erlebt habe.
Ich werde mir die weiteren Werke von Jeff Strand definitiv anschaffen.
Bewertung
aus Salzhemmendorf
5/5
27.11.2020
Buch (Taschenbuch)
Die Ohnmacht, die Machtlosigkeit mit ihrer ganzen Gefühlspalette aus Angst Wut, Zweifel, Frustration, Ekel, Verachtung aber auch Freude und Überraschung prallt mit voller Wucht auf den Leser
"Lass uns töten" von Jeff Strand war ja schon der Hammer, aber "Blister" übertrifft dies um ein Vielfaches.
Der Protagonist dieser Geschichte ist definitiv Jason. Er erzählt die Story in der Ich-Form und ich fühlte mich beim Lesen richtig angesprochen.
Humorvoll ist er auch mal Derjenige, der unüberlegt handelt oder redet und erst danach merkt, wie falsch es gerade war.
Jasons Charakterdarstellung ist perfekt und seine Art, sein ganzes Wesen mochte ich von Anfang an.
Nach einen geschmacklosen Vorfall, der äußerst peinlich für Jason und so unsagbar traurig für Blister/Rachel ist, will Jason sich bei ihr entschuldigen und erfährt nach und nach die fürchterliche Ursache über die schreckliche Entstellung von Blisters Gesicht ... und diese Geschichte, die er dann hört, ist einfach so unglaublich brutal, gräßlich und unmenschlich, und damit muss Jason erst einmal klar kommen, klar kommen mit diesem unaussprechlichen Grauen ....
Blister, mit richtigem Namen Rachel, hat mich mit ihrem ganz eigenen furchtbaren Schicksal sehr im Herzen betroffen gemacht. Was ihr widerfahren ist, ist an Grausamkeit nicht zu überbieten.
Ich mochte sie von Anfang an, sie hat mir so unsagbar leid getan. Von ihrer positiven Lebensenergie, die doch noch verborgen in ihr schlummert, war ich freudig überrascht.
Aber Blister leidet nicht nur allein unter ihrer entsetzlichen Verstümmelung, nein, Ihr Vater bewacht und behütet sie wie seinen Augapfel und das Tag und Nacht ....
Ist es tatsächlich nur die "Überfürsorge" ihres Vaters, oder steckt etwas ganz Anderes dahinter?
Abgeschottet, allein, ohne Freunde oder anderweitige menschliche Zuwendung führt Blister ein "aufgezwungenes" Leben wie ein Eremit.
Ist Jason jemand, für den nicht nur das Äußerliche zählt oder ist er genauso wie die vielen anderen, für die Blister nur ein "Freak" ist?
Gibt Jason ihr die Chance auf ein Leben, das ihr genauso zusteht, wie jedem anderen "normalen" Menschen auch?
Auch die Menschen im Ort spielen eine ganz bestimmte Rolle in dieser Geschichte Sie sind eine eingeschworene Gemeinschaft, die zum Nachteil von Blister "ihr Ding durchziehen", koste es was es wolle. Ihnen ist alles daran gelegen, dass Blister kontaktlos bleibt und zurückgezogen lebt.
Warum?
Jason kommt der Verschwörung auf die Spur und entdeckt dabei Unglaubliches ... und auf einmal steht er selbst im Mittelpunkt der Intrigen.
Mit seinem durchweg spannenden Schreibstil hat Jeff Strand es wieder geschafft, diese furchtbare Tragödie, die atemberaubende Atmosphäre der Geschichte hautnah spüren zu lassen.
Der schicksalhafte Konflikt von Jason hat mich tief bewegt.
Was für eine tief gehende, hoch emotionale Geschichte, die Jeff Strand da geschrieben hat.
Es stimmt einfach Alles: die Charaktere, die Settings. Die Ohnmacht, die Machtlosigkeit mit ihrer ganzen Gefühlspalette aus Angst Wut, Zweifel, Frustration, Ekel, Verachtung aber auch Freude und Überraschung prallt mit voller Wucht auf den Leser.
Jeder hat es schon einmal erlebt, einen dicken, fetten Pickel im Gesicht oder sogar auf der Nasenspitze. Man wollte sich verkriechen, keiner sollte das hässliche Ding mitten im Gesicht sehen und doch hatte man immer die Sicherheit, dass er wieder verschwindet und alles wieder aussieht wie früher.
Wie erst muss man sich da fühlen, wenn man sein Leben lang unter offen sichtbaren fürchterlichsten Narben zu leiden hat.
Das Schlimmste hieran ist, jeder sieht sie, die meisten gaffen unverhohlen und tuscheln. Wie ein Spießrutenlauf fühlt es sich an.
Wen wundert es da nicht, dass sich diese Personen "einigeln", depressiv werden, nur noch Selbsthass empfinden und dass dieser manches Mal bis zur Selbstzerstörung führt.
Die Umgebung reagiert auf Menschen gerade mit schweren irreparablen Gesichts- und anderen sichtbaren Verletzungen verunsichert.
Die Betroffenen selber brauchen oft sehr lange, bis sie den Mut haben, sich mit ihrem veränderten Äußeren auseinandersetzen. Je schneller sie die Kontrolle über ihr Leben zurückgewinnen, desto seltener werden sie dauerhaft depressiv.
Auf der Intensivstation gibt es keine Spiegel, daher wird die optische Veränderung, erst an der Reaktion der Besucher klar, die im ersten Moment häufig erschrecken oder zurückweichen.
Manche Patienten fragen dann nach einem Spiegel.
Andere wieder verweigern, aus Angst vor der Gewissheit, vor der Realität, in den Spiegel zu schauen, wollen sich nicht mit der Veränderung auseinandersetzen, meinen, dass sie, wenn sie sie nicht sehen, nicht wahr ist.
Dies ist ein Selbstschutz, weil das Gehirn durch das erlebte Trauma zunächst mit der Situation überfordert ist und daher versucht, alles zu vermeiden, was damit zusammenhängt.
Dieser Schutz muss dann schrittweise mit psychologischer Hilfe abgebaut werden. Das ist oft ein langer Weg, viele vermeiden es sich mit dieser Veränderung zu beschäftigen, sie fühlen sich auf der "sicheren Seite" und entlasten und beruhigen damit ihre Psyche.
Ganz nach dem Motto: Was man nicht sieht oder weiß, kann es auch nicht geben und Alles ist beim Alten.
In einer inklusiven Gesellschaft wird keiner außen vor gelassen. Nur weil jemand nicht ins „Raster“ passt, heißt das nicht, dass er nicht ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft sein kann.
Inklusion zwingt auch niemanden sich zu verbiegen: Keiner soll sich krampfhaft verstellen oder anpassen, um einer Norm zu entsprechen. Im Zweifel klappt das sowieso nicht.
Vielmehr soll jeder Mensch offen für andere Ideen sein, anstatt eine Person für ihre Andersartigkeit zu kritisieren.
Erst wenn wir akzeptieren, wie verschieden wir sind, wenn wir die Abweichung vom "Standardbild des Menschen" nicht mehr als Schwäche, sondern als potenzielle Stärke verstehen, sprechen wir von Inklusion, der bunten Gesellschaft, in der man so unterschiedlich sein darf, wie man ist.
Inklusion ist besonders wichtig für Menschen, die egal in welcher Art und Weise, eine Behinderung haben, es bedeutet, dass jeder Mensch ganz natürlich, ganz selbstverständlich dazu gehört.
Egal wie man aussieht, welche Sprache man spricht oder ob man eine Behinderung hat.
Jeden kann es treffen, jeder kann eine körperliche oder geistige Einschränkung erleiden, die das Leben komplett umkrempelt, niemand ist dagegen gefeit.
Wenn JEDER Mensch ÜBERALL dabei sein kann, akzeptiert wird, wie er ist, am Arbeitsplatz, beim Wohnen oder in der Freizeit:
Das ist Inklusion.
Den Vornamen "Blister" gibt es übrigens tatsächlich. Man findet ihn am häufigsten in den USA und Brasilien.
Ein Buch, das ich nicht so schnell vergessen werde und ein weiteres Lesehighlight 2020
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.